Twitter-Haken
Twitter: Erdogan will mit Elon Musk verhandeln

"Es könnte für uns anders sein", sagte Erdogan in einem live übertragenen Interview, als er nach der neuen Gebühr für den blauen Haken gefragt wurde.

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Ankara – Nach zahlreichen Verhandlungserfolgen von Recep Tayyip Erdogan, wie etwa die Wiederaufnahme der Getreidelieferungen nach Gesprächen mit Putin, werde sich der türkische Staatschef auch mit dem neuen Twitter-Chef Elon Musk in Verbindung setzen, um die angekündigte monatliche Gebühr von acht Dollar für das blaue Verifikationsabzeichen zu erörtern.

„Es könnte für uns anders sein“, sagte Erdogan in einem live übertragenen Interview, als er nach der neuen Gebühr für den blauen Haken gefragt wurde.

„Wir könnten auch mit ihm Verhandlungen führen“, sagte Erdogan scherzhaft in Anlehnung an Ankaras erfolgreiche Vermittlungsbemühungen der letzten Monate.

Multimilliardär Musk und Erdogan haben bereits vor Jahren die Stärkung der Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, unter anderem auch die Raumfahrttechnologie, angekündigt. Musk besuchte Erdogan bereits im November 2018, nachdem der türkische Staatschef damals das erste türkische E-Auto TOGG angekündigt hatte. Bei dem Treffen im Präsidialpalast in Ankara wurden neben dem geplanten Fahrzeug auch mögliche Kooperationen in der neuesten Generation von Akkus, Wind- und Sonnenenergie, aber auch Verkehrsprobleme in Ballungsräumen und das Graben von Verkehrstunneln besprochen.

Nachdem im Januar 2021 die SpaceX-Trägerrakete den türkischen Satelliten TÜRKSAT 5-A ins All brachte, hat der US-Raumfahrtkonzern im Dezember 2021 auch den Satellit TÜRKSAT 5-B in die Erdumlaufbahn transportiert.

Die Falcon-9-Raketen von SpaceX befördern regelmäßig türkische Satelliten sowohl für die militärische als auch für die zivile Nutzung in die Umlaufbahn. Armenische Lobbyorganisationen in Nordamerika hatten im im Januar Druck auf SpaceX ausgeübt, damit das Unternehmen aus dem Projekt mit dem türkischen Verteidigungsministerium aussteigt.

Acht Dollar für Blauen Haken

Nach dem Abschluss der 44 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Social-Media-Riesen in der vergangenen Woche sagte Musk, das Unternehmen werde acht Dollar pro Monat für seinen blauen Dienst verlangen, der das begehrte „verifizierte“ Abzeichen beinhaltet. Bisher vergibt Twitter die Symbole mit dem Häkchen, die die Echtheit des Twitter-Profils garantieren, kostenlos.

Nach weltweiter Kritik der Nutzer hat der Tesla-Chef seine Entscheidung am Donnerstag verteidigt.

Er teilte ein witziges Meme, in dem Leute glücklich sind, 8 Dollar für einen Starbucks-Kaffee zu zahlen, aber jammern, wenn sie für einen Verifizierungscode auf Twitter bezahlen müssen. Dann teilte er ein weiteres Foto eines Sweatshirts zum Preis von 58 Dollar.

Er sagte weiter: „Von rechts und links gleichzeitig angegriffen zu werden, ist ein gutes Zeichen“.

„Twitter ist einfach der interessanteste Ort im Internet. Das ist der Grund, warum Sie diesen Tweet gerade lesen“, fügte der Tesla-Chef hinzu.

Kurz nachdem Musk seinen Plan für eine neue Twitter-Version angekündigt hatte, äußerten sich viele Menschen enttäuscht über seine Entscheidung. Musks Plan, von Twitter-Nutzern Gebühren für ein verifiziertes Konto zu verlangen, löste bei einigen langjährigen Nutzern der Microblogging-Website schnell Empörung und Unverständnis aus. Musk ließ sich von den Reaktionen jedoch nicht beeindrucken. Am Mittwochmorgen meldete er sich auf Twitter zu Wort und bekräftigte seine Haltung in dieser Angelegenheit.

„An alle, die sich beschweren: Bitte beschwert euch weiter, aber es wird 8 USD kosten“, twitterte er.

„Die Idee, für Beleidigungen und Argumente Geld zu verlangen, habe ich von Monty Python geklaut“, fügte Musk später hinzu.

Vor einem Tag kündigte Musk einen kostenpflichtigen Twitter-plus-Dienst an, der es den Nutzern ermöglichen soll, lange Videos und Audios zu posten und auch „Spam und Betrug“ zu bekämpfen.

„Das derzeitige System von Twitter, das festlegt, wer ein blaues Häkchen hat und wer nicht, ist Schwachsinn. Power to the people! Blau für 8 USD/Monat“, tweetete er.

In der Zwischenzeit hat Musk, der den 44-Milliarden-Dollar-Deal zur Übernahme von Twitter abgeschlossen und die Kontrolle über die Mikroblogging-Plattform übernommen hat, seinen Lebenslauf in „Twitter-Beschwerde-Hotline-Betreiber“ geändert.

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