Istanbul – Was 2017 mit der ersten Auslieferung an die türkischen Streitkräfte begann, hat sich bis 2026 zu einer globalen Erfolgsgeschichte entwickelt.
Das MPT-76 (Milli Piyade Tüfeği) ist nicht mehr nur das Rückgrat der türkischen Armee, sondern hat sich als technologischer Exportschlager fest auf dem Weltmarkt etabliert. In aktuellen internationalen Fachvergleichen behauptet sich die Waffe souverän gegen die Konkurrenz aus den USA, Deutschland und Russland.
Vom Prototyp zum globalen „Renner“
Bereits im Jahr 2017 setzte die Türkei ein deutliches Zeichen für ihre rüstungstechnische Unabhängigkeit, als die ersten Einheiten des MPT-76 offiziell an die Truppe übergeben wurden. Das Ziel der Ingenieure von MKE (Makine ve Kimya Endüstrisi) war ambitioniert: Ein Gewehr zu schaffen, das die Robustheit einer Kalaschnikow mit der Präzision eines westlichen Gewehrs verbindet.
Heute, fast ein Jahrzehnt später, zeigt sich, dass dieser Plan aufgegangen ist. Das Gewehr hat sich vom nationalen Prestigeprojekt zu einem echten „Renner“ auf dem Weltmarkt entwickelt. Besonders Staaten, die eine zuverlässige Waffe für extreme klimatische Bedingungen suchen, greifen immer häufiger zum türkischen System.
Aktueller Erfolg: Kamerun setzt auf türkische Präzision
Ein aktuelles Beispiel für den internationalen Erfolg ist die Ausstattung kamerunischer Spezialeinheiten. Wie jüngste Berichte (Stand Ende 2025/Anfang 2026) bestätigen, setzt die kamerunische Präsidentengarde sowie Spezialeinheiten im Kampf gegen den Terrorismus massiv auf das MPT-76.
Kamerun reiht sich damit in eine wachsende Liste von Staaten auf dem afrikanischen Kontinent, dem Balkan und im Kaukasus ein, die der türkischen Waffenschmiede vertrauen. Für Experten ist dies ein klarer Beweis dafür, dass sich das MPT-76 im harten Einsatz bewährt hat und gegen internationale Mitbewerber durchsetzen kann.
Der „58-Tests-König“: Warum das MPT-76 dominiert
Der Ruf als „weltbestes Sturmgewehr“ kommt nicht von ungefähr. Das MPT-76 hat insgesamt 58 anspruchsvolle Tests absolviert – ein Rekordwert. Während viele NATO-Partner bereits nach 42 Standardtests zufrieden sind, ging die Türkei weiter.
Ob bei minus 40 Grad in den Bergen Ostanatoliens oder bei plus 65 Grad in der Wüste – das MPT-76 feuert zuverlässig. Mit seinem kraftvollen Kaliber 7,62 x 51 mm bietet es zudem eine Durchschlagskraft, die modernen 5,56-mm-Gewehren in bewaldetem oder urbanem Gebiet weit überlegen ist.
Die globale Konkurrenz im Check: Die Top 3 Mitbewerber 2026
Um den Erfolg des MPT-76 einzuordnen, muss man einen Blick auf die anderen drei Schwergewichte des Jahres 2026 werfen:
1. SIG MCX Spear (USA) – Der technologische Vorreiter
Das MCX Spear ist das Herzstück des „Next Generation Squad Weapon“-Programms der USA. Es nutzt das neue Hybrid-Kaliber 6,8 mm.
Stärke: Enorme Reichweite und modernste Optik-Anbindung.
Vergleich: Während das Spear technologisch führend ist, gilt das MPT-76 als die mechanisch robustere und wartungsärmere Option für Armeen, die unter härtesten Umweltbedingungen operieren müssen.
2. Heckler & Koch HK416 (Deutschland) – Die Präzisions-Referenz
Das HK416 ist der Goldstandard für Spezialeinheiten weltweit und wird nun flächendeckend bei der Bundeswehr eingeführt.
Stärke: Exzellente Ergonomie und bewährtes Piston-System.
Vergleich: Das HK416 ist das „Präzisionsinstrument“, während das MPT-76 eher das „Arbeitstier“ für großangelegte Infanterie-Operationen ist, das auch bei mangelnder Pflege kaum Ladehemmungen zeigt.
3. Kalaschnikow AK-12 (Russland) – Die kampfgeprüfte Legende
Die AK-12 wurde basierend auf den massiven Erfahrungen der letzten drei Jahre an der Front radikal modernisiert (Modell 2025).
Stärke: Extreme Einfachheit und verbesserte Montage für Nachtsichtgeräte.
Vergleich: Beide Gewehre buhlen um Märkte, die Unverwüstlichkeit fordern. Das MPT-76 bietet jedoch im Vergleich zur AK-12 das modernere NATO-Kaliber und eine bessere Modularität für westliches Zubehör.
Ein Symbol für die „Soft Power“ der Türkei
Das MPT-76 ist mehr als nur eine Waffe; es ist ein diplomatisches Werkzeug. Durch die Ausstattung befreundeter Nationen wie Aserbaidschan, Somalia oder Kamerun festigt die Türkei ihren Einfluss als verlässlicher Sicherheitspartner.
Für das Jahr 2026 bleibt das MPT-76 das Paradebeispiel dafür, wie ein Land durch eigene Forschung und Entwicklung zum Global Player in der Verteidigungsindustrie aufsteigen kann.
Kontinuierliche Weiterentwicklung: Das MPT-76 im Wandel der Zeit
Ein entscheidender Grund, warum das MPT-76 auch im Jahr 2026 die Fachwelt beeindruckt, liegt in seiner stetigen Evolution. Die ursprüngliche Version der Waffe wurde oft für ihr vergleichsweise hohes Gewicht kritisiert.
Die türkischen Ingenieure reagierten jedoch prompt: Durch den Einsatz moderner Polymer-Materialien und einer optimierten Gehäusestruktur konnte das Gewicht der Standardversion signifikant reduziert werden, ohne die legendäre Stabilität zu beeinträchtigen.
Heute steht den Soldaten mit dem MPT-76-MH (Modernize Edilmiş Hafif) eine Variante zur Verfügung, die knapp 500 Gramm leichter ist als das ursprüngliche Modell. Diese Gewichtsreduktion ist im modernen Gefecht, wo Soldaten bereits schwere Schutzwesten und Elektronik tragen, ein entscheidender Überlebensfaktor.
Zudem wurde die Ergonomie des Handschutzes und der Schulterstütze verbessert, um eine schnellere Zielaufnahme zu ermöglichen – ein direktes Feedback aus den Einsätzen der türkischen Spezialeinheiten im Nordirak und in Syrien.
Die „Milli“-Philosophie: Rückgrat einer unabhängigen Verteidigungsindustrie
Der Erfolg des MPT-76 ist untrennbar mit der Vision der türkischen Präsidentschaft für Verteidigungsindustrie (SSB) verbunden. Lange Zeit war die Türkei von Importen und Lizenzen ausländischer Hersteller – insbesondere aus Deutschland und den USA – abhängig. Politische Embargos führten in der Vergangenheit immer wieder zu Engpässen. Das MPT-76 war die Antwort auf diese Herausforderungen.
Mit einer lokalen Wertschöpfungsrate von nahezu 100 Prozent symbolisiert das Gewehr die nationale Autarkie. Es hat den Weg geebnet für weitere erfolgreiche Projekte wie das leichtere Sturmgewehr MPT-55 (im Kaliber 5,56 mm) und das Scharfschützengewehr KNT-76. Für die türkische Wirtschaft ist das Projekt ein massiver Erfolg: Das Know-how aus der Entwicklung des MPT-76 wird heute genutzt, um moderne Waffensysteme in alle Welt zu exportieren.
Export-Offensive 2026: Strategische Partnerschaften
Bis Anfang 2026 hat sich der Kundenkreis des MPT-76 drastisch erweitert. Neben den bereits erwähnten Erfolgen in Kamerun und Aserbaidschan zeigen auch Staaten in Südostasien und Lateinamerika wachsendes Interesse an den „Hard-Science“-Produkten aus Ankara.
Die Türkei nutzt den Export des Sturmgewehrs oft als Einstieg für langfristige Verteidigungskooperationen, die später auch Drohnentechnologie oder gepanzerte Fahrzeuge umfassen. In einer Welt, in der geopolitische Spannungen zunehmen, bietet die Türkei mit dem MPT-76 eine Waffe an, die keine politischen Bedingungen stellt, sondern schlichtweg durch Leistung unter Extrembedingungen überzeugt.
Das globale Umfeld 2026: Ein Markt im Umbruch
Der Erfolg des türkischen Sturmgewehrs findet in einem Marktumfeld statt, das sich 2026 massiv verändert hat:
Deutschland und das G95: Die Bundeswehr hat im Dezember 2025 offiziell mit der Übergabe der ersten G95A1 (HK416 A8) an die Truppe begonnen. Während das G95 als Präzisionsinstrument für hochspezialisierte Einheiten gilt, wird das MPT-76 oft als die robustere „Allzweckwaffe“ für großangelegte Infanterieverbände gesehen, die weniger wartungsintensiv ist.
Russlands AK-12 Update: Nach den Erfahrungen der letzten Jahre hat Russland die Produktion des AK-12 Modell 2024/2025 massiv hochgefahren. Es wurde vor allem die Ergonomie des Handschutzes und die Visiereinrichtung verbessert. Im direkten Vergleich punktet das MPT-76 jedoch durch das schlagkräftigere 7,62-mm-NATO-Kaliber gegenüber der russischen 5,45-mm-Munition.
USA und der Kaliberwechsel: Mit der flächendeckenden Einführung des SIG XM7 (MCX Spear) setzen die USA auf ein völlig neues 6,8-mm-Kaliber. Das MPT-76 bleibt hier die bewährte Wahl für Nationen, die weiterhin auf das weltweit verfügbare und logistisch unkomplizierte 7,62-mm-Standardkaliber setzen wollen.
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