Tödliches Ende einer kurdischen Hochzeit
Jesiden-Hochzeit in PKK-Hochburg Hannover artet aus: Gast erschießt Ex-Freundin

Eine Bluttat unter Angehörigen der jesidischen Gemeinde überschattete eine kurdische Hochzeit am Samstag in Hannover. Offenbar infolge eines abgelehnten Heiratsantrages erschoss ein 22-jähriger Hochzeitsgast seine ebenfalls eingeladene 21-jährige Cousine.

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Hannover (nex) – Aus bisher noch ungeklärter Ursache artete eine kurdische Hochzeit, zu der ursprünglich 800 Personen eingeladen waren, in eine Gewaltorgie aus, die am Ende auch ein Todesopfer forderte. Kurz nach 22 Uhr, als sich noch etwa 300 Gäste auf der Feier im „Star Event Center“ im Stadtteil Vahrenheide befunden haben sollen, soll ein 22-jähriger Hochzeitsgast mehrfach gezielt auf eine ebenfalls eingeladene 21-Jährige geschossen haben, die in der darauffolgenden Nacht in der Klinik verstarb. Unmittelbar nach der Tat soll unter den Hochzeitsgästen eine Schlägerei ausgebrochen sein, die noch im Gange war, als um 22.20 Uhr die Polizei eintraf. Einige Gäste flüchteten nach draußen. Fünf weitere Personen wurden verletzt. Die Ermittlungen gestalten sich auf Grund der Vielzahl an vernommenen Zeugen als schwierig.

Über das Motiv des Schützen gibt es bis dato nur Spekulationen. Es verdichten sich jedoch Hinweise, wonach verschmähtes Hochzeitswerben der Hintergrund der Bluttat sein könnte. Ein Bekannter der Familie bestätigte gegenüber NEX die zuvor bereits in der kurdischen Zeitung „Rudaw“ angeklungene Darstellung, wonach der mutmaßliche Mörder der Cousin der Getöteten sei und diese dessen Heiratsantrag zurückgewiesen habe. Beide stammen demnach aus der jesidischen Community.

Das Mordopfer soll zum Zeitpunkt der Bluttat mit einem anderen Mann liiert gewesen sein, der einer der Hauptbeteiligten an der anschließenden Schlägerei gewesen sein soll und nach Zeugenaussagen NEX gegenüber zu den fünf Verletzten gehörte. Die Polizei sperrte noch am Tatabend das Gebiet rund um die Veranstaltungshalle großräumig ab, nahm die Personalien der verbliebenen Hochzeitsgäste auf und sicherte noch bis in die frühen Morgenstunden Spuren. Die Feuerwehr war mit rund 35 Personen im Einsatz. Ein Richter hat gegen den mutmaßlichen Täter Haftbefehl erlassen.

Im Laufe der letzten Monate wurde das jesidische Gemeindeleben in Niedersachsen bereits mehrfach von Gewalttaten überschattet. Eine der am meisten Aufsehen erregenden war jene in Lüneburg im September des Vorjahres, als ein Angehöriger der Glaubensgemeinschaft seine Frau, die zum Christentum übergetreten war, und deren Freundin tötete, die sie in diesem Sinne beeinflusst und ihrem Ehemann entfremdet haben soll.

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