Nachwahlumfrage
Türkei: Über ein Drittel der HDP-Wähler will Rücktritt von Demirtas

Die Türken sind mit dem Ausgang der Wahlen vom vergangenen Sonntag überaus zufrieden. Dies geht aus der ersten Nachwahlumfrage hervor, die das Institut IPSOS am gestrigen Mittwoch veröffentlicht hat. Fast 60 Prozent der Befragten erklärten demzufolge, dass es eine richtige Entscheidungen gewesen wäre, die Neuwahlen anzusetzen.

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Wären heute Wahlen in der Türkei, würde die regierende AKP sogar auf 53% kommen. Unterdessen fordern 80% der MHP-Wähler einen Rücktritt Devlet Bahçelis.

Ankara (nex) – Die Türken sind mit dem Ausgang der Wahlen vom vergangenen Sonntag überaus zufrieden.

Dies geht aus der ersten Nachwahlumfrage hervor, die das Institut IPSOS am gestrigen Mittwoch veröffentlicht hat. Insgesamt 59 Prozent der Befragten erklärten demzufolge, dass es eine richtige Entscheidungen gewesen wäre, die Neuwahlen anzusetzen, während nur 36 Prozent die gegenteilige Auffassung vertreten.

Fünf Prozent sind unentschlossen. Würde am nächsten Sonntag noch einmal gewählt, könnte die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung mit einer noch deutlicheren Mehrheit rechnen. Sie würde auf 53 Prozent der Stimmen kommen und damit wohl sogar eine parlamentarische Verfassungsmehrheit erobern.

Der Grund dafür ist, dass die nationalistische MHP auf neun Prozent abstürzen und damit aus dem Parlament fliegen würde. CHP und HDP könnten ihre Stimmenanteile halten. Sollte die MHP weiter an ihrem Vorsitzenden Devlet Bahçeli festhalten, könnte die kommende Legislaturperiode die letzte sein, in der sie die Große Nationalversammlung von innen sieht. Bereits 80 Prozent der eigenen Anhänger sprechen sich für eine Ablösung des Parteichefs aus, der ebenso wie sein Amtskollege aus der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, als Serien-Wahlverlierer gilt. Sollte Bahçeli weiterhin an seinem Vorsitz festhalten, schließen Beobachter nicht aus, dass Abgeordnete der MHP zur AKP wechseln könnten.

Von den Anhängern der Republikanischen Volkspartei treten 56 Prozent für einen Wechsel an ihrer Parteispitze ein. Aber auch das Aushängeschild der prokurdischen HDP, Selahattin Demirtaş, hat an Ansehen eingebüßt. Beim Ranking der erfolgreichsten Politiker des Landes von 29 Prozent und damit dem zweiten Platz auf den vierten Rang mit 12 Prozent zurück – noch hinter Kılıçdaroğlu. In dieser Kategorie wird Präsident Recep Tayyip Erdoğan von 47 Prozent der Befragten genannt und liegt damit an der Spitzen, gefolgt von Premierminister Ahmet Davutoğlu und Kemal Kılıçdaroğlu mit jeweils 15 Prozent.

Nach den Wahlen vom Sonntag blicken 60 Prozent der befragten Türken optimistisch in die Zukunft. In den Tagen nach den vorangegangenen Wahlen vom 7. Juni äußersten sich lediglich 38 Prozent in dieser Weise. Was die drängendsten Agenden für die künftige Regierung anbelangt, äußern sich 63 Prozent zu Gunsten einer neuen Verfassung, welche die derzeitige, die noch auf die Putschjunta von 1980 zurückgeht, ablösen sollte.

Nur 28 Prozent wollen die geltende beibehalten. Was den Krieg gegen den Terror anbelangt, sprechen sich 30 Prozent der Befragten für eine Weiterführung der militärischen Angriffe gegen die terroristische PKK aus, 28 Prozent treten für eine Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen ein und 33 Prozent sprechen sich gegen die Operationen aus.

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