Trump fordert Obamas Rücktritt
Michael Oren: Donald Trump wird vom Terroranschlag in Orlando profitieren

Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat den amtierenden Präsidenten Barack Obama zum Rücktritt aufgefordert, weil dieser in seinen bisherigen Reaktionen auf die Bluttat den „radikalen Islam“ nicht beim Namen genannt habe.

Teilen

Washington, D.C. (nex) – Medien in den USA rechnen damit, dass das Massaker an Besuchern eines vorwiegend von Angehörigen der LGBT-Community frequentierten Nachtklubs im US-amerikanischen Orlando (FL), das am Sonntagmorgen mindestens 50 Tote und 53 Verletzte zur Folge hatte, das Rennen um die Präsidentschaft massiv beeinflussen könnte.

Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat den amtierenden Präsidenten Barack Obama zum Rücktritt aufgefordert, weil dieser in seinen bisherigen Reaktionen auf die Bluttat den „radikalen Islam“ nicht beim Namen genannt habe. Obama hatte im Zusammenhang mit dem Massenmord, dessen Täter nach bisherigen Erkenntnissen ein 29-jähriger Sohn afghanischer Einwanderer war, der im Schusswechsel mit der Polizei den Tod fand, von einem „Akt des Terrors und Akt des Hasses“ gesprochen.

Gegenüber der israelischen Tageszeitung Haaretz geht der frühere Botschafter Israels in den USA und heutige Knesset-Abgeordnete Michael Oren davon aus, dass US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump von der Bluttat massiv profitieren wird. „Wäre das Motiv Hass gegen die LGBT-Community gewesen, hätte Hillary Clinton davon profitiert“, erklärte Oren. „Seit sich jedoch abzeichnet, dass dschihadistischer Islam das Motiv gegeben hat, wird die Tat Donald Trump nützen.“

(Foto: AA)
(Foto: AA)

Während Trump unmittelbar nach Verlautbarung der ersten Fakten über die Tat auf den mutmaßlichen Täter auf dessen muslimisch klingenden Namen, die afghanische Herkunft und dessen mutmaßliche Terrorkontakte hinwies, zeigte sich die designierte Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, sehr vorsichtig und „verurteilte, aber sagte nicht, was sie verurteilt“. Es sei damit zu rechnen, dass sie den Vorfall nutzen werde, um für restriktivere Waffengesetze zu werben. Insgesamt rechne Oren damit, dass Orlando, bekannt unter anderem für die Disneyworld, auch als Tourismusziel Schaden nehmen werde.

Der mutmaßliche Täter hatte sich in einem Anruf bei den Sicherheitskräften während der Tat zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannt und dieser wiederum in einer Erklärung die Verantwortung für die Tat übernommen. Es ist jedoch nach bisherigen Erkenntnissen ungewiss, ob und inwieweit der 29-Jährige tatsächlich Kontakte zu Angehörigen der Terrormiliz hatte. Ein unbeschriebenes Blatt war Omar Mateen, der mutmaßliche Täter, bei den US-Behörden jedenfalls nicht.

Bereits 2013 und 2014 untersuchte das FBI mögliche Kontakte Mateens zu Daesh oder anderen extremistischen oder terroristischen Gruppen. Vor drei Jahren soll der mutmaßlich für das Blutbad vom Sonntagmorgen Verantwortliche durch radikale Äußerungen gegenüber Arbeitskollegen, in denen er mit vermeintlichen Terrorverbindungen geprahlt haben, die Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden auf sich gezogen haben.

Das FBI will Mateen in diesem Zusammenhang zweimal verhört haben, dazu noch mit Zeugen gesprochen, Überwachungsmaßnahmen durchgeführt und Hintergrundchecks durchgeführt haben. Die Behörden seien jedoch nach eigenen Aussagen damals nicht in der Lage gewesen, den Wahrheitsgehalt vermeintlichen Aussagen zu verifizieren.

Später soll Mateen noch einmal im Zusammenhang mit Moner Mohammad Abusalha, dem ebenfalls aus Florida stammenden ersten US-Bürger, der in Syrien ein Selbstmordattentat ausgeführt haben soll, über seine Kontakte zu diesem befragt worden sein. „Unseren Erkenntnissen nach war der Kontakt minimal und stellte zu jener Zeit keine substanzielle Beziehung oder Bedrohung dar“, hieß es vonseiten eines Behördensprechers gegenüber US-Medien. Ähnlich wie die extreme Rechte in den 1990er Jahren hat der IS im Westen ein System des „Terror-Franchisings“ eingerichtet.

So genannte „Lone Wolf“-Attentäter, die besonders grausame Bluttaten begehen, können sich auf die Terrormiliz berufen und diese übernimmt im Gegenzug die Verantwortung dafür. Religiös war Omar Mateen dem Vater und der Ex-Frau zufolge nicht, die Angehörigen berichten lediglich von einem Wutausbruch, nachdem sich ein homosexuelles Paar in Gegenwart seiner damaligen Frau und seines Kindes geküsst hätten.

 

Auch interessant

Nachhaltiger bauen – warum Aluminium beim Heimwerken immer beliebter wird

Aluminium hat sich vom industriellen Werkstoff zum vertrauten Material für Haus, Garten, Werkstatt und Ausbau entwickelt. Der Trend hat gute Gründe: Alu-Profile sind leicht,...

Palästina: Zum Jahrestag der Erdmordung von Shireen Abu Akleh

Ramallah/Washington – Heute, am 11. Mai 2026, jährt sich die Ermordung der palästinensisch-amerikanischen Al-Jazeera-Journalistin Shireen Abu Akleh durch israelische Soldaten zum vierten Mal. Sie wurde...

AfD stärkste Kraft: Rekordwerte bei Umfragen in Sachsen-Anhalt

Magdeburg – Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD in einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap einen neuen Höchststand erreicht. Mit...

Türkei baut Europas größte Speicher-Pipeline für erneuerbare Energien

Ankara – Was vor wenigen Jahren noch wie ein ambitionierter Ferntraum klang, ist inzwischen messbare Realität: Die Türkei hat sich still und leise an...

Anzahl der Schutzsuchenden um fast die Hälfte gesunken

Berlin - Zum Jahresende 2025 waren in Deutschland rund 3,2 Millionen Menschen als Schutzsuchende im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren...

Headlines

Spanien zeigt Interesse an türkischem Kampfjet Kaan

Madrid/Ankara – Im August 2025 sorgte Spanien für Aufsehen bei seinen NATO-Partnern und in Washington: Madrid verkündete, den amerikanischen...

Türkei: Belgische Königin Mathilde trifft Rüstungsmogul Bayraktar

Istanbul – Belgiens Königin Mathilde ist am 10. Mai an der Spitze der größten belgischen Wirtschaftsmission seit 14 Jahren...

Eurovision: Heimliche Millionen aus Israel

Wien/Tel Aviv – Eine Untersuchung der New York Times ergab, dass Israels Bemühungen, die Abstimmung beim Eurovision Song Contest...

Algerien gedenkt: Als Frankreich 45.000 Menschen massakrierte

Algier – Während Europa am 8. Mai den 81. Jahrestag des Kriegsendes feierte, begingen Algerier einen anderen Jahrestag —...

Meinung

Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner warnt vor steigendem Antisemitismus

Genf - Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, hat beim World Jewish Congress in Genf eindringlich vor wachsendem Antisemitismus gewarnt. In seiner Rede vor...

Anzahl der Schutzsuchenden um fast die Hälfte gesunken

Berlin - Zum Jahresende 2025 waren in Deutschland rund 3,2 Millionen Menschen als Schutzsuchende im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...