Türkei
Ankara: Teil des zerstörten Parlaments soll „Demokratie-Museum“ werden

Neben der Errichtung des Museums gibt es auch Pläne für die Optimierung der Sicherheit durch ein Luftverteidigungssystem.

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Ankara (nex) – Das Gebäude, das das Parlament beherbergt, wurde in seiner 55-jährigen Geschichte zum ersten Mal während des am vergangenen Freitag von einer Junta mit Verbindungen zur Gülen-Bewegung versuchten Putsches bombardiert.

Ein Teil des beschädigten Gebäudes soll als Hommage an sein „Überleben des Putschversuchs in ein Museum der Demokratie“ verwandelt werden.

Parlamentssprecher Ismail Kahraman, der zusammen mit Abgeordneten Schutz in einem Bunker in dem Gebäude suchte und im Namen der Parlamentarier aller Parteien eine Botschaft der Solidarität verlas, erklärte am vergangenen Montag, dass die Türkei die demokratische Kultur verbreiten sollte.

Er sagte weiter, dass das Abgeordnetenhaus nicht komplett wiederaufgebaut und die Etage mit den größten Schäden in ein Museum verwandelt würde. „Die Macht gehört dem Volk, und diejenigen, die das ablehnen, werden es doch akzeptieren müssen – ob sie es nun wollen oder nicht“, so Kahraman weiter.

Nachdem sie die Nachricht von dem Putschversuch hörten, verbrachten Kahraman und viele Minister und Abgeordnete der Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP), der Republikanischen Volkspartei (CHP) und der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) die Nacht im Parlament.

Das Gebäude wurde insgesamt siebenmal bombardiert; es wurden dabei mehrere Polizisten und Parlamentsbeamte verletzt. Kahraman leitete während des Putschversuchs eine Parlamentssitzung. „Wir sind die Vertreter des souveränen türkischen Volkes und unsere Einheit heute Nacht repräsentiert die Einheit unseres Volkes“, betonte er.

Neben der Errichtung des Museums gibt es auch Pläne für die Optimierung der Sicherheit durch ein Luftverteidigungssystem. Medienberichten zufolge sollen große Sperren vor dem Abgeordnetenhaus aufgestellt werden. Keines der drei Parlamentsgebäude der Türkei war seit der Errichtung des ersten im Jahre 1920 während des Befreiungskrieges einer so großen Sicherheitsbedrohung ausgesetzt.

Shuttlebusse, die zum Transport von Parlamentsmitgliedern genutzt werden, wurden in der Nacht des 15. Juli, der Nacht des Putschversuchs, vor dem Gebäude abgestellt, um den Panzern den Zugang zu verwehren. Des Weiteren werden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie die Ausstattung der für die Sicherheit im Gebäude verantwortlichen Polizei mit automatischen Gewehren in Betracht gezogen. Ein neuer Bunker zum Schutz der Abgeordneten in Notsituationen ist ebenfalls in Planung.

 

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