Gaza-Krieg
Gaza: Der erste „Live streamed genocide“ der Geschichte

Israel verübt in Gaza einen „live gestreamten Völkermord“ in Zeitlupenformat, während Europa und die USA weiterhin die Ansicht vertreten, es handle sich dabei lediglich um Selbstverteidigung.

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Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Israel verübt in Gaza einen „live gestreamten Völkermord“ in Zeitlupenformat, während Europa und die USA weiterhin die Ansicht vertreten, es handle sich dabei lediglich um Selbstverteidigung.

Internationalen, renommierten Rechtsexperten zufolge, liefern allein schon die unzähligen Videos auf YouTube, Facebook oder TikTok eine beispiellose Echtzeitdokumentation. Anders als in früheren Konflikten, in denen Kriegsverbrechen oder Völkermorde erst im Nachhinein untersucht werden konnten, liefert Israel hier zeitnahe Beweise für ihre eigenen Taten.

Und dennoch, wollen uns in Deutschland Politiker, Experten und Mainstream-Medien, darunter die Jüdische Allgemeine, ein Online-Nachrichtenportal des Zentralrats der Juden in Deutschland, unterschwellig weismachen, dass das schon in Ordnung geht, wenn „Kollateralschäden“ hingenommen werden müssen, um die HAMAS vollständig zu zerstören – quasi das Kind mit dem Bade ausschütten!

Diese inzwischen chronische Neigung zur Verharmlosung eines live gestreamten Völkermords, ausgehend von Israel, dass eine großnationalistische Idee unter der Führung der Protagonisten Benjamin Netanjahu im Gespann mit dem Likud-Block verfolgt, verübt im Nahen Osten ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit in einem nach dem Zweiten Weltkrieg unbekannten Ausmaß.

Wenn diese Verharmlosung weiterhin anhält, Palästinenser aufgrund ihrer Ohnmacht und Wut über das Treiben, kriminalisiert, entmenschlicht werden, der Völkermord unkenntlich gemacht wird, ist der dadurch entstandene Schaden weitreichend. Es betrifft dann nicht nur die Eckpfeiler der Vereinten Nationen, sondern die Grundpfeiler des demokratischen Wertesystems Deutschlands.

Wer nicht in der Lage ist, wahr und falsch zu unterscheiden, Recht und Unrecht zu bestimmen, hebelt damit das Fundament eins funktionierenden zivilisatorischen, moralischen, werteorientierten Rechtssystems auf.

Wer zudem Gesellschaftsschichten, Aktivisten, Journalisten oder Medien schwächt oder unterdrückt, die versuchen den live gestreamten Völkermord akribisch zu dokumentieren, darüber zu berichten oder kritische Debatten über die Heldenverehrung oder Glorifizierung der israelischen Streitkräfte IDF anzustoßen versuchen, will ein Menschheitsverbrechen decken, couragierte Akteure mundtot machen.

So wie im Fall des Linken Medienprojekts Red.Media, ein Projekt der in Istanbul ansässigen AFA Medya A.Ş. unter der Führung von Hüseyin Doğru. Laut Pressemitteilung der Red.Media sei sie und der Chefredakteur auf die 17. Sanktionsliste der EU gelandet, was einschneidende und gravierende Probleme mit sich gebracht hat. Weshalb? Weil man kritisch über den Israel-Gaza-Krieg berichtet habe.

Gaza ist weltweit das Symbol für eine einzigartige Desillusionierung geworden, der wir allesamt aufgesessen sind. Das Völkerrecht hat nie existiert, zivilisatorische, moralische oder werteorientierte Grundnormen gab es nie. Es wurde lediglich als Vorwand gegenüber „Feinden“ angewandt, um die eigenen egoistischen, narzisstischen Interessen durchzusetzen.

Das Völkerrecht, die Menschenrechte, die Würde des Menschen, die angeblich unantastbar sind, all das ist nur instrumentalisiert worden, um Deutschland, den Westen, die NATO, die „einzige Demokratie im Nahen Osten“ als das Gute zu inszenieren, die gegen das Böse kämpft.

Es zeigt vor allem, dass ein großer Teil der israelischen Gesellschaft sich darauf ausruhen können, mit Blick auf die Palästinenser jegliches Unrechtsbewusstsein, jede Moral, jeden menschlichen Anstand über Bord geworfen haben.

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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