Christenfeindlichkeit
Israel: Schrecklicher Angriff auf französische Nonne

Eine französische Nonne wurde in Jerusalem brutal angegriffen. Der Vorfall reiht sich in ein wachsendes Muster von Christenfeindlichkeit in Israel ein.

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Jerusalem – In Israel gab es einen weiteren Angriff auf Christen. Wenige Wochen nachdem ein israelischer Soldat im Südlibanon eine Jesusstatue mit einem Vorschlaghammer zerstört hatte, sorgt ein neuer Vorfall für internationale Empörung:

In Jerusalem wurde eine französische katholische Nonne und Archäologieforscherin auf offener Straße brutal angegriffen. Der Vorfall hat eine breite Debatte über die wachsende Christenfeindlichkeit in Israel ausgelöst.

Das Video des Angriffs zeigt, wie ein Mann der Nonne von hinten auf dem Berg Zion folgt — in unmittelbarer Nähe des von Juden verehrten Grabes König Davids und des Abendmahlssaals, dem christlichen Ort des Letzten Abendmahls. Der Angreifer, der dem äußeren Erscheinungsbild nach jüdisch ist, stößt die Frau mit voller Kraft zu Boden, sodass sie nur knapp mit dem Kopf einen Steinblock verfehlt.

Nachdem er einige Schritte weitergegangen ist, kehrt er zurück und tritt auf die am Boden liegende Nonne ein. Erst als ein Passant eingreift, lässt er von ihr ab. Das Gesicht der Nonne wurde aufgeschürft, schwere Verletzungen wurden nicht gemeldet.
Die israelische Polizei verhaftete einen 36-jährigen Mann und erklärte, sie verfolge „null Toleranz gegenüber Gewaltakten“ und nehme jede Gewalttat, „die durch möglicherweise rassistische Motive motiviert ist und gegen Geistliche gerichtet ist“, mit „äußerster Schwere“.

In sozialen Medien wird laut israelischen Journalisten der Name Yonah Schreiber mit dem Verdächtigen in Verbindung gebracht — von offizieller Seite wurde dies jedoch noch nicht bestätigt. Laut Berichten israelischer Journalisten soll Schreiber einer der Gründer des rechtsradikalen Vereins „Der jüdische Sieg“ sein — gemeinsam mit dem rechten Aktivisten Moshe Miron, der dafür bekannt ist, bei Demonstrationen mit dem Schild „Linke sind Verräter“ aufzutreten.

Das französische Konsulat verurteilte den Angriff scharf und erklärte auf X:

„Frankreich fordert, dass der Täter der Aggression für diese Tat zur Rechenschaft gezogen wird und dass Gerechtigkeit geschieht.“

Der Direktor der Französischen Schule für Biblische und Archäologische Forschung in Jerusalem, Pater Olivier Poquillon, bestätigte dass die Nonne Forscherin an seiner Einrichtung sei und erwarte eine entschiedene Reaktion der Behörden.

Die Hebräische Universität Jerusalem erklärte in einer Stellungnahme, die die Jerusalem Post zitierte: „Dies ist kein Einzelfall, sondern Teil eines beunruhigenden Musters wachsender Feindseligkeit gegenüber der christlichen Gemeinschaft und ihren Symbolen.“

Die Nonne sei eine „geschätzte akademische Partnerin bei der Erforschung des Erbes dieses Landes“ gewesen. „Ein Angriff auf ihre Wissenschaftler ist ein Angriff auf die globale wissenschaftliche Gemeinschaft.“

Auch das israelische Außenministerium meldete sich zu Wort und bezeichnete den Angriff als „schändliche Tat, die in direktem Widerspruch zu den Werten des Respekts, des Zusammenlebens und der Religionsfreiheit steht, auf denen Israel gegründet wurde.“

Erzbischof Atallah Hanna, Oberhaupt einer griechisch-orthodoxen Kirche in Jerusalem, warnte auf Facebook: „Der Angriff auf eine Nonne in der Stadt Jerusalem erfolgt inmitten eskalierender Verstöße gegen christliche Einrichtungen in der Stadt.“ Solche Angriffe seien „keine Einzelfälle mehr, sondern Teil eines wiederkehrenden Musters, das die christliche Präsenz bedroht.“ Er forderte internationale Maßnahmen.

Ein Muster wachsender Christenfeindlichkeit

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Übergriffen ein, die Experten als systematisches Muster bezeichnen. Das Religious Freedom Data Centre (RFDC), ein Netzwerk israelischer Freiwilliger, verzeichnete allein im ersten Quartal dieses Jahres 31 Vorfälle der Belästigung von Christen — überwiegend Anspucken oder die Beschädigung von Kircheneigentum.

Das RFDC betonte jedoch, die tatsächliche Dunkelziffer sei weit höher, da orthodoxe Gemeinden Vorfälle häufig nicht meldeten. Ein Kloster in Mea Shearim erklärte gegenüber der Organisation: „Die Wahrheit ist, wir haben das Haus kaum verlassen. Wenn wir doch ausgingen, spuckten Kinder und verfluchten den Namen des Herrn Jesus. Ich kann nicht sagen, wie oft das vorgekommen ist.“

Wadie Abunassar, Medienkoordinator des Holy Land Christian Forum, bezeichnete Angriffe auf Christen als wachsendes Phänomen. Die schnelle Reaktion auf den Angriff auf die Nonne führte er darauf zurück, dass er auf Video festgehalten wurde. Er äußerte „große Wut auf das System und große Trauer, weil ich das Gefühl habe, dass dies nicht bald enden wird.“

Palästinensische Christen im Westjordanland, deren Gemeinden zu den ältesten der Welt gehören, sehen sich seit Jahren zunehmendem Druck durch israelische Siedler ausgesetzt. Kirchenführer in Jerusalem haben die israelischen Behörden wiederholt aufgefordert, entschieden gegen solche Angriffe vorzugehen.
Blockade heiliger Stätten und der Fall Pizzaballa

Der Angriff ereignete sich zudem kurz nachdem israelische Behörden den Zugang zu heiligen Stätten für Muslime und Christen unter Berufung auf Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg eingeschränkt hatten. Für internationales Aufsehen sorgte bereits der Fall des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, dem am Palmsonntag der Zugang zur Grabeskirche verweigert worden war.

Israelischer Soldat zerstörte Jesusstatue im Libanon

Der Vorfall folgt auf den bereits international verurteilten Fall eines israelischen Soldaten, der im vergangenen Monat im Südlibanon eine Jesusstatue mit einem Vorschlaghammer zerstört hatte. Dieser Soldat sowie ein weiterer, der den Angriff filmte, wurden zu 30 Tagen Haft verurteilt. Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte damals, er sei „bestürzt und traurig“ über den Vorfall.

 

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