Studie
Vier von zehn Politikerinnen berichten von Sexismuserfahrungen

Sexuelle Belästigung ist für viele Frauen im politischen Alltag ein Thema, zeigt eine Studie des Instituts Allensbach für die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF Berlin), über die das ARD-Mittagsmagazin berichtet.

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Berlin – Unangemessene Berührungen und Bemerkungen: Parteiübergreifend sind Frauen in politischen Ämtern laut einer Studie von Sexismus betroffen.

Sexuelle Belästigung ist für viele Frauen im politischen Alltag ein Thema, zeigt eine Studie des Instituts Allensbach für die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF Berlin), über die das ARD-Mittagsmagazin berichtet.

Die Politologin Helga Lukoschat hat eine Selbstverpflichtung der Parteien beim Thema Sexismus in der Politik gefordert.

„Es ist keine Frauensache, es ist eine Sache von allen“, sagte die Mitgründerin und Vorsitzende der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft am Donnerstag im ARD-Mittagsmagazin. Es seien Strukturen der Selbstverpflichtung in den Parteien notwendig, um Frauen die Möglichkeit zu geben, auf sexistische Momente aufmerksam zu machen, sagte Lukoschat. Diese könnten beispielsweise in informellen Situationen auf Parteitagen zustande kommen und so thematisiert werden. Das Thema Sexismus in der Politik müsse in die Öffentlichkeit, um „die Parteien zu ermuntern, eine Diskussion darüber zu führen“.

Einige Parteien hätten solche Strukturen bereits, andere nicht, sagte Lukoschat. Sie ist Mitverfasserin einer ersten empirischen Studie zu Sexismus in der Politik. Die Studie, die dem „Team Upward“ vom ARD-Mittagsmagazin exklusiv vorliegt, belegt, dass Politikerinnen quer durch das Parteienspektrum von sexueller Belästigung betroffen sind. Demnach gaben 40 Prozent aller befragten Politikerinnen an, schon einmal sexuelle Belästigung erlebt zu haben. Bei den unter 45-Jährigen sind es sogar 60 Prozent.

Im Auftrag der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF Berlin) befragte das Meinungsforschungsinstitut Allensbach für die Studie mehr als 800 Amts- oder Mandatsträger*innen aus Bund, Ländern und Kommunen. Zu sexueller Belästigung zählen die Autorinnen der Studie unangemessene Berührungen, aber auch sexistische Bemerkungen. „Parteiübergreifend wird von unangemessenen, anzüglichen Bemerkungen über Aussehen, Figur oder Kleidung berichtet“, heißt es. Sexuelle Belästigung und sexistische Sprüche kommen laut der Studienautorinnen auf allen politischen Ebenen vor.

Damit sich das ändere, sei ein Kulturwandel notwendig, fordern sie. Der werde vor allem dadurch erschwert, dass Frauen in politischen Ämtern nach wie vor unterrepräsentiert sind. Vor allem auf kommunaler Ebene. Nicht einmal ein Drittel der Stadt- und Gemeinderäte sind Frauen, 90 Prozent der Spitzenpositionen in den Städten und Kommunen werden von Männern eingenommen. Was das für die Kommunalpolitikerinnen bedeutet, haben Reporterinnen und Reporter von rbb und BR in der crossmedialen Langzeitbeobachtung „Zeit für Local Heroes“ festgehalten.

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