Syrische Kirche der Jungfrau Maria
Türkei: Weiterer Bau einer Kirche angekündigt

Nach einer Reihe von Projekten, die die Sanierung und Instandsetzung von Gotteshäusern der Minderheiten in der Türkei vorsehen, wurde in Istanbul nun auch der Neubau einer Kirche freigegeben. Bisher hatte die katholische Gemeinde den Bau verhindert.

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Istanbul (nex) – Jüdische Synagogen, christliche Kirchen, alevitische Gotteshäuser oder kurdische TV-Sender: die Regierung in Ankara scheint innerhalb kürzester Zeit einen Rückstand von achtzig Jahren wieder gut machen zu wollen. Noch nie in ihrer Geschichte hat die Türkei für ihre Minderheiten so viel getan wie in den letzten 15 Jahren.

Zwischen 80 und 90 Prozent aller Cemhäuser – den Gottesdienststätten der Aleviten – etwa, seien in den vergangenen Jahren errichtet worden. Das Justizministerium kündigte 2016 seinerseits an, einen Rat einzuberufen, der Meinungen und Vorschläge aus der alevitischen Community einholen soll.

Sanierungen armenischer Kirchen

Der Erzbischof des armenischen Patriarchats in der Türkei, Zakeos Ohanyan, bedankte sich in seiner Predigt bei den zuständigen Behörden für die Sanierung und Wiederinstandsetzung der historischen Kirche „Surp Krikor Lusarovic“ in der anatolischen Stadt Kayseri. Ohanyan: „Wir beten mit unseren muslimischen Schwestern und Brüdern zu Gott, dass in unserem Land und in der ganzen Welt der Frieden herrscht.“

Erster Neubau einer christlichen Kirche in Istanbul

Bereits im Juni dieses Jahres wurde in Antalya eine weitere evangelische Kirche eröffnet. Das dreistöckige Gebäude mit einem Restaurant, Räumlichkeiten für Kinderbetreuung und einer Bibliothek für Christen hat Platz für 220 Gläubige.

Nun ist auch ein Streit um die Errichtung einer Kirche in Istanbul zu Ende, der Weg zum ersten Neubau eines christlichen Gotteshaus in der Millionenmetropole seit der Republiksgründung frei.

Das Bauvorhaben war mehrere Jahre von katholischen Priestern blockiert worden

Aber es waren im Grunde nicht etwa türkische Behörden, die den Bau der christlichen Kirche jahrelang blockiert hatten, sondern katholisch-christliche Priester.

Türkische Behörden hatten die Pläne der christlichen Kirchengemeinde „Syrische Kirche der Jungfrau Maria“ schon vor Jahren genehmigt. Die syrischen Christen wollten im Istanbuler Stadtteil Yeşilköy auf dem Gelände eines ehemaligen christlichen Friedhofs eine Kirche errichten, hatten dazu die Kosten von rund 1,5 Millionen US-Dollar weitgehend aus Spenden gesammelt. Allein christlich-gläubige Menschen aus der türkischen Provinz Mardin im Südosten des Landes hatten mit ihren Spenden 200.000 Euro hierzu beigetragen.

Doch dann wurde die Umsetzung des Projekts durch den von einem türkischen Gericht verordneten Baustopp unterbrochen. International wurde das Urteil hart kritisiert, konservative Christen sahen sich in ihren Vorurteilen gegen Muslime und deren angebliche Unterdrückung der Christen in der Türkei bestätigt.

Doch, wer es wissen wollte, hatte schon lange davon Kenntnis: Das türkische Gericht handelte seinerzeit auf die Klage katholischer Geistlicher hin. Im Auftrag derer hatte der katholische Priester Pawel Symalaza eine Klage gegen den Bau der Kirche aufgrund von Eigentumsrechten eingereicht.

Nunmehr jedoch ist der Einspruch der katholischen Priester sogar, kirchlich-katholisch fast „höchst-instanzlich“ vom Tisch: Papst Franziskus nämlich, das irdische Oberhaupt der katholischen Kirche, hat den Bau einer syrischen Kirche an Stelle des ehemaligen „katholischen Friedhofs“ in Istanbul bestätigt, erklärte der Botschafter des Vatikan, Paul Russell, in Istanbul.

Wie bereits angemerkt, es wird der erste komplette Neubau einer christlichen Kirche in Istanbul seit Gründung der türkischen Republik sein. Zuvor, auch das ist wohlweislich erwähnenswert, waren schon zahlreiche bestehende christliche Kirchen in der Türkei nicht nur wieder ihrem eigentlichen Verwendungszweck zugeführt, sondern mit finanziellen Zuschüssen der türkischen Seite baulich restauriert und wiederhergestellt worden.

Momentan leben rund 25.000 syrische Christen in der Türkei – 18.000 davon in Istanbul. Allerdings gibt es dort auch zahlreiche weitere Menschen christlichen Glaubens, auch unter den immer zahlreicher werdenden Residenten aus Deutschland in der Region der türkischen Riviera. Dort werden beispielsweise seit mehr als fünf Jahren in Antalya und Alanya, zusätzlich auch Bursa und Izmir, sowie Istanbul, Ankara und Antakya, christlich-überkonfessionelle Gottesdienste angeboten.

Thomas Bernhard, Polat Karaburan.

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„Der Respekt gegenüber den Gotteshäusern anderer Menschen ist die Basis des Respekts gegenüber dem Glauben anderer Menschen“, erklärte das amtierende Oberhaupt des armenischen Patriarchats, Erzbischof Aram Ateşyan.

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