Südchinesisches Meer
Seemanöver: China und Russland üben „gemeinsame Einnahmemissionen von Inseln“

Zwei Monate nach einem Urteil des Seegerichtshofs über den Disput im Südchinesischen Meer hält China vor Guangdong ein gemeinsames Manöver mit Russland ab. China und einige Anrainerstaaten sind sich uneinig über die Zugehörigkeit mehrerer Inselgruppen in der Region.

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Peking (nex) – Die Volksrepublik China und die Russische Föderation haben mit ihrem ersten gemeinsamen Flottenmanöver im Südchinesischen Meer begonnen, das Gegenstand völkerrechtlicher Streitfragen ist.

Die staatliche Tageszeitung China Daily zitierte Marinesprecher Liang Yang, der erklärte, es gehe bei den auf acht Tage anberaumten Manövern um Rettungs-, Verteidigungs- und Anti-U-Boot-Einsätze sowie um „gemeinsame Einnahmemissionen von Inseln und ähnliche Aktivitäten“.

Die fünfte Drill-Übung der Seestreitkräfte beider Länder wird im Osten von Zhanjiang stattfinden, der südlichsten Stadt der Provinz Guangdong. Im Rahmen des Manövers „Joint Sea-2016“ werden U-Boote, Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge, auf Flugzeugträgern stationierte Helikopter und mit Waffen versehene Amphibienfahrzeuge zum Einsatz kommen. Liang zufolge sollen die jährlichen Manöver „die gemeinsame strategische Partnerschaft Chinas und Russlands konsolidieren und voranbringen“ und die „freundschaftliche und praktische Kooperation“ zwischen den Armeen beider Länder stärken.

China Daily zitiert auch den Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, Yang Yujun, der bereits im Juli deutlich gemacht hatte, dass sich das Manöver „nicht gegen irgendeine dritte Partei richtet“. Peking beansprucht 90 Prozent des Südchinesischen Meeres als eigenes Hoheitsgebiet, während andere südostasiatische Länder Teile der Gewässer, Inseln und Riffe als eigenes Territorium betrachten. Ein Schiedsgericht in Den Haag hatte im Juli zu Gunsten der Philippinen geurteilt, als es um die „Linie der neun Segmente“ ging, von der China spricht – währen Manila einen Teil der Gewässer als „Westphilippinisches Meer“ betrachtet.

China erklärte, das Urteil als „null und nichtig“ zu betrachten und warf den Philippinen vor, den Konflikt „absichtlich falsch dargestellt“ zu haben. Über den Seeweg findet jährlich Handel im Umfang von fünf Trillionen US-Dollar statt. Die USA und ihre Verbündeten vor Ort – Japan und die Philippinen – zeigten sich besorgt über die chinesischen Ansprüche in der Region. Dass China auch Landebahnen auf einzelnen Inseln errichte, deute darauf hin, dass man auch eine militärische Expansion zur See anstrebe. Die USA hielten ihrerseits Manöver in der Nähe der umstrittenen Inseln und Riffe unter dem Banner der „Freiheit der Seefahrt“ ab. China bezeichnete diese als „provokativ“.


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