Geschichte
Zum 100. Jahrestag der Republik Türkei

von Can Burak Naz

Der 10. November 2023 markiert den 85. Todestag des großen Staatsmannes und Visionärs, Mustafa Kemal Pascha. Bis heute bleibt sein Werk ein erfolgversprechendes Konzept für die weltweiten Probleme und Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Sein Beispiel zeigt, woran es heutigen Weltpolitikern mangelt: an Menschlichkeit und Integrität. Can Burak Naz führt uns die größten Errungenschaften Atatürks in Erinnerung und zeigt: Wir brauchen Menschen wie ihn heute dringender denn je.

Die Türkei feiert am kommenden Sonntag, den 29. Oktober 2023, den 100. Jahrestag der Proklamation der Republik. Das Land fußt bis heute auf dem Fundament, das Mustafa Kemal Pascha geschaffen hatte.

Atatürk, der „Vater der Türken“, wie er sich nach einem Parlamentsbeschluss von 1934 nennen durfte, hatte 1923 aus der Asche des Osmanischen Reiches die moderne Republik Türkei ins Leben gerufen. Doch wer genau war dieser charismatische Mann, für den Jahr für Jahr Millionen von Menschen an Nationalfeiertagen das Anıtkabir — das Atatürk-Mausoleum in Ankara — aufsuchen?

Atatürk-Mausoleum in Ankara (Foto: nex24)

Zu seinen Ehren steht das Leben für die Türken jedes Jahr am 10. November um 09:05 Uhr für eine Minute still — zu jener Uhrzeit, an der er gestorben ist. Was hinterließ der „Vater der Türken“, welches Erbe und welche Lehren sowohl für unsere heutige als auch für die nächsten Generationen sind geblieben?

Ein erfolgreicher Soldat

Geboren wurde Mustafa Kemal am 19. Mai 1881 in Saloniki, dem heutigen Thessaloniki, in der letzten Epoche des Osmanischen Reiches, das damals als der „kranke Mann vom Bosporus“ galt. Der preußische Hauptmann Helmut von Moltke beschrieb dieses Reich als „im traurigsten Zustande (…) schwach wie ein Kind und hinfällig wie ein Greis in den älteren Institutionen (…), welche sich überlebt haben“ (1).

Nach dem Besuch der Kriegsschule in Manastir und der erfolgreichen Absolvierung der Militärakademie in Istanbul machte der junge Kemal rasch Karriere. Einen Namen gemacht hatte er sich bereits in den Kämpfen in Nordafrika um die Gebiete des heutigen Libyen gegen die Italiener, die 1911 dem Osmanischen Reich den Krieg erklärt hatten.

Spätestens nach seinen Erfolgen 1915 und 1916 während des Ersten Weltkriegs bei der Verteidigung der Halbinsel Gallipoli gegen die Armee des Commonwealth wurde allen klar, dass dieser ehrgeizige Offizier in die Geschichte eingehen und die Welt bewegen würde. Als genialer Stratege hatte er die Landung der Alliierten bei Gallipoli exakt vorausgesehen und den imperialistischen Angriff auf die Dardanellen erfolgreich abwehren können, in dessen Folge er schließlich in den Rang eines Nationalhelden erhoben wurde.

Winston Churchills sogenannter Plan der „Entscheidung im Mittelmeer“ war an Mustafa Kemals Brillanz gescheitert. Kemals Weitsichtigkeit hatte ihn bereits am 16. Juli 1914 dazu veranlasst, dem türkischen Kriegsministerium ein Telegramm zu senden, in dem er für sein Land die politische Neutralität während des Ersten Weltkriegs empfahl. Sein tiefblickender Rat wurde allerdings nicht befolgt — die regierenden Jungtürken hatten 1914 eine geheime Allianz mit dem Deutschen Kaiserreich unter Wilhelm II. geschlossen, sodass das Osmanische Reich den Zentralmächten folgte und so Kriegspartei wurde.

Mustafa Kemal Pascha wurde in seinen Bedenken bestätigt, denn der Erste Weltkrieg versetzte dem ohnehin „kranken Mann vom Bosporus“ den endgültigen Todesstoß. Dieser Krieg erwies sich als ein „Aufteilungskrieg“ des Osmanischen Reiches — insbesondere seiner rohstoffreichen Gebiete; das Reich musste bedingungslos kapitulieren.

„Freiheit oder Tod“

Für Mustafa Kemal Pascha kam jedoch eine Akzeptanz des „Vertrags von Sèvres“, des „Versailler Vertrags“ der Türken, nicht in Frage. Für ihn galt es zu entscheiden zwischen „Freiheit oder Tod“. Der junge Soldat verließ heimlich Istanbul und landete am 19. Mai 1919 mit dem Schiff „Bandırma“ in Samsun. Er wollte sich als Aufständischer nach Anatolien zurückziehen und von dort aus das Volk für den bewaffneten Widerstand organisieren, um auf diesem Wege den Kampf gegen die imperialistischen Siegermächte aufzunehmen.

Diese instrumentalisierten die während des Krieges nahezu unversehrt gebliebenen Griechen, dazu sagte Mustafa Kemal Atatürk am 2. August 1923:

„Der Imperialismus verbarg sich in der britischen Munition der griechischen Gewehre.“

Atatürk gewann 1923 gemeinsam mit seinem Volk den Unabhängigkeitskrieg; die griechische Invasion Kleinasiens war zurückgedrängt worden. Der hierauf folgende Friedensvertrag von Lausanne gegründete mithin auf einem militärischen Sieg (1). Das Osmanische Reich war zwar Verlierer des Ersten Weltkriegs, doch die moderne türkische Republik war hingegen als Sieger aus dessen Asche hervorgegangen.

Atatürks kühl durchdachter Plan war aufgegangen; er kannte sein Volk gut und hatte früh genug erkannt, dass es eine Aufteilung Anatoliens durch die Alliierten nicht hinnehmen würde. Es bedurfte hierzu lediglich eines lang ersehnten, richtigen Anführers — und dieser war er selbst.

Atatürk hatte in Anatolien den ersten erfolgreichen anti-imperialistischen und antikapitalistischen Befreiungskampf der Moderne geführt und wollte auch ein Modell für alle unterdrückten Völker bilden: „Die Türkei verteidigt die Sache aller unterdrückten Völker des ganzen Orients“ (2), kommentierte er.

Er unterstützte die Unabhängigkeitsbewegungen Syriens und des Iraks. Am 23. Juli 1923 während eines Kongresses in Erzurum bezeichnete er die imperialistischen westlichen Staaten als die „Unterdrücker“ und die von diesen ausgebeuteten östlichen Staaten wie etwa Afghanistan, Indien, Irak, Syrien, Ägypten und Iran dagegen als die „Unterdrückten“, die sich neben der Sowjetunion gemeinsam gegen den Imperialismus erhoben hatten (3).

 

Krieg ist Mord

Soviel Ruhm und Erfolg Atatürk als Soldat auch hatte, so sehr verachtete er allerdings auch den Krieg. Er hatte sich an vielen Schlachten an vorderster Front beteiligt, den Krieg selbst erlebt und viel Blut, viele Opfer, viel Leid gesehen. Seiner Meinung nach gab es nur eine einzige Legitimation für den Krieg:

„Solange nicht die Existenz der Nation in Gefahr ist, ist der Krieg reiner Mord!“

Auch als späterer Präsident erinnerte sich Atatürk immer wieder an blutige Schlachten und sagte zu einer Trauerfeier am Jahrestag der Schlacht von Gallipoli im Jahre 1934:

„Diese Helden, die ihr Blut vergossen und ihr Leben ließen (…), nun liegt Ihr in dem Boden eines freundlich gesinnten Landes. Darum ruhet in Frieden. Da gibt es keinen Unterschied zwischen den Johnnies und den Mehmets, dort wo sie Seite an Seite in diesem unseren Lande liegen (…). Ihr, die Mütter, die ihre Söhne aus weit entlegenen Ländern schickten, wischt weg eure Tränen. Eure Söhne liegen nun an unserer Brust und sind in Frieden. Ihr Leben in diesem Land verloren zu haben, machte sie genauso zu unseren Söhnen.“

Staatsmann, Visionär, Philosoph und Revolutionär

Wer dachte, Mustafa Kemal Pascha werde sich nach dem errungenen militärischen Sieg zurückziehen oder sich etwa als Kalif oder Sultan an die Spitze des Staates setzen, hatte sich getäuscht.

Den Vorschlag einer Delegation von Vertretern der ägyptischen und indischen Muslime, er solle selbst Kalif werden, lehnte er strikt ab (4). Zwar hätte ihm niemand diesbezüglich widersprochen, doch er ließ dem Unabhängigkeitskrieg eine Epoche großer Reformen folgen und gründete einen Nationalstaat, eine laizistische Demokratie. Bis heute ist im Plenarsaal des türkischen Parlamentsgebäudes sein Zitat „Die Souveränität gehört ohne Wenn und Aber der Nation“ zu lesen.

Zu den bedeutendsten Reformen Atatürks gehörte die Schriftreform von 1928: Zuvor lag im Osmanischen Reich die Anzahl der alphabetisierten Männer bei 7 Prozent, bei Frauen dagegen gerade mal bei 0,4 Prozent, sodass im Gesamtdurchschnitt nicht einmal 5 Prozent im Lande lesen und schreiben konnten. Diese Zahl stieg nach der Reform innerhalb von 7 Jahren schnell auf 23 Prozent.

Daneben gehörten zu den Reformen 1926 die Einführung europäischer Zivil- und Strafgesetzbücher, 1925 die Hut- und Kleiderreform und 1934 die Reform der Namensgebung. Eine seiner wichtigsten Reformen sollte schließlich die Emanzipation der Frauen sein, die unter Atatürk bereits Mitte der dreißiger Jahre das aktive und passive Wahlrecht erhielten — eine Errungenschaft, die damals auch im Westen noch nicht umfassend verbreitet war. Bezüglich der Bedeutung der Frauenrechte betonte Kemal Atatürk:

„Wenn Männer und Frauen nicht gemeinsam für ein Ziel marschieren, sind die wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen für eine moderne Zivilisation nicht geschaffen. Eine Gesellschaft besteht aus Männern und Frauen. Wie kann es dann sein, dass der eine Teil in Ketten am Boden gehalten wird und der andere in den Himmel ragen darf?“ (5).

Religion als Verbindung zwischen Mensch und Gott

Anders als viele Religionskritiker immer wieder behaupten, war Mustafa Kemal Atatürk indes der Religion — insbesondere dem Islam — gegenüber nicht feindlich gesinnt. Was er nicht dulden konnte, war die jahrhundertelange politische Instrumentalisierung der Religion und des Glaubens. Für ihn gehörten Glaube und Religion nicht ins öffentliche Leben oder etwa ins Parlament, sondern ins Privatleben, in die Herzen der Individuen. Religion und Glaube waren eine Verbindung allein zwischen „Mensch und Gott“, in die sich andere Menschen nicht einzumischen hatten.

Ein Blick auf die von Leid, Krieg und Rückständigkeit geprägte heutige islamische Welt zeigt, wie befreiend die Einführung des Laizismus war. Die Stimmen und Rufe nach einer Trennung von Staat und Religion werden mit der Zeit indes lauter. Nicht umsonst sagte der irakische Kleriker Ayad Jamal al-Din im Fernsehen alarabiya, dass er sich für den Irak auch einen Atatürk wünsche, der das Land reformieren und dessen Einheit wiederherstellen könne (6).

Ein Pionier der türkisch-islamischen Aufklärung

Auch durch die 3.997 Bücher, die er in seinen 57 Lebensjahren gelesen hatte, kannte sich Atatürk in der Weltgeschichte bestens aus. Er hatte die Werke der großen Aufklärungsphilosophen wie Rousseau, Montesquieu oder Voltaire früh studiert und bewunderte als junger Offizier die Französische Revolution, die auch den Jungtürken zum Vorbild wurde.

Dem Beispiel Martin Luthers folgend, ließ Atatürk höchstpersönlich den Koran ins Türkische übersetzen (7), damit das Volk seinen Glauben nach vielen Jahrhunderten eigenständig „verstehen“ und mit Verstand ausleben konnte. Dies alles war ihm zufolge nötig, „damit die Wiederbelebung der wahren islamischen Religion gewährleistet werden“ konnte (4). Nicht umsonst nannte der türkische Theologe, Religionsphilosoph, Autor, Jurist und Politiker Professor Yaşar Nuri Öztürk Atatürk den „Pionier der türkisch-islamischen Aufklärung“ in personam.

Viele muslimische Staaten riefen Staatstrauer aus, als Atatürk am 10. November 1938 starb. In ihren Zeitungen und Zeitschriften wurde er unter anderem als Held neben „Sultan Saladin“ und „Ahmed asch-Sharif as-Senussi“ abgebildet (8).

„Frieden im Lande, Frieden auf der Welt“

Abgesehen von seinen Reformen und seinen militärischen Erfolgen war es speziell auch die Friedenspolitik Atatürks, welche ihn zu einem der größten Staatsmänner des 20. Jahrhunderts gemacht hatte. Nur wenige Menschen wissen beispielsweise, dass es von 1933 an die Türkei Atatürks war, die bereitwillig Tausende Deutsche aufgenommen hatte (9), welche vor den Nazis fliehen mussten — darunter vor allem Wissenschaftler und Intellektuelle, die die Modernisierung und Entwicklung der Türkei beschleunigen sollten. Vor allem in der Medizin und den Ingenieurwissenschaften, aber auch in der Musik spielten Deutsche eine wichtige Rolle.

Atatürk hatte bereits 1934 den Ausbruch und Ausgang des Zweiten Weltkriegs — „zwischen 1940 und 1945“ — inklusive des Kriegsverlaufs samt der Niederlage Deutschlands und des Sieges der Alliierten richtig vorausgesagt (4).

Er hatte die Gefahr des nationalsozialistischen Regimes erkannt und veranlasste — zwecks Sicherung der südosteuropäischen Grenzen auf dem Balkan — am 9. Februar 1934 die Gründung der Balkan-Entente. Dies war ein militärisches Bündnis zwecks Nichtangriff und Garantie der gegenseitigen Grenzen zwischen der Türkei, Jugoslawien, Rumänien und Griechenland. Der griechische Ministerpräsident Eleftherios Venizelos hatte Atatürk im Jahre 1934 sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen (10).

Das Pendant zur Balkan-Entente war im Mittleren Osten der Sadabad-Pakt vom 8. Juli 1937, der zwischen der Türkei, dem Iran, dem Irak sowie Afghanistan geschlossen wurde. Auch die UN-Charta betont in Kapitel VIII, Artikel 52 bis 54 die Bedeutung solcher Regionalabmachungen für den Weltfrieden (11).

Leitprinzip der Außenpolitik Atatürks war stets „Frieden im Lande, Frieden auf der Welt“. Die Verfolgung dieses Prinzip verschaffte der Türkei mit ihren Nachbarstaaten — und sogar mit dem ehemaligen Feindstaat Griechenland — und darüber hinaus weltweit friedliche und freundschaftliche zwischenstaatliche Beziehungen. Atatürk hatte von Afghanistan bis zum Balkan die größte Friedenszone der Welt geschaffen.

Internationales Nachwirken

Kemal Atatürk wird bis heute weit über die Grenzen der Türkei hinaus geehrt: In über 30 Ländern weltweit gibt es seine Statuen, Büsten, nach ihm benannte Straßen, Alleen und Freizeitparks — als Beispiel sei etwa die „Atatürkstraat“ in Rotterdam genannt.

Revolutionären wie Ernesto Che Guevara und Fidel Castro, aber auch Mahatma Gandhi oder Mao Zedong sollte Kemal Atatürk später für ihre Revolutionen oder Unabhängigkeitsbewegungen als Vorbild und Idol dienen. So verwundert es nicht, dass man in Neu-Delhi auf die „Mustafa Kemal Atatürk Marg“ stößt oder seiner Büste in Havanna begegnet, unter der in Stein gemeißelt „PAZ EN EL PAIS, PAZ EN EL MUNDO“ steht, auf deutsch „Frieden im Lande, Frieden auf der Welt“. Darüber hinaus gedenkt man Atatürks auch anderorts, so etwa in Bukarest, in Wakayama in Japan, in Mexico City oder in Washington D.C..

Sein 100. Geburtstag im Jahre 1981 wurde von den Vereinten Nationen und der UNESCO schließlich zum „Atatürk Year in the World“ deklariert. Als bislang einzigem Staatsmann wurde ihm zu Ehren die Atatürk-Hundertjahrfeier ausgerufen und hierzu die „Resolution on the Atatürk Centennial“ angenommen, mit folgender Begründung:

„Die Generalkonferenz,

Überzeugt davon, dass herausragende Persönlichkeiten, die sich für internationale Verständigung, Zusammenarbeit und Frieden eingesetzt haben, Beispiele für zukünftige Generationen sein werden, In Erinnerung, dass der hundertste Geburtstag von Mustafa Kemal Atatürk, dem Gründer der Republik Türkei, im Jahr 1981 gefeiert wird,

Unter Berücksichtigung, dass er ein außergewöhnlicher Reformer in allen Bereichen war, die heute in der Kompetenz der UNESCO liegen,

In besonderer Anerkennung, dass er der Anführer eines der frühesten Kämpfe gegen Kolonialismus und Imperialismus war,

In Erinnerung daran, dass er ein herausragender Förderer des gegenseitigen Verständnisses zwischen Völkern und dauerhaften Friedens zwischen den Nationen der Welt war und dass er sein ganzes Leben lang arbeitete für ein ‚Zeitalter der Harmonie und Zusammenarbeit zwischen den Völkern‘ ungeachtet deren Hautfarbe, Religion oder Rasse,

Beschließt, dass die UNESCO 1981 auf intellektueller und technischer Ebene mit der türkischen Regierung für die Organisation eines internationalen Symposiums zusammenarbeiten wird. Dieses soll verschiedene Aspekte der Persönlichkeit und der Arbeit von Atatürk hervorheben, dessen Bestreben stets auf die Förderung des Weltfriedens, der Völkerverständigung und der Achtung der Menschenrechte ausgerichtet war, …“

Mustafa Kemal Atatürk ist auch noch 85 Jahre nach seinem Tod so aktuell und lebendig wie nie zuvor. Sein Weg, seine Reformen und seine Friedenspolitik sollten für viele Länder weiterhin ein Vorbild bleiben.

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.welt.de/print-welt/article483517/Kemal-Pascha-Atatuerk-Der-Mann-der-die-moderne-Tuerkei-erfand.html (2) https://www.zeit.de/1983/45/pfeiler-und-pfeile-atatuerks/komplettansicht (3) https://www.sozcu.com.tr/2018/yazarlar/sinan-meydan/ataturkten-ortadogu-dersi-2184090/ (4) https://www.zeit.de/1981/22/ohne-atatuerk-gaebe-es-keine-tuerkei (5) https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/istanbul-die-milde-auflehnung-der-emanzipierten-frauen/8753754-2.html (6) http://english.alarabiya.net/en/webtv/programs/point-of-order/2015/12/05/The-cleric-who-dreams-of-Iraqi-Ataturk.html (7) https://www.sozcu.com.tr/2017/yazarlar/sinan-meydan/ataturkun-yanindaki-muftu-m-rifat-borekci-2032885/ (8) https://odatv.com/muhafazakarlar-ataturke-artik-o-iftirayi-atamayacak-0304131200.html (9)https://www.abendblatt.de/politik/europa/article106914889/Als-Atatuerks-grosse-Stunde-schlug.html (10) https://www.nobelprize.org/nomination/redirector/?redir=archive/show.php&id=7872 (11) https://www.unric.org/de/charta

Gaza-Krieg
Gaza: Scholz und Baerbock lehnen UN-Waffenruhe ab

ein Gastbeitrag von Nabi Yücel In der Luft explodierende israelische Artilleriemunition mit Weißem Phosphor über den Dächern von Gaza; Tag und Nacht anhaltende Flächenbombardements ziviler Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Moscheen oder Kirchen, in der Verletzte und Flüchtlinge Zuflucht suchen; täglich Hunderte verstümmelte Leichen von palästinensischen Frauen und Kindern, die von Bunkerbrechern im Schlaf getroffen wurden und inmitten der Flächenbombardements aus den Trümmern herausgeholt oder darin verwesen; dass ist das Ergebnis der Hannibal-Doktrin von Netanjahu, die mehr als zwei Wochen anhält. Und die Europäische Union steckt in diesem inzwischen menschenverachtenden und monströsen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen das Völkerrecht tief mit drin. Allen voran die deutsche „Völkerrechtlerin“ und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), die gestern noch einer von UN-Generalsekretär Guterres vorgeschlagenen kurzen Waffenruhe die rote Karte zeigte. Sprich, nicht einmal einer Ruhe vor dem nächsten Bombenhagel stimmte Baerbock zu, damit Sanitäter und Ärzte zu Atem kommen, Helfer die verschütteten Zivilisten aus den Trümmern bergen oder Menschen ohne ein Dach über dem Kopf, Schutz finden. Mitten in diesen Ungeheuerlichkeiten melden nun peu à peu palästinensische Ärzte aus Gaza, dass die Krankenhäuser und Hospitäler ihren Aufgaben nicht nachkommen können, weil nicht einmal mehr Sterilisationsmittel, Mullbinden und Pflaster vorhanden sind, geschweige denn Strom, um den Betrieb lebenserhaltender medizinischer Geräte zu gewährleisten. Sprich, Baerbock zog für die palästinensischen Ärzte die Stecker von über einem Dutzend Krankenhäusern und Hospitälern im Gazastreifen. Das ist in der Geschichte des Völkerrechts wohl einmalig. Es gibt nämlich keinen vergleichbaren Vorgang, bei der Dritte Kriegsparteien einer Waffenruhe aktiv widersprochen hätten. Dritte Kriegspartei, weil Baerbock und der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) der Hannibal-Doktrin des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu anstandslos folge leisten. Vor vier Jahren war das noch unter der Großen Koalition von CDU und SPD unvorstellbar, der humanitären Hilfe die rote Karte zu zeigen. Damals reiste Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) nach Ankara, um den Türken in Zusammenhang mit den Kampfhandlungen im syrischen Idlib die Leviten zu lesen, und damit die von Russland und der Türkei vereinbarte Waffenruhe eingehalten wird.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

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Gaza-Konflikt
Wegen Israel-Kritik: Pulitzerpreisträger Nguyen ausgeladen

New York – Nach dem in Deutschland einst gefeierten türkischen Pianisten Fazil Say, wurde nun ein weiterer Promi weger einer israelkritischen Äußerung von einer Veranstaltung ausgeladen. Der vietnamesisch-amerikanische Autor Viet Thanh Nguyen wurde von einer bereits angekündigten Lesung wieder ausgeladen, nachdem er einen offenen Brief, in dem Israels „wahllose Gewalt“ gegen die Palästinenser im Gazastreifen verurteilt wurde, unterzeichnet hatte. Außerdem habe sich Nguyen auch in den Sozialen Medien zu dem Konflikt im Nahen Osten geäußert:
„Die israelische Regierung und ihre Unterstützer haben versucht, jeden Protest gegen Israel zu unterbinden, einschließlich gewaltfreier Proteste wie [Boykott, Desinvestition und Sanktionen], was zu der aktuellen Situation beiträgt, in der einige nur Gewalt als Lösung sehen können.“
Nguyen, dessen Roman „The Sympathizer“ 2016 mit dem Pulitzer-Preis für Belletristik ausgezeichnet wurde, wirbt derzeit für seine neuen Memoiren „A Man of Two Faces“. Seine Lesung im Kulturzentrum 92nd Street Y sollte am Freitag um 20 Uhr stattfinden, doch um 15 Uhr erfuhr er, dass die Veranstaltung abgesagt worden war, ohne jegliche Erklärung. „In Anbetracht der öffentlichen Äußerungen des eingeladenen Autors zu Israel und zu diesem Zeitpunkt hielten wir es für verantwortungsvoll, die Veranstaltung zu verschieben, während wir uns Zeit nehmen, um zu entscheiden, wie wir unsere Plattform am besten nutzen und die gesamte 92NY-Gemeinschaft unterstützen können“, erklärte ein Sprecher der Organisation gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. In einem Instagram-Post am Donnerstag sagte Nguyen, er habe den offenen Brief zusammen mit anderen Verfassern unterzeichnet, weil die Politik Israels den unvermeidlichen Tod von Zivilisten zur Folge habe. „Das ist falsch und muss aufhören“, schrieb er. Er bleibe ein starker Unterstützer der Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung (BDS), die dazu aufruft, wirtschaftlichen Druck auf Israel auszuüben, um die Besetzung von palästinensischem Land zu beenden. Nguyen sagte auf Facebook, dass „die Kunst in Zeiten des Krieges und der Spaltung manchmal zum Schweigen gebracht wird, weil manche Menschen die Welt nur als ‚wir gegen sie‘ sehen wollen“. „Aber die Kunst“, so Nguyen weiter, „ist eines der Dinge, die unseren Geist und unsere Herzen offen halten können, die uns helfen können, über den Hass des Krieges hinaus zu sehen, die uns verstehen lassen, dass wir nicht in menschlich und unmenschlich unterteilt werden können, weil wir alle gleichzeitig menschlich und unmenschlich sind.“ Viet Thanh Nguyen ist außerordentlicher Professor für Anglistik, Amerikanistik sowie Ethnologie an der University of Southern California und hatte sich bereits 2016 für die BDS und den kulturellen und akademischen Boykott Israels zur Unterstützung der Rechte der Palästinenser ausgesprochen. „Erinnere dich immer, vergiss nie. Diese kraftvollen Worte zwingen uns, sowohl über die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit als auch über die Ungerechtigkeiten der Gegenwart nachzudenken. Eine dieser Ungerechtigkeiten der Gegenwart, an die wir uns nur schwer erinnern können, ist die israelische Besatzung und die Verweigerung der Rechte der Palästinenser. Für jeden von uns, der sich für Gerechtigkeit einsetzt, ist der Imperativ klar: Wir müssen uns an der Seite der Entmachteten und Vergessenen gegen Militarismus und den Staat stellen“, sagte Nguyen.

Geschichte
Atatürk warnte Europa: „Palästina kann nicht angerührt werden“

ein Gastbeitrag von Nabi Yücel

Es ist bemerkenswert, mit welchen Taschenspielertricks israelische Aktivisten wie Arye Sharuz Shalicar die türkische Mentalität um den Finger einwickeln wollen, um in Zusammenhang mit dem Konflikt im Gazastreifen die Solidarität der Türken zu ergattern.

Das mag ja auf dem ersten Blick eine Geste der Versöhnung sein, die in der Konsequenz zum Thema mit einer Gegenleistung verbunden ist. Aber das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Türken stets auf der Seite der Schwächeren standen und Position gegenüber der Übermacht einnahmen.

Die folgenden Dokumente und Zeitungsausschnitte könnten einige Leute in Verlegenheit bringen. Also erkläre ich es mal ganz langsam und behutsam, insbesondere Arye Sharuz Shalicar, aber vor allem jenen, die unter dem Deckmantel der „Säkularität“ und „Kemalismus“ umherirren und Bullshit erzählen.

Was Mustafa Kemal Atatürk der türkischen Identität quasi in die Wiege gelegt hat, die seinerseits Ministerpräsident Bülent Ecevit (Demokratischer Sozialismus) und gegenwärtig Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan (AKP) weiterführen, ist so eindeutig wie unerschütterlich.

Zunächst einmal zur Staatsdoktrin der Türkei in Zusammenhang mit Palästina und den Palästinensern in den Worten des türkischen Oppositionsführers und Ministerpräsidenten Bülent Ecevit, aus „İsrail Korkusu, Bülent Ecevit Yazıları 1950-1961“:

„Der israelisch-arabische Konflikt kann nicht durch politische Zwangsmaßnahmen, militärische Aktionen oder Interventionen der Vereinten Nationen oder der USA und Europa gelöst werden. Der israelisch-arabische Antagonismus kann nur gelöst werden, indem die Elemente beseitigt werden, die die gesamte arabische Welt heute angesichts Israels, diesem Außenposten der Zivilisation des 20. Jahrhunderts in den Wüsten des Nahen Ostens, in Angst und Schrecken versetzt.“

Vielleicht versteht man jetzt, weshalb auch Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan (AKP) gegenwärtig die Staatsdoktrin der Türkei fortsetzt. Das hat einen einfachen Hintergrund. Mustafa Kemal Atatürk hatte mit Beginn des türkischen Befreiungskrieges ganze Regionen mit in den Bann gezogen. Befreiung hieß auch das Zauberwort, die in all den Ländern der Welt, die unter der Knute des Kolonialismus litten, emsig aufgesaugt wurde.

Das hat aber eine Vorgeschichte. In seinem Brief an Talat Pascha vom 29. Februar 1920 sagte Atatürk z. B.: „Die politische Formel, die wir von Anfang an den Arabern nahegelegt haben, lautet: Sich als ‚Konföderation‘ zu vereinen, nachdem jede Nation ihre innere Unabhängigkeit wiedererlangt hat.“ Dieses Prinzip wurde von den Arabern mit Freude akzeptiert.“

Wie man sehen kann, legte Atatürk großen Wert auf die Solidarität mit unterdrückten Nationen wie Syrien oder dem Irak. Denn eine Partnerschaft im Kampf gegen den Imperialismus würde in der Konsequenz die Unabhängigkeit und das freie Leben in der Türkei sichern. Nach dem Unabhängigkeitskrieg schloss Atatürk auch deshalb mit dem Irak, Iran und Afghanistan am 8. Juni 1937 den Sadabat-Pakt. Das heißt, Atatürk legte Wert auf Solidarität mit unterdrückten Nationen.

Das besagte Dokument, ist in den türkischen Archiven vorhanden und ist eine amtliche Abschrift der Tageszeitung Bombay Chronicle vom 27. Juli 1937. Hier der Wortlaut:

„Niemand kennt die Verwirrung und Unzufriedenheit, die unter den Arabern herrscht, so gut wie wir. In unserem Fall haben wir uns einige Jahre von den Arabern ferngehalten. Aber jetzt, da wir genug Selbstvertrauen haben und unsere Macht kennen, werden wir verhindern, dass die heiligen Stätten des Islam unter den Einfluss von Juden und Christen geraten. Deshalb möchten wir sagen, dass wir nicht zulassen werden, dass diese Orte zum Spielplatz des europäischen Imperialismus werden. Uns wurde vorgeworfen, unreligiös und ignorant gegenüber dem Islam zu sein. Aber trotz dieser Anschuldigungen sind wir bereit, heute unser Blut zu vergießen, um den letzten Wunsch des Propheten zu erfüllen, dass das Heilige Land immer unter islamischer Herrschaft bleibt. Heute sind wir mit der Gnade Gottes stark genug, um zu erklären, dass wir nicht zulassen werden, dass fremde Herrschaft und Einfluss in den Ländern herrschen, in denen unsere Vorfahren unter der Herrschaft Saladins gegen Christen kämpften. Wir haben keinen Zweifel daran, dass die gesamte islamische Welt aufstehen und Maßnahmen ergreifen wird, wenn Europa den ersten Schritt zur Eroberung dieser heiligen Stätten unternimmt.“

Zunächst einmal ist nicht gesichert, ob Atatürk das gesagt hat, weil zu dieser Zeit, z.B. laut Kritikern, das türkische Nationalparlament in der Sommerpause war oder eine staatliche türkische Zeitung wie die „Ulus“ diese mutmaßliche imposante Rede nicht wiedergegeben hatte. Zudem wurde der türkischen Botschaft in London dieselbe Frage von der Tageszeitung The Guardian gestellt, die aber mit einem Dementi beantwortet wurde.

(April, 2002)

Darum geht es in der Sache aber auch nicht, ob Atatürk es gesagt hatte oder nicht. Es geht um die englischsprachige Zeitung Bombay Chronicle aus Mumbai, die offensichtlich Atatürks Reden und sein Auftreten als solches so wahrnahm, daher entsprechend bewertete und wiedergab. Das ist nämlich der entscheidende Punkt, der relevant erscheint, nicht ob Atatürk das gesagt hat oder nicht gesagt hat.

Das heißt, seit der Gründung der Republik Türkei, schwingt stets der Geist der Freiheit mit, die von Atatürk seinerseits ausgesendet wurde; ob nun bei der eigenen Landesbevölkerung oder bei den Indern, Pakistanern oder Arabern im Nahen Osten, ist ohne belang. Der Punkt ist, Atatürk hatte den Keim der Freiheit vom Imperialismus gelegt, die Bombay Chronicle oder Ecevit pflegten diesen Keim weiter.

 

Deshalb setzt ja Arye Sharuz Shalicar alles daran, für Israel auch die Solidarität der Türken zu ergattern, für etwas was mit Gewalt verbunden ist. Ob ihm das gelingt, sei mal dahingestellt, dass Israel sich von der Gewalt emanzipieren und der örtlichen Gegebenheiten anpassen muss, ist unumstritten. Das heißt, eine Zwei-Staaten-Lösung ist die einzige Möglichkeit, um in der Region für Frieden und Sicherheit zu sorgen. Alles andere wird in Unterdrückung und Leid enden und der Kreis der Gewalt schließt sich wieder.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

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Der US-amerikanische Streamingdienst Disney+ hat die ursprünglich geplante Serie, in der es um den türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk geht, abgesetzt.

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Gaza-Krieg
Volker Beck: Es geht um den Schutz der israelischen Bevölkerung, nicht um Vergeltung

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Berlin – Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, hat im Gespräch mit phoenix noch einmal auf das Selbstverteidigungsrecht Israels hingewiesen. Auf die palästinensischen Opfer ist er jedoch nicht eingegangen. Im phoenix-Gespräch sagte Beck: „Es geht hier nicht um Vergeltung, um Rache, es geht um den Schutz der eigenen Bevölkerung. Ich möchte wissen, was in Deutschland los wäre, wenn so viele Menschen an einem Tag umgekommen wären.“ Man müsse sich vor Augen führen, so Beck, was es für ein kleines Land wie Israel bedeute, 1400 Menschenleben an einem Tag zu verlieren. „Menschen, die in diesem Konflikt überhaupt keine aktive Rolle haben, das sind keine Soldaten, keine Polizisten, keine Sicherheitskräfte gewesen, das waren ganz normale Menschen, Babys, alte Menschen. Holocaust-Überlebende, die von der Hamas entweder abgeschlachtet oder feige entführt wurden“, sagte Beck. Die Solidaritätskundgebung mit Israel am Brandenburger Tor am Sonntag habe gezeigt, dass es „ein breites Bündnis der Solidarität mit Israel“ gebe und Deutschland an der Seite Israels stehe, so Beck. Auf die Frage, warum das Schicksal von Palästinenserinnen und Palästinensern mehr Menschen in Europa mobilisiere, auf die Straßen zu gehen, antwortete Beck: „Ich glaube, um es ganz ehrlich zu sagen, es hängt mit 2000 Jahren Anti-Judaismus und Antisemitismus in unserer Kultur zusammen.“ Vielen Menschen, so Beck, falle es schwer, die Situation klar einzuschätzen. „Vielen gilt Israel als der Starke und die Palästinenser als die Schwachen und es wird dann relativiert, was die Hamas gemacht hat. Die Hamas ist gekommen, um unschuldige Zivilisten abzuschlachten und zu entführen und den Menschen Leid zu bringen, sie hat keine militärische Operation gemacht. Israel hingegen, bei den Versuchen, die Hamas-Infrastruktur des Militärs anzugreifen, versucht alles zu unternehmen, um zivile Opfer zu minimieren.“

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Yücel: „Israelischen Soldaten ist Straffreiheit garantiert“

ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Israelische Soldaten und Siedler genießen Immunität – ihnen ist Straffreiheit garantiert, wenn sie Palästinenser im Gaza in ihrem Sprachgebrauch in die „Hölle“ schicken, Journalisten und zahlreiche Doppelstaatler „versehentlich“ töten. Wer stellt diesen Tätern eigentlich die Immunität aus? USA und Deutschland. Immer wenn Israel internationale Spannungen auslöst, weil es in Palästina gegen das Völkerrecht oder Kriegsrecht verstößt, hat das keine strafrechtlichen Konsequenzen – das geht seit 75 Jahren so. Deshalb ist es auch sinnlos, all die Verbrechen eines souveränen Staates, dessen Existenz bereits mit Anerkennung der Vereinten Nationen und durch Landraub gesichert ist, hier aufzuzählen. Die Anklageschriften würden sich gestapelt über den Nahen Osten meterhoch auftürmen. Jüngstes Beispiel: Weil ein Geschäft Ziel einer intelligenten Bombe wird, müssen auch der Marktplatz eines Flüchtlingslagers in Gaza mitsamt den Flüchtlingen dran glauben. Weil man in jeder Flüchtlingsunterkunft die Hamas wittert, bleibt keines davon verschont, weder Schulen noch unter dem Schutz der UN stehende Gebäude. Wenn ein Baptisten-Hospital in Gaza-City von was auch immer getroffen wird und Hunderte Todesopfer gezählt werden, kann Israel es gar nicht gewesen sein und wenn, hat es auch keine Auswirkungen; auch deshalb nicht, weil diese und viele weitere Krankenhäuser ja Tage zuvor von Israel zigmal ermahnt wurden, die Gebäuden zu räumen. Wenn der drittältesten Kirche der Welt in Gaza die Mauern über die Zufluchtsuchenden hereinstürzen, dann nur, weil das Gebäude den statischen Ansprüchen der modernen Kriegführung nicht gewachsen war und die Hamas dran schuld ist, die Finanzhilfen der EU nicht richtig eingesetzt zu haben. Aber FDP-Mitglied Dirk Niebel hat schon eine Idee parat: Er fände es „suuuper“, wenn dort Parkplätze entstehen, sprich, man greift bereits den Siedlern bei der Planung ihrer Existenz vor. Merkt man eigentlich nicht mehr, wie sich das beißt? Hamas, eine islamistische Terrortruppe, hat demnach christlichen Kirchen samt dem Klerus und christlichen Palästinensern im seit 2007 hermetisch abgeriegelten Gazastreifen nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, wie es „Juden“ außerhalb dessen vor 16 Tagen erfuhren? Apropos vorgreifen: Wenn 16 Journalisten in 16 Tagen ums Leben kommen, dann nur, weil sie dem europäischen Stimmvieh zufolge zur falschen Zeit am falschen Ort standen, um über den Krieg zu berichten. Übrigens, im Ukraine-Krieg sind bisher rund ein Dutzend Medienschaffende getötet worden und jeder Einzelne hatte ein unüberhörbares Raunen in Europa hervorgerufen. Was stimmt also hier nicht? In Gaza stieg die Zahl der bestätigten zivilen Opfer in 14 Tagen auf über 4.000 an, aber in Berlin hatte man dafür nicht einmal ein Achselzucken übrig. In der Ukraine meldete die UN nach anderthalb Jahren Krieg 10.000 zivile Opfer. Der Großteil waren Opfer von ukrainischem Beschuss des Donbass und Berlin kann seitdem nicht genug Geld und Waffen liefern, um der Ukraine bei der Rückeroberung von besetzten Gebieten unter die Arme zu greifen. Wo findet noch einmal ein Besatzung-, ein Vernichtungskrieg statt? Der Besatzungskrieg, der Vernichtungskrieg wird in Gaza vollzogen, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, wenn die israelische Regierung dem die Krone aufsetzt und über Landwirtschaftsminister Avi Dichter flapsig erklären lässt, um Gaza eine Pufferzone einrichten zu wollen, sprich das bereits annektierte palästinensische Gebiet auszuweiten. Die israelische Regierung, israelische Soldaten und Siedler dürfen das alles, denn es geht schlicht und einfach um Landgewinn. Ist wie im Wilden Westen; wer die Macht hat, der darf indigene Völker verfolgen, vertreiben, in Reservate einpferchen und bei Widerstand töten. Danach kommen die Siedler, die ihr Land abstecken und bewirtschaften. Das wird auch nach mehr als 200 Jahren in der sogenannten Pufferzone um Gaza genauso geplant, wie auch in den Golan-Höhen, die seit Jahren als Pufferzone zu Syrien annektiert sind. Im Westjordanland und in Jerusalem ist es bereits gang und gäbe, dass sich Siedler das nehmen, was ihnen beliebt und ihre Existenz sichert. Und wer sichert den israelischen Siedlern das sogenannte Existenzrecht? Washington und vor allem Berlin. Im Überbietungswettbewerb, wer Israel am nächsten zur Seite steht und uneingeschränkt solidarisiert, kommen die Palästinenser darin überhaupt nicht vor. Sie sind mittlerweile vom israelischen Verteidigungsminister zu „Tieren“ degradiert worden, zu einer Herde eines minderwertigen Volkes, die man am besten mit freundlicher Empfehlung von Kanzler Scholz in die ägyptische Wüste treibt. Und jene palästinensischen Stimmen, die sich in Washington, London, Berlin oder Paris darüber echauffieren und zu Wort melden, müssen mit Einschränkungen ihrer Rechte rechnen und werden drakonisch bestraft; man entzieht ihnen regelrecht das Existenzrecht. Die Welt schüttelt nur noch mit dem Kopf und hat die Nase davon endgültig dicke; von der Heuchelei und Doppelmoral Washingtons oder Berlins. Und das ist gut so. Die Solidarität mit Israel erleidet nicht nur in den USA und Europa Schlagseite, sondern und vor allem auch in Deutschland, je länger der Konflikt anhält; trotz der vielen Wortführer, die in sozialen Medien für Israel einstimmen und sich in Relativierung gegenseitig überbieten. Die Solidarität mit den Palästinensern wächst dagegen, Ungerechtigkeiten werden ausgesprochen, angeprangert. Das Gerechtigkeitsempfinden ist eine menschliche evolutionäre Entwicklung, die einen wesentlichen Anteil daran hat, dass das Leben in einer Gemeinschaft organisiert wird. Wird in dieser Gemeinschaft Ungerechtigkeit festgestellt, setzt man sich, wie in diesem Fall, für die stets geschädigten Palästinenser ein. Das ist nämlich das wesentliche Merkmal dieses Konflikts: Das Existenzrecht Palästinas.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Thema

– Al-Ahli-Arab-Krankenhaus – Gaza: „Wer steckt hinter der Krankenhaus-Bombardierung?“

Thomas: „Waffenexperten sagen einhellig, dass keine jemals bisher von Hamas eingesetzte Rakete ein derartiges Maß an Vernichtung hätte anrichten können.“

Gaza: „Wer steckt hinter der Krankenhaus-Bombardierung?“

Al-Ahli-Arab-Krankenhaus
Gaza: „Wer steckt hinter der Krankenhaus-Bombardierung?“

ein Gastkommentar von Michael Thomas

Bevor man sich der Frage stellt, wer für die mindestens fünfhundert Opfer verantwortlich ist, die ihr Leben am 17. Oktober um 19 Uhr Ortszeit durch eine Explosion im christlichen al-Ahli Arab Krankenhaus verloren haben, wird man sich an das Verhalten der israelischen Führung erinnern müssen, das diese sterotyp immer wiederholt. Viele Medien haben aufgrund dieses Verhaltens längst jedes Vertrauen in Stellungnahmen der israelischen Armee verloren.

Es ist eine schier unendliche Liste von Vorfällen, die grundsätzlich immer nach dem gleichen Muster abgearbeitet werden.

Erinnern wir uns nur an zwei sehr prominente Beispiele, die möglicherweise vielen Menschen noch erinnerlich sind. Da wurde die US-palästinensische Journalisten Shireen Abu Aqleh bei einem Einsatz durch einen gezielten Kopfschuss hingerichtet. Die israelische Armee lehnte jede Verantwortung für den Mord unter dem Hinweis ab, Aqleh sei ihren Informationen nach tatsächlich von einer palästinensischen Kugel getötet worden.

Das war eine Lüge. Die von Israel der Öffentlichkeit präsentierten „Beweise“ waren keine und wurden Stück für Stück durch Untersuchungen widerlegt. Israel, mit den erhobenen Untersuchungsergebnissen konfrontiert, die zweifellos einen israelischen Scharfschützen als Täter identifiziert hatten, gab dies schlussendlich zu. Dies bewies die bewusste Täuschung, die Israel der Weltöffentlichkeit präsentiert hatte.

Vielleicht ebenfalls noch in Erinnerung ist vielleicht der Einsatz von Weißem Phosphor über Gaza-Stadt in 2009, dessen Verwendung über bewohnten und von Menschen frequentierten Gebieten als klares Kriegsverbrechen gilt. Nachdem Israel mit dem Verdacht dieses Einsatzes konfrontiert wurde, wies es diesen sofort mit der Aussage zurück, dass man diese Waffe nicht verwendet habe. Am Einsatzort erhobene Untersuchungen, gesammelte Zeugenaussagen und die ärztlichen Berichte bewiesen das Gegenteil und überführten Israel auch hier der Lüge und der versuchten Täuschung.

Unter diesem Licht muss man die offizielle Stellungnahme der israelischen Armee betrachten, die sie anlässlich der tragisch verlustreichen Zerstörung des Krankenhauses im Gaza-Streifen präsentiert hat.

Diese stützt sich auf Videoaufnahmen bzw. Kartenmaterial und einen angeblich abgehörten Funkverkehr zwischen Widerstandskämpfern. Dabei sollen die Kämpfer deutlich von einer fehlgegangenen Rakete gesprochen haben, die diese Explosion ausgelöst habe. Der britische Channel4 hat den präsentierten Funkspruch analysiert und kam zu dem Ergebnis, dass er in seiner Syntax, in seinem Akzent und Tonfall fraglich sei. (1)

Zudem wurde bereits berichtet, dass einer forensischen Analyse zurfolge dieser „Funkspruch“ auf zwei Tonkanälen bearbeitet und zu einem zusammengeführt worden sei. Es scheint sich infolgedessen herauszukristallisieren, dass es sich hierbei keinesfalls um einen „zufällig abgefangenen Funkspruch zwischen Widerstandskämpfern“ handelte – und somit schon mal gar nicht um einen Beweis für die Behauptungen Israels.

Gleich mehrere Institutionen, die sich mit dem Fall befassten, weisen die anhand von Bildmaterial erhobene Behauptung, es habe sich um eine Hamas-Rakete gehandelt, deren Motor beim Start versagt und dann zu der Katastrophe geführt habe, zurück. Es liegen verschiedene Videos von einer möglicherweise in Frage kommenden Rakete vor, die von verschiedenen Positionen aufgenommen wurden und in der Analyse klar zeigen, dass diese Rakete von „Iron Dome“ im Flug erfasst und vollständig zerstört worden war.

Sie hängt definitiv nicht mit der nur sehr kurze Zeit später erfolgten Detonation auf dem Krankenhausgelände zusammen. Sie würde auch schwerlich den typisch pfeifenden Lärm einer anfliegenden Granate verursachen, so wie er unmittelbar vor der Explosion auf einem Video festgehalten wurde. So hegt nach umgreifenden Analysen auch die bekannte „Forensic Architecture“-Organisation in London massive Zweifel an den israelischen Angaben und kommt zu dem Schluss, dass sicherlich keine Hamas-Rakete die Vernichtung angerichtet hat. (2)

Wie durch die Organisation Bellingcat nach Auswertung diverser kleinerer und größerer Krater auf dem Krankenhausgelände gemutmaßt wird, passen diese nicht zu der üblicherweise von Israel eingesetzten Artilleriemunition – was jedoch die Verwendung einer Luftdetonationsgranate durch Israel nicht ausschließt und mangels momentan vorliegender Beweise keine abschließende Beurteilung darstellen kann.

Denn viel leichter als Überreste einer Artilleriegranate müssten Raketenteile aufzufinden sein, wenn eine Rakete die Zerstörung verursacht hätte. Und diese fehlen; zudem sagen Waffenexperten einhellig, dass keine jemals bisher von Hamas eingesetzte Rakete ein derartiges Maß an Vernichtung hätte anrichten können. Zusammen mit der Beobachtung, dass diese Explosion in eine verblüffend zeitlich systematische Reihenfolge passt, da kurz zuvor im Abstand von etwa zwei Minuten weitere Artilleriegeschosse im Gaza-Streifen einschlugen, ist die Aussage von der Krankenhausdirektion interessant, nach der wenige Tage zuvor Aufforderungen zur Evakuierung und „Warnangriffe“ mit kleinen Kalibern auf das Krankenhaus erfolgt waren.

Dieser Evakuierungsbefehl in Verbindung mit den „Roof-knocking“-Warnangriffen vorher sind das regelmäßig benutzte Muster Israels vor einem schweren, massiven Vernichtungsschlag. Zudem stellte die BBC bei der Präsentation der „alternativen Fakten“ durch Israels Militärführung einen geradezu verstörenden Missgriff bei der angeblich lokalisierten Startfläche der Rakete, die angeblich auf das Krankenhaus gefallen sei. Es wurde eine Karte mit den Worten gezeigt, dass die Rakete von einem Friedhof aus gestartet worden sei, der dicht bei dem Krankenhaus läge. In der Tat befindet sich beim Krankenhaus ein Friedhof. Der von Israel markierte Punkt jedoch zeigt auf ein Gebiet, in welchem es keinen gibt.

Zusammenfassend kann man augenblicklich feststellen, dass die Rakete, die Israel als Urheber der Katastrophe identifiziert haben will, nicht in Frage kommt, da sie vollständig in der Luft zerstört wurde. Der vorgelegte „Funkspruch“ ist nach Analysen produziert.

Noch nicht einmal die Behauptung der israelischen Führung, die Armee greife keine Krankenhäuser an, hält einer Untersuchung stand. Wie „Forensic Architecture“ feststellt, hat es allein in den letzten Tagen insgesamt 59 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in Gaza gegeben. Auch hier muss man mit klaren Worten von einer Lüge sprechen. (3)

Das Magazin „Middle East Eye“ hat die Geschichte der aktuellen und einiger Lügen Israels der Vergangenheit in einem kurzen Abriss zusammengestellt, die ein wirklich beeindruckendes Maß an Täuschungsversuchen offenlegen und zu erheblichen, grundsätzlichen Zweifeln an allem führen müssen, was die israelische Führung der Welt mitteilen will. (4)

Wir sehen also insgesamt nach Würdigung der bisher bekannten Fakten tatsächlich nichts als das altbekannte Muster Israels. Wir sehen allerdings auch das altbekannte Muster des unkritischen Unterstützerkreises, der Israel wie eine Wagenburg umgibt und seine Medien noch immer behaupten lässt, es gäbe anscheinend Zweifel an der Urheberschaft des brutalen Angiffs. Von den weltweit längst in großen Mengen riesiger Demonstrationen gegen Israel findet sich beispielsweise in deutschen Medien höchstens eine handvoll Randnotizen, stattdessen entringt sich der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock der unsägliche Satz: „In diesen Tagen sind wir alle Israelis!“, was sogar in Israel selbst sauer aufstößt und weltweit für beißende Kommentare sorgt.

Weder die deutsche, noch die englische, die französische oder die US-Regierung wird den Verlauf der weitergehenden Untersuchungen verfolgen, geschweige denn kommentieren. Frau Annalena Baerbock wird als selbsternannte Israelin immer einsamer, aber mit unerschütterlicher Entschiedenheit auf den bereits jetzt demontierten Zweifel bestehen, den Israel wieder einmal erfolglos säen wollte.

Und es wird weitergehen. Längst überzog das israelische Militär weitere Krankenhäuser mit einem „Evakuierungsbefehl“ und längst sind wieder Kirchen und UN-Einrichtungen mit großen Verlusten an Menschenleben vernichtet worden. Die israelische Armee braucht dank der blinden Unterstützung seiner „Freunde“ weder eine Atempause noch eine Schrecksekunde, um das Vernichtungswerk ungerührt weiterzuführen.

  1. https://www.channel4.com/news/who-was-behind-the-gaza-hospital-blast-visual-investigation
  2. https://x.com/ForensicArchi?t=y_fcttkV4sILQBNb_-OOLA&s=09 3.https://twitter.com/ForensicArchi/status/1715422514468286507?t=hNp-Ub3wmMVvU3Gj3AViTw&s=19 4. https://youtu.be/i9TwBqDe_I0?si=Ut_abblt1U5twusa

 Zum Autor 
Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Thema
– Gaza-Krieg –

Erdogan kritisiert „heuchlerische Berichterstattung“ über den Konflikt

Erdogan hat westlichen Medien eine „voreingenommene und heuchlerische“ Berichterstattung zum Gaza-Krieg vorgeworfen und diese verurteilt.

Erdogan kritisiert „heuchlerische Berichterstattung“ über den Konflikt

Vaping
E-Zigaretten – Pod-Systeme liegen im Trend

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Wer E-Zigaretten konsumieren möchte, steht zunächst vor der Grundsatzfrage, welches System er für seine Vaporizer bevorzugt. So können Dampfer zwischen einfachen Cigalikes, E-Zigaretten mit Pod-System und E-Zigaretten mit Mod-System wählen.

E-Zigaretten – Pod-Systeme liegen im Trend

Im Trend liegen E-Zigaretten mit Pod-System, weil viele Konsumenten mit diesen Produkten einen gesunden Mittelweg verbinden, der die Vorteile von Cigalikes in puncto einfacher Handhabung mit den Vorteilen von E-Zigaretten mit Mod-System in puncto Qualität und Vielfalt ausbalanciert. Das ist für uns Anlass genug, uns näher mit dieser Technologie für Vaporizer zu beschäftigen.

Was sind Pod-Systeme überhaupt?

Der Begriff Pod-Systeme bezieht sich bei E-Zigaretten auf den Tank. Dieser ist in die Batterie eingebaut und mit dem Heizmechanismus verbunden, der wiederum aus einem Heizdraht oder Heizwendel bestehen kann. Vaporizer mit Pod-Systemen sind kompakt gebaut und bieten E-Zigaretten aus einem Guss. Das bedeutet, dass alle wesentlichen Funktionsträger wie Mundstück, Akku, Kartusche, Heizelement, Zerstäuber und Mikroprozessor in der E-Zigarette integriert sind. Kunden können durch die Wahl des Produkts auf den Zugmechanismus Einfluss nehmen. Sie entscheiden, ob sich die E-Zigarette mit Pod-System automatisch mithilfe eines Sensors für Unterdruckerkennung beim Inhalieren erhitzt oder durch das Aktivieren einer Feuertaste. Beim Anbieter blubber-oase.de können Sie ein Pod System online finden.

Abgrenzung zu Cigalikes und Mod-Systemen

E-Zigaretten mit Pod-Systemen sind komplexer aufgebaut als Cigalikes und bieten eine höhere Leistung sowie eine größere Akkukapazität. Während Cigalikes grundsätzlich Einwegprodukte sind, gibt es bei E-Zigaretten mit Pod-System die Möglichkeit, den Tank nachzufüllen, indem Kunden sich für Vaporizer mit offenem statt geschlossenem System entscheiden. Solche Pod-E-Zigaretten mit offenem System bieten gegenüber einfachen Cigalikes sowie Pod-E-Zigaretten mit geschlossenem System eine größere geschmackliche Vielfalt. Eine Sonderform stellen Prefilled Pods dar, bei denen der Akku zusätzlich aufladbar ist. Dafür fallen Leistung und Akkukapazität von E-Zigaretten mit Pod-System gegenüber E-Zigaretten mit Mod-System ab. Ursprünglich entstanden Vaporizer mit Mod-System, um Kunden gewisse Freiräume bei der Konfigurierung einzuräumen. Manche Kunden nutzen diese Möglichkeiten weidlich aus, um ihre anspruchsvolle E-Zigarette mit Mod-System ähnlich hingebungsvoll „aufzumotzen“, wie manche Autofahrer eine Leidenschaft für das Fahrzeugtuning entwickelt haben. Demgegenüber sind E-Zigaretten mit Pod-System mit ihrer kompakten und standardisierten Bauweise eher auf eine einfache und handliche Benutzung ausgelegt.

Welche Zielgruppen werden angesprochen?

Man braucht kein Prophet sein, um die Prognose zu wagen, dass Pod-Systeme dauerhaft für den Markt an E-Zigaretten eine wichtige Bedeutung haben werden. Die Zielgruppen stehen auf einer breiten Grundlage, weil Pods den gesunden Mittelweg verkörpern. Dem gegenüber stehen Cigalikes, bei denen sogar das Attribut spartanisch denkbar wäre, und Mods, die Luxus und Exklusivität symbolisieren, eher für ausgeprägte Bedürfnisprofile. Kein Dampfer macht etwas falsch, wenn er sich für Vaporizer mit Pod-Systemen entscheidet. Hingegen machen diejenigen beim Kauf alles richtig, welche die Handlichkeit einer Cigalike mit gewissen Qualitätsansprüchen verbinden möchten.

Pods bieten Raum für Wahlmöglichkeiten

Die Breite an Vapern, die E-Zigaretten mit Pod-System abdecken, macht sich ferner an der hohen Anzahl an Wahlmöglichkeiten bemerkbar. So können Konsumenten wählen, ob sie sich E-Zigaretten mit automatischer Erhitzung oder mit Feuertaste zulegen möchten. Sie entscheiden darüber, ob sie ein geschlossenes System ähnlich wie bei Cigalikes oder ein offenes System in Anlehnung an aufgefeiltere Mods mit nachfüllbarem Tank nutzen. Wer die Umwelt schonen möchte, verwendet besser offene Systeme, da geschlossene Systeme bei E-Zigaretten reine Wegwerfprodukte sind. Wichtige Kennzahlen beim Anbietervergleich sind die Leistung in Watt, die Akkukapazität in Milliamperestunden (mAh) und das Tankvolumen. Der Widerstand der Coils und damit der Heizelemente, der in Ohm gemessen wird, gibt über die Dampfentwicklung Aufschluss. Niedrige Werte stehen für eine hohe Dampfentwicklung und ein intensiveres Aroma, während hohe Werte die Dampfentwicklung und das Geschmackserlebnis in Grenzen halten. All dies kommt Dampfern entgegen, die mit dem Rauchen aufhören möchten und auf der Suche nach einem attraktiven Alternativprodukt sind.

Kultur
Sind traditionelle Hochzeiten noch zeitgemäß?

Traditionelle Hochzeiten sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil vieler Kulturen und Gesellschaften. Sie gelten als ein Symbol für den Beginn einer neuen Lebensphase als Paar und werden oft mit festlichen Zeremonien und Bräuchen gefeiert. Allerdings hat sich die Gesellschaft im Laufe der Zeit verändert und mit ihr auch die Vorstellungen von Ehe und Hochzeit. Dafür sind unterschiedliche Faktoren, wie beispielsweise die der Globalisierung, der Migration und des Feminismus verantwortlich. Daher stellt sich die Frage, ob traditionelle Hochzeiten noch zeitgemäß sind.

Die Bedeutung von traditionellen Hochzeiten

Traditionelle Hochzeiten sind in vielen Kulturen von großer Bedeutung. Sie sind oft von Bräuchen, Riten und Symbolen geprägt, die seit Generationen weitergegeben werden. Die Bräuche rund um die Hochzeit sollen den Zusammenhalt der Familie und der Gemeinschaft stärken. Denn Hochzeiten dienen nicht nur dazu, zwei Menschen zu vereinen, sondern auch, um die Bindungen zwischen Familien und Gemeinschaften zu stärken. In Deutschland gibt es unterschiedliche regionale Traditionen und Bräuche rund um die Hochzeit. Beispielsweise ist es in einigen Regionen üblich, dass die Braut einen Brautstrauß auswählt und dieser dann von einem Brautjungfernzug zum Bräutigam gebracht wird. Eine weitere Tradition ist die „Brautentführung“. Hier entführen Freunde des Bräutigams die Braut, damit er sie finden und „freikaufen“ kann. Traditionen wie diese werfen die Fragen auf, welche Bräuche tatsächlich noch zeitgemäß sind. Als schöner und zeitloser Brauch gilt das Dekorieren mit Blumen in unterschiedlichen Farben. Oft können Paare Blumen in Berlin und in fast allen anderen deutschen Städten liefern lassen. Das macht die Hochzeitsplanung besonders einfach und unkompliziert. Auch in anderen Ländern und Kulturen gibt es zahlreiche traditionelle Hochzeitsbräuche. In einigen Kulturen werden aufwändige Zeremonien und Rituale durchgeführt, um den Bund zwischen Braut und Bräutigam zu besiegeln. Diese Bräuche können religiösen oder kulturellen Ursprungs sein und haben oft eine tiefe symbolische Bedeutung. Traditionelle Hochzeiten gelten daher als eine Möglichkeit, die kulturelle Identität zu bewahren und weiterzugeben. Sie schaffen eine Verbindung zur Vergangenheit und geben den Menschen das Gefühl von Zugehörigkeit und Kontinuität. Darüber hinaus ist eine traditionelle Hochzeit eine gute Gelegenheit, um gemeinsam zu feiern und Freude zu teilen.

Die Entwicklung von Hochzeitsbräuchen

Im Laufe der Zeit haben sich Hochzeitsbräuche weiterentwickelt und verändert. Früher waren traditionelle Hochzeiten oft von strengen Regeln und Vorschriften geprägt, die von der Familie und der Gesellschaft festgelegt wurden. Heutzutage sind Paare jedoch freier in der Wahl ihrer Hochzeitsbräuche und können sie an ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche anpassen. Auch die Hochzeitszeremonie selbst hat sich verändert. Während früher oft nur eine kirchliche Trauung stattfand, entscheiden sich heute viele Paare für eine freie Trauung oder eine standesamtliche Trauung an einem besonderen Ort. Auch personalisierte Hochzeiten werden immer beliebter.

Kritikpunkte der traditionellen Hochzeit

Trotz ihrer Bedeutung und Geschichte gibt es einige Kritikpunkte an traditionellen Hochzeiten. Viele Paare argumentieren, dass traditionelle Hochzeiten zu teuer und zu aufwändig sind. Die Kosten für eine traditionelle Hochzeit können schnell steigen und viele Paare sind nicht in der Lage, diese finanzielle Belastung zu tragen. Darüber hinaus wird kritisiert, dass traditionelle Hochzeiten oft zu viel Wert auf äußere Formen und Konventionen legen und dabei die eigentliche Bedeutung der Ehe aus den Augen verlieren. Auch die Geschlechterrollen in traditionellen Hochzeiten werden oft kritisiert. Ein Kritikpunkt ist, dass der Mann in heterosexuellen Ehen als Hauptverdiener und die Frau als Hausfrau und Mutter dargestellt wird. Dies kann dazu führen, dass Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung eingeschränkt werden und ihre eigenen Ziele und Träume vernachlässigen. Daher ist auch die Heteronormativität der traditionellen Hochzeit ein Kritikpunkt. Hier gilt die heterosexuelle Beziehung als Norm, während andere Formen von Beziehungen ausgeschlossen werden. LGBTQ+-Personen werden durch diese Heteronormativität diskriminiert und ausgeschlossen.

Die Rolle der Familie bei traditionellen Hochzeiten

Die Familie spielt bei traditionellen Hochzeiten eine wichtige Rolle. Sie unterstützt das Paar bei den Vorbereitungen und ist oft aktiv in die Planung und Durchführung der Hochzeit eingebunden. Traditionelle Hochzeiten sind oft auch eine Gelegenheit für die Familie, sich zu versammeln und gemeinsam zu feiern. Die Familie ist ein wichtiger Bestandteil der Hochzeit und trägt dazu bei, dass die Traditionen und Bräuche weitergegeben werden. Traditionelle Hochzeiten haben sich im Laufe der Zeit verändert und an die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen angepasst. Immer mehr Paare entscheiden sich für alternative Hochzeitsbräuche oder eine individuelle Gestaltung ihrer Hochzeit. Sie möchten ihre Persönlichkeit und ihre Beziehung in den Mittelpunkt stellen und traditionelle Konventionen hinterfragen.

Die Herausforderungen traditioneller Hochzeiten in der heutigen Gesellschaft

Die traditionellen Hochzeiten stehen heutzutage vor verschiedenen Herausforderungen. Die steigenden Kosten für eine Hochzeit können für viele Paare eine finanzielle Belastung darstellen. Darüber hinaus haben sich die Vorstellungen von Ehe und Partnerschaft verändert. Das führt dazu, dass viele Paare Hochzeiten nicht mehr zeitgemäß finden. Sie möchten ihre Beziehung stattdessen lieber auf ihre eigene Art und Weise feiern und traditionelle Bräuche hinterfragen. In diesem Zusammenhang haben sich einige alternative Hochzeitsbräuche entwickelt, die Paare heute vermehrt wählen. Einige entscheiden sich für eine freie Trauung, bei der sie ihre eigenen Rituale und Zeremonien gestalten können. Andere wählen eine Hochzeit im kleinen Kreis oder entscheiden sich für eine Trauung im Ausland. Wiederum andere setzen vor allem auf Nachhaltigkeit bei der Hochzeitsplanung. Die Möglichkeiten sind vielfältig und ermöglichen es Paaren, ihre Hochzeit ganz nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Film
„Rocky“-Star Burt Young, „Paulie“, ist tot

Los Angeles – Burt Young, der in sechs „Rocky“-Filmen mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle Paulie spielte und für seine Darstellung im Originalfilm von 1976 eine Oscar-Nominierung als Nebendarsteller erhielt, ist gestorben. Das bestätigte seine Tochter Anne Morea Steingieser gegenüber der New York Times. Er sei bereits am 8. Oktober in Los Angeles verstorben, erklärte Steingieser. Er wurde 83 Jahre alt. Der Schauspieler wurde bekannt als Rocky Balboas (gespielt von Sylvester Stallone) Freund und Schwager Paulie Pennino. Stallone schrieb auf Instagram:
„Du warst ein unglaublicher Mann und Künstler, ich und die Welt werden dich sehr vermissen“
Young wurde in Queens, New York, als Sohn italienischer Eltern geboren. In einem Artikel aus dem Jahr 1978 schrieb das People Magazine, dass Young über viele Details seiner Vergangenheit, einschließlich des ursprünglichen Nachnamens seiner Familie, ein Geheimnis machte. Mit 15 Jahren brach er die Schule ab, um den Marines beizutreten, wo er von 1957-59 diente. Er wurde von Lee Strasberg am Actors Studio ausgebildet. Der Schauspieler gab 1969 sein Debüt als Barkeeper in einer Folge von „The Doctors“. Im Jahr darauf gab er sein Leinwanddebüt (als John Harris) in dem Horrorfilm „Carnival of Blood“. Er hatte eine kleine Rolle als Ganove in Ivan Passers „Born to Win“ (1971) mit George Segal und Paula Prentiss in den Hauptrollen und einem jungen Robert De Niro. Außerdem spielte er in der Kriminalkomödie „The Gang That Couldn’t Shoot Straight“ mit Jerry Orbach in der Hauptrolle und erneut mit De Niro in einer Nebenrolle sowie in dem viel beachteten Kriminaldrama „Across 110th Street“ (1972).