Start Geschichte Solingen-Überlebende ruft zur Versöhnung auf Mevlüde Genc: „Lasst uns zum Guten...

Solingen-Überlebende ruft zur Versöhnung auf
Mevlüde Genc: „Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Dem Hass muss Einhalt geboten werden.“

Gedenken an die Opfer des Brandanschlages von Solingen - Mevlüde Genc (75): „Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Dem Hass muss Einhalt geboten werden.“

TEILEN
(Foto: WDR/Screenshot)

Mevlüde Genç ruft zur Versöhnung auf

Vor 25 Jahren wurden in Solingen fünf, aus der Türkei stammende Menschen ermordet. Mevlüde Genc (75), die Frau, die bei dem Anschlag Töchter und Enkelinnen verlor, rief bei der heutigen Gedenkverstaltung mit bewegenden Worten zu Versöhnung auf: „Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Dem Hass muss Einhalt geboten werden.“

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel rief bei der Gedenkveranstaltung des Bundeslands Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf zum Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland auf.

„Auch heute werden Menschen in unserem Land angefeindet und angegriffen, weil sie Asylbewerber oder Flüchtlinge sind oder weil sie wegen ihres Aussehens, ihrer Hautfarbe dafür gehalten werden – egal wie lange sie schon bei uns leben. Solche Gewalttaten sind beschämend, sie sind eine Schande für unser Land. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus dürfen in Deutschland und anderswo auf der Welt keinen Platz haben“, sagte Merkel. Die Bundeskanzlerin nannte Mevlüde Genç, die Mutter, Großmutter und Tante der Opfer, ein Vorbild. Sie habe auf eine unmenschliche Tat mit menschlicher Größe reagiert. „Dafür bewundern wir Sie und dafür danken wir Ihnen.“

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu machte deutlich, dass der rechtsextreme Anschlag auf das Wohnhaus der Familie Genç nicht „der erste und werde nicht der letzte gewesen“ sei. Er bot Deutschland „jede Art der Unterstützung“ der Türkei an, um gegen Rassismus vorzugehen, aber auch um bei der Integration zu helfen.

Zuvor hatte der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet, in seiner Ansprache vor Hass und Fremdenfeindlichkeit gewarnt. Die Lehren aus dem Anschlag hätten nichts an Aktualität verloren.

Bei dem rassistischen Brandanschlag auf das Haus der türkischen Familie Genç in Songen lwaren am 29. Mai 1993 fünf Mädchen und Frauen getötet worden. Als Täter wurden vier junge Petsonen mit Kontakten in die rechte Szene wegen Mordes verurteilt. Sie sind heute nach Verbüßung der Strafe wieder frei.

Thomas Bernhard

– Türkei –
Ankara: Erdogan kündigt weltweiten Kampf gegen Islamophobie und Rassismus an

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat versprochen, gegen Islamophobie und Rassismus zu kämpfen. Diese seien „zu einem schwerwiegenden Sicherheitsrisiko für unsere im Ausland lebenden Mitbürger geworden“, erklärte er.

Facebook Kommentare

TEILEN