Tauwetter zwischen Moskau und Ankara?
Gazprom will Erdgasexporte in die Türkei steigern

Nach der Verbindung zweier wichtiger Erdgaspipelines will Gazprom die Liefermenge in die Türkei erhöhen. Nach den Verschlechterungen der bilateralen Beziehungen zwischen Ankara und Moskau infolge des Su-24-Abschusses waren einige ambitionierte Energieprojekte, die man zusammen geplant hatte, gestoppt worden.

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Moskau (nex) – Der russische Erdgasriese Gazprom hat die Pisarevka-Anapa-Pipeline, die auf russischem Hoheitsgebiet liegt und als Teil des aufs Eis gelegten South-Stream-Projekts errichtet wurde, mit der bestehenden Blue-Stream-Pipeline verbunden, um auf diese Weise die Exporte in die Türkei zu steigern. Die russische Nachrichtenagentur Sputnik berichtete am 10. Januar, dass man täglich 18 Millionen Kubikmeter durch die Pisarevka-Anapa-Pipeline pumpe und dass in weiterer Folge auch die neu errichteten Einrichtungen des Südlichen Korridors ihre Arbeit aufgenommen hätten.

Die Türkei soll insgesamt 200 Millionen Kubikmeter Erdgas aus der Menge erhalten, die über die Pisarevka-Anapa-Pipeline an die Blue Stream geliefert wird. Der Südliche Korridor wurde errichtet, um Erdgas aus russischen Feldern dem ins Auge gefassten und mittlerweile aufs Eis gelegten South-Stream-Projekt zuzuführen, das russische Einrichtungen an der Schwarzmeerküste durch eine unterirdische Pipeline mit Bulgarien verbinden sollte, was Russland einen Zugang zu europäischen Märkten unter Umgehung der Ukraine ermöglicht hätte.

Die Exporte der Gazprom nach Europa – inklusive der Türkei – wuchsen auch im Vorjahr um 8,2 Prozent gegenüber 2014 auf 158,6 Milliarden Kubikmeter an. Die Türkei ist der zweitgrößte Abnehmer der Gazprom mit 27 Milliarden Kubikmetern im Jahre 2015 nach Deutschland mit 45 Milliarden Kubikmetern. Die Blue Stream ist eine unter Wasser verlaufende Pipeline, die Russland durch das Schwarze Meer mit der Türkei verbindet. Nach dem Aus für South Stream sollte das Turkish-Stream-Projekt dieses ersetzen. Es wurde jedoch ebenfalls gestoppt, nachdem infolge des Abschusses eines russischen Su-24-Bombers durch die türkische Luftwaffe an der syrischen Grenze nach einer mutmaßlichen Grenzverletzung im November 2015 zwischen Ankara und Moskau eine diplomatische Eiszeit ausbrach.

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