Rüstungsindustrie
„Die Türkei hat der griechischen Lobby viel zu verdanken“

0
Ankara – Die Türkei hat sich in den letzten Jahren zu einem der führenden Hersteller in der Rüstungsindustrie entwickelt. Ihre Panzerfahrzeuge wie etwa der Ejder Yalcin sind weltweit gefragt und ihre Drohnen wie die Bayraktar TB2 haben sich bereits in zahlreichen Krisenregionen wie Aserbaidschan, Syrien oder Ukraine bewährt. Auch das einheimische Sturmgewehr MPT-76 oder die 9mm-Pistole SAR9X wurden in internationalen Fachzeitschriften hoch gelobt. Laut dem türkischen Politologen Murat Yetkin habe die Türkei diese Entwicklung auch diversen Lobbygruppen im US-Kongress zu verdanken. „Die Türkei hat der griechischen Lobby im US-Kongress viel zu verdanken, vor allem im Bereich der Rüstungsindustrie“, so Yetkin in einem Beitrag. Yetkin:
„Vor nicht allzu langer Zeit, in den 2010er Jahren, wollte die Türkei zwei bewaffnete Reaper-Drohnen von den USA kaufen, um sie gegen die PKK einzusetzen, aber die Forderungen wurden vom Kongress abgelehnt. Zehn Jahre später, während das türkische Unternehmen die neuen Akıncı-Drohnen vorstellte, die fast die gleiche Kapazität haben, billigte das griechische Parlament den Beschluss, 9 Reaper für 400 Millionen Dollar aus den USA zu kaufen. Diese Entwicklung hat die Türkei nicht nur türkischen Ingenieuren und Unternehmern zu verdanken, sondern auch der griechischen Lobby, die seit Jahrzehnten Waffenverkäufe im US-Kongress blockiert hat“.
Nicht nur die griechische Lobby, sondern auch die armenische, die kurdische und bis zur letzten Wiederannäherung auch israelische Gruppen, hätten immer wieder Waffendeals mit der Türkei blockiert. Zu den Unterzeichnern des letzten Briefes gehörten Chris Pappas und Dina Titus von der griechisch-amerikanischen Gruppe im Kongress sowie die Ko-Vorsitzenden der griechisch-armenischen Gruppe Guy Billirakis und Carolyn Maloney und der Ko-Vorsitzende der armenischen Gruppe Frank Pallone. „Aber wir sollten der griechischen Lobby, die in dieser Hinsicht die meiste Beharrlichkeit gezeigt hat, ihre Anerkennung zollen“, so Yetkin weiter.
Denn die griechische Lobby war beispielsweise am Waffenembargo beteiligt, das die USA 1975 aufgrund der Zypern-Operation 1974 und der Sanktionen gegen den Opiumanbau gegen die Türkei verhängten. Süleyman Demirel, dem in der Türkei vorgeworfen wurde, ein pro-amerikanischer Politiker zu sein, war Premierminister, und das erste, was die „alte Türkei“ tat, war, den Luftwaffenstützpunkt Incirlik für US-Flüge zu schließen.
So wurde der Durchbruch in der Rüstungsindustrie geboren Damals habe die Türkei die Entscheidung getroffen, so viele eigene Waffen wie möglich zu entwickeln und herzustellen.  Zuerst sei der Rüstungskonzern ASELSAN gegründet worden, um Handsprechfunkgeräte zu produzieren, auch wenn diese noch von den USA gekauft wurden.
Dann wurde Havelsan für die Luftfahrtelektronik, ROKETSAN für die Raketenproduktion und TUSAŞ (TAI) für Flugzeugbauprojekte gegründet. Private Unternehmen wie NUROL und OTOKAR deckten nicht nur den Bedarf der Türkei an gepanzerten Fahrzeugen, sondern begannen auch zu exportieren.
Obwohl der Bau von Fregatten und U-Booten erst am Anfang stünden, würden bereits Schnellboote und Korvetten mit einheimischen Mitteln entworfen, gebaut und exportiert. Ihre Aufbauten würden nicht mehr importiert, sondern aus speziellem legiertem Stahl hergestellt, der in Ereğli produziert wird. Dies sei „ein wichtiges Detail“. Das Waffenembargo, auf dessen Aufhebung sich Schweden und Finnland geeinigt haben, um den Antrag der Türkei auf NATO-Mitgliedschaft zu umgehen, seien eingeführt worden, damit die TB-2 Kampfdrohnen der Türkei nicht für Angriffe gegen PKK-Stellungen in Syrien im Jahr 2019 eingesetzt wurden. „Auch die Verwendung von Roketsan-Raketen in türkischen UCAVs ist ein wichtiges Detail“, so Yetkin. Schlechte Nachbarn machen einen zum Hausbesitzer „Der Flugzeugträger (oder besser gesagt der amphibische Flugzeugträger), den die Türkei mit spanischer Technologie bauen und in Betrieb nehmen wird, ist sowohl für die Beförderung von UAVs als auch von Hubschraubern ausgelegt. „Ohne die Bemühungen einiger ethnischer Lobbygruppen im US-Kongress, seit Jahrzehnten Waffenlieferungen an die Türkei zu verhindern, wäre vielleicht nichts von alledem geschehen, und die Türkei hätte weiterhin Waffen gekauft, die die USA für angemessen hielten“, schreibt Yetkin.

Zum Thema

– Gastbeitrag – „Türkische Drohnen wurden früher belächelt“

„Noch vor 10 Jahren bettelte die Türkei den Partner USA an, um die sündhaft teuren US-Drohnen im Kampf gegen die Terrororganisation PKK einsetzen zu können.“

„Türkische Drohnen wurden früher belächelt“
   

Türkei
Kapıkule: Union Internationaler Demokraten (UID) informiert am Grenzübergang

Edirne/Köln – Die Union Internationaler Demokraten (UID) hat auch dieses Jahr für die Reiserückkehrer, die ihren Sommerurlaub in der Türkei verbracht haben und mit ihren Kraftfahrzeugen wieder zurück nach Europa fuhren, einen Infopunkt am Grenzübergang Kapıkule zwischen der Türkei und Bulgarien errichtet.

Verabschiedung der Reiserückkehrer

Die am Infostand tätigen Vorstandsmitglieder und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UID (unter anderem: Mustafa Nihat Köklü, stellvertretender Vorsitzender der UID; Fatih Kılınç; Naci Kanbay, Vorsitzender der UID-Rumänien; Erdinç İmamoğlu, Vorsitzender der UID-Bulgarien; Taip Miftari (Vorsitzender der UID-Kosovo u.v.m.) verabschiedeten die Reiserückkehrer mit einer Lektüre zur Bedeutung der türkischen Muttersprache.

Voriges Jahr hatte die UID noch über die damals bevorstehenden Bundestagswahlen informiert. Dieses Jahr stand die Muttersprache im Mittelpunkt. Außerdem nahm das Team der UID Wünsche, Anregungen sowie Kritik der Reiserückkehrer auf, um ihnen in Zukunft eine noch bessere Durchreise zu ermöglichen.

Der Vorsitzende der UID, Köksal Kuş.

Politiker besuchten Infostand der UID

Auch prominente Namen aus der Politik machten sich ein Bild vor Ort und besichtigten den Infostand der UID an der türkisch-bulgarischen Grenze. So besuchten Efkan Ala, stellvertretender Vorsitzender der AK-Partei und zugleich Leiter der Außenbeziehungen der Partei, gemeinsam mit Zafer Sırakaya, dem deutsch-türkischen Abgeordneten der AK-Partei und Vorsitzenden des Parlamentarischen Ausschusses für Auslandstürken, den Infostand.

Weitere Besucherinnen und Besucher waren unter anderem Ali İhsan Yavuz, stellvertretender Vorsitzende der AK-Partei, die Abgeordnete der AK-Partei Fatma Aksal aus Edirne, der Abgeordnete der AK-Partei Muhammed Fatih Toprak aus Adıyaman, der Gouverneur von Edirne, Hüseyin Kürşat Kırbıyık und andere Personen des öffentlichen Lebens. Die Reiserückkehrer an dem Grenzübergang hatten dabei die einmalige Gelegenheit mit ihren Bitten und Kritikpunkten an die Politikerinnen und Politiker heranzutreten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Politikerinnen und Politiker nahmen sich viel Zeit für die Sorgen und Anregungen der europäischen Türken.

Köksal Kuş: Die Muttersprache ist wichtig für die Kommunikation zwischen den Generationen

UID-Vorsitzender Köksal Kuş sagte: „Ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer unseres international tätigen Verbands haben acht Wochen lang, 24 Stunden täglich über 300.000 Broschüren verteilt. Wir haben eine sehr positive Rückmeldung von den Menschen erhalten.

Zum diesjährigen Motto der Muttersprache unterstrich Kuş:

„Die Muttersprache ist enorm wichtig für die Kommunikation der verschiedenen Generationen. Falls die Muttersprache verlernt oder vergessen wird, bricht auch die Kommunikation zwischen den Generationen ab. Deshalb dürfen wir unsere Sprache nicht vergessen und sollten sie unseren Kindern und Enkeln weitergeben. Da die Sprache zudem sehr eng mit der Kultur verbunden ist, dürfen wir auch unsere kulturellen Werte nicht vernachlässigen.“

Sprache müsse ganzheitlich gesehen werden, so der UID-Vorsitzende.

Ragıp Çoraklı: Bedarf bei europäischen Türken in der Frage der Muttersprache ermittelt

Ragıp Çoraklı, stellvertretender Vorsitzende der UID und zugleich Leiter des Projektes und des Infostandes, sagte, dass der Verband einen Bedarf bei den europäischen Türken in der Frage der Muttersprache ermittelt habe.

Die UID habe sich daher entschlossen, Broschüre mit dem Titel „Meine türkische Muttersprache“ sowohl an Eltern als auch an die zurückreisenden Kinder zu verteilen. Çoraklı ergänzte:

Der stellvertretende Vorsitzende der AK-Partei, Efkan Ala, und die Delegation fragten uns, welche Beschwerden die Reisenden am häufigsten vortrugen. Und wir haben die Delegation gefragt, ob es möglich sei, unnötige Durchsuchungen beim Passieren der Grenze zu minimieren oder die Wartezeiten noch weiter zu verkürzen.

Ebenso habe man nach Lösungsmöglichkeiten für die Grenzkontrollen und den Rückstau in Bulgarien und Serbien gefragt. Ala erklärte, dass er diese Themen bei seinen Gesprächen innerhalb der Partei als auch mit den zuständigen Behörden ansprechen werde und dankte uns für die ehrenamtlichen Dienste der UID.

Die UID, vormals UETD (Union Europäisch-Türkischer Demokraten), wurde im Jahre 2004 in Köln gegründet. In der 6. ordentlichen Generalversammlung am 20. Mai 2018 in Bosnien und Herzegowina wurde der Name in UID – Union Internationaler Demokraten umbenannt. Seitdem hat sich der internationale Verband zu einer Weltorganisation mit über 259 Niederlassungen in 21 Ländern entwickelt.

(ybas)

Monarchie in Großbritannien
Historikerin: Charles hat nicht die Qualitäten seiner Mutter

Osnabrück. Die Historikerin und Königshausforscherin Barbara Stollberg-Rilinger zweifelt daran, dass die Monarchie in Großbritannien nach dem Tod von Elizabeth II. noch längere Zeit besteht. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte die Professorin für die Geschichte der Frühen Neuzeit: „Charles hat nicht die Qualitäten seiner Mutter.“ Zudem verkörperten seine Söhne die Institution der Monarchie nicht mehr im klassischen Sinne. „Die Prinzen und ihre Frauen inszenieren sich nicht wesentlich anders als andere Prominente. Vor allem Harry und Meghan unterscheiden sich in ihrer kommerziellen PR kaum von anderen ‚Influencern'“, sagte Stollberg-Rilinger der NOZ. Theoretisch könnten sie auch Fußballstars sein – „nur dass sie nicht etwas außerordentlich gut können“. Es finde daher eine beträchtliche Nivellierung statt. Hinzu kämen historische Lasten. „Ich würde mich nicht wundern, wenn die veränderte Sicht auf Kolonialismus und Imperialismus dazu führte, dass die Briten ihre Monarchie in der näheren Zukunft abschaffen“, sagte die Historikerin, die als Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin tätig ist, der NOZ. Mit Blick auf das Begräbnis der Königin an diesem Montag sagte Stollberg-Rilinger, ein solches Ritual habe auch die Funktion, den Nachfolger symbolisch zu legitimieren. „Ein Monarch wird verabschiedet, aber ein neuer sogleich begrüßt. Die individuellen Personen wechseln, aber die Institution der Monarchie bleibt bestehen. Ob das in diesem Fall gelingt, daran kann man allerdings zweifeln“, betonte die Professorin, deren Biografie über „Maria Theresia“ den Preis der Leipziger Buchmesse gewann. Aktuell hat Stollberg-Rilinger gemeinsam mit einem Kollegen das Buch „Tyrannen. Eine Geschichte von Caligula bis Putin“ herausgegeben. Es erschien am 15. September.

Islam
DITIB startet mit Ausbildung von Krankenhausseelsorgern

0

Köln – Die Abteilung Seelsorge des Referats für Familie und Soziales der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) startet eine Krankenhausseelsorgerausbildung zur seelischen Unterstützung von Patienten in Hospitälern in Deutschland. Die Ausbildung fußt auf einer curricular-inhaltlichen und akademisch-fachlich standardisierten Qualifizierung. Das Projekt wurde nun im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in der DITIB-Zentrale in Köln vorgestellt.

In dem wissenschaftlichen Beirat, das für das Curriculum wie auch für die Lehre zuständig ist, befinden sich Personen, die ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiete sind. Zu ihnen zählen unter anderem Prof. Dr. Abdullah Takım (Universität Innsbruck), Prof. Dr. Cemal Tosun (Universität Ankara), Dr. Georg Wenz (Evangelische Akademie Pfalz), Dr. Mahmoud Abdallah (Universität Tübingen) und Ayşe Almıla Akca (Humboldt-Universität zu Berlin).

Wunsch nach Seelsorgern des eigenen Bekenntnisses immer wichtiger bei Muslimen

Bei der Auftaktveranstaltung zur Vorstellung des Projekts „Ausbildung zur islamischen Seelsorge“ wurde angekündigt, dass das Ziel des Angebots darin besteht, Seelsorgerinnen und Seelsorger auszubilden, die den Heilungsprozess von muslimischen Patienten nicht nur mit religiösen und spirituellen Methoden, sondern auch mit wissenschaftlichen und praktischen Anwendungen positiv begleiten und beeinflussen können. „Die Erfüllung des Wunsches nach einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin seines Bekenntnisses spielt für viele muslimische Patienten eine wichtige Rolle“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der DITIB, Abdurrahman Atasoy.

Weiter erklärte er: „Insbesondere im Kontext des Krankenhauses, in denen das menschliche Leid und der Tod präsente Themen sind, ist eine professionelle und patientenorientierte Seelsorge in Trägerschaft der Religionsgemeinschaften von großer Bedeutung für den Heilungsverlauf, und gibt zudem Impulse in die Gestaltungsmöglichkeiten des Klinikalltags, -aufenthalts und –umfelds“.

Spiritueller Wegweiser für Muslime in schwierigen Zeiten

Der Leiter und Projektkoordinator der Abteilung Seelsorge der DITIB, Seat Uzeirovski sprach von einem historischen Tag und bedankte sich bei den verschiedenen Arbeitsgruppen sowie dem wissenschaftlichen Beirat. „Aus diesem Bedarf heraus startet die DITIB ab September 2022 mit der Seelsorgeausbildung von 14 Theologinnen und Theologen in der Krankenhausseelsorge.“

Das Curriculum, das aus 12 Unterrichtsmodulen mit über 400 theoretischen und praktischen Unterrichtseinheiten entwickelt wurde, richte sich nach ihren Inhalten und zu vermittelnde Fachkompetenzen an den Bedürfnissen und Wünschen der Muslime in Deutschland, so Uzeirovski. „Da sich die Dienste in den Moscheen von der Geburt bis zum Tod erstrecken, kann und muss Krankenhausseelsorge als ein Teil davon verstanden werden.“ Damit diene die Krankenhausseelsorge durch die DITIB als ein spiritueller Wegweiser für Muslime in schwierigen Zeiten.

Islamische Seelsorge in Europa noch relativ neu

Dr. Mahmoud Abdallah, Dozent am Zentrum für islamische Theologie der Universität Tübingen sprach davon, dass Seelsorge sich dann entfalten könne, wenn sie in Sprache formuliert werde. Er gebe seine Erfahrungen in der Seelsorge, die er in zahlreichen Publikationen veröffentlicht habe, gerne weiter. „In Europa ist die islamische Seelsorge neu.“

Islamische Seelsorge ist zukunftsweisend

Dr. Georg Wenz von der evangelischen Akademie der Pfalz erklärte, dass er seit vielen Jahren im Bereich der interkulturellen und interreligiösen Zusammenarbeit tätig sei, und dass das Thema der islamischen Seelsorge, insbesondere die Notfallseelsorge, schon seit Jahren auf der Agenda des Bundes, der Länder und Kommunen stehe.

„Bisher wurde die Notfallseelsorge durch Einzelinitiativen oder lokalen Kontakte ermöglicht. Es gab leider keine Koordination.“ Nachdem die Deutsche Islam Konferenz (DIK) das Thema auf die Tagesordnung setzte, sei ein Schub entfacht worden. „Islamische Seelsorge ist zukunftsweisend und die Anstaltsseelsorge muss nach unserer Verfassung an eine Religionsgemeinschaft gebunden sein“, so der Experte. „Die Absolventen der Ausbildung werden Pioniere und Multiplikatoren sein“, sagte Wenz.

Synergieeffekt

Prof. Dr. Cemal Tosun von der philosophischen und theologischen Fakultät der Universität Ankara sagte, dass Seelsorge in der klassischen islamischen Wissenschaftstradition bis vor kurzer Zeit noch wenig Beachtung fand. Dies habe sich glücklicherweise geändert, so dass immer mehr Universitäten in der Türkei Studiengänge in dem Bereich anbieten. „Die Seelsorge ist ein praxisorientiertes Feld. Zur Etablierung der Seelsorge als Wissenschaft wird es Synergieeffekte benötigen. Beispielsweise biete es sich gerade in der islamischen Seelsorge an, dass die Theorie aus der Praxis gewonnen werden könne.

Ein Meilenstein für die DITIB

Zuletzt wandte sich Prof. Dr. Abdullah Takım von der Fakultät für islamische Theologie der Universität Innsbruck an das Publikum. Die Krankenhausseelsorge sei ein Meilenstein für die DITIB, so Takım, der die DITIB an diesem historischen Tag für ihr zukunftsweisendes Pilotprojekt beglückwünschte. „Es gab einen Bedarf. Und hierauf musste reagiert werden.

Die DITIB schafft nun die Voraussetzungen für die Seelsorgearbeit“, freute sich der Theologieprofessor. Die Seelsorgearbeit bedeute eine institutionelle Integration in Deutschland. „Die DITIB hat mich beauftragt, eine standardisierte, professionelle, wissenschaftsbasierte und modulare Seelsorgeausbildung zu erarbeiten“, sagte Takım und ging ausführlich auf den Kern des Curriculums sowie die verschiedenen Unterrichtsmodule ein. Darin erklärte Takım die Methoden, Kompetenzen, Lernziele und Inhalte der Lehrveranstaltungen.

(ybas)

Auch interessant

– Islam in Deutschland – Monheimer Bürgermeister fordert Gleichstellung der Ditib mit Kirchen und jüdischen Gemeinden

Der Monheimer Bürgermeister Daniel Zimmermann fordert die Gleichstellung des Islamverbands Ditib mit Kirchen und jüdischen Gemeinden.

Monheimer Bürgermeister fordert Gleichstellung der Ditib mit Kirchen und jüdischen Gemeinden

Israelisch-türkische Beziehungen
New York: Weiteres Treffen zwischen Israel und Türkei

0
Ankara – Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Israel soll es am Rande der UN-Generalversammlung ein weiteres Treffen zwischen hochrangigen Politikern beider Länder geben. Wie das Büro des israelischen Ministerpräsidenten bekannt gab, wird Yair Lapid am Dienstag mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammentreffen. Dies ist das erste Treffen eines türkischen Regierungschefs mit einem israelischen Premierminister seit 2008. Das Treffen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei nach Jahren der Feindseligkeit erwärmen. Im März traf Staatspräsident Isaac Herzog mit Erdogan zusammen, dem ersten Besuch eines israelischen Staatsoberhaupts in der Türkei seit 2008. „Als Politiker sind wir nicht dazu da, um zu kämpfen, sondern um Frieden zu schaffen“, so Erdogan damals. Im August vereinbarten Lapid und Erdogan die Wiedereinsetzung ihrer jeweiligen Botschafter und Generalkonsuln und damit die Wiederherstellung uneingeschränkter diplomatischer Beziehungen, nachdem sie diese nach der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA im Jahr 2018 abgezogen hatten. Seit seinem Amtsantritt hat Präsident Herzog bereits mehrere Telefongespräche mit Erdogan geführt. Beim ersten Mal rief Erdogan an, um Herzog zu seiner Wahl zu gratulieren. Beim zweiten Mal rief Herzog Erdogan im Rahmen der Bemühungen um die Freilassung eines israelischen Ehepaars an, das in der Türkei verhaftet worden war. In der vergangenen Woche rief Erdogan Herzog an, um zum Tod von dessen Mutter zu kondolieren.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel erreichten 2010 ihren Tiefpunkt, als die israelische Marine ein türkisches Hilfsschiff, die Mavi Marmara, überfiel, das auf dem Weg war, humanitäre Hilfe in den blockierten Gaza-Streifen zu liefern. Bei dem Überfall wurden 10 Aktivisten getötet. Das Ereignis löste eine beispiellose Krise in den türkisch-israelischen Beziehungen aus, die seit Jahrzehnten friedlich verlaufen waren. Beide Länder riefen nach dem Vorfall sogar ihre diplomatischen Gesandten zurück.

Auch interessant

– Herzog-Besuch – Erdogan: Türkei und Israel können Gas nach Europa liefern

Der türkische Präsident wird im nächsten Monat bei Gesprächen mit seinem israelischen Amtskollegen die Zusammenarbeit im Energiebereich erörtern.

Erdogan: Türkei und Israel können Gas nach Europa liefern

Wohnen
Das Mehrgenerationen-Wohnen – eine ganz schön smarte Idee

0

Wer bereits etwas älter ist und in einem großen, über mehrere Etagen reichenden Haus wohnt, stellt sich sicherlich zuweilen die Frage, wie es in den weiteren Jahren und Jahrzehnten um seine Wohnsituation bestellt sein wird. Wohnen bleiben oder ausziehen? Und wenn die Wahl auf die erste Optionen fallen sollte, wie lässt sich das am besten bewerkstelligen?

Das barrierefreie Wohnen als erster Schritt zu mehr Komfort und Flexibilität

Unter den aktuellen Umständen möchte sicherlich niemand gerne auf Wohnungssuche gehen. Aber natürlich kommt es vor, dass eine nachlassende Gesundheit und Bewegungsfähigkeit dem Verbleib in den eigenen vier Wänden einen potenziellen Strich durch die Rechnung machen. Doch das muss nicht sein. Oftmals lassen sich ebenerdige Duschen nachrüsten oder Haltegriffe an wichtige Stellen wie neben der Toilette anbringen. Und auch in Bezug auf die Innen- oder sogar manche Außentreppe kann einiges unternommen werden – wie durch die passenden Mobilitätshilfen.

Sie suchen Treppenlifte? Eine gute Idee! Aber da die Auswahl groß ist, lohnt es sich, genau zu prüfen, wie es mit den Gegebenheiten vor Ort aussieht und was für ein Modell eigentlich benötigt wird. So sind beispielsweise die Kurvigkeit der Treppe und ihre Breite wesentliche Aspekte bei der Klärung dieser Frage. Dementsprechend unterschiedlich können sich auch die Preise für einen Treppenlift gestalten. Positiverweise kann aber schon der Pflegegrad-Stufe-1-Nachweis dafür sorgen, dass ein Teil der Kosten oder sogar die gesamte Summe von der Kranken- beziehungsweise Pflegekasse übernommen wird.

Im Hinblick auf die immer weiter steigenden Wohnkosten – von denen für einen Umbau der Wohnung oder des Hauses zwecks mehr Barrierefreiheit einmal ganz abgesehen – bietet es sich bei größeren Räumlichkeiten aber auch oft an, diese mit mehr Menschen zu teilen. Natürlich möchte nicht jeder ältere Mensch seinen Wohnraum plötzlich mit Kindern, Jugendlichen oder anderen Erwachsenen teilen. Aber wer entsprechende soziale Kontakte schätzt und ein wenig abenteuerlustig ist, sollte durchaus über eine Mehrgenerationen-Wohngemeinschaft nachdenken. Vor allem dann, wenn es ein oder sogar mehrere im Prinzip ungenutzte Zimmer gibt.

Viele Kompetenzen, von denen alle profitieren können

Wie bereits angesprochen, ist Wohnraum knapp und teuer. Gerade in (Uni-) Großstädten sieht es in dieser Hinsicht oftmals recht finster aus. Was aber, wenn Studierende beziehungsweise Auszubildende bei Senioren zu fairen Konditionen bei Senioren wohnen könnten und diese im Gegenzug bei deren täglichen Herausforderungen unterstützen und ihnen ein wenig Gesellschaft leisten würden? Keine schlechte Idee, ganz im Gegenteil. Sie ist sogar so gut, dass das Konzept inzwischen in vielen verschiedenen Regionen regelrecht boomt.

Selbstverständlich gibt es dabei gewisse Grundvoraussetzungen – beispielsweise, dass

  • die zwischenmenschliche Chemie stimmt,
  • man ähnliche Vorstellungen von wesentlichen Faktoren wie der Sauberkeit, einer bestimmten Lautstärke zu einer bestimmten Uhrzeit oder von Besuchen hat,
  • geklärt ist, wer welche Kosten trägt und welche Aufgaben übernimmt (und zwar zur beidseitigen Zufriedenheit) oder
  • dass überschnelle Ein- und Auszüge eher vermieden werden sollten.

Doch wenn die wesentlichen Punkte soweit stimmen, dass man es miteinander versuchen möchte, warum nicht? Durch eine möglichst hohe Barrierefreiheit stimmt der Wohnkomfort für beide Generationen. Gleichzeitig hat jeder eine interessante Gesellschaft und es besteht die Möglichkeiten, sich gegenseitig zu unterstützen und voneinander zu lernen.

Denn wer weiß, vielleicht teilt man ja schon bereits ein gemeinsames Hobby oder findet im Laufe der Zeit eines? Und manchmal sind sogar gemeinsame Arbeitsprojekte drin – beispielsweise, wenn es um die Auseinandersetzung mit dem inklusiven Design oder verschiedene handwerkliche Tätigkeiten geht.

Auch interessant

– Millennium Tower – 300 Meter: Neuer Wolkenkratzer in Frankfurt soll Deutschlands höchster Büroturm werden

In der hessischen Finanzmetropole soll mit dem Millennium Tower der höchste Wolkenkratzer der Stadt gebaut werden.

300 Meter: Neuer Wolkenkratzer in Frankfurt soll Deutschlands höchster Büroturm werden

Gastbeitrag
„Aserbaidschan will nichts anderes als Frieden mit Armenien“

Ein Gastbeitrag von Gurban Mammadow Am 12. September 2022 haben die Einheiten der Streitkräfte Armeniens ab später Nacht großangelegte Provokationen in Richtung Dashkasan, Kalbajar und Lachin an der unlimitierten Staatsgrenze zwischen Aserbaidschan und Armenien durchgeführt. Im Ergebnis der armenischen militärischen Provokation wurden 77 Soldaten der Aserbaidschanischen Armee getötet und die militärische Infrastruktur wurde erheblich beschädigt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Republik Aserbaidschan haben die Sabotagegruppen der Streitkräfte Armeniens das gebirgige Relief des Gebiets und vorhandenen Tallücken genutzt, um Landminen auf den Gebieten zwischen den Positionen der Einheiten der aserbaidschanischen Armee und den Versorgungsstraßen in verschiedenen Richtungen zu verlegen. Darüber hinaus haben die armenischen Streitkräfte intensiv mit verschiedenen Arten von Waffen, einschließlich Mörsern, auf die Stellungen der aserbaidschanischen Armee in den Gebieten Dashkasan, Kalbajar und Lachin beschossen. Mit groß angelegten militärischen Provokationen an der unbestimmten Staatsgrenze will Armenien Dritte einbeziehen und die Spannungen geografisch ausweiten. Armenien beabsichtigt, die derzeitigen Spannungen als Vorwand zu nutzen, um die Friedensgespräche zu verhindern. Um weitere Provokationen durch die Streitkräfte Armeniens und militärische Drohungen gegen das Territorium und die Souveränität unseres Landes zu verhindern, sowie um die Sicherheit unseres Militärpersonals zu gewährleisten, einschließlich der Zivilarbeiter, die an Infrastrukturarbeiten in den Gebieten Kalbajar und Lachin beteiligt sind, wurde die Ausweitung des Ausmaßes der militärischen Feindseligkeiten abgewendet. Außerdem wurden von den in dieser Richtung stationierten Einheiten der aserbaidschanischen Armee endgültige Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Schiesspunkte der Streitkräfte Armeniens zu stoppen. Die von Armenien verbreiteten Informationen über den angeblichen Angriff auf die Zivilbevölkerung, Objekte und Infrastruktur durch die aserbaidschanische Armee spiegeln nicht die Wahrheit wider und sind eine weitere von armenischer Seite verbreitete Desinformation. Im Gegenteil, 2 aserbaidschanische Zivilisten wurden durch Angriffe Armeniens verwundet. Im Allgemeinen waren im letzten Monat die Provokationen der armenischen Streitkräfte in Richtung der Gebiete Lachin, Gadabey, Dashkasan und Kalbajar an der Staatsgrenze sowie das Beschießen der Stellungen der aserbaidschanischen Armee in diesen Gebieten mit verschiedenen Arten von Waffen, intensiv und systematisch. Gleichzeitig zeigten die zunehmende Militarisierung Armeniens entlang der Grenze mit Aserbaidschan, der Einsatz von schwerem Gerät und großkalibrigen Waffen in der Region, dass sich Armenien auf eine großangelegte militärische Provokation vorbereitete. Armenien verzögert den Normalisierungsprozess unter verschiedenen Vorwänden, zeigt eine destruktive Position in den mit internationalen Bemühungen geführten Verhandlungen und zieht die armenischen Streitkräfte aus dem Hoheitsgebiet Aserbaidschans nicht ab, was den Verpflichtungen im Rahmen dreiseitiger Erklärungen und Vereinbarungen widerspricht. Weiterhin setzt Armenien Verlegung von Landminen im Gebiet Lachin fort, stellt neue Bedingungen und stört den Prozess der Wiederöffnung von Kommunikations- und Transportwegen und zeigt damit, dass es kein Interesse an Friedensprozess hat und zielt darauf ab, diesen zu unterminieren. Vor einigen Tagen zeigte die aserbaidschanische Seite eine weitere Geste des guten Willens und ließ fünf weitere in Aserbaidschan inhaftierte armenische Staatsbürger frei. Dieser Prozess fand direkt zwischen Aserbaidschan und Armenien ohne Vermittlung einer dritten Partei statt und ist ein Zeichen des guten Willens, einen Beitrag zum Friedensprozess zu leisten. Die zuständigen aserbaidschanischen Behörden unternehmen auch konsequente Schritte, um mit den Bewohnern der vom Konflikt betroffenen aserbaidschanischen Gebiete armenischer Herkunft in Kontakt zu treten, und in letzter Zeit wurde in dieser Richtung eine ernsthafte positive Dynamik erreicht. Beispiele dafür sind der Bau einer neuen Straße, die die Stadt Latschin umgeht, die gemeinsame Nutzung kleiner Wasserkraftwerke in Latschin, die Verwaltung und Nutzung des Sarsang-Stausees usw. In all diesen Prozessen verhält sich Armenien destruktiv und versucht, die Entwicklung von Kontakten und den Dialog zwischen Aserbaidschan und den armenischstämmigen Einwohnern zu behindern. Die folgende Aggression Armeniens gegen Aserbaidschan ist eine grobe Verletzung der grundlegenden Normen und Prinzipien des Völkerrechts. Diese Schritte Armeniens stehen dem laufenden Normalisierungs- und Friedensprozess völlig entgegen. Während Aserbaidschan großangelegte Wiederherstellung – und Bauarbeiten in den von Okkupation befreiten, sowie in den grenznahen Gebieten durchführt, und damit beweist, dass Aserbaidschan kein Interesse an Spannungen hat, zeigt Armenien durch die Zulassung von Aggressionen einmal mehr, dass es diesen Prozess mit allen Mitteln zu behindern versucht. Also es scheint, dass Armenien darauf abzieht, die Friedensverhandlungen zu beenden, die Geografie der Spannungen auszuweiten, als auch die aktuelle internationale Krisensituation zu nutzen, um dritte Parteien anzuziehen, wie die OVKS (Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit), gegen Aserbaidschan militärisch vorzugehen. Aserbaidschan will nichts anderes als Frieden mit Armenien. Anstatt sich auf einen Vergeltungskrieg vorzubereiten, sollte sich Armenien um die Erreichung des Friedens bemühen. Davon werden das armenische Volk und der armenische Staat immens profitieren. Aserbaidschan hat in den vergangenen dreißig Jahren sehr unter den militärischen Angriffen und Kriegen Armeniens gelitten. Während des ersten Krieges wurden mehr als zwanzigtausend Aserbaidschaner getötet, mehr als eine Million Menschen wurden zu Binnenvertriebenen und Flüchtlingen. Im zweiten Krieg wurden etwa dreitausend Aserbaidschaner getötet. Außerdem wurden die Städte und Dörfer Aserbaidschans zerstört.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

Auch interessant

– Chodschali-Massaker – Zum 30. Jahrestag des Massenmords von Chodschali

Heß: „Der vorzeitige Tod des großen armenischen Friedensaktivisten Georgi Vanyan, der als einer der ganz wenigen Armenier die Realität des Verbrechens von Chodschali anerkannt hatte, ist ein herber Rückschlag für die um Frieden und Aussöhnung zwischen Armeniern und Aserbaidschanern Bemühten gewesen.“

Kommentar: Warum äußert sich der deutsche Bundestag nicht zum Völkermord in Chodschali?

Xanthi/İskeçe
Griechenland: Morddrohung gegen türkisch-muslimischen Abgeordneten

0
von Kemal Bölge Der Parlamentsabgeordnete der linksgerichteten oppositionellen griechischen Syriza-Partei, Hüseyin Zeybek, ist während einer live ausgestrahlten Fernsehsendung von einem telefonisch zugeschalteten Zuschauer mit dem Tode bedroht worden. Der Eklat ereignete sich am 12. September 2022 beim regionalen griechischen TV-Sender „Next TV“ in Xanthi/İskeçe. Der Zuschauer beschuldigte den Abgeordneten Zeybek „ein Spion der Türken“ zu sein. Sollte es zu einem „Krieg zwischen Griechenland und der Türkei kommen, werde er ihn umbringen.“ TV-Moderator ergriff Partei zugunsten des Zuschauers Hüseyin Zeybek selbst erklärte nach dem Vorfall: „Am 12. September 2022 war ich in der um 13 Uhr live ausgestrahlten Sendung „Anihti grami“ von Panos Papadopoulos auf Next TV, bei dem ein Zuschauer zu Wort kam, mich beschimpfte sowie Hass und Todesdrohungen gegen mich aussprach. Der Moderator und Eigentümer des Fernsehsenders hat, statt die Aussagen des Bürgers zu verurteilen, die Unterhaltung mit diesem fortgesetzt und dessen Aussagen sogar unterstützt. Vom ersten Moment an, als ich in der Politik begann, erhielt ich Drohungen und bin zur Zielscheibe gewisser Kreise auserkoren worden. Solche Aktionen haben mich nie beunruhigt oder verängstigt und von der Minderheiten-Leitlinie, die nach ihren Rechten strebt, abbringen können.“ Hüseyin Zeybek: Die Aufgabe der Medien ist es, die Demokratie zu verteidigen Allerdings, so Zeybek, seien alle Grenzen überschritten, wenn man immer nur Zielscheibe und während einer Live-Sendung Todesdrohungen erhalte. Bei einem solchen Vorfall müssten auch die Medien mit der Toleranz aufhören, denn, so der Syriza-Abgeordnete, die eigentliche Aufgabe der Medien sei es, die Demokratie zu verteidigen und nicht Hass und Hetze. Nach der Todesdrohung in der Fernsehsendung erstattete der Oppositionspolitiker des Wahlkreises Xanthi/İskeçe Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft und der Polizei der nordostgriechischen Stadt. Beirat der Türkischen Minderheit in Westthrakien verurteilt Morddrohung gegen Oppositionspolitiker Zeybek Der Beirat der türkischen Minderheit in Westthrakien (BTTADK) verurteilte in einer Erklärung die Morddrohung gegen den Abgeordneten der türkisch-muslimischen Minderheit der SYRIZA-Partei, Hüseyin Zeybek. In einer Pressemitteilung betonte die Nichtregierungsorganisation, dass die türkische Minderheit in Westthrakien seit langen einer vielschichtigen Unterdrückungspolitik ausgesetzt sei. Als Vorstand verurteile man diesen Angriff auf alle Angehörigen der Minderheit in der Person von Herrn Zeybek aufs Schärfste und die zivilgesellschaftliche Institution forderte die Staatsanwaltschaft in Xanthi/İskeçe dazu auf, ihre Pflicht zu erfüllen. Abgeordneter der Regierungspartei Nea Demokratia (Neue Demokratie) stellt Zeybek an den Pranger Wie die griechische Zeitung Ta Nea berichtet, hat der Abgeordnete der regierenden ND (Nea Demokratia), Tasos Hadjivassiliou, den Syriza-Parlamentsabgeordneten Hüseyin Zeybek für ein Interview kritisiert, den dieser gegenüber einem türkischen Fernsehsender gegeben haben soll. Über Twitter gibt Hadjivassiliou zunächst Zeybeks Aussage im Fernsehinterview wieder: „Wir werden weiterhin die Rechte der türkischen Minderheit verteidigen.“ Dann fragt Hadjivassiliou: „Schließlich, warum tolerieren die Oppositionsparteien solche inakzeptablen Positionen ihres Abgeordneten?“ Verzerrte Wiedergabe des Interviews Hier wird der Inhalt des Fernsehinterviews von Hüseyin Zeybek verzerrt wiedergegeben, weil in dem Interview die Morddrohung gegen den Abgeordneten aus Xanthi/İskeçe behandelt wird und ganz zum Schluss sagt Zeybek, dass „er sich weiterhin für die Rechte des türkischen Volkes in Westthrakien einsetzen wird.“ Zeybek sagt in dem Interview auch, dass in einem Land, das sich als die „Wiege der Demokratie“ betrachtet, er wegen seiner Meinung und seiner türkischen Herkunft Hassbotschaften und Morddrohungen erhalte. Griechenland leugnet Ethnizität der türkischen Minderheit in Westthrakien Die Aussage von Zeybek klingt für griechische Nationalisten wie eine Provokation, denn nach offizieller Lesart gibt es in Griechenland keine Türken, sondern nur „muslimische Griechen“ und wer wie der mutige Abgeordnete die Wahrheit ausspricht, riskiert seine politische Karriere. Griechenland behauptet, in dem Lausanner Vertrag sei von Türken nicht die Rede, also könne es folglich auch keine Türken in Griechenland geben. Erstens ist dieses Argument falsch, weil in den Lausanner Protokollen sehr wohl von einer türkischen Bevölkerung die Rede ist und zweitens ist die Identität eines Menschen Schicksal, das nicht von einem Staat aufoktroyiert werden kann. Im Nordosten Griechenlands in Westthrakien, gab es in der Vergangenheit Schulschilder in türkischer Sprache („Türk İlkokulu“) und griechischer Sprache, die später von den Behörden entfernt wurden. Griechenland hat Vereine verboten, die in ihrem Namen den Begriff „Türkisch“ geführt haben. Urteile des EGMR seit 14 Jahren nicht umgesetzt Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat diesbezüglich Athen 2008 in mehreren Verfahren rechtskräftig verurteilt und Griechenland weigert sich seit 14 Jahren, die Urteile des höchsten europäischen Gerichts umzusetzen. Selbst die höchsten griechischen Gerichte setzen sich über europäisches Recht hinweg. So viel zur Demokratie und Meinungsfreiheit in Griechenland. Statt einen demokratisch frei gewählten Abgeordneten der Syriza-Partei an den Pranger zu stellen, sollte die regierende ND-Partei und andere Parteien die Morddrohung gegen Zeybek verurteilen und die Staatsanwaltschaft in Xanthi/İskeçe ein Strafverfahren gegen den mutmaßlichen Rassisten eröffnen.

Streaming
Drehort Istanbul: The Night Manager kommt auf Amazon Freevee

Mit Amazon Freevee hat der eCommerce-Riese Amazon einen neuen Streaming-Dienst ins Leben gerufen, der von Usern völlig kostenlos genutzt werden kann. Um den Service zu finanzieren, baut Amazon auf Werbeeinschaltungen, durch die das Streamen wieder mehr Gemeinsamkeiten mit dem klassischen Fernsehen erlangt. Einer der ersten Inhalte, die auf Freevee zur Verfügung gestellt wurden, ist die Serie The Night Manager, die die wunderschönen Kulissen Istanbuls als Drehort nutzt. Wir verraten, warum Türkeiliebhaber die Show nicht verpassen sollten, die nun kostenlos gestreamt werden kann! Vom Nachtportier zum Topspion Die Handlung von The Night Manager dreht sich um den Nachtportier Jonathan in einem Hotel in Kairo, der von einer Frau brisante Dokumente über einen mächtigen, ägyptischen Familienklan ausgehändigt bekommt. Sophie, deren Geliebter Teil des Klans ist, möchte sich damit absichern, sollte ihr etwas zustoßen. Schockiert über die Inhalte der Dokumente, lässt Jonathan die Informationen jedoch der britischen Botschaft zukommen. Kurz darauf ist Sophie tot und die britische Regierung scheint mit den Dokumenten nichts anzufangen. Nach vier Jahren hat Jonathan den tragischen Tod von Sophie noch immer nicht überwunden und richtet sich erneut an die Behörden, wo er diesmal mit dem MI6, dem britischen Geheimdienst, verbunden wird. Langsam aber sicher wird der Plan geschmiedet, Jonathan als Spitzel in die Welt des ägyptischen Klans einzuführen. Damit schlägt er einen gefährlichen Weg ein. Drehorte rund um die Welt Die Serie The Night Manager wurde an verschiedenen Ecken und Enden der Welt gedreht und machte dabei auch in der Türkei Halt. Dabei wurde die wunderschöne Hauptstadt Istanbul zu einer eindrucksvollen Kulisse und gleichzeitig zu einem Schauplatz, an dem Jonathan sich immer wieder in Gefahr begeben muss.
Der große Basar in Istanbul (Foto: nex24)
Auch an den Ort Kasimli in der südöstlichen Türkei muss der Protagonist im Laufe der Serie reisen, die Szenen wurden allerdings nicht auf türkischem Boden gedreht. Stattdessen entstand Kasimli in der Serie durch Aufnahmen in der Wüste Marokkos. The Night Manager besticht durch zahlreiche wunderschöne Aufnahmen. Neben Istanbul dienten auch die spanische Insel Mallorca und die verschneiten Bergspitzen von Zermatt in der Schweiz als Drehorte. Das MI6-Hauptquartier in London an der Themse, das Cineasten womöglich schon aus einigen James-Bond-Filmen kennen, kam hier ebenfalls zum Einsatz. Kostenlose Streaming-Angebote Mit Amazon Prime Video hat der eCommerce-Gigant bereits vor Jahren den Schritt in die Welt des Streamings gewagt. Der Service hat jedoch einige Mankos, denn anders als bei Netflix, Hulu und Co. kann man mit dem monatlichen Beitrag nicht automatisch auf alle Filme, Serien und Dokumentationen zugreifen. Stattdessen können viele Inhalte kostenpflichtig dazugekauft werden. Mit Amazon Freevee möchte das Unternehmen nun einen neuen Weg einschlagen. Der kostenlose Service startete zuerst in den USA und Großbritannien, seit August 2022 kann er jedoch auch in Deutschland genutzt werden. Nun sollen Österreich und die Schweiz als nächste Länder folgen. The Night Manager ist eine der ersten Serien, die auf dem kostenlosen Streaming-Portal angeboten werden. Möchte man die Show ohne zusätzliche Kosten genießen, benötigt man nur einen Amazon-Account und muss regelmäßige Werbeeinschaltungen akzeptieren. Kostenloses Streaming als Zukunftsmodell? Ob Amazon mit diesem Schritt eine neue Bewegung in Gang gesetzt hat, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Das kostenlose Streaming ist zwar einerseits eine neue Idee, wirkt andererseits wie ein Rückschritt zum klassischen Fernsehen. Wer Werbeunterbrechungen im TV schon lästig fand, wird sie im Streaming vielleicht auch als störend empfinden. Streaming wird allerdings weiterhin die Markt der Unterhaltungsmedien beeinflussen, so viel steht fest. Dies zählt nicht nur für Film und Fernsehen, sondern auch für die Spielewelt, die sich etwas später dem Trend angeschlossen hat. Mittlerweile gibt es zahlreiche Spiele-Services, die mit Abo-Modellen arbeiten und für einen monatlichen Beitrag eine umfangreiche Spielbibliothek bereitstellen. Kostenlose Games werden von solchen Streaming-Plattformen allerdings kaum angeboten. Anders sieht dies auf Spielportalen des iGaming-Genres aus. Hier wird mit dem Modell der Freispiele gearbeitet, welches Spielern ermöglicht, zumindest rundenweise ohne eigenen Einsatz zu spielen. Auch verschenkte Bonusguthaben erfüllen einen ähnlichen Zweck. Welche Bonus- und Freispielangebote eine Plattform zur Verfügung stellt, kann in einem Online Casino Test herausgefunden werden, der die Anbieter auf Herz und Nieren prüft. Mit nur einem Blick auf die Liste wird klar, ob kostenlos gespielt werden kann. Mit Amazon Freevee bringt das Unternehmen frischen Wind in den Streaming-Sektor und bietet eine Alternative für all jene, die kein bezahltes Abo bei Netflix, Hulu und Co. abschließen möchten. Türkeiliebhaber können dort direkt mit einer spannenden Serie starten, die zum Teil in Istanbul gedreht wurde.

Auch interesant

– Neuer Film „Five Eyes“ – Britischer Regisseur Guy Ritchie will „alle Filme“ in der Türkei drehen

Madonnas Ex-Ehemann, renommierter britischer Regisseur und Filmproduzent Guy Ritchie (Snatch, Sherlock Holmes), schwärmt in einem Video über die Türkei.

Britischer Regisseur Guy Ritchie will „alle Filme“ in der Türkei drehen

Gastbeitrag
Kommentar: „Armenien ist von allen Seiten von Türken umgeben“

Ein Gastbeitrag von Gurban Alakbarov Ich möchte hier gerne meine Gedanken zu den Ereignissen der vorletzten Nacht an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze teilen. Solange die armenische Seite versuchen wird, die aserbaidschanischen Soldaten auf dem offenen Feld wie die Kaninchen abzuknallen, was die letzte Nacht geschah, wird sie HART BESTRAFT. Das Leben des aserbaidschanischen Soldaten ist sehr wertvoll, die Gegenreaktion wird immer umgehend und im angemessenen Umfang erfolgen, damit die armenische Seite, falls möglich, endlich zur Vernunft kommt. Und das wird jedesmal geschehen, da sollte man in dieser Hinsicht sicher sein. Es sind nicht mehr die 90er Jahre, als die „Ziegen“ von libanesischen Bergen gepaart mit ihren Sinnesgenossen aus Frankreich, Kalifornien und anderen ähnlichen dunklen Ecken der Erde in „Kooperation“ mit der korrupten russischen Soldateska uns aus unserer Heimat vertrieben. Damals hüllten sich die „liberalen“ Denker und „Demokratieanhänger“ aus dem Westen ins Schweigen, denn das aserbaidschanische Leben war nichts wert. Die Zeiten sind vorbei, für IMMER und EWIG!! Das sollten nun alle kapieren. Das armenische Volk muss lernen, mit seinen Nachbarn in Frieden zu leben. Armenien ist von allen Seiten von Türken umgeben. Sowohl in der Türkei als auch in Aserbaidschan, im Norden von Iran und auch in Georgien. Und diese Türken werden nie wie die mental benachteiligten Idioten aus den extrem linken und rechten Randgruppierungen des Westens, die christlichen Radikalen und sonstige Ahnungslosen dem „Völkermord“-Märchen der armenischen Seite glauben. Das armenische Volk muss diese Realität endlich verstehen und sich von der Welt der Mythen verabschieden. Alles andere führt ins Verderben. Armenien braucht seine Nachbarn, um wirtschaftliche Prosperität für seine Nation und eine Befreiung vom russischen Einfluss zu erreichen. Sonst gibt es keine Zukunft für die geografische Sackgasse im Südkaukasus unter dem Namen Armenien. Und was die hiesigen Medien angeht, sie sind wie immer lächerlich. Wir haben niemanden angegriffen, wir haben eine Lektion im angemessenen Umfang erteilt. Wir brauchen kein armenisches Gebiet, wir müssen erstmal mit den Folgen der 30jährigen armenischen Barbarei auf unserem eigenen Gebiet fertig werden, es entminen, die zerstörten Städte und Dörfer wiederherstellen, die geschändeten Grabsteine auf unseren verlassenen Friedhöfen wieder gerade stellen. Das ist zur Zeit unsere wichtigste Aufgabe.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar. 

Auch interessant

– „März-Ereignisse“ – Aserbaidschan gedenkt Genozid vom 31. März 1918

Heute vor 104 Jahren, am 31. März 1918, verübten russische Bolschewiki und armenische Milizen in Baku und in anderen Städten Aserbaidschans zahlreiche Massaker an aserbaidschanischen Zivilisten, bei dem nach offiziellen Angaben alleine in der Hauptstadt Baku 12.000 und insgesamt mehr als 50.000 unschuldige Menschen zum Opfer fielen.

Aserbaidschan gedenkt Genozid vom 31. März 1918