Türkisch-kurdische Kooperation
Türkei: Kurdenführer Barzani und Erdogan planen Fortführung der Zusammenarbeit

Auf Barzanis Agenda standen gemeinsame Anti-Terror-Einsätze mit der Türkei zur Rückeroberung des vom IS (Daesh) besetzten Mossul. Diese sollen im Oktober beginnen und die Gebiete südlich, östlich und nördlich von Mossul komplett vom IS (Daesh) befreien.

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Ankara (nex) – Der Präsident der Autonomen kurdischen Gebiete (KRG), Masud Barzani, ist am gestrigen Dienstag mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem Ministerpräsidenten Binali Yildirim zusammengekommen.

Während des fast zweistündigen Treffens im Präsidialkomplex auf dem Bestepe-Areal in Ankara wurde die Zusammenarbeit gegen Terrororganisationen wie den IS (Daesh), die PKK sowie das Gülen-Netzwerk FETÖ erörtert. Auf Barzanis Agenda standen gemeinsame Anti-Terror-Einsätze mit der Türkei zur Rückeroberung des vom IS (Daesh) besetzten Mossul. Diese sollen im Oktober beginnen und die Gebiete südlich, östlich und nördlich von Mossul komplett vom IS (Daesh) befreien.

Während die Türkei die kurdischen Peschmerga mit Logistik und Ausbildung unterstützt, bleibt der potenzielle Flüchtlingsstrom als Resultat der Operationen ein Problempunkt. Es wurden Berichten zufolge Maßnahmen beschlossen, um an der türkisch-irakischen Grenze einer möglichen Flüchtlingswelle von 1,5 Millionen Menschen aus dem Irak in die Türkei entgegenzuwirken.

Die USA planen für die besagte Operation militärische Unterstützung bereitzustellen; die KRG hat jedoch auch die Türkei eindringlich um militärische Unterstützung gebeten. Zwar ging es bei dem Treffen vorrangig um die Verbesserung der Zusammenarbeit beim Kampf gegen Terrorgruppen, dennoch standen auch fünf weitere Themen auf der Agenda, unter anderem die Schließung der Gülen-Schulen sowie den Kampf gegen die PKK und die PYD (Partei der Demokratischen Union), den syrischen Ableger der PKK. Ankara hat einen umfassenden Plan für die Mossul-Operation vorbereitet, der die logistische und nachrichtendienstliche Unterstützung der Koalition vorsieht.

Des Weiteren soll sie bei der Ausbildung der Peschmergakräfte im Militärcamp Diyala mitwirken. Es wurden auch Maßnahmen, um dem potenziellen Flüchtlingsstrom entgegenzuwirken und humanitäre Hilfe zu leisten, von türkischen und irakischen Regierungsvertretern angesprochen. Maßnahmen zur Aushebung von Gräben zum Schutz von Zivilisten und den Turkmenen in der Region sind vorgesehen. Die Türkei könnte zusätzliche Truppen an die Grenze für Gegenangriffe auf den IS (Daesh) entsenden

 


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