Flüchtlingspolitik
Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge besser als vorhergesagt

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat vier Jahre nach dem großen Zustrom von Flüchtlingen eine positive Bilanz ihrer Integration in den Arbeitsmarkt gezogen. „Die Entwicklung in den vergangenen vier Jahren ist deutlich besser, als es die Arbeitsmarktexperten vorhergesagt haben. Auch die steigende Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stimmt positiv“, sagte Widmann-Mauz der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Aus den Hauptherkunftsländern der Asylantragssteller seien mittlerweile 399.000 beschäftigt, davon 324.000 sozialversicherungspflichtig. „Gleichzeitig bilden immer mehr Betriebe Geflüchtete aus.“ Hier müsse man dran bleiben und die Integration in Arbeit vorantreiben. Das sei eine Investition, die sich auszahle. Nachholbedarf sieht Widmann-Mauz bei weiblichen Flüchtlingen. „Sie arbeiten deutlich seltener als Männer, obwohl die meisten sehr motiviert sind und vergleichbare Bildungsabschlüsse haben. Nur dreizehn Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den Asylhauptherkunftsländern waren im letzten Jahr Frauen“, bemängelte die CDU-Politikerin. Insbesondere wenn Frauen kleine Kinder hätten, sei es für sie schwierig, eine Vollzeitausbildung mit Wechsel zwischen Arbeitsstätte und Berufsschule zu organisieren. „Diesen Frauen müssen wir mehr Teilzeitmodelle ermöglichen.“ Die Integrationsbeauftragte hob auch das Niveau der Jobs von Flüchtlingen hervor. „Mehr als die Hälfte der Geflüchteten mit festem Job ist als Fachkräfte tätig.“ Der Anteil der Flüchtlinge in Helferjobs sei aber immer noch zu hoch. „Darauf müssen wir ein Augenmerk haben.“ Wichtig sei, dass sie die Chance bekämen, innerhalb der Helfertätigkeit zusätzliche Qualifikationen zu erwerben, etwa einen Gabelstaplerführerschein oder Pflegebasiskurs.

Gesundheit
Zahl der Hautkrebstoten auf 3764 im Jahr gestiegen

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Das Bundesgesundheitsministerium hat angesichts des Klimawandels und zunehmender Hitzewellen vor erhöhten Gesundheitsrisiken gewarnt. Insbesondere diejenigen, die „alleinstehend sind und am gesellschaftlichen Leben nur eingeschränkt teilnehmen können“, seien gefährdet, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken, die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“  vorliegt. Auch Säuglinge und Kleinkinder könnten sensibel reagieren. Das Ressort von Minister Jens Spahn (CDU) führt ferner an, dass die Zahl der Hautkrebsfälle in Deutschland stark angestiegen sei. So gab es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 2016 rund 23.000 Neuerkrankungen mit dem bösartigen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), 1999 waren es erst 11.500. Auch die Zahl der durch Hautkrebs verursachten Sterbefälle ist demzufolge gestiegen: von 2468 in 1997 auf 3764 in 2017. Das Ministerium zitiert zudem Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes, wonach sich die Sonnenscheindauer von 1951 bis 2018 um rund 96 Stunden pro Jahr erhöht hat. Harald Weinberg (Linke), Vizevorsitzender im Gesundheitsausschuss, fordert wirksamere Strategien der Bundesregierung zum Schutz vor Hitzewellen. „In wichtigen Bereichen wie Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten gibt es weder konkrete Regelungen zum Schutz, noch Erkenntnisse über die gesundheitlichen Folgen – und das, obwohl die Bundesregierung selber betont, dass sich in diesen Einrichtungen besonders vulnerable und schutzbedürftige Gruppen aufhalten.“ Er kritisiert zudem, dass Vorkehrungen gegen Hitze bei der Qualitätsprüfung von Pflegeeinrichtungen keine Rolle spielten und es keinen Grenzwert für die zulässige UV-Belastung für Menschen gebe, die häufig im Freien arbeiten müssten.

Wirtschaftsnews
Handelsvolumen zwischen Russland und China um 8 Prozent gewachsen

Moskau – Das Handelsvolumen zwischen Russland und China ist zwischen Januar-August 2019 um 4,5 Prozent auf 70,59 Milliarden Dollar gewachsen, teilte die chinesische Zollverwaltung am Sonntag mit. Wie die Nachrichtenagentur TASS unter Bezugnahme auf die veröffentlichten Daten weiter berichtet, zeigte das Volumen der chinesischen Exporte nach Russland in den ersten acht Monaten dieses Jahres mit geschätzten fast 31,14 Milliarden Dollar kein Wachstum. Jedoch seien Chinas Importe russischer Waren und Dienstleistungen um 8,3 Prozent auf 39,45 Milliarden Dollar gestiegen Im Juli habe der Handelsumsatz zwischen den beiden Ländern 9,41 Milliarden Dollar betragen. Wie die TASS weiter berichtet, stieg der russisch-chinesische Handel 2016 um 2,2 Prozent und erreichte 69,52 Milliarden Dollar. Im Jahr 2017 wuchs diese Zahl um 20,8 Prozent auf 84,07 Milliarden US-Dollar, und im Jahr 2018 überstieg sie 107 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von 27,1 Prozent.

Analyse
Kommentar: Chinesisches Seidenstraßen-Projekt wird US-Vorherrschaft beenden

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Ein Kommentar von Ernst Wolff Seit Wochen beherrscht der Handelskrieg zwischen den USA und China die globalen Finanzmärkte. Sobald sich der Ton zwischen beiden Ländern verschärft, sinken die Kurse, wird er ruhiger, ziehen die Kurse wieder an. Donald Trump trägt mit seinen Tweets maßgeblich dazu bei, das Auf und Ab in Gang zu halten. Dabei versucht er immer wieder den Anschein zu erwecken, er habe die Dinge im Griff und lenke die Auseinandersetzung in eine für die USA günstige Richtung. Das aber ist nicht der Fall. Das Weiße Haus befindet sich im Konflikt mit China auf der Verliererstraße. Die globale Übermacht der USA, die die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg militärisch, wirtschaftlich und finanziell beherrschen, geht unerbittlich zu Ende. China, inzwischen Handelsmacht Nr. 1, hat nicht nur aufgeholt, es wird die USA in absehbarer Zeit wirtschaftlich und militärisch überflügeln.  Dass die Regierung in Beijing meist sehr gelassen auf Donald Trumps wütende Tweets reagiert, zeigt zum einen, dass man die US-Zölle verkraften kann, zum anderen aber auch, dass man über mehrere Druckmittel verfügt: China besitzt immer noch US-Staatsanleihen im Wert von $ 1,1 Billionen, außerdem treibt es den 2013 begonnenen Bau der Neuen Seidenstraße kontinuierlich voran.  Ziel dieses aufwändigsten Wirtschaftsprojektes in der gesamten Geschichte der Menschheit ist es, Europa, den Nahen Osten und Asien miteinander zur weltgrößten Wirtschaftszone zu verschmelzen – ein Vorhaben, das wegen der Eröffnung neuer Märkte natürlich auch für Europas Länder höchst interessant ist. Die Realisierung dieses Plans besiegelt jedoch mit Sicherheit das Ende der weltweiten US-Vorherrschaft. Daher unternimmt das Weiße Haus seit Längerem jeden denkbaren Versuch, um die Fertigstellung der Neuen Seidenstraße zu verhindern und China so viele Steine wie möglich in den Weg zu legen. Das aber hat sich als überaus schwierig erwiesen. So haben die USA nicht verhindern können, dass Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien mittlerweile der 2013 zur Finanzierung der Neuen Seidenstraße gegründeten Asian Infrastructure and Investmentbank (AIIB) beigetreten sind. Auch die 2019 von mehreren Mitgliedsstaaten der EU vorgenommene Gründung des Zahlungssystems Instex (zur Ermöglichung des Tauschhandels mit dem Iran unter Umgehung des dollar-dominierten Swift-Zahlungssystems) zeigt den schwindenden Einfluss der USA auf Europa und den immer größeren Graben zwischen beiden Wirtschaftsblöcken. Darüber hinaus können sich die USA nicht mehr auf die beiden wichtigsten Eckpfeiler ihrer globalen Dominanz verlassen: das auf dem Dollar aufbauenden globale Finanzsystem und den mit Abstand stärksten Militärapparat der Erde.  Zum einen weiß nämlich niemand genau, in wieweit China inzwischen militär-technologisch aufgeholt hat, zum anderen befindet sich das globale Finanzsystem angesichts der nie dagewesenen Manipulation seit 2009 und der derzeit weltweit einsetzenden Rezession in einer äußerst kritischen Verfassung.  Da auch den USA diese Entwicklung nicht entgehen dürfte, muss man damit rechnen, dass sie in Zukunft mit noch größerer Entschlossenheit versuchen werden, sich dem eigenen Niedergang entgegenzustemmen. Die Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran, die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem und die Unterstützung des Krieges im Jemen deuten dabei alle in eine Richtung: Washington wird den Nahen Osten nicht zur Ruhe kommen lassen, sondern alles daran setzen, die Region zu destabilisieren, um so den Zusammenschluss der Wirtschaftsräume Europa und Asien zu verhindern. Zum Zünglein an der Waage könnte dabei Saudi-Arabien werden. Das Haus von Saud, jahrzehntelang der weltweit engste Verbündete der USA, hat in den vergangenen Monaten begonnen, sich im Handel mit China vom Petro-Dollar zu verabschieden – ein bis vor kurzem noch undenkbarer Akt der Provokation gegen die USA. Auch diese Entwicklung zeigt: Die Position der USA verschlechtert sich kontinuierlich und versetzt das Land immer mehr in die Lage eines angeschlagenen Boxers, dem angesichts der Aussichtslosigkeit seiner Lage alles zuzutrauen ist. 
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“. Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

Israel
Netanjahu nennt britischen Premier Boris Jeltzin

Tel Aviv – Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach in einer live übertragenen Kabinettssitzung über seine Treffen am Donnerstag in London und nannte den britischen Premierminister „Boris Jelzin“ anstelle von Boris Johnson. „Ich bin von einem sehr angenehmen Besuch in London zurückgekehrt, wo ich mich mit Premierminister Boris Jelzin und dem Verteidigungsminister der USA getroffen habe“, sagte Netanyahu zu Beginn des Treffens. Die Teilnehmer korrigierten ihn daraufhin schnell und Netanjahu antwortete lächelnd, dass er nur überprüfte, ob sie aufmerksam waren. Jelzin war in den 90er Jahren Präsident Russlands und überschneidet damit die erste Amtszeit Netanjahus als Premierminister. Er starb 2007.

Türkei
Volleyball-EM der Frauen: Serbien nach 3:2 Sieg gegen die Türkei Europameister

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Ankara – Serbien besiegte in Ankara die Türkei im Frauenfinale mit 3:2 und gewann am Sonntag den Titel der Volleyball Europameisterschaft 2019. Serbien schlägt die Türkei mit 3:2 und verteidigt somit zum zweiten Mal den EM-Titel. Beide Mannschaften haben sich bis zum Schluss ein hochemotionales und packendes Finale geliefert. Etwas überraschend ist die Türkei besser in das Endspiel gestartet, hat im zweiten Durchgang aber nicht mithalten können. Wie Sport,de weiter berichtet, sind die Gastgeberinnen anschließend über die Emotionen gekommen und haben sich durch eine Riesen-Blockserie im vierten Durchgang den finalen fünften Satz verdient. Lange hat es hier laut Sport.de nach einem Sieg der Türkinnen ausgesehen, aber ein zwischenzeitliches 9:6 hat doch nicht gereicht.

Türkei
Erdogan spricht sich für kurdische Proteste gegen PKK aus

Malatya – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Sonntag seine Unterstützung für die Mütter bekundet, die im Südosten der Türkei gegen die PKK-Terroristen protestieren. Während des Treffens mit Imam-Hatip-Schülern in der östlichen Provinz Malatya sagte Erdogan, dass die Regierung ihr Bestes tut, um die Terroristen zu eliminieren. „Eltern gegen PKK“ Was mit dem mutigen Schritt einer kurdischen Mutter im vergangenen Monat begann, entwickelt sich allmählich zu einer Bewegung. Immer mehr Kurden trauen sich, gegen die HDP-Partei und die Terrororganisation PKK auszusprechen. Im August hatte Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakır einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen. Immer mehr Kurden trauen sich Nun trauen sich immer mehr Eltern, die PKK und auch die HDP-Partei öffentlich zu kritisieren.

Seit der vergangenen Woche haben mehrere kurdische Eltern vor dem Büro der HDP einen Sitzstreik begonnen. Fevziye Cetinkaya behauptet, ihr 17-jähriger Sohn sei über Mitglieder der HDP in der südöstlichen Provinz Diyarbakir in die Reihen der Terrorgruppe aufgenommen worden. Sie habe sich am Montag zusammen mit ihrem Mann Sahap Cetinkaya an die Polizei gewandt und eine Beschwerde eingereicht, so Cetinkaya.

„Alles, was ich von ihnen (HDP-Mitglieder) will, ist, dass mein Kind zu mir zurückgebracht wird“, sagte sie. „Entweder haben sie mein Kind hier versteckt oder es woanders hingebracht…. Ich werde nicht gehen, bis mein Kind zurück ist“, fügte sie hinzu. Der Vater warf HDP-Mitgliedern vor, ihre Kinder zum Beitritt zur PKK zu ermutigen. „Sie schicken Kinder von armen Menschen [zur PKK]…. Ich will meinen Sohn zurück, sonst nichts. Wir haben diese Kinder unter schwierigen Bedingungen aufgezogen und in die Schulen geschickt“, sagte er. Später am Tag schlossen sich drei weitere Mütter – die behaupten, ihre Kinder seien von den PKK-Mitgliedern entführt worden – Çetinkaya an. Die türkische Regierung beschuldigt die HDP seit langem, Verbindungen zur PKK-Terrorgruppe zu haben.

Freudenberg
Bratpfannen-Explosion: 14 Verletzte – sechs schweben in Lebensgefahr

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Bei einem Dorffest in Freudenberg (NRW) ereignete sich ein tragisches Unglück. Eine Fett-Explosion verletzt 14 Personen schwer, sechs schweben in Lebensgefahr.

Wie die Tageszeitung tz unter Berufung auf die Polizei weiter berichtet, kam es am frühen Sonntagmittag gegen 11.50 Uhr auf dem „Backesfest“ zu einer Explosion einer großen Pfanne, die zum Braten von Kartoffeln genutzt wurde. Bei der Veranstaltung waren der tz zufolge etwa 100 Personen anwesend. 14 von ihnen wurden durch die Fett-Explosion schwer verletzt, sechs von ihnen, im Alter von 31 bis 75 Jahren, schwebten in Lebensgefahr. Sie wurden in Spezialkliniken ins Ruhrgebiet und nach Köln geflogen, berichtet die tz weiter. Zur Unglückszeit soll es in Freudenberg geregnet haben. Ob Regenwasser in das heiße Fett einer großen Pfanne geriet und so die Explosion auslöste, war zunächst unklar. Um eine Gas-Explosion habe es sich aber nach Einschätzung der Behörden wohl nicht gehandelt, berichtet der Focus.

Kurden gegen HDP
Kurdische Eltern: Jugendorganisation der HDP bedroht uns

Diyarbakir – Mit einem Sitzstreik demonstrieren seit Tagen kurdische Eltern vor der Provinzzentrale der PKK-nahen oppositionellen Partei HDP. Die Eltern beschuldigen die Partei für die Terrororganisation PKK, Jugendliche zu rekrutieren und fordern die HDP auf, die Kinder zurückzubringen. Gegenüber türkischen Medien sagten einige Eltern nun, dass der Jugendarm der Partei sie bedroht habe. „Sie drohten uns, den Sitzstreik vor dem Provinzbüro der HDP zu beenden“, so Mustafa Bice, ein Vater der mutmaßlich entführten Kinder. Drei Jugendliche mit Gewehren hätten ihnen mit dem Tod gedroht, wenn sie den Protest fortsetzten, so der verzweifelte Vater. Sie hätten behauptet zum Jugendarm der HDP zu gehören. Bicer betonte, dass sie nicht aufgeben werden und fügte hinzu: „Wir wollen unsere Kinder zurück“. Er sagte, dass auch die Mitglieder der Jugendorganisation getäuscht würden, und rief sie auf, mit der Realität „aufzuwachen“. „Diese Drohungen werden im Auftrag der HDP-Mitglieder durchgeführt. Sie benutzen unsere eigenen Kinder gegen uns“, sagte er. Bicer sagte, dass Bemühungen im Gange seien, die Personen zu fassen, nachdem die Sicherheitskräfte über den Vorfall informiert wurden. Was mit dem mutigen Schritt einer kurdischen Mutter im vergangenen Monat begann, entwickelt sich allmählich zu einer Bewegung. Immer mehr Kurden trauen sich, gegen die HDP-Partei und die Terrororganisation PKK auszusprechen. Im August hatte Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakır einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen. Nach dem Wiedertreffen mit ihrem Sohn nahm sie einen Anruf vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan entgegen. „Sie haben sich gewehrt und (…) Ihren Sohn aus den Händen dieser Verräter gerettet. Aus diesem Grund gratuliere ich Ihnen meinerseits und im Namen des Volkes. (…) Wir brauchen solche Mütter“, sagte Erdogan beim Gespräch. Auch der ältere Sohn Akars, Fırat, sei bereits 1994 von PKK-Terroristen entführt worden. 2017 wurde er in den Bergen tot aufgefunden. „Ich konnte nicht einmal den Körper meines Sohnes sehen“, sagte sie. „Sobald man dieses Gebäude betritt, kann niemand entkommen. Die HDP verschleppen unsere Kinder mithilfe von Drogen (…) und Medikamenten in die Berge. Es ist ein Ort des Gemetzels für Wilde und Unterdrücker“, zitiert Daily Sabah die kurdische Mutter. Immer mehr Kurden trauen sich Nun trauen sich immer mehr Eltern, die PKK und auch die HDP-Partei öffentlich zu kritisieren.

Seit letzter Woche haben mehrere kurdische Eltern vor dem Büro der HDP einen Sitzstreik begonnen. Fevziye Cetinkaya behauptet, ihr 17-jähriger Sohn sei über Mitglieder der HDP in der südöstlichen Provinz Diyarbakir in die Reihen der Terrorgruppe aufgenommen worden. Sie habe sich am Montag zusammen mit ihrem Mann Sahap Cetinkaya an die Polizei gewandt und eine Beschwerde eingereicht, so Cetinkaya.

„Alles, was ich von ihnen (HDP-Mitglieder) will, ist, dass mein Kind zu mir zurückgebracht wird“, sagte sie. „Entweder haben sie mein Kind hier versteckt oder es woanders hingebracht…. Ich werde nicht gehen, bis mein Kind zurück ist“, fügte sie hinzu. Der Vater warf HDP-Mitgliedern vor, ihre Kinder zum Beitritt zur PKK zu ermutigen. „Sie schicken Kinder von armen Menschen [zur PKK]…. Ich will meinen Sohn zurück, sonst nichts. Wir haben diese Kinder unter schwierigen Bedingungen aufgezogen und in die Schulen geschickt“, sagte er. Die türkische Regierung beschuldigt die HDP seit langem, Verbindungen zur PKK-Terrorgruppe zu haben. In ihrer mehr als 30-jährigen Terrorkampagne gegen die Türkei war die PKK – von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation geführt – für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich. „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicherzustellen“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer in einer Mitteilung im Februar dieses Jahres. Eva Quadbeck schreibt in der Rheinischen Post:

„Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist als Terrororganisation aus gutem Grund seit Anfang der 90er Jahre verboten. Dass sie hierzulande in Vereinen und Verlagen dennoch weiter operiert, kann der Rechtsstaat nicht hinnehmen. Das Verbot der Verlage ist nur konsequent. Die Bundesregierung tut gut daran, bei der PKK nüchtern nach rechtsstaatlichen Prinzipien zu verfahren. Deutschland steht in der Kritik der türkischen Regierung, die behauptet, es werde hierzulande nicht konsequent gegen die PKK vorgegangen, was nicht stimmt. Die politische Linke in Deutschland wiederum sieht das Verbot der Verlage als Zensur an.

Das Verbot hat aber nichts mit der Einschränkung von Meinungsfreiheit zu tun. Die betroffenen Verlage hatten die Unterstützung der verbotenen PKK im Auge. Dafür hätten sie auch Bananen vertreiben können. Die PKK heizt Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Deutschland an. Mit Gewalt ausgetragene Rivalitäten befördern eine ablehnende Haltung gegenüber diesen Volksgruppen. Ein solcher Mechanismus gefährdet den inneren Frieden der Gesellschaft – insbesondere in Zeiten, in denen Fehlverhalten von Migranten gerne von Rechtspopulisten aufgegriffen wird“.

UFC-News
Conor McGregor will Kampf gegen Khabib Nurmagomedov

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Der russische MMA-Kämpfer Khabib Nurmagomedov holte beim gestrigen UFC 242 Kampf in Abu Dhabi mit einem Sieg gegen den US-Amerikaner Dustin Poirier den Titel zurück. Numagomedov bezwang Poirier in Runde drei nach einem Rear Naked Choke via Submission. Mit einer Bilanz von 28 Siegen und null Niederlagen ist der 30-jährige Leichtgewichtsmeister in seiner Karriere somit weiter ungeschlagen. Der ehemalige UFC-Champion Conor McGregor hat Nurmagomedov nun zu einem Rematch herausgefordert. Nach dem Sieg des Russen gegen Poirier, schrieb der Ire auf Twitter: „Buche meinen Rückkampf in Moskau“. Nurmagomedov hatte im vergangenen Oktober den mit Spannung erwarteten Kampf gegen den Iren McGregor bei der UFC 229 deutlich gewonnen und blieb weiter ungeschlagen. Der Russe aus der autonomen russischen Republik Daghestan dominierte den Kampf über vier Runden und siegte schließlich verdient. Nurmagomedov wurde jedoch eine neunmonatige Sperre auferlegt, weil er nach dem Kampf gegen McGregor aus dem Oktagon in die Ecke des McGregor-Teams sprang und auf dessen Teammitglieder einschlug. Der Russe entschuldigte sein Verhalten im Nachhinein und nannte Beleidigungen gegen ihn und seine Familie als Grund des Ausrasters.