Klare Ansage gegen antimuslimischen Rassismus
Obama: „Wer eine Religion angreift, greift alle an“

In seiner Rede vor der Islamischen Gesellschaft von Baltimore hat US-Präsident Obama ein klares Zeichen der Solidarität mit amerikanischen Muslimen gesetzt.

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Washington (nex) – US-Präsident Barack Obama hat in einer Rede vor der Islamischen Gesellschaft von Baltimore (Bundesstaat Maryland) islamfeindlichen Tendenzen in scharfen Worten eine Absage erteilt. „Ein Angriff auf eine Religion ist ein Angriff auf alle unsere Religionen“, erklärte Obama vor der versammelten Gemeinde im Stadtteil Catonsville und ergänzte, alle Amerikaner seien zur Konsequenz bei der Verurteilung hasserfüllter Rhetorik aufgerufen. „Niemand von uns darf gegenüber dem Fanatismus teilnahmslos bleiben“, betonte der Präsident. Obamas Besuch im Gemeindezentrum von Baltimore war sein erster in einer Moschee auf US-amerikanischem Boden. Zuvor hatte er 2010 die Istiklal-Moschee in der indonesischen Metropole Jakarta besucht, 2013 die Sultanahmet-Moschee in Istanbul.

Zu Beginn seines Besuchs im Gemeindezentrum der Islamischen Gesellschaft von Baltimore, die als eine der größten islamischen Gemeinschaften der Atlantikregion gilt, absolvierte Obama ein Tischgespräch mit muslimischen Gemeindevorstehern. Anschließend hielt er seine Rede vor dem Auditorium, in der er für Toleranz warb und Extremisten jedweder Art eine Absage erteilte. „Wir sind eine amerikanische Familie“, betonte der US-Präsident. „Wenn auch nur ein Teil unserer Familie beginnt, sich wie ein Mensch zweiter Klasse, ausgeschlossen oder ins Visier genommen zu fühlen, zerrt das am gesamten Gefüge unserer Nation.“ Muslime gehörten zu den „standhaftesten und am stärksten patriotischen Amerikanern, die man sich überhaupt vorstellen kann“.

Politische Beobachter werten des Besuch Obamas in der Moschee von Baltimore als ein politisches Signal in einer Zeit zunehmender islamfeindlicher Rhetorik in Politik und Medien sowie zunehmender gewalttätiger Übergriffe auf amerikanische Muslime oder Personen, die von rechtsextremen Tätern für solche gehalten werden. Einer Studie der California State University in San Bernardino zufolge habe sich die Zahl der Hassverbrechen gegen muslimische Geschäfte und Moscheen im Jahre 2015 verdreifacht. Der Bevölkerungsanteil der Muslime in den USA beträgt ein Prozent.

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