"März-Ereignisse"
Aserbaidschan gedenkt Genozid vom 31. März 1918

Heute vor 104 Jahren, am 31. März 1918, verübten russische Bolschewiki und armenische Milizen in Baku und in anderen Städten Aserbaidschans zahlreiche Massaker an aserbaidschanischen Zivilisten, bei dem nach offiziellen Angaben alleine in der Hauptstadt Baku 12.000 und insgesamt mehr als 50.000 unschuldige Menschen zum Opfer fielen.

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Baku – Heute vor 104 Jahren, am 31. März 1918, verübten russische Bolschewiki und armenische Milizen in Baku und in anderen Städten Aserbaidschans zahlreiche Massaker an aserbaidschanischen Zivilisten, bei dem nach offiziellen Angaben alleine in der Hauptstadt Baku 12.000 und insgesamt mehr als 50.000 unschuldige Menschen zum Opfer fielen. Die Massaker gingen als „März-Ereignisse“ in die Geschichte ein.

Von März – April 1918 wurden durch Gewaltexzesse in Baku, Schemacha, Guba, Mugan und Lenkoran mehrere Zehntausend Aserbaidschaner bestialisch getötet. Systematisch wurden in Schemacha 53 Dörfer, im Kreis Guba 167, in Berg-Karabach 150, in Sangesur 115, in der Region Eriwan 211 und in Kars 92 Ortschaften vollkommen zerstört.

Der ethnische Armenier Stepan Shaumian, der außerordentlicher Kommissar für den Kaukasus war, gab zu, dass 6.000 bewaffnete Soldaten des Baku-Sowjets und 4.000 Mitglieder der Dashnaksutjun-Partei an den Massakern gegen das aserbaidschanische Volk beteiligt waren. [«Шаумян С.Г Избранные произведения», том 2, Москва 1978, стр. 259-260]

Seit 1998 gedenkt die aserbaidschanische Bevölkerung am 31. März als Gedenktag der Toten von vor 104 Jahren, das sich tief in das Bewusstsein des aserbaidschanischen Volkes eingegraben hat.

Die 1890 in Tiflis gegründete Armenische Revolutionäre Föderation (ARF) der Daschnaken, die für die Ermordung von Zehntausenden von türkischen und aserbaidschanischen Zivilisten verantwortlich gemacht wird, nutzte den Ersten Weltkrieg und die russische Oktoberrevolution von 1917, um unter dem Vorwand „revolutionärer Ideen“ ein Großarmenien zu gründen.

Unter dem Deckmantel der „Bekämpfung konterrevolutionärer Elemente“, entwickelte das Bakuer Sowjet einen Plan, das von Armeniern dominiert wurde, die die Eliminierung der aserbaidschanischen Bevölkerung in der Provinz Baku vorsah. In der aserbaidschanischen und türkischen Geschichtswissenschaft hat sich der Begriff Mezalim als Fachtermini durchgesetzt, das massenhafte Gewaltverbrechen an Zivilisten umschreibt und auch für den Genozid vom 31. März 1918 benutzt wird.

Die Regierung Aserbaidschans richtete 1918 eine außerordentliche Untersuchungskommission ein, um die schweren Verbrechen zu untersuchen. Die Untersuchungskommission bestand aus verschiedenen Nationalitäten – Russen, Juden, Polen, Georgiern und sogar Armeniern. Sie hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Beweise zu diesen Ereignissen zu bewahren und die Weltgemeinschaft über diese Gräueltaten zu informieren.

Die Untersuchungskommission leitete auf der Grundlage der Beweise Strafverfahren gegen 194 Personen ein, denen verschiedene Verbrechen gegen die friedliche Bevölkerung vorgeworfen wurden. 24 Personen in Baku und etwa 100 Personen in Shamakhi wurden damals festgenommen.

Am 26. März 1998 unterschrieb der damalige Präsident der Republik Aserbaidschan, Heydar Aliyev das Dekret „Über den Völkermord an den Aserbaidschanern“. Mit diesem Erlass wurde der 31. März offiziell zum Tag des Genozids an den Aserbaidschanern erklärt.

Kemal Bölge/pka

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