Sackaffäre
Türkei: Erdogan-Gegner wollen US-Soldaten Sack über den Kopf stülpen

Anti-amerikanische Aktivisten der Türkischen Jugendvereinigung (TGB) versuchen auf der Incirlik Air Base, einem US-Soldaten einen Sack überzustülpen.

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Ankara (nex) – Zwei Mitglieder der ultrarechten Türkischen Jugendvereinigung (TGB) versuchten am vergangenen Samstag während einer Feier auf der Incirlik US-Air Base in der südtürkischen Provinz Adana, einem US-amerikanischen Soldaten einen Sack über den Kopf zu stülpen.

Der örtliche TGB-Vorsitzende Yalcin Semir Akarsu und ein Mitglied der Vereinigung, Cenk Kizilirmak, die an einer Feier anlässlich des kommenden Kinderfests am 23. April 2016 auf dem Luftwaffenstützpunkt teilnahmen, näherten sich einem Soldaten und sagten:

„Ihr stülptet 2003 unseren Soldaten Säcke über den Kopf. Ihr seid dafür verantwortlich und ihr seid für die Terroranschläge in unserem Land verantwortlich. Jeden Tag gehen Bomben hoch, jeden Tag kommen neue Märtyrer dazu. Ihr seid die Verantwortlichen. Ihr seid nicht in der Lage, eure Air Base zu verlassen, aber wir sind hier, sind auf eure Air Base gekommen und stülpen euch nun Säcke über den Kopf.“

Eines der TGB-Mitglieder holte daraufhin die Säcke aus seiner Tasche heraus und versuchte, einen davon über den Kopf eines US-Soldaten zu stülpen. Die anwesenden türkischen Sicherheitskräfte konnten dies jedoch verhindern und nahmen die TGB-Mitglieder fest. Der TGB-Generalsekretär Sinan Sungur erklärte, dass sie auf die richtige Gelegenheit zur Ausführung dieser Aktion gewartet hätten.

Die umstrittene Gruppierung ist bekannt als eine der wichtigsten Teilnehmer der Gezi-Proteste, die auf dem Taksim-Platz in Istanbul als Demonstrationen gegen ein Entwicklungsprojekt anfingen, sehr bald jedoch in landesweite Massenproteste gegen die Regierung ausarteten, währenddessen acht Menschen, unter ihnen auch ein Polizist, ums Leben kamen.

Die TGB ist bekannt für ähnliche Angriffe auf US-Soldaten, die sich zu Besuch in der Türkei aufhalten. Mit dem Überstülpen der Säcke über die US-Soldaten hatte man „Rache“ für die berüchtigte „Sackaffäre“ im Irak üben wollen. Im Jahr 2003 wurden im nordirakischen Sulaimaniya operierende einer Spezialeinheit angehörende türkische Soldaten von US-Truppen gefangengenommen.

Ihr geheimer Unterschlupf wurde unter dem Vorwand angegriffen, einen Tipp erhalten zu haben, dass Turkmenen die Hinrichtung eines lokalen irakischen Politikers in dem Unterschlupf durchführten. Die US-Truppen hatten den gefangenen Soldaten – unter ihnen befand sich auch ein Major – Säcke über den Kopf gestülpt. Der Zwischenfall führte in der Türkei zu einer öffentlichen Empörung. Die Soldaten wurden nach 60 Stunden wieder freigelassen.

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