Gastbeitrag
Kommentar: Koranverbrennung ist keine Meinungsäußerung

ein Gastbeitrag von Michael Thomas

Nun kann es passieren, dass mir der Lebensstil meines Nachbarn nicht zusagt. Vielleicht, weil er statt eines englischen Rasens ein buntes Blumenfeld im Vorgarten hat. Oder weil sein Auto größer und teurer als meines ist. Aber es wäre wohl nicht angebracht, wenn ich ihm deshalb an seiner Haustüre mitteilte, dass seine Mutter meiner Meinung nach der Prostitution nachginge und er das Ergebnis dieser Profession sei. Denn das wäre keine Meinung, das wäre eine Beleidigung.

Und so ist, wir wissen es ja alle, die Verbrennung eines Koran natürlich auch keine „Meinungsäußerung“, sondern nur eine dumm-aggressive Beleidigung. Eine derartige Aktion trägt selbstverständlich keinesfalls zu einer nüchternen, womöglich progressiven Dialogführung bei und ist einseitig ausschließlich nur auf Hass und Gewalt ausgerichtet. Diese Aktion will nichts anderes als die Gefühle von mehr als einer Milliarde Menschen auf der Welt verletzen. Sie will keinen Dialog, kein Gespräch, keine Annäherung und damit auch keinen Frieden. Im Gegenteil.

Die Reaktion der schwedischen Regierung, die bis heute aufgrund der vorangegangenen Aktion einer Koranverbrennung nicht die dringend gewünschte Mitgliedschaft in der NATO erreichen konnte, ist in ihrer Hilflosigkeit faszinierend. Sie zeigte sich außerstande, ihre Polizei- und Ordnungsbehörden davon abzuhalten, solche Aktionen zu genehmigen. Im Gegenteil war die jüngste Aktion ordnungsgemäß angemeldet und begleitet worden. Das bedeutet natürlich nichts anderes, als dass die schwedische Gesellschaft die aggressive Beleidigung von Werten, die sehr vielen Menschen auf der Welt sehr viel bedeuten und sehr nahe gehen, akzeptiert.

Wenn nun aber ein mehrheitlich und bekennend islamisch geprägtes Land Mitglied der NATO ist, kann diese Organisation Schweden nachvollziehbarerweise keine Mitgliedschaft gewähren. Das mindeste, was der Türkei als Reaktion auf die Koranverbrennung verbleibt, ist die Versagung des Beitritts.

Die Nachrichten aus der Welt sind voll von Wutausbrüchen, die der dummen Aktion des Irakers in Schweden gefolgt sind. Nationen, Länder und ganze Bündnisse bringen ihre Empörung zum Ausdruck. Es wird ein Bündel an Maßnahmen folgen; sicherlich wird es Importverbote für Güter aus Schweden, Ausweisungen von Botschaftern und Auflösung von Kooperationen und Verträgen hageln, so dass die Versagung der NATO-Mitgliedschaft beinahe als das kleinere der Übel wirkt, die folgen werden.

Die auch zu recht folgen werden. Denn jeder würde selbstverständlich großes Verständnis für meinen Nachbarn haben, wenn mir dieser aufgrund meiner „Meinung“ wütend die Tür vor der Nase zuknallte.

Solange jedoch der angeblich so „kultivierte“, „gebildete“ und „zivilisierte“ Teil der nichtislamischen Welt Wert darauf legt, dem gewaltigen Rest unter dem Tarnmantel einer „Meinung“ Beleidigungen zukommen lassen zu müssen, solange zeigt er, dass er all das Vorgenannte nicht für sich beanspruchen kann und nichts ist, als ein unzivilisierter, ungebildeter und unkultivierter Haufen von Menschen, die Spaß an der Verletzung anderer haben. Aber das ist ohnehin bereits der Eindruck der Welt, den diese vom Verhalten der westlich-industrialisierten und reichen Staaten längst gewonnen hat.

Die Koranverbrennung passt bestens ins Bild von Ländern, die angeblich „menschenrechtsbasierte“ Außenpolitik machen und dennoch buchstäblich „un-heimlich“ auffallend freundlich mit grausamen und brutalen Despotien verhandeln, um an Öl, Rohstoffe, Macht und Einfluss zu gelangen. Die Welt weiß längst, dass all diese Werte nichts wert sind, solange sie keinen Geldeswert besitzen, nicht in bare Münze umzuwandeln sind.

Also warum sollte man auf die Barbarei verzichten, Korane zu verbrennen? Wenn man zugunsten reichhaltiger Waffenverkäufe Kriege entzündet, Länder zu Geiseln nimmt und, im Falle Israels, ganz offen alle Menschenrechtsbrüche ignoriert, dann kann man den unzivilisierten und dumpf-aggressiven, eigenen Bürgern auch den Spaß gönnen, Werte anderer zu beleidigen.

Den Preis dafür zahlen ja, wie immer, andere

So mancher Schwede ging nach der Verbrennung zufrieden nach Hause, freute sich, es „denen da“ mal anständig gezeigt zu haben und wird selbst nie Ziel von Hass, Rache, Bomben und Krieg. Das ist nichts als verächtliche Schadenfreude, aber doch keine „Meinung“, schon gar keine schützenswerte.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Autor 
Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.
 

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Mord an Marwa El-Sherbini
Gedenken an Rassismus-Opfer Marwa El-Sherbini

Dresden – Vor vierzehn Jahren wurde die muslimische Apothekerin und Sportlerin Marwa El-Sherbini von einem Neonazi und NPD-Anhänger im Dresdner Landgericht erstochen.

Tag gegen antimuslimischen Rassismus

Dem rassistisch motivierten Mord an Marwa El-Sherbini wird am 1. Juli eines jeden Jahres mit dem Ziel gedacht, ein Zeichen für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft zu setzen, in der niemand aufgrund von Herkunft, Religion und Aussehen diskriminiert oder angegriffen wird.

Am 1. Juli 2009 tötete der in Russland als Alexander Igorewitsch Nelsin geborene Russlanddeutsche Alex Wiens die ägyptische Apothekerin El-Sherbini in einem Dresdner Gerichtssaal. Wiens stach 18 Mal auf Sherbini ein, als beide zu einer Berufungsverhandlung wegen eines Streits erschienen, den sie ein Jahr zuvor auf einem Dresdner Spielplatz hatten.

Die beiden hatten sich zufällig auf dem Spielplatz getroffen, als Sherbini Wiens bat, eine Schaukel zu räumen, damit ihr Kleinkind sie benutzen konnte. Wiens reagierte mit einer Flut von Beschimpfungen und nannte Sherbini, die zu diesem Zeitpunkt ein Kopftuch trug, eine Islamistin, eine Terroristin und eine Hure.

Daraufhin informierte eine dritte anwesende Person die Polizei. Die herbeigerufenen Polizeibeamten nahmen den Vorgang vor Ort auf und bearbeiteten die Anzeige. Das Amtsgericht Dresden erließ gegen Wiens einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe. Nachdem Wiens gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt hatte, kam es zu einer Hauptverhandlung, in der El-Sherbini als Zeugin vernommen wurde.

Wiens wurde zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 13 Euro verurteilt. Noch im Prozess äußerte er, dass man „solche Leute“ nicht beleidigen könnte, da sie keine „richtigen Menschen“ wären. Die Staatsanwaltschaft nahm das zum Anlass, Berufung einzulegen, um ein höheres Strafmaß wegen eines ausländerfeindlichen Hintergrunds zu erwirken. Auch Alex Wiens legte gegen das Urteil Berufung ein.

In der Berufungsverhandlung am 1. Juli 2009 schmuggelte Wiens ein 18 Zentimeter langes Küchenmesser in seinem Rucksack in den Gerichtssaal und griff die im dritten Monat schwangere El-Sherbini an, als sie nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte. Er tötete sie mit 18 Messerstichen. Ihren Ehemann, Elwy Okaz, der ihr zu Hilfe eilen wollte, verletzte er mit drei Messerstichen lebensgefährlich. Okaz war Genetiker und stand kurz vor der Abgabe seiner Doktorarbeit.

Außerdem gab ein hinzukommender Polizist gezielt einen Schuss auf Okaz ab, den er für den Angreifer hielt, und traf ihn am Bein. Es hatte vorher keine Waffenkontrollen am Gebäudeeingang oder im Gerichtssaal gegeben. Der dreijährige Sohn wurde Zeuge, wie seine Mutter verblutete. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Einzeltäter, der aus einer „extrem ausländerfeindlichen Motivation“ handelte.

Sherbini und ihr Ehemann lebten seit 2003 in Deutschland und planten Ende des Jahres 2009 nach Ägypten zurückzukehren. Sie erwarteten ein zweites Kind.

El-Sherbini war die Tochter des Chemiker-Ehepaares Ali El-Sherbini und Laila Shams.. Sie wurde 1977 in der ägyptischen Stadt Alexandria geboren und war Schulsprecherin am English Girls College. Von 1992 bis 1999 gehörte sie der ägyptischen Handballnationalmannschaft an. El-Sherbini studierte in ihrem Heimatland Pharmazie und arbeitete in Dresden in einer Apotheke.

Finanzen
Den perfekten Kredit finden: Darauf kommt es an

Kredite können Türen öffnen – ob für ein neues Auto, die Traumimmobilie oder die Selbstständigkeit. Sie können aber auch zur finanziellen Belastungsprobe werden, wenn man die falsche Entscheidung trifft. Deshalb ist es entscheidend, sich gut zu informieren, bevor man sich auf die Suche nach dem perfekten Kredit macht. In diesem Artikel geben wir wertvolle Tipps und zeigen auf, worauf es bei der Kreditwahl wirklich ankommt.

Grundsätzliche Überlegungen vor einem Kredit

Bevor man sich auf die Suche nach einem Kredit macht, sollte man einige grundlegende Fragen klären. Zunächst ist es wichtig, die eigene finanzielle Situation realistisch einzuschätzen: Wie viel Geld kann man monatlich zur Rückzahlung aufbringen, ohne sich zu übernehmen? Des Weiteren sollte man den genauen Finanzierungsbedarf ermitteln. Dabei hilft es, den Verwendungszweck zu berücksichtigen: Benötigt man den Kredit beispielsweise für eine Immobilie oder für ein Auto? Oder will man sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen? Diese Überlegungen sind essentiell, um die Tilgungsfähigkeit sicherzustellen und um den passenden Kredit zu finden. Um sich einen Überblick zu verschaffen, kann man einen Kreditvergleich nutzen.

Auf diese Kriterien sollte man achten

Hat man erst einmal die grundlegenden Überlegungen angestellt, geht es nun darum, die richtigen Kriterien bei der Kreditauswahl zu beachten. Einer der wichtigsten Aspekte ist der Zinssatz. Je niedriger dieser ist, desto günstiger wird der Kredit. Doch Vorsicht: Oft verbirgt sich hinter einem niedrigen Sollzinssatz ein höherer effektiver Jahreszins, der zusätzlich Kosten wie Bearbeitungsgebühren oder Kontoführungsgebühren berücksichtigt. Die Laufzeit des Kredits und die Höhe der monatlichen Raten sollten gut durchdacht sein. Eine längere Laufzeit bedeutet zwar niedrigere Raten, allerdings erhöht sie auch die Gesamtkosten des Kredits. Es gilt, hier ein ausgewogenes Verhältnis zu finden. Zusätzlich sollte man ein Auge auf mögliche Nebenkosten und Zusatzleistungen werfen. Gibt es beispielsweise die Möglichkeit einer Sondertilgung oder sind kostenpflichtige Versicherungen mit dem Kredit verbunden? All diese Aspekte tragen dazu bei, den perfekten Kredit für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

Vergleichen lohnt sich

Ist man gewappnet mit dem Wissen um die eigenen Finanzierungsmöglichkeiten und die wichtigen Kreditkriterien, stellt sich die Frage: Wo findet man nun den perfekten Kredit? Eine effektive und zeitsparende Methode ist die Nutzung von Online-Vergleichsportalen. Sie geben einen Überblick über aktuelle Kreditangebote und ermöglichen einen direkten Vergleich hinsichtlich Zinsen, Laufzeit und Konditionen. Allerdings sollte man nicht nur auf die Zahlen achten, sondern auch die Details der Verträge genau prüfen. Hier können eine persönliche Beratung bei der Hausbank oder die Konsultation eines unabhängigen Finanzberaters helfen. Sie können individuell auf die persönliche Situation eingehen und potenzielle Fallstricke aufzeigen. Die Kreditanfrage selbst kann ebenfalls online erfolgen oder direkt bei der Bank. Wichtig ist es, verschiedene Angebote einzuholen und diese sorgfältig zu prüfen. Denn nur so findet man den Kredit, der wirklich perfekt zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Fallstricke und Risiken beim Kredit

Bei der Kreditsuche lauern jedoch auch einige Fallstricke und Risiken. So sollte man vor Lockangeboten mit unrealistisch niedrigen Zinsen auf der Hut sein, denn oft verbergen sich dahinter hohe Nebenkosten oder unseriöse Kreditgeber. Ein weiterer Punkt, den man im Blick haben sollte, ist die Schufa-Abfrage. Zu viele Kreditanfragen können den eigenen Schufa-Score negativ beeinflussen und künftige Finanzierungen erschweren. Das größte Risiko bei einem Kredit ist jedoch die Überschuldung. Man sollte daher immer sicherstellen, dass die monatlichen Raten im Rahmen des eigenen Budgets liegen und auch unerwartete Ausgaben nicht zur finanziellen Notlage führen.

Fazit

Der Weg zum perfekten Kredit ist geprägt von gründlicher Planung, sorgfältigem Vergleichen und bewusstem Abwägen von Konditionen und persönlichen Möglichkeiten. Man sollte immer den eigenen finanziellen Spielraum im Auge behalten und sich nicht von verlockenden Angeboten blenden lassen. Mit der nötigen Sorgfalt und den richtigen Informationen ist es durchaus möglich, einen Kredit zu finden, der perfekt zu den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten passt.

Sport
Erfolgreiche türkische Sportler und Sportlerinnen im Nischensport

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Zahlreiche türkische Sportler und Sportlerinnen sind aktiv in Nischensportarten und bestreiten Begegnungen auf Weltklasseniveau. Ihr Engagement steigert nicht nur das Interesse für alternative Disziplinen jenseits Fußball, Basketball und Co., sondern unterstreicht den Erfolg des türkischen Sports. Folgende fünf Sportstars gehören dabei zu den besten ihrer Disziplinen. Mete Gazoz in Bogenschießen Bogenschießen ist eine historische Sportart in der Türkei, genießt aber leider in der Bevölkerung nicht die Popularität des Fußballes. In den letzten Jahren lässt die türkische Nationalmannschaft allerdings immer mehr von sich sprechen. Besonders auffällig sind die Erfolge des Bogenschützen Mete Gazoz. Der 24-Jährige gab den Startschuss für seine internationale Karriere bereits vor zehn Jahren und belegte 2014 bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen den vierten Platz. Der bisherige Höhepunkt seiner Karriere ist 2020 der Olympiasieg im Einzel in den Olympischen Spielen von Tokio. Dies lässt wieder auf eine Medaille in den nächsten Olympischen Spielen in Paris hoffen. Busenaz Sürmeneli in Boxen Im Boxen zählt der türkische Nationalsport auf die Stärke der 25-jährigen Busenaz Sürmeli. Sie begann bereits mit zehn Jahren für den Profisport in Trabzon zu trainieren und ist bis heute bei Trabzonspor unter Vetrag. Bei den Weltmeisterschaften 2019 im russischen Ulan-Ude setzte sie sich im Finale gegen ihre chinesische Rivalin mit 4:0 durch und ergatterte sich die Goldmedaille. Ein Jahr später besiegte sie erneut eine chinesische Boxerin bei den Olympischen Spielen in Tokio mit 3:0 und brachte das erste olympische Gold in der Kategorie Boxen für die Türkei mit nach Hause. Wie Gazoz ist Sürmeli eine der wichtigsten Medaillenhoffnungen des türkischen Olympiateams.
(Screenshot/Twitter)
Örpen Kısacıkoğlu in Poker In der Türkei wird Poker von vielen Menschen als Hobby gespielt, doch nur wenige Hobbyspieler wagen eine professionelle Karriere. Einer von ihnen ist Örpen Kısacıkoğlu. Er ist nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern auch ein geschickter Pokerspieler, der seit 2011 an verschiedenen Online- und Offline-Turnieren teilnimmt. Aufgrund der allgemeinen Beliebtheit von Texas Hold’em in der Pokerszene konzentriert sich seine Karriere auf diese Variante. Allerdings lässt er sich auch Omaha-Turniere nicht entgehen. Sein bisheriger größter Erfolg ist 2022 der Sieg bei der World Series of Poker Europe, die ihm sein erstes Bracelet einbrachte. Şahika Ercümen in Freitauchen Die Weltrekorde der Freitaucherin Yasemin Dalkılıç machte die Disziplin Freitauchen bzw. Apnoetauchen im offenen Wasser in den 2000er Jahren in der Türkei äußerst populär und eröffnete vielen jungen Sportlern den Weg in die internationale Bühne. Unter ihnen befindet sich auch die 38-jährige Şahika Ercümen, die 2003 mit dem Freitauchen begann und im Verlauf der Jahre einen Rekord nach dem anderen aufstellte. So wurde sie 2011in Weißensee mit 110 Metern Weltrekordlerin im Streckentauchen ohne Sauerstoffgerät unter Eis. 2014 brach sie in Kaş einen neuen Weltrekord in der Kategorie Apnoe mit variablem Gewicht ohne Flossen, in dem sie die Tiefenmarke von 91 m erreichte. In der gleichen Kategorie erreichte sie zuletzt 2021 sogar die 100-Meter-Marke. Neben Tiefentauchen ist Ercüman auch in anderen Wasserdisziplinen wie Orientierungstauchen, Unterwasserrugby oder Unterwasserhockey äußerst aktiv und setzt sich für den Wasserschutz ein.
(Foto: Twitter/Screenshot/Sahika Ercumen)
Semih Saygıner in Billiard In dieser Liste darf natürlich der professionelle Billardspieler Semih Saygıner nicht fehlen. Auch bekannt unter den Spitznamen „Mr. Magic“ und „The Turkish Prince“ ist er in der Billardszene einer der erfolgreichsten Sportler überhaupt. In seiner langen Karriere erlebte der 58-Jährige zahlreiche Tief- und Höhepunkte. Zwischen 1991 und 2007 belegte er in diversen Billardmeisterschaften regelmäßig Podestplätze. Dann folgte eine langwierige Sperrung aufgrund Unstimmigkeiten mit dem türkischen Billardverband. 2014 feierte Sayginer sein Comeback und bewies dem Billardpublikum, dass er all die Jahre nichts an seiner Form verloren hat. Größtes Highlight seiner Karriere war bisher das Finale der Dreiband-Weltcup 2021 im ägyptischen Scharm asch-Schaich. Er traf er auf den niederländischen Weltranglistenführer Dick Jaspers und feierte nach einem umkämpften Spiel seinen ersten Weltcupsieg nach der Sperrung. Aktuell befindet sich Saygıner auf Platz 3 der Weltrangliste. Ob mit jungen Namen wie Mete Gazoz und Busenaz Sürmeli oder erfahrenen Stars wie Örpen Kısacıkoğlu, Şahika Ercümen und Semih Saygıner, der türkische Sport weist zahlreiche Erfolge in Nischensportarten vor. Dies ermuntert junge Sportler und Sportlerinnen den Einstieg in weniger bekannte Disziplinen und vergrößert die Vielfalt in der türkischen Sportlandschaft.

Tourismus
Über 60 Mio Touristen: Türkei erwartet Allzeitrekord

Istanbul – Nach einem Rückgang in den Corona-Jahren, könnte die Türkei in diesem Jahr einen Allzeitrekord bei den internationalen Besucherzahlen erreichen. Davon geht auch Mehmet İşler von der Ägäischen Vereinigung für Tourismusunternehmen und Unterkünfte (ETİK) aus. 75 Prozent mehr Italiener Zu den Aussichten der Branche für die kommenden Monate sagte er, dass die Buchungen aus den beiden größten Märkten, nämlich Russland und Deutschland, vor allem nach den Wahlen im Mai zu steigen begannen. Er wies insbesondere darauf hin, dass die Ankünfte italienischer Touristen im Vergleich zum letzten Jahr um 75 Prozent gestiegen sind. İşler erwartet, dass der Zustrom von Touristen aus dem Ausland in den kommenden Monaten weiter zunehmen wird. „Bestes Jahr aller Zeiten“ „Wahrscheinlich wird 2023 das beste Jahr aller Zeiten für die Tourismusindustrie sein, mit neuen Rekorden. Es sieht so aus, als würde die Türkei ihr Ziel erreichen, in diesem Jahr 60 Millionen ausländische Touristen zu empfangen und 55 Milliarden Dollar an Tourismuseinnahmen zu generieren“ zitiert die türkische Tageszeitung Hürriyet İşler. Laut Hochrechnungen gehe man sogar von 64,5 Millionen Touristen aus. Zum Vergleich: Im Jahr 1985 lag die Zahl noch bei lediglich zwei Millionen und 1990 bei fünf Millionen. Rekorde auch im Inlandstourismus Trotz einer aktuellen Inflations- und Währungskrise hat auch der inländische türkische Tourismus bereits Rekorde gebrochen. Die Entscheidung der Regierung, das diesjährige Opferfest auf neun Tage zu verlängern, wirke sich positiv auf die lokale Tourismusbranche aus, so İşler weiter. Der Verkauf von Inlandsflugtickets für das Opferfest ist um 320 Prozent gestiegen, berichtet die Wirtschaftszeitung Ekonomi unter Berufung auf Daten der Reiseplattform Enuygun. Auch die Hotelbuchungen im ganzen Land stiegen um 70 Prozent, während der Verkauf von Flugtickets für ausländische Ziele um 174 Prozent zunahm, wie die Daten zeigten. Die Auslastung in den Urlaubsorten an der Ägäisküste etwa, seien auf fast 100 Prozent gestiegen. In das beliebte Reiseziel Bodrum in der Provinz Muğla fuhren Medienberichten zufolge innerhalb von viereinhalb Tagen rund 100.000 Autos ein.

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Erzbistum Köln
Köln: Private Unterlagen Kardinal Woelkis beschlagnahmt

Köln – Bei den Durchsuchungen im Erzbistum Köln hat die Kölner Staatsanwaltschaft auch private Unterlagen von Kardinal Rainer Woelki im Bistumsarchiv beschlagnahmt. Dies berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger„. Um in den Besitz des sogenannten „Vorlasses“ zu gelangen, der Woelkis Tätigkeit als Erzbischof dokumentieren und bereits zu seinen Lebzeiten im Archiv aufbewahrt wird, mussten die Ermittler am Dienstag kurzfristig bei Gericht einen erweiterten Beschluss erwirken. Das Archiv als Durchsuchungsort soll von der ursprünglichen Version nicht erfasst gewesen sein. Offenbar wollten die Ermittler dort aber trotzdem Materialien beschlagnahmen, auf deren Existenz und Aufbewahrung im Archiv sie bei den Durchsuchungen andernorts aufmerksam geworden waren. Der zuständige Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn wollte zu dem Vorgang auf Anfrage der Zeitung aus ermittlungstaktischen Gründen keine Stellung nehmen. Die Kölner Staatsanwaltschaft führt gegen Woelki ein Ermittlungsverfahren wegen Meineidverdachts. Es geht um beeidete Aussagen vor dem Landgericht Köln im März, in denen der Erzbischof sich zu seinem Kenntnisstand über Missbrauchsvorwürfe gegen einen von ihm 2017 beförderten Priester äußerte. Woelki bestreitet, vor Gericht unter Eid falsche Angaben gemacht zu haben. Weil die Aufklärung durch Vernehmung zahlreicher Zeugen laut Willuhn nicht wirklich weitergeführt habe, beantragten die Ermittler beim Amtsgericht Köln einen Durchsuchungsbeschluss für verschiedene kirchliche Räume, unter anderem das erzbischöfliche Haus, das Generalvikariat und das Offizialat (Kirchengericht). Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ interessierten sich die Ermittler insbesondere für die Korrespondenzen und E-Mail-Verzeichnisse von Woelki selbst, von seinem Generalvikar Guido Assmann sowie von dessen Vorgängern Dominik Schwaderlapp, Stefan Heße, Dominik Meiering und Markus Hofmann. Auch soll der Mailverkehr des früheren Offizials Günter Assenmacher (Leiter des Kirchengerichts), der Personalchefs Stefan Weißkopf und Mike Kolb, des früheren Interventionsbeauftragten Oliver Vogt sowie der früheren Bistumsjustiziarin Daniela Schrader beschlagnahmt worden sein. Auch Funktionspostfächer wie das des erzbischöflichen Hauses – also Woelkis Büro – waren dem Vernehmen nach im Visier der Ermittler. Die von den Ermittlern beschlagnahmten Daten lassen nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ auch die Rekonstruktion von möglicherweise gelöschten Schriftwechseln zu. „Da geht nichts verloren“, zitierte die Zeitung aus informierten Kreisen.

Geschichte
27. Juni 1944: Der Genozid an den Chameria-Albanern

von Kemal Bölge

Der Massenmord an albanischen Zivilisten war minutiös geplant, als am 27. Juni 1944 gegen Sonnenaufgang Einheiten des griechischen Generals Napoleon Zervas in der Stadt Paramythia anrückten. Von Juni 1944 bis März 1945 führten griechische Streitkräfte und Partisanen ethnische Säuberungen an den Chameria-Albanern durch, bei dem 2.900 Männer, 214 Frauen, 96 Kinder getötet und 745 Frauen Opfer von Vergewaltigungen wurden. Um die Einwohner aus ihren Besitzungen zu vertreiben, setzten Soldaten in insgesamt 68 Ortschaften 5800 Häuser systematisch in Brand.

Die Vertriebenen litten an Hunger und Epidemien und auf der Flucht vor dem griechischen Militär starben über 2000 Zivilisten. Aufgrund der gewaltsamen Vertreibung mussten zirka 35.000 Chameria-Albaner ihre Heimat für immer verlassen. Bis heute weigert sich Griechenland den begangenen Genozid an den Chameria-Albanern anzuerkennen und lehnt es strikt ab, die zwangsenteigneten Albaner zu entschädigen.  Griechenland beschuldigt die Chameria-Albaner der Kollaboration mit der deutschen Wehrmacht.

Albanisches Parlament stufte die Massaker an den Chameria-Albanern 1994 als Genozid ein

1994 verabschiedete das albanische Parlament in Tirana ein Gesetz, das den 27. Juni 1944 als Völkermord einstuft. Im Andenken an die Opfer des Genozids finden in Albanien alljährlich Ausstellungen, Märsche und Gedenkveranstaltungen statt. Bei der Region Chameria handelt es sich um ein Gebiet, das sich im heutigen Südalbanien und Nordwestgriechenland befindet. Historische Quellen datieren die albanische Besiedlung des Küstenstreifens auf das 13. Jahrhundert. Nach einer Volkszählung aus dem Jahr 1910 lebten in der Chameria-Region 83.000 Albaner. Bei den Chameria-Albanern handelt es sich mehrheitlich um Muslime, aber es gibt auch eine kleine Minderheit christlich-orthodoxen Glaubens.

Chameria-Albaner fordern Anerkennung des Völkermords

Nach dem zweiten Balkankrieg und der anschließenden Konferenz von London 1913 wurde der südliche Teil der Chameria-Region Griechenland zugeschlagen. Interessenverbände der Chameria-Albaner verlangen von Griechenland die Anerkennung des Verbrechens als Völkermord, die Erlaubnis zum Besuch der früheren Heimat und die Rückgabe des früheren Eigentums. In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Terminus technicus Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.

Zeitzeugenbefragung von Überlebenden der Chameria-Massaker

Dem Schriftsteller und Kulturforscher Enver Kushi, der ursprünglich aus der Region Chameria entstammt, gelang es durch Zeitzeugenbefragungen (Oral-History) neue Erkenntnisse von Überlebenden der Massaker während des Zweiten Weltkriegs zu gewinnen. Die Ergebnisse seiner Zeitzeugenbefragung hatte der Kulturforscher Kushi zum Jahrestag der Massaker am 27. Juni 2021 („Chameria-Woche“) in Tirana der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mezalim ist der Fachterminus für massenhafte Gewaltverbrechen an Muslimen

In Bezug auf die an der türkisch-muslimischen Zivilbevölkerung in Anatolien begangenen massenhaften Gewaltverbrechen und Massakern an Muslimen insgesamt hat sich in der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft der Fachterminus Mezalim durchgesetzt. Zur Erläuterung: Der Begriff Mezalim ist aus dem Arabischen entlehnt und steht für Gräueltaten, Ungerechtigkeiten und Massaker.

Erschienen auf Mezalim 

Griechisch-türksiche Beziehungen
Türkei: Erdogan gratuliert Ministerpräsident Mitsotakis zum Sieg

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Ankara/Athen – In einem Telefongespräch am Montag äußerten der türkische Staatschef und der griechische Premierminister die Hoffnung, dass die neue Ära nach den jüngsten Wahlen in beiden Ländern eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen begünstigt. Präsident Recep Tayyip Erdogan beglückwünschte Kyriakos Mitsotakis nach seiner erneuten Vereidigung als griechischer Ministerpräsident, so eine Erklärung der türkischen Kommunikationsdirektion. Während ihres Gesprächs wurde betont, dass die Anwesenheit starker Regierungen, die das Vertrauen ihrer jeweiligen Bürger in beiden Ländern gewonnen haben, eine Chance für die Zukunft der bilateralen Beziehungen darstellt. Schritte zum Abbau der Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei Im Zuge der Bemühungen, die positive Atmosphäre zwischen den beiden Ländern nach den tödlichen Erdbeben vom 6. Februar in der Türkei und dem Zugunglück in Griechenland zu verbessern, haben die beiden Nachbarn gegenseitige Schritte unternommen. Bei seinem Besuch in der von den verheerenden Erdbeben heimgesuchten Stadt Hatay im Februar kündigte der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos an, dass die beiden Staaten vereinbart hätten, eine Agenda auf der Grundlage gutnachbarlicher Beziehungen zu entwickeln. Panagiotopoulos hatte den Willen geäußert, die bilateralen Beziehungen zu stabilisieren und sagte, Tragödien wie die Erdbeben zeigten, „wie klein“ die bestehenden Probleme zwischen Griechenland und der Türkei seien. „Wenn man sie aus einer anderen Perspektive betrachtet, sehen wir, dass diese Tragödien und Katastrophen tatsächlich als Katalysator für den Abbau von Spannungen wirken“, fügte er hinzu. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar erinnerte im April daran, dass zwischen den beiden Ländern ein Moratorium besteht, um die Durchführung von Militärübungen in der Ägäis während der Tourismusperiode zu verhindern, und betonte, dass die Türkei bereit sei, dieses zu erweitern.

„In der kommenden Zeit erwarten wir konkrete positive Entwicklungen in einigen Fragen, wie z.B. die Verlängerung des Moratoriums, das vorsieht, Übungen in den internationalen Gewässern und im Luftraum der Ägäis zwischen dem 15. Juni und dem 15. September, wenn der Tourismus intensiv ist, zu vermeiden“, wurde Akar von der Nachrichtenagentur Anadolu zitiert.

Akar: Wir sollten den Reichtum in der Ägäis teilen Bereits im März sagte Akar, dass die Türkei bereit sei die Beziehungen zu verbessern und „einen Kanal für den Dialog zu öffnen“, um ihre Probleme mit Griechenland zu lösen, so Akar, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu. „Wir haben Probleme mit Griechenland… Wir sind dafür, diese Probleme mit friedlichen Mitteln und Methoden zu lösen, indem wir im Geiste der Allianz und der guten nachbarschaftlichen Beziehungen verhandeln“, betonte Akar. Wie der griechische Fernsehsender Skai berichtete, fügte Akar hinzu, dass die Türkei konsequent für eine „gemeinsame Nutzung des Reichtums der Ägäis“ eintrete. Viele Regierungsvertreter in beiden Ländern hoffen, dass die Wiederbelebung der so genannten „Erdbebendiplomatie“ zu einer nachhaltigen Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen wird, die in den letzten Jahren eine Phase anhaltender Spannungen erlebt haben. Griechenland reagierte auf die Erdbeben, die Teile der Südtürkei und Nordsyriens erschütterten, mit einer raschen Entsendung von Hilfsgütern, die vor allem von der EMAK, einer Spezialeinheit für Katastrophenhilfe, die zur griechischen Feuerwehr gehört, bereitgestellt wurden. Die Naturkatastrophe veranlasste auch den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, zum ersten Mal seit März letzten Jahres ein direktes Gespräch zu führen.

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Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar überraschte den griechischen Fußballer Dimitrios Kolovetsios mit einem Besuch.

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phoenix-Interview
Zentralrat der Juden in Deutschland nennt AfD große Gefahr für die Jüdische Gemeinschaft

Der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, Daniel Botmann, fordert vor dem Hintergrund des Wahlsiegs der Alternative für Deutschland im südthüringischen Landkreis Sonneberg bei phoenix: „Die politische Linke und Rechte müssen sich näher sein als dem eigenen Rand.“ Man müsse die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und die eigene Politik erklären, so Botmann weiter. Man sei sich bewusst, dass nicht alle Wählerinnen und Wähler der AfD eine rechtsextreme Gesinnung hätten, aber jede Stimme für die AfD sei eine Stimme für eine rechtsextreme Partei. „Als Demokraten in diesem Land müssen wir uns einig sein, dass es Schwierigkeiten, Probleme und Sorgen gibt, die die Menschen bewegen.“ Jedoch rechtfertige keine Sorge die Wahl einer rechtsextremen Partei, so der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Die AfD spaltet unsere Gesellschaft.“ Botmann fährt fort: „Sie definiert, wer dazugehört und wer nicht dazugehört“, und treibt damit Menschen an den Rand der Gesellschaft. Er erkennt in den Reaktionen auf den Wahlsieg der Partei einen Gewöhnungseffekt. Das Beschwichtigen, dass es sich bloß um ein Verwaltungsamt handle, sei falsch. Man habe sich mittlerweile an die Anwesenheit der AfD im Deutschen Bundestag gewöhnt, so der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die AfD versuche seit Jahren, pro-jüdisch und pro-israelisch aufzutreten und die jüdische Gemeinschaft als Feigenblatt zu nutzen. Dafür stehe man nicht zur Verfügung, so Botmann. Die AfD stelle für die jüdische Gemeinschaft eine große Gefahr dar, betonte der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland. In Bezug auf den heute erscheinenden Jahresbericht über antisemitische Vorfälle erklärte Botmann, dass sich Jüdinnen und Juden in Deutschland sicher fühlen, jedoch sei man angesichts einer neuen Qualität antisemitischer Übergriffe besorgt.

Trendbarometer
Umfrage: AfD (19%) weiter zweitstärkste Kraft

Im aktuellen RTL/ntv Trendbarometer ergeben sich in dieser Woche keine Veränderungen. Die Union liegt mit 27 Prozent weiter vor der AfD (19%) und der SPD (18%). Auch die Werte für die Grünen (15%), FDP (7%), Linke (4%) sowie für die sonstigen Parteien (10%) bleiben im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Die AfD hat angekündigt, bei der nächsten Bundestagswahl wie die Union, die SPD und die Grünen einen eigenen Kanzlerkandidaten aufzustellen. Nur 11 Prozent der Bundesbürger glauben, dass ein AfD-Politiker als Bundeskanzler gut für Deutschland wäre. Die große Mehrheit von 81 Prozent hielte das für schlecht. 80 Prozent der Bundesbürger glauben zudem nicht, dass die AfD jemanden hat, der für das Amt des Bundeskanzlers geeignet wäre. 14 Prozent meinen, dass die AfD „kanzlertaugliche“ Politiker hat. Von diesen 14 Prozent nennen auf die offene Nachfrage, welchen Politiker bzw. welche Politikerin der AfD sie für fähig genug halten, das Amt des Bundeskanzlers zu übernehmen, die meisten Alice Weidel (64%). 1 Prozent nennen Björn Höcke, 7 Prozent andere Politiker der AfD. Wie gering der Rückhalt für einen AfD-Kandidaten bei der Bevölkerung insgesamt wäre, zeigen die Ergebnisse auf die Frage nach der Kanzlerpräferenz unter Einbeziehung der AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel. Wenn die Befragten den Kanzler direkt wählen könnten und die Wahl zwischen Olaf Scholz, Friedrich Merz, Robert Habeck und Alice Weidel hätten, würden sich 27 Prozent für Scholz, 24 Prozent für Merz, 17 Prozent für Habeck und 10 Prozent für Weidel entscheiden. Bei der Alternative Scholz – Merz – Baerbock und Weidel würde sich ebenfalls nur 9 Prozent für Alice Weidel entscheiden. 25 Prozent würden für Scholz, 23 Prozent für Merz und 19 Prozent für Baerbock stimmen.