Weltweite Empörung
Libanon: Israelische Soldaten zerstören Jesus-Statue

Ein israelischer Soldat zerstört eine Jesusstatue im Libanon — und entfacht eine globale Debatte über westliches Schweigen und Angriffe auf Christen in Israel.

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Beirut – Ein virales Foto, das einen israelischen Soldaten zeigt, der mit einem Vorschlaghammer eine Jesus-Christus-Statue im Südlibanon zerstört, hat weltweit Empörung ausgelöst.

Das Bild wurde über 5 Millionen Mal auf X aufgerufen und löste eine breite Debatte über die westliche Gleichgültigkeit gegenüber der Zerstörung religiöser Symbole durch israelische Soldaten und Siedler aus.

Die israelische Armee bestätigte die Echtheit des Bildes und teilte mit, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei.

„Die Handlungen entsprechen nicht den Werten der Armee oder dem erwarteten Verhalten ihrer Soldaten“, hieß es in einer Stellungnahme. Angemessene Maßnahmen würden „auf Grundlage der Ergebnisse“ ergriffen — ohne weitere Details zu Identität oder möglichen Disziplinarmaßnahmen gegen den Soldaten zu nennen. Die Statue befand sich am Ortsrand des Dorfes Debl im Südlibanon, nahe der Grenze zu Israel.

Palästinensische Abgeordnete reagieren scharf

Ayman Odeh, palästinensisches Mitglied der israelischen Knesset, kommentierte ironisch: „Wir werden darauf warten zu hören, dass der Polizeisprecher behauptet, der Soldat habe sich von Jesus bedroht gefühlt.“

Sein Kollege Ahmad Tibi schrieb auf Facebook, dass diejenigen, die in Gaza Moscheen und Kirchen in die Luft sprengen und in Jerusalem christliche Geistliche anspucken — und das ungestraft — keine Hemmungen hätten, eine Jesusstatue zu zerstören und dies zu veröffentlichen. „Wenn die westliche Welt schweigt, gehen Rassisten weiter“, so Tibi.

Ein Muster der Zerstörung

Der Vorfall ist kein Einzelfall. Israelische Streitkräfte griffen während des Krieges gegen Gaza wiederholt religiöse Stätten an — darunter Moscheen und Kirchen. Im besetzten Westjordanland vandalisierten oder griffen Siedler im vergangenen Jahr laut dem palästinensischen Ministerium für religiöse Angelegenheiten 45 Moscheen an.

Das Religious Freedom Data Center (RFDC) dokumentierte zwischen Januar 2024 und September 2025 mindestens 201 Vorfälle von Gewalt gegen Christen in Israel — überwiegend begangen von orthodoxen Juden gegen internationale Geistliche oder Personen, die christliche Symbole trugen.

Die Mehrheit dieser Vorfälle, darunter Anspucken, verbale Beleidigungen, Vandalismus und körperliche Angriffe, ereignete sich in der Altstadt von Jerusalem im besetzten Ostjerusalem.

Radikale Christen schweigen — während Christen in Israel schikaniert werden

Bemerkenswert ist dabei die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität: Während konservative und radikale Christen im Westen oft von einer „jüdisch-christlichen Partnerschaft“ sprechen und Israel bedingungslos unterstützen, werden Christen in Israel — insbesondere internationale Geistliche und Pilger — von radikalen Siedlern und teilen der ultraorthodoxen Gemeinschaft regelmäßig schikaniert und angegriffen.

Die konservative amerikanische Politanalystin Candace Owens reagierte auf X mit scharfer Kritik: „Welche Kommentatoren werden uns zuverlässig über jüdisch-christliche Werte belehren?“ — eine direkte Anspielung auf westliche Konservative, die Israel bedingungslos unterstützen, während israelische Soldaten christliche Symbole zerstören.

Ein Bericht der Times of Israel dokumentierte zuletzt einen deutlichen Anstieg solcher Angriffe auf Christen in Israel. Der zweite Jahresbericht des Rossing Center auf den sich Times of Israel bezieht dokumentiert 111 antichristliche Vorfälle im Jahr 2024. Eine begleitende Umfrage ergab, dass fast die Hälfte der Christen unter 30 Jahren aus Israel auswandern möchte. 

Im Zusammenhang mit dem Bericht untersuchte die Gruppe auch die Einstellungen von Christen zu Themen wie Identität, Religionsfreiheit, der israelisch-jüdischen Gesellschaft, der Rolle der Kirche und Auswanderung.

Die Umfrageergebnisse zeigten, dass die Beziehungen zwischen der christlichen Gemeinschaft und dem Rest des Landes etwas angespannt sind: Jeder dritte Christ fühlt sich von seinen jüdisch-israelischen Mitbürgern nicht akzeptiert und erwägt, das Land zu verlassen – bei den unter 30-Jährigen steigt dieser Anteil auf 48 %.

 


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