Balkan
Serbien verlegt Truppen an Grenze zum Kosovo

Als Reaktion auf die Stationierung kosovarischer Spezialeinheiten in der Grenzregion. hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic die Armee seines Landes in Alarmbereitschaft versetzt.

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Belgrad – Als Reaktion auf die Stationierung kosovarischer Spezialeinheiten in der Grenzregion. hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic die Armee seines Landes in Alarmbereitschaft versetzt. Das serbische Verteidigungsministerium teilte in Belgrad mit, nach der „Provokation“ durch die Spezialeinheiten im Kosovo habe Präsident Aleksandar Vucic diesen Befehl erteilt. Vucic deutete an, dass Belgrad nicht alles „tolerieren“ werde. Kosovos Präsidentin Vjosa Osmani brach ihren Besuch bei der UNO in New York angesichts der Entwicklungen in ihrem Land ab.

Wie die Tagesschau berichtet, erfolgte die Stationierung der Polizeieinheiten  nach einer Anordnung der kosovarischen Regierung, wonach Autofahrer mit serbischem Kennzeichen verpflichtet werden, bei der Einreise in den Kosovo provisorische Kennzeichen anzubringen. Hunderte ethnische Serben protestierten seit der Anordnung täglich gegen die Vorgabe und behinderten mit Fahrzeugen den Verkehr an den Grenzübergängen. Aus Sicht Serbiens implizieren Nummernschilder aus dem Kosovo dessen Status als unabhängige Nation.

Der kosovarische Ministerpräsident Albin Kurti sagte am 22. September, sein Land und Serbien sollten damit beginnen, die Autokennzeichen des jeweils anderen anzuerkennen und fügte hinzu: „Weder unser Staat oder unsere Bürger noch die kosovarischen Serben oder Serbien sind an Zwischenfällen und einer Eskalation interessiert.“

Der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic sagte jedoch bei einem Besuch in den Garnisonen Raska und Novi Pazar am 23. September, dass die serbischen Truppen dort in höchster Alarmbereitschaft seien. Stefanovic wurde vom Chef des serbischen Generalstabs, General Milan Mojsilovic, begleitet. Kosovarische Beamte haben serbischen Medienberichten widersprochen, wonach serbischstämmige Demonstranten von der Polizei geschlagen wurden. Der Sprecher der Kosovo-Polizei, Baki Kelani, sagte, abgesehen von den verstärkten Barrikaden sei die Lage weitgehend ruhig gewesen. Im serbischen Fernsehen wurde Vucic mit den Worten zitiert, er sei „besorgt“ und warne vor Gewalt gegen die Serben im Kosovo.

„Wir haben deutlich gemacht, wo die Grenzen liegen, an denen wir Gewalt durch [den kosovarischen Ministerpräsidenten] Albin Kurti und seine Spezialeinheiten tolerieren“, sagte Vucic am 23. September. „Sowohl die Europäer als auch die Amerikaner wissen das. Wir haben sehr genau gesagt, was unsere nächsten Schritte sein werden und in welcher Reihenfolge sie erfolgen werden.“

Ethnisch-albanische Guerillas kämpften 1998-99 in einem Krieg um die Unabhängigkeit des Kosovo und seiner fast 2 Millionen Einwohner von Serbien, in dem heute rund 7 Millionen Menschen leben. Serbien weigert sich, die Souveränitätserklärung seiner ehemaligen Provinz aus dem Jahr 2008 anzuerkennen. Die Unabhängigkeit des Kosovo wird von rund 110 Ländern anerkannt, aber seine Präsenz in einigen internationalen Organisationen wird immer noch durch die festgefahrene Situation verhindert.

Die neuen Spannungen haben die Hoffnung gedämpft, dass ein Jahrzehnt der von der EU vermittelten Bemühungen um eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden ehemaligen jugoslawischen Teilstaaten in absehbarer Zeit zum Durchbruch führen wird.

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