WDR-Bericht
Irak: Kurden verkaufen deutsche Waffen und fliehen nach Europa

Da die Kurdische Autonomieregierung im Nordirak (KRG) auf Grund der niedrigen Ölpreise kaum Einnahmen hat, kann sie den Peshmerga keinen Sold bezahlen. Die Folge ist, dass zahlreiche Kämpfer desertieren und ihre Waffen auf dem Schwarzmarkt verkaufen.

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Erbil (nex) – Einer Reportage von NDR und WDR zufolge soll die kurdische Regionalregierung (KRG) im Nordirak kaum noch in der Lage sein, ihre Peshmerga zu bezahlen. In vielen Fällen sei bereits seit Monaten kein Sold ausbezahlt worden. Die Folge sei, dass immer mehr Waffen der Kämpfer auf dem Schwarzmarkt landen und an unbekannte Abnehmer gelangen. Zahlreiche Iraker finanzieren auf diese Weise ihre Flucht nach Europa.

Auch deutsche Erzeugnisse und Waffen, die ursprünglich aus Bundeswehrbeständen stammen, seien mittlerweile im Umlauf. Sie waren vor allem von 2014 an geliefert worden, um den Peshmerga die Selbstverteidigung gegen den im Irak vorrückenden IS (Daesh) zu ermöglichen, der damals unter anderem die Millionenstadt Mosul einzunehmen vermochte. Dem Bericht zufolge waren unter anderem Sturmgewehre des Typs G3 aufgetaucht, die für bis zu 1800 US-Dollar gehandelt wurden, in Sulaymaniya fand sich eine originalverpackte Pistole des Typs Walther P1 für 1200 US$. Die Herkunft aus der Bundeswehr ließ sich anhand der eingravierten Abkürzung „Bw“ nachvollziehen.

Der Gouverneur der Provinz von Kirkuk, Nadschmeddin Karim, räumte gegenüber den beiden ARD-Sendeanstalten auch ein, dass die kurdische Regierung mangels finanzieller Mittel nicht in der Lage sei, Staatsbedienstete, zu denen auch die Peshmerga gehörten, regelmäßig zu bezahlen. Der niedrige Ölpreis mache es der vor allem von Ölexporten lebenden KRG unmöglich, allen staatlichen Verpflichtungen nachzukommen. Im Nordirak bilden zurzeit auch 100 Soldaten der Bundeswehr kurdische und andere einheimische Kämpfer aus, die gegen den IS vorgehen. Deren Zahl soll demnächst auf 150 ansteigen. Auch solle es in absehbarer Zeit neue Waffenlieferungen an die Peshmerga geben.

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