Die Mescheten
Türkei gedenkt Vertreibung der Ahiska-Türken aus Georgien

Die sowjetischen Behörden unter dem Machthaber Josef Stalin zwangsumsiedelten die Mescheten, wie die Ahiska-Türken auch genannt werden, 1944 aus der namensgleichen Mescheti-Region.

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Ankara – Heute jährt sich zum 77. Jahrestag die Zwangsverschickung der turksprachigen Mescheten (Ahıska Türkleri) aus Georgien.

Am 14. April 1944 wurden auf Geheiß des sowjetischen Staatschefs Josef Stalin etwas mehr als 100.000 Mescheten aus ihrer angestammten Heimat in Georgien vertrieben und in weit entfernte Gebiete Zentralasiens deportiert.

Aus sowjetisch-russischen Archivbeständen geht hervor, dass die Vertreibungen die „ethnische Säuberung der Region von Türken“ zum Ziel hatte. Das türkische Außenministerium gedachte in einer veröffentlichten Mitteilung der Opfer dieser Tragödie.

Das Auswärtige Amt der Türkei schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter:

Am 77. Jahrestag der Vertreibung der Ahiska-Türken, unserer Landsleute, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, gedenken wir mit Barmherzigkeit der Opfer und teilen die Trauer derer, die nicht zurückkehren konnten. Wir werden unsere Brüder und Schwestern der Ahiska-Türken weiterhin unterstützen.

Die sowjetischen Behörden unter dem Machthaber Josef Stalin zwangsumsiedelten die Mescheten, wie die Ahiska-Türken auch genannt werden, 1944 aus der namensgleichen Mescheti-Region, beziehungsweise Samzche-Dschawachetien, in Georgien im Grenzgebiet zur Türkei. Dabei kamen etwa 13.000 Ahiska-Türken durch Hunger, Kälte und Krankheit ums Leben.

Die ethnische Minderheit wurde seitdem politisch marginalisiert, diskriminiert und zahlreichen Menschenrechtsbrüchen ausgesetzt. Ihre Zahl wird laut öffentlich zugänglichen Informationen weltweit auf 600.000 Menschen geschätzt. Die meisten Mescheten leben in Kasachstan. Daraufhin folgen Siedlungsgebiete in Ukraine, Aserbaidschan, Russland und der Türkei.

Ahiska-Umsiedlung

Auf Weisung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan findet seit 2015 eine Umsiedlung von Ahiska-Türken aus der Ukraine und anderen Ländern statt. Diese werden seit 2017 auch eingebürgert.

Kemal Bölge/Ankara

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