Berlin
Nach Streit um Uiguren: Digitalausschuss sagt China-Reise ab

Nach dem Streit um das Einreiseverbot für die Grünen-Menschenrechtsexpertin Margarete Bause (Grüne) musste der Bundestagsausschuss Digitale Agenda seine für Freitag geplante Reise nach China absagen. Aufgrund der geplanten Teilnahme von Bause sei der gesamten Delegation keine Einladung seitens der Volksrepublik ausgesprochen worden.

Teilen

Die für morgen geplante Reise des Digitalausschusses des Bundestags ist nun offiziell abgesagt. Ausschusssprecher Schipanski bedauert, dass es von Chinas Seite nicht mehr Akzeptanz gegeben hat – dennoch setzen die Parlamentarier weiter auf den Dialog mit Peking.

Nach dem Streit um das Einreiseverbot für die Grünen-Menschenrechtsexpertin Margarete Bause (Grüne) musste der Bundestagsausschuss Digitale Agenda seine für Freitag geplante Reise nach China absagen. Aufgrund der geplanten Teilnahme von Bause sei der gesamten Delegation keine Einladung seitens der Volksrepublik ausgesprochen worden.

„Daher kommt diese Reise nun nicht zustande“, erklärte Tankred Schipanski (CDU), Sprecher des Digitalausschusses und Leiter der Delegationsreise, auf Anfrage des „Tagesspiegel“-Fachdienstes „Background Digitalisierung & KI“. „Ich bedauere das sehr“, sagte Schipanski. Er habe „mehr Akzeptanz dafür erwartet, dass es eine selbstbestimmte Entscheidung des Bundestages ist, wer an einer Delegation teilnehmen darf.“

Dennoch setzen Peking und die Parlamentarier weiter auf einen Dialog. Die chinesische Botschaft habe mitgeteilt, dass „eine Einladung auf Grundlage der ursprünglich gemeldeten Delegation grundsätzlich zu einem späteren Zeitpunkt besteht“, sagte Schipanski.

„Diese Option sollten wir prinzipiell offenhalten“, betonte er, denn: „Zum einen muss es unser Interesse als Parlamentarier sein, den Dialog fortzusetzen. Zum anderen ist China einer der führenden Akteure im Bereich digitale Technologie und Innovation“, deshalb sei der Austausch für den Ausschuss Digitale Agenda „von großem Interesse“. Insbesondere auch deshalb, „da aufgrund unserer unterschiedlichen staatlichen Systeme im Bereich der Digitalisierung auch ein unterschiedliches Verständnis von Datenschutz, Privatheit und Selbstbestimmung besteht“.

Deutschland und China würden in vielen Bereichen „partnerschaftlich zusammenarbeiten“, trotzdem würden „grundsätzliche Meinungsunterschiede bezüglich der Freiheits- und Menschenrechte“ bestehen. Deshalb seien ein regelmäßiger Rechtsstaatsdialog und ein Menschenrechtsdialog etabliert worden.

Auch interessant

Herero-Völkermord: Namibias Parlament fordert Mitsprache mit Deutschland

Windhoek/Berlin – Eine namibische Parlamentsdelegation hat bei einem offiziellen Besuch in Berlin ernsthafte Bedenken über den festgefahrenen Stand der Verhandlungen zwischen Namibia und Deutschland...

Aliyev: EU-Beobachter in Armenien spielen falsche Helden

Baku - Erst gestern hatte der armenische Premierminister Nikol Paschinjan für Aufsehen gesorgt: Bergkarabach, jahrzehntelang Kriegsschauplatz zwischen Armenien und Aserbaidschan und Ursache tiefer Feindschaft,...

Schwerer Imageschaden: Israel steigert Hasbara-Ausgaben auf über 700 Mio Dollar

Jerusalem - Israel hat sein Budget für öffentliche Diplomatie auf ein historisches Rekordniveau angehoben. Die Knesset verabschiedete im vergangenen Monat einen Nationalhaushalt für 2026, der...

Türkei baut Europas größte Speicher-Pipeline für erneuerbare Energien

Ankara – Was vor wenigen Jahren noch wie ein ambitionierter Ferntraum klang, ist inzwischen messbare Realität: Die Türkei hat sich still und leise an...

Jüdische Aktivistin: Deutschlands Israel-Politik ist Verrat

München – Eine in Israel geborene und in Deutschland aufgewachsene jüdische Aktivistin hat in einem öffentlichen Brief auf Facebook Bundesaußenminister Johann Wadephul scharf angegriffen. Shelly...

Headlines

Eurovision: Heimliche Millionen aus Israel

Wien/Tel Aviv – Eine Untersuchung der New York Times ergab, dass Israels Bemühungen, die Abstimmung beim Eurovision Song Contest...

Algerien gedenkt: Als Frankreich 45.000 Menschen massakrierte

Algier – Während Europa am 8. Mai den 81. Jahrestag des Kriegsendes feierte, begingen Algerier einen anderen Jahrestag —...

Aliyev: EU-Beobachter in Armenien spielen falsche Helden

Baku - Erst gestern hatte der armenische Premierminister Nikol Paschinjan für Aufsehen gesorgt: Bergkarabach, jahrzehntelang Kriegsschauplatz zwischen Armenien und...

Paschinjan: Bergkarabach gehörte nie uns

Eriwan – Der Südkaukasus erlebt seit dem Ende des Karabach-Krieges eine Annäherung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien....

Meinung

Türkei: Belgische Königin Mathilde trifft Rüstungsmogul Bayraktar

Istanbul – Belgiens Königin Mathilde ist am 10. Mai an der Spitze der größten belgischen Wirtschaftsmission seit 14 Jahren in Istanbul eingetroffen. Mehr als...

Eurovision: Heimliche Millionen aus Israel

Wien/Tel Aviv – Eine Untersuchung der New York Times ergab, dass Israels Bemühungen, die Abstimmung beim Eurovision Song Contest zu beeinflussen, umfassender waren und...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...