Vatikan
Papst Franziskus: Islam nicht mit Gewalt gleichsetzen

Franziskus, der Fragen zu der brutalen Ermordung des 85-jährigen katholischen Priesters Jacques Hamel durch zwei Attentäter im westfranzösischen Rouen beantwortete, sagte: „Ich denke, dass es in fast allen Religionen eine kleine fundamentalistische Gruppierung gibt. Auch wir Katholiken haben welche.“

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Dortmund (nex) – Papst Franziskus sagte am vergangenen Sonntag, dass es falsch sei, den Islam mit Gewalt gleichzusetzen und dass soziale Ungerechtigkeit sowie die Anbetung des Geldes zu den Hauptursachen für Terrorismus gehörten.

„Ich finde es nicht richtig, den Islam mit Gewalt gleichzusetzen“, erklärte er während seines Rückflugs von seinem fünftägigen Aufenthalt in Polen nach Rom vor Journalisten.

Franziskus, der Fragen zu der brutalen Ermordung des 85-jährigen katholischen Priesters Jacques Hamel durch zwei Attentäter im westfranzösischen Rouen beantwortete, sagte: „Ich denke, dass es in fast allen Religionen eine kleine fundamentalistische Gruppierung gibt. Auch wir Katholiken haben welche.“ Zu der Bluttat in Rouen hatte sich der IS bekannt.

„Ich mag es nicht, über islamische Gewalt zu sprechen, weil ich jeden Tag, wenn ich in die Zeitung schaue, über Gewalt hier in Italien lese – der eine hat seine Freundin getötet, der andere seine Schwiegermutter“, so der Papst weiter. „Und das sind getaufte Katholiken. Wenn ich also von islamischer Gewalt spreche, dann muss ich auch von katholischer Gewalt sprechen. Nicht alle Muslime sind gewalttätig.“

Franziskus wies darauf hin, dass es mehrere Ursachen für Terrorismus gebe.

„Ich weiß, dass es gefährlich ist, das zu sagen, aber Terror wird größer, wenn es keine anderen Optionen gibt, wenn Geld zum Gott erhoben und, anstatt der Menschen, das Geld in das Zentrum der Weltwirtschaft gestellt wird“, so Franziskus weiter.

„Dies ist die erste Form des Terrorismus. Dies ist sozusagen der ‚Hauptterrorismus‘ gegen die gesamte Menschheit. Lassen Sie uns doch mal darüber reden.“

Auf seinem Hinflug nach Polen hatte Franziskus betont, dass die Ermordung des Priesters und eine Reihe weiterer Anschläge der Beweis dafür seien, dass die Welt sich im Krieg befinde, dessen Ursache aber nicht die Religion sei. Er wies darauf hin, dass der Terrorismus auch am Fehlen wirtschaftlicher Möglichkeiten für junge Menschen in Europa schuld sei:

„Ich frage mich selbst, wie viele junge Menschen wir Europäer ohne Ideale zurückgelassen haben, wir haben keine Arbeit für sie. So wenden sie sich Drogen und Alkohol zu oder schließen sich dem IS an.“


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