Rassismus
23.11.1992: Der rassistische Brandanschlag von Mölln

Heute jährt sich zum 28. Mal der Brandanschlag von Mölln, dessen Ziel zwei türkische Familien gewesen waren. Bei der Attacke im Jahr 1992 waren drei Menschen getötet und neun schwer verletzt worden.

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Von Kemal Bölge

Vor genau 28 Jahren, in der Nacht auf den 23. November 1992: In der schleswig-holsteinischen Stadt Mölln werfen die 19-jährigen Neonazis Lars C. und der 25-jährige Michael P. in ihrem rassistischen Wahn Brandsätze in zwei Häuser in der Ratzeburger Straße und in der Mühlenstraße.

Die Mörder müssen gewusst haben, dass dort türkische Familien wohnen. Durch den Brandanschlag sterben in der Mühlenstraße zwei Mädchen – die 10-jährige Yeliz Arslan und die 14-jährige Ayşe Yılmaz – und die 51-jährige Bahide Arslan. Neun Menschen werden bei diesem feigen Anschlag verletzt.

Die perfiden Täter rufen nach der Tat anonym bei der Feuerwehr und Polizei an, um auf die brennenden Häuser aufmerksam zu machen und beenden das Gespräch mit „Heil Hitler“. Einige Tage nach dem Brandanschlag werden die Neonazis von der Polizei festgenommen, die die Sicherheitsbehörden der Skinhead-Szene zuordnen.

Vor dem Oberlandesgericht in Schleswig-Holstein wird Michael P. wegen dreifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs zu lebenslanger Haft und Lars C. zu 10 Jahren Haft nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. In seiner Urteilsbegründung sah es das Gericht als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten das Abbrennen der beiden Häuser nicht nur gewollt, sondern auch in Kauf genommen hätten. Die verurteilten Täter werden nach wenigen Jahren in Haft vorzeitig auf freien Fuß gesetzt. Lars C. im Jahre 2000 und Michael P. 2007.

Schon vor diesem rassistischen Anschlag in Mölln hatte es Anschläge und Angriffe auf MigrantInnen sowie Asylbewerberheime gegeben. Eine Welle von rassistisch motivierten Anschlägen und Angriffen durchzog Deutschland und in der Nacht des 29. Mai 1993 zündeten vier Neonazis das Haus der türkischen Familie Genç an.

Durch den Brand des dreigeschossigen Hauses starben die 27-jährige Gürsün Genç, die 18-jährige Hatice Genç, die 12-jährige Gülistan Öztürk, die 4-jährige Saime Genç und die 9-jährige Hülya Genç. Nach Ansicht des Juristen Mehmet Daimagüler, der im Münchner NSU-Prozess die Angehörigen zweier Opfer vertreten hatte, habe sich in „Deutschland im Umgang mit rassistischem Terror in den letzten 25 Jahren kaum etwas verändert.“

Im Andenken an die Opfer von rassistisch motiviertem Terror.

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