Afghanistan-Krise
Hungerkrise: Taliban dankt Türkei für Hilfe

"Ich möchte dem türkischen Präsidenten (Recep Tayyip Erdogan), der türkischen Regierung und dem türkischen Volk meinen Dank dafür aussprechen, dass sie uns in dieser schwierigen Zeit Hilfe schicken und uns unterstützen", sagte Karimi.

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Istanbul – Ein zweiter „Wohltätigkeitszug“ mit 921 Tonnen Hilfsgütern für Afghanistan, der von der türkischen Regierung koordiniert wird, ist am Freitag in der türkischen Hauptstadt Ankara abgefahren.

Die 45 Waggons dieses Zuges, der eine Strecke von 4.168 Kilometern zurücklegen wird, sind mit Hilfsgütern von 16 humanitären Organisationen beladen und werden von der staatlichen Behörde für Katastrophen- und Notfallmanagement (AFAD) koordiniert.

Der Zug wird den Iran und Turkmenistan durchqueren, bevor er mit der lebenswichtigen Lieferung von Hilfsgütern in Afghanistan ankommt, sagte Hasan Pezuk, Leiter der Türkischen Staatsbahn (TCDD), der an der Verabschiedung teilnahm.

Wie die Nachrichtenagentur Anadolu weiter berichtet, erklärte der stellvertretende Innenminister Ismail Catakli auf der Veranstaltung, dass die Türkei den Bedürftigen von Myanmar bis Afghanistan, Jemen und anderen Teilen der Welt eine helfende Hand gereicht habe.

„Dank unserer großzügigen Nation und der intensiven Bemühungen der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) werden wir Afghanistan auch weiterhin helfen“, fügte er hinzu.

Enver Iskurt, stellvertretender Minister für Verkehr und Infrastruktur, verwies auf die tief verwurzelten Beziehungen zwischen den beiden Ländern und betonte, dass das türkische und das afghanische Volk Brüder und Schwestern seien. Der Leiter von AFAD, Yunus Sezer, bedankte sich bei den Organisationen und Einzelpersonen, die sich an der Hilfe beteiligt haben.

„Mit diesem Zug bringen wir auch die Freundlichkeit und das Mitgefühl unseres Volkes zum Ausdruck, das auf unserer Kultur der (karitativen) Stiftungen und der Begeisterung und dem Enthusiasmus beruht, den Unterdrückten zu helfen, wo auch immer in der Welt sie sich befinden“, sagte Sezer.

„Wir werden weiter helfen“

Hafiz Osman Sahin, ein Vertreter der Religionsbehörde Diyanet und der Diyanet-Stiftung der Türkei, sagte auf der Veranstaltung im Namen von Wohltätigkeitsorganisationen, dass die Welt eine sehr schwierige Zeit durchmache, die von Naturkatastrophen, Konflikten, Massakern, Pandemien, Hunger und Armut geprägt sei.

„Aber wir als Nation haben den Unterdrückten und Opfern immer zur Seite gestanden, und als Nation werden wir auch weiterhin helfen“, versicherte Sahin. Auch andere Vertreter humanitärer Organisationen waren unter den Teilnehmern.

Am 27. Januar verließen zwei Züge mit 47 Waggons und 750 Tonnen Hilfsgütern Ankara und erreichten Afghanistan am 7. Februar.

Taliban-Regierung lobt die Türkei für ihre humanitäre Hilfe

Die afghanische Übergangsregierung lobte am Dienstag die türkische Regierung und die türkische Bevölkerung dafür, dass sie den Afghanen Hilfe und Unterstützung zukommen ließen, um die schwere humanitäre Krise zu bewältigen.

Bilal Karimi, stellvertretender Sprecher der Taliban-Übergangsverwaltung, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, die Türkei habe dem afghanischen Volk in schwierigen Zeiten stets zur Seite gestanden.

„Ich möchte dem türkischen Präsidenten (Recep Tayyip Erdogan), der türkischen Regierung und dem türkischen Volk meinen Dank dafür aussprechen, dass sie uns in dieser schwierigen Zeit Hilfe schicken und uns unterstützen“, sagte Karimi.

Er fügte hinzu, dass die Übergangsregierung in Kabul gute Beziehungen zur Türkei aufbauen wolle, da „die Türken ihre Brüder und Schwestern“ seien.

„Wir hoffen, dass die Türkei den Wiederaufbau Afghanistans nach jahrzehntelangen Konflikten weiter unterstützen wird“, erklärte er.

Der Frieden im Land sei wiederhergestellt worden und er lud türkische Investoren ein, in Afghanistan zu investieren.

Hälfte der afghanischen Bevölkerung leidet unter akutem Hunger

Nach Angaben des UN-Koordinationsbüros für humanitäre Hilfe (OCHA) leidet die Hälfte der afghanischen Bevölkerung unter akutem Hunger, während über 9 Millionen Menschen vertrieben wurden und Millionen von Kindern nicht zur Schule gehen können.

Die Vereinten Nationen und ihre Partner hatten zuvor einen Spendenaufruf in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar gestartet, um eine humanitäre Katastrophe in Afghanistan im Jahr 2022 abzuwenden.

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte, dass Millionen Afghanen am Rande des Todes stehen, und forderte die internationale Gemeinschaft auf, die eingefrorenen Guthaben des konfliktgeplagten Landes freizugeben und das Bankensystem wieder in Gang zu bringen.

 

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