Algerien
Französischer Fußballtrainer Patrice Beaumelle zum Islam konvertiert

Algier – Zahlreiche Prominente sind seit Beginn des Gaza-Krieges zum Islam konvertiert. Nach dem Rapper Lil Jon und der brasilianischen Kampfsportlegende Royce Gracie, hat nun auch der Trainer des renommierten algerischen Fußballklubs Mouloudia Club d’Alger (MC Alger), Patrice Beaumelle, seinen Übertritt zum Islam bekannt gegeben. Ein viral gegangenes Video zeigt Beaumelle in einer algerischen Moschee, wie er mithilfe eines Imams die Schahada, das islamische Glaubensbekenntnis, ausspricht. Beaumelle habe nun den Namen Amir angenommen. In einem Video erklärte Beaumelle, seine Konversion sei von den Ereignissen in Gaza beeinflusst und von der Widerstandsfähigkeit des palästinensischen Volkes inspiriert worden. Beaumelle hat sowohl als Spieler als auch als Trainer Karriere gemacht. Als Spieler war er Verteidiger, vor allem in den Jugendmannschaften von Stade Beaucairois und Nîmes. Seine Bekanntheit beruht jedoch auf seiner Trainerkarriere. Er war vor allem als Assistenztrainer an der Seite von Herve Renard für verschiedene Mannschaften tätig, darunter die Nationalmannschaft von Angola, USM Alger, Sambia und die Elfenbeinküste. Beaumelle hat auch Führungsaufgaben übernommen, wie z. B. seine Zeit als Cheftrainer der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste und seine derzeitige Position als Cheftrainer des algerischen Vereins.

Fall Ayhan Bora Kaplan
Bütün: „Unterwanderung türkischer Behörden noch nicht vorbei?“

Ein Gastkommentar von Marina Bütün

Das türkische Wort für „Putsch“ lässt aktuell jeden hellhörig werden, der den Putsch am 15. Juli 2016 in der Türkei miterlebt hat. Dieser Tag ging an keinem Bürger der Türkei spurlos vorüber. Verschiedenen türkischen Medien zufolge, seien kürzlich die Häuser von drei Polizeibeamten, die in den Ermittlungen gegen die kriminelle Organisation Ayhan Bora Kaplan erwähnt und vom Innenministerium suspendiert worden waren, auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durchsucht worden.

Im Rahmen der Ermittlungen gegen die kriminelle Vereinigung Ayhan Bora Kaplan soll es sich um die Häuser des vom Dienst suspendierten stellvertretenden Polizeichef von Ankara, Murat Çelik, des Direktors der Abteilung für organisierte Kriminalität, Kerem Öner, und seines Assistenten Şevket Demircan, sowie um das Haus einer Person , die von dem Geheimzeugen Serdar Sertçelik als „Ufuk-Kommissar“ bezeichnet wurde, handeln.

Der Prozess gegen Ayhan Bora Kaplan und seine Bande, die im Rahmen der von Innenminister Ali Yerlikaya seit seinem Amtsantritt angestrebten Operationen gegen kriminelle Organisationen verhaftet wurden, ist aktuell in vollem Gange.

Kaplan weigerte sich, über ein Foto auszusagen, das er während des Putschversuchs am 15. Juli 2016 mit einer Pistole vor dem TRT-Gebäude aufgenommen hatte. Er sperrte sein Telefon, das nicht untersucht werden konnte, und akzeptierte keine Anklage.

Am 6. Mai wurde eine Untersuchung aufgrund von Vorwürfen eingeleitet, die von Nummer 2 des Verbrechersyndikats Ayhan Bora Kaplan, dem flüchtigen Serdar Sertçelik, erhoben wurden, einem geheimen Zeugen in diesem Fall. Die Vorwürfe richten sich gegen die Sicherheitsdirektion der Provinz Ankara. In einem Gespräch mit dem Journalisten Erk Acarer behauptete Sertçelik, dass er unter dem Druck von Polizeibeamten der Polizeidirektion Ankara zu einem „geheimen Zeugen“ geworden sei und dass er hinsichtlich des Inhalts seiner Aussage unter Druck gesetzt und manipuliert worden sei.

Nach dieser Entwicklung betonte der Vorsitzende der Regierungskoalitionspartei MHP, Devlet Bahçeli, in seiner Erklärung vor ein paar Tagen, dass es sich um eine Verschwörung handele, die nicht mit der Suspendierung einiger Polizeichefs abgetan werden könne.

Bahçeli:

„Wenn wir uns jenen beugen, die in Zusammenarbeit mit der Polizei und der Justiz die Wiederholung des Putschversuchs vom 17. bis 25. Dezember planen, möge man uns den Hals umdrehen“.

Nach Bahçelis Äußerungen traf Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Abend im Präsidialkomplex mit Justizminister Yılmaz Tunç und dem Chef des Inlandsgeheimdienstes İbrahim Kalın zusammen. Nach diesem kritischen Gipfel, über den man in der Türkei durch das Nachrichtenmedium A Haber erfuhr, richteten sich alle Augen auf die Fraktionssitzung der AK-Partei, die kurz darauf von Präsident Recep Tayyip Erdoğan abgehalten wurde.

Bei dieser Korruptions- und Bestechungsoperation vom 17. bis 25. Dezember handelt es sich um Ermittlungen, die 2013 und 2014 durchgeführt wurden und bei denen einige öffentliche Einrichtungen und Organisationen sowie Beamte, darunter vier Minister, des Fehlverhaltens und der Bestechung beschuldigt wurden. 89 Personen wurden damals verhaftet!

Bei der von der stellvertretenden Istanbuler Generalstaatsanwältin Zekeriya Öz damals koordinierten Operation wurden 89 Personen festgenommen, darunter Barış Güler, der Sohn des damaligen Innenministers Muammer Güler, Salih Kaan Çağlayan, der Sohn des damaligen Wirtschaftsministers Zafer Çağlayan, Abdullah Oğuz Bayraktar, der Sohn des damaligen Umwelt- und Urbanisierungsministers Erdoğan Bayraktar, der Generaldirektor der Halkbank Süleyman Aslan, die Geschäftsleute Ali Ağaoğlu und Reza Zarrab sowie der Bürgermeister von Fatih Mustafa Demir.

Das Zwischenurteil und die nächste Anhörung finden jetzt am 20. Mai 2024 statt.

Das Zwischenurteil wurde im Prozess gegen 61 Angeklagte verkündet, davon wurden 28 festgenommen, die im Rahmen der Ermittlungen gegen die kriminelle Vereinigung angeklagt waren. 8 der 28 verhafteten Angeklagten wurden unter Auflagen der Justizkontrolle freigelassen. Die nächste Anhörung wurde auf den 20. Mai vertagt.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Quellen:

https://www.ahaber.com.tr/gundem/2024/05/15/kulliyede-gece-saatlerinde-kritik-toplanti-baskan-erdogan-mit-baskani-kalin-ve-adalet-bakani-tuncu-cagirdi-tum-gozler-ak-parti-grup-toplantisinda/amp?fbclid=iwzxh0bgnhzw0cmtaaar3pokph3v6ozu3bc_nxoo8y39dqtn74tid6thnctpy5elbua6swnkfrk_c_aem_acfudpsmsuercybissolklu8ed9kw1f7lrjtapffwodyfjwfro-cc10oeydveysw3zw7rkfz7th-za25iggpdvdq

https://gazeteoksijen.com/turkiye/ayhan-bora-kaplan-sorusturmasi-gorevden-uzaklastirilan-polis-mudurlerinin-evinde-arama-211221

https://tr.euronews.com/my-europe/2021/12/17/17-aralikin-17-aktoru-bugun-nerede

https://medyascope.tv/2024/04/19/15-temmuzda-trt-onundeki-silahli-fotograf-telefonunu-kilitlemesi-ve-daha-fazlasi-iste-ayhan-bora-kaplan-davasinda-yasananlar/

Die Kunst des Marmorierens
Ebru-Malerei: Kunstausstellung in Frankfurt am Main

Von Kemal Bölge

Die Ursprünge der Ebru-Kunst, also der Technik des Malens auf Wasser, reichen bis ins 8. und 9. Jahrhundert. In Asien, genauer gesagt in Turkestan, aber auch in Japan ist diese uralte Kunst des Marmorpapiers bekannt. Über die berühmte Seidenstraße und Persien gelangte sie nach Anatolien, wo Scheich Sadık Efendi als einer der Wegbereiter dieser Kunst gilt. Im Osmanischen Reich wurde die Bewegung der Farben auf dem Wasser hoch geschätzt, denn sie galt nicht nur als Kunst, sondern hatte auch eine meditative Wirkung. Nach Europa gelangte die türkische Maltechnik im 17. Jahrhundert unter dem Namen „Marmoriertes Papier“ oder „Türkisches Papier“. Von dem russischen Maler Wassily Kandinsky stammt der Satz: „Farbe ist eine Kraft, die direkt auf die Seele wirkt“.

Es sind besondere Farben, die auf das Wasser aufgetragen werden, sich nicht vermischen und es zu einem Kunstwerk werden lassen. Grundlage ist eine mit Carrageen angereicherte Flüssigkeit, die dafür sorgt, dass das Wasser dickflüssig bleibt. Denn die Beschaffenheit des Wassers spielt in der Ebru-Kunst eine große Rolle. Eine weitere wichtige Substanz ist das sogenannte „Öd“, die Gallenflüssigkeit des Rindes. Gemalt wird mit Pinsel und speziellen Farben in einem speziellen Becken. Mit dem Pinsel wird die Farbe aufgenommen und ins Wasser getupft. Dann werden die Metallstäbe geformt. Anschließend wird ein Blatt Papier auf die Wasseroberfläche gelegt. Nachdem das Muster auf der Wasseroberfläche haftet, wird es langsam abgezogen und zum Trocknen beiseitegelegt.

Eine Kunstausstellung im Türkischen Kulturzentrum in Frankfurt am Main widmet sich dieser traditionellen türkischen Kunst. Veranstalter sind das türkische Bildungsministerium und der Kulturattaché des Generalkonsulats Frankfurt. Die Besucher können sich einen ersten Eindruck von den Arbeiten des Ebru-Kurses verschaffen. Musikalisch umrahmt wird der Abend mit einem Konzert auf der Längsflöte (Ney).

Türkisches Kulturzentrum, 25. Mai 2024 Beginn 18 Uhr, Eintritt frei Adresse Höhenstraße 44 60385 Frankfurt am Main  

Gkücksspiel
Die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Glücksspiel: Hierauf kommt es beim Spielen an

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Die ein oder andere Runde im Online-Casino gehört mittlerweile zur festen Routine vieler Spieler. Grundsätzlich verwundert das nicht, da die Anbieter nicht nur eine Chance auf Gewinne lassen, sondern auch mit ihrem Sortiment überzeugen. Das bringt eine große Menge an Spielspaß, der sich sogar ohne große Einsätze leicht erreichen lässt. Doch für Neulinge wirkt das Thema häufig noch etwas abstrakt, weshalb wir gerne über die wichtigsten Begriffe in der Welt der Online-Casinos aufklären möchten.

Die Lizenz schafft die Basis

Während Online-Casinos früher einen zweifelhaften Ruf genossen, hat sich die Reputation im Laufe der Zeit verbessert. Das liegt daran, dass der Gesetzgeber die rechtlichen Aspekte in einen klaren Rahmen überführt hat und Spieler damit mehr Gewissheit über die Betreiber erlangen. Das entscheidende Kriterium bildet dabei die deutsche Lizenz, welche ein klares Signal für legales und vertrauenswürdiges Glücksspiel im Internet darstellt. Solche Anbieter müssen festgelegte Anforderungen erfüllen und nachweisen, dass sie die Sicherheit ihrer Spieler ernst nehmen. Das ist ein großer Unterschied zu unlizenzierten Anbietern, bei denen aufgrund der rechtlichen Unsicherheit Vorsicht geboten ist. Ob ein Betreiber alle Vorgaben erfüllt, sehen Spieler durch einen genauen Blick auf die Startseite der jeweiligen Plattform. Ist dort eine andere Lizenz als die deutsche angegeben, besteht Grund zur Skepsis.

Provider und RTP: Auf der Suche nach den besten Gewinnchancen

Der passende Anbieter ist gefunden? Dann kann es endlich mit dem Spielen losgehen, oder? Noch nicht so ganz, denn vor den ersten Einsätzen lohnt sich ein Blick auf den Provider. Damit sind die Hersteller der unterschiedlichen Spiele gemeint, da es hierbei mitunter zu größeren Unterschieden kommt. Vertrauenswürdige Plattformen arbeiten nämlich nur mit bewährten Providern zusammen, die beispielsweise die besten Merkur Slots anbieten. Das ist deshalb so wichtig, weil namhafte Provider faire Gewinnchancen bieten. Dadurch ist es wahrscheinlicher, tatsächlich den ein oder anderen Gewinn einzufahren und nicht permanent mit Verlusten aus der virtuellen Spielhalle herauszugehen. Dafür relevant: die sogenannte RTP. Dieser Wert gibt an, welchen Anteil eines Einsatzes ein Spieler auf lange Sicht zurückerhält. Ideal sind deshalb Werte möglichst nahe der Marke von 100 Prozent.

Umsatzanforderungen, Zahlungslimits und Co.

Nahezu jeder Anbieter wirbt im Kampf um neue Spieler mit Bonusangeboten, die als Lockmittel für die eigene Spielhalle dienen. In der Werbung liegt der Fokus immer auf extrem hoch wirkenden Summen oder Gutschriften, die häufig aber nur auf den ersten Blick attraktiv scheinen. Denn es gibt eine Einschränkung: Die Wettanforderungen oder auch Rollover-Bedingungen genannt. Diese sagen, wie oft ein erhaltener Bonusbetrag für weitere Spiele einzusetzen ist, bevor ein Gewinn zur Auszahlung qualifiziert ist. Ja, das klingt nicht nur kompliziert, sondern ist es auch, weshalb wir vor Einsätzen einen Blick in die AGB empfehlen. Gute Betreiber erklären dort eindeutig, wie ein Bonusbetrag richtig genutzt wird und liefern idealerweise Beispiele mit. Das Gleiche gilt für Zahlungslimits, die aussagen, welche Summen auf einen Schlag den Weg aufs eigene Konto finden können und wo die Grenze liegt. Haben Sie diese Begriffe im Hinterkopf abgespeichert, sind zumindest die wesentlichen Voraussetzungen für spannende Spielrunden gegeben – der Rest ergibt sich dann durch gesammelte Erfahrungen.

Reisen
Immer gut versorgt – Tipps für die ideale Reiseapotheke

Für das Wohlbefinden auf jeder Reise ist es wichtig, sich ein paar Gedanken zur medizinischen Ausstattung zu machen. Mit der richtigen Reiseapotheke im Gepäck lässt sich so manche Schwierigkeit auch fern von zuhause meistern. Worauf dabei zu achten ist, sehen wir uns in diesem Artikel an.

Vorsorge bei Verletzungen und Infektionen

Im ersten Schritt sollte die Reiseapotheke dazu in der Lage sein, gut mit kleineren Verletzungen und Infektionen umzugehen. Hierfür sind zunächst Medikamente gegen Schmerzen und Fieber essentiell. Geeignete Packungen von Ibuprofen oder Paracetamol sind in jeder Apotheke und auch ohne Rezept erhältlich. Sie können nicht nur im Falle von Verletzungen und Infektionen weiterhelfen. Außerdem erfüllen sie eine wichtige Funktion, wenn zum Beispiel starke Kopfschmerzen auftreten. Ebenso sinnvoll ist es, noch ein kleines Fieberthermometer mit in die Reiseapotheke zu packen. Dieses zeigt binnen weniger Augenblicke an, ob vielleicht eine erhöhte Temperatur vorliegt, die behandelt werden muss. So können harmlose Infektionen leichter von solchen unterschieden werden, die eine Schonung und eine gezielte Behandlung erforderlich machen.

Gewappnet gegen Erkältungen

Auch im Urlaub und auf Reisen kann es leider sein, dass wir zur falschen Zeit am falschen Ort sind und uns dort eine Infektion einfangen. In dem Fall helfen abschwellende Nasentropfen dabei, die Atemwege freizuhalten und weiter gut Luft zu bekommen. Ein für solche Fälle geeignetes Nasenspray ist hier auf dieser Seite zu finden. Im Bereich der Tropfen kommen zum Beispiel Oxy- oder Xylometazolin für die Behandlung in Betracht. Nicht selten geht eine Erkältung auch mit Husten einher. Damit dieser nicht den Aufenthalt stören kann, gibt es verschiedene Medikamente und Mittel gegen Husten. Ein simpler Hustensaft in der Reiseapotheke reicht schon aus, um schnell für Linderung zu sorgen. Ebenso wichtig ist es, Medikamente für die individuellen Beschwerden und Krankheiten dabei zu haben, die womöglich einer dauerhaften Behandlung bedürfen.

Die wichtigsten Kontakte dabei haben

Ebenso wichtig ist es, die richtigen Ansprechpartner an der Seite zu haben, wenn es während der Reise zu einer Erkrankung kommt. Zuhause ist es für uns meist kein Problem, schnell die Telefonnummer unseres Arztes herauszubekommen. Doch wie sieht es während des Aufenthalts im Ausland aus? Für den Fall bietet es sich an, stets die Nummer des reisemedizinischen Informationsdiensts auf dem Handy eingespeichert zu haben. Dieser liefert nicht nur eine erste Einschätzung zu den Symptomen, sondern kann binnen kurzer Zeit die wichtigen Rufnummern bekanntgeben. Auch die eigenständige Recherche ist ein wichtiger Baustein von der Versorgung im Ausland. Welche Ärzte befinden sich in der unmittelbaren Umgebung? Diese Nummern werden am besten direkt aufgeschrieben und ebenfalls in der Reiseapotheke aufbewahrt.

Vorsicht vor Reisekrankheit

Ganz typisch für den Urlaub ist für viele Menschen die Reisekrankheit. Sie kann den Traum von Erholung und Entspannung schnell zunichte machen. Doch mit Dimenhydrinat, Domperidon und Akupressurbändchen gibt es diverse Methoden und Mittel, um gegen das Phänomen vorzugehen. Wer bereits von sich oder den Mitreisenden weiß, dass ein solches Problem häufiger auftritt, der kann bereits vorsorgen. Die entsprechenden Mittel gibt es auch in kleinen Dosen, sodass sie nicht viel Platz in der Tasche beanspruchen.

Gesundheit
Progesteronmangel bei Frauen: Häufig vernachlässigte Hormonstörung

Die beiden Gegenspieler Östrogen und Progesteron sind maßgeblich für den Zyklus der Frau verantwortlich. Befinden sie sich im Einklang, wird von einem gesunden Hormonspiegel gesprochen. Ein Progesteronmangel bedeutet, dass im Körper zu wenig Progesteron gebildet wird und es zu Zyklusstörungen kommen kann. Oft wird der eigentliche Auslöser übersehen, da ein Hormoncheck nicht rechtzeitig durchgeführt wird. Nachfolgend berichten wir, welche Symptome ein Progesteronmangel hat und wie Frauen ihn behandeln können.

Symptome des Progesteronmangels bei Frauen

Für die Produktion von Progesteron ist der Gelbkörper verantwortlich. Besteht eine Gelbkörperschwäche, kann nicht genug des Hormons hergestellt werden und es kommt zu einer Östrogendominanz. Je nach Ausprägung des Mangels zeigt der Progesteronmangel Symptome leichter Natur oder in stärkerer Ausprägung. Erkennen lässt er sich bei einer Blutuntersuchung, allerdings nur, wenn diese zum richtigen Zeitpunkt im Zyklus durchgeführt wird. Die typischen Symptome sind:

  • Zyklusstörungen unterschiedlicher Ausprägung
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Gewichtszunahme ohne Veränderung der Ernährung
  • Schlafstörungen
  • Wassereinlagerungen
  • Haar- und Hautbeschwerden

Wichtig zu wissen: Zu Beginn der Menopause ist ein nachlassender Progesteronspiegel normal. Das führt unter anderem zu den gefürchteten Wechseljahrsbeschwerden.

Natürliche Behandlung bei Frauen ohne Kinderwunsch möglich

Durch regelmäßige Bewegung und Fitness können sich Frauen selbstständig behelfen und ihren Hormonstatus ein Einklang bringen. Das funktioniert aber nur dann, wenn der Mangel nicht stark ausgeprägt ist. Die endgültige Entscheidung über die richtige Therapie trifft der Gynäkologe. Besteht bei der betroffenen Frau ein Kinderwunsch, sind andere Maßnahmen nötig als zur reinen Symptomlinderung.

Natürliche Nährstoffe gegen Progesteronmangel

Bei schwachen Symptomen oder zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden gibt es eine Reihe natürlicher Wirkstoffe, die dem Progesteronmangel entgegenwirken können. Dazu gehört unter anderem die Yamswurzel, die als sogenannte Energiepflanze gilt. In ihr ist Diosgenin enthalten, ein Stoff, der dem natürlich vorkommenden Progesteron sehr ähnlich ist. Ebenfalls gilt Passionsblumenextrakt als wirksame Hilfe, wenngleich er den Progesteronspiegel nicht direkt anhebt. Stattdessen soll Passionsblume gegen verschiedene Wechseljahrsbeschwerden hilfreich sein , darunter Depressionen, Angstzustände, Hitzewallungen und wiederkehrende Kopfschmerzen. Ein dritter Ansatz ist die Nutzung von Mönchspfeffer, einem ebenfalls natürlichen Produkt, das unter anderem die Produktion von Progesteron anregen kann. Wichtig ist bei der Einnahme, dass auch hier zuvor mit dem Gynäkologen gesprochen wird. Es gibt selbst bei natürlichen Hilfsmitteln Kontraindikationen, so zum Beispiel die Einnahme der Antibaby-Pille oder anderer hormoneller Hilfsmittel.

Gesunde Ernährung, Sport und Gewichtsabbau

Frauen mit erhöhtem Körpergewicht leiden statistisch gesehen häufiger unter Hormonbeschwerden als schlanke Personen. Zwar lässt sich das nicht auf jede Frau übertragen, die Reduktion des schädlichen Bauchfetts kann sich aber positiv auf den Hormonhaushalt auswirken. Auch eine gesunde Lebensweise gilt als hormonfördern. Dazu gehören gesunde Ernährung, bestehend aus Proteinen, guten Fetten und Kohlenhydraten, sowie regelmäßiger Sport. Durch die Bewegung wird die Hormonproduktion angeregt und eine Dysbalance kann sich regulieren. Manchmal wird die Antibaby-Pille als Hilfsmittel gegen Hormonstörungen verordnet. Hier muss sich die betroffene Frau im Klaren sein, dass sie dann für die Zeit der Einnahme nicht schwanger werden kann. Für Frauen mit Kinderwunsch ist die Entscheidung daher kontraproduktiv.

Fußball International
Süper Lig: José Mourinho könnte zu Fenerbahçe wechseln

Istanbul – Fenerbahçe, einer der renommiertesten türkischen Fußballvereine, ist nach einer möglichen Trennung von İsmail Kartal wahrscheinlich bereits auf der Suche nach einem neuen Trainer. Dies hat den Spekulationen Tür und Tor geöffnet, wobei sich ein bestimmter portugiesischer Manager mit einer Vorliebe für Tafelsilber als überraschender Favorit herausgestellt hat: José Mourinho. Aziz Yildirim, der legendäre Ex-Präsident von Fenerbahçe, hat seine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt und dabei große Pläne enthüllt. In einem Interview mit TRT Spor äußerte sich Yildirim zu seinen Plänen, sollte er gewählt werden, und betonte dabei die Notwendigkeit einer „großen Aktion“, um die Fans glücklich zu machen. Wie Sport1 weiter berichtet, offenbarte Yildirim gegenüber türkischen Medien, dass er ein zweistündiges Gespräch mit dem portugiesischen Trainer José Mourinho geführt hat. „Ich habe Mourinho letzte Woche persönlich getroffen. Am Ende unseres zweistündigen Gesprächs habe ich ihm gesagt: ‚Fenerbahçe braucht dich und du brauchst Fenerbahçe‘“, zitierte Yildirim aus dem Gespräch. Er fügte hinzu, dass er Mourinho ermutigt habe, unabhängig davon, wer die Präsidentschaftswahlen gewinnt, zu Fenerbahçe zu kommen, berichtet Sport1 weiter. Mourinho, dreimaliger Champions-League-Sieger mit Porto, Inter Mailand und Real Madrid, hat einen prall gefüllten Trophäenschrank mit nationalen und europäischen Titeln vorzuweisen. Allerdings waren seine letzten Stationen als Trainer nicht so erfolgreich, so dass er 2021 Tottenham Hotspur und dieses Jahr Roma verließ.

Warum also die Verbindung zu Fenerbahçe?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens ist Mourinhos Erfahrung als Trainer unbestreitbar. Trotz der jüngsten Schwierigkeiten ist seine Fähigkeit, Spieler zu motivieren und Trophäen zu gewinnen, ein verlockendes Angebot für jeden ambitionierten Verein. Zweitens könnte Fenerbahçe, das sich danach sehnt, wieder türkischer Meister zu werden, in Mourinhos Erfahrung den Schlüssel sehen, um den Erzrivalen Galatasaray endlich zu entthronen. Drittens ist da der finanzielle Aspekt. Mourinho ist zwar teuer, aber er könnte erhebliche Sponsorengelder und Aufmerksamkeit auf den Verein lenken, was die finanziellen Aufwendungen für seine Dienste kompensieren könnte. Doch es bleiben Zweifel. Mourinhos Fußball, der oft als pragmatisch und defensiv beschrieben wird, könnte bei Fenerbahçes leidenschaftlicher Fangemeinde, die an einen offensiveren Stil gewöhnt ist, keinen Anklang finden. Darüber hinaus werfen seine Schwierigkeiten, sich auf jüngere Spieler einzustellen, und seine gut dokumentierten Auseinandersetzungen mit Schiedsrichtern und Vereinsfunktionären die Frage auf, ob er für den derzeitigen Umbruch des Klubs der richtige Mann wäre. Es bleibt abzuwarten, ob Mourinho in der nächsten Saison in der Süper Lig auf dem Platz stehen wird. Eines ist jedoch sicher: Die Aussicht, dass der „Special One“ Fenerbahçe leiten wird, hat die türkische Fußballszene in Aufruhr versetzt und verspricht ein spannendes Kapitel, sollte es zustande kommen.

Griechisch-türkische Beziehungen
Türkei und Griechenland wollen Beziehungen weiter verbessern

Ankara – Die Wiederannäherung der früheren Erzfeinde Türkei und Griechenland geht in vollem Umfang weiter.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan empfing am Montag den griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis im Präsidentschaftskomplex in Ankara.

Es gebe keine unlösbaren Probleme zwischen Athen und Ankara, sagte Erdoğan, als er und Mitsotakis bei dem wegweisenden Treffen den Stand der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn lobten und sich verpflichteten, die bilateralen Beziehungen weiter auszubauen.

„Wir hatten ein konstruktives und positives Treffen und haben Probleme in den türkisch-griechischen Beziehungen erörtert. Wir werden die Probleme im Dialog lösen“, sagte Erdoğan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mitsotakis.

Erdoğan sagte, Ankara und Athen seien entschlossen, Probleme durch „gute nachbarschaftliche Beziehungen und internationales Recht“ zu lösen, wie es in der Athener Erklärung über freundschaftliche Beziehungen und gute Nachbarschaft vom letzten Jahr heißt. Erdoğan dankte dem griechischen Premierminister für seinen Besuch.

„Natürlich gibt es Themen, über die wir unterschiedlich denken, aber die Zahl der Themen, bei denen wir uns einigen können, ist nicht klein“, sagte er am Sonntag zudem in einem Interview mit der griechischen Zeitung „Kathimerini“. Erdoğan sprach von einem „Klima der Harmonie“ zwischen ihm und Mitsotakis.

Mitsotakis erklärte, dass die Verbesserung der bilateralen Beziehungen mit der Türkei konkrete und positive Ergebnisse zeigten.

„Es war das vierte Treffen in den letzten zehn Monaten, was meiner Meinung nach beweist, dass die beiden Nachbarn diesen Ansatz des gegenseitigen Verständnisses nicht mehr als Ausnahme, sondern als produktive Normalität etablieren können, die nicht durch die bekannten Unterschiede in unseren Positionen negiert wird“, sagte Mitsotakis.

Er sagte, dass die bilateralen Beziehungen, wie von den Parteien vereinbart, auf drei Ebenen Fortschritte gemacht haben: politischer Dialog, positive Agenda und vertrauensbildende Maßnahmen.

„Ich glaube, dass dies eine positive Entwicklung in einer schwierigen Zeit für den internationalen Frieden, aber auch für die allgemeine Stabilität in unserer Region ist“, sagte der griechische Regierungschef.

Zur Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der irregulären Migration sagte Mitsotakis, Athen unterstütze mehr EU-Hilfe für die Türkei, die ebenfalls unter dem Problem leide.

„Unsere gemeinsamen Bemühungen, Menschenhändlern das Handwerk zu legen, haben zu Ergebnissen geführt. Türkiye hat in dieser Hinsicht einen positiven Beitrag geleistet“, sagte er.

Meinungsverschiedenheiten zu Hamas

Bei den Meinungen zur Hamas gab es jedoch Unterschiede. Mitsotakis bezeichnete die Hamas als Terrororganisation. Darauf entgegnete der türkische Präsident, er sehe das anders. „Ich sehe die Hamas nicht als Terrorgruppe“, so Erdogan. „Ich sehe sie als eine Gruppe von Menschen, die versucht, ihr eigenes Land zu schützen.“

Mitsotakis sagte daraufhin: „Einigen wir uns darauf, dass wir uns in dieser Frage nicht einig sind. Aber wir können uns darauf einigen, dass ein sofortiger Waffenstillstand notwendig ist, weil auch das palästinensische Volk Opfer dieser rücksichtslosen Politik ist.“

Bogen-EM Essen
Türkischer Bogenschütze Mete Gazoz wird Europameister

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Essen – Der türkische Bogenschütze Mete Gazoz ist weiterhin auf Erfolgskurs. Nach einer Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 und einem Weltmeistertitel im vergangenen Jahr in Berlin, wurde er bei der EM in Essen nun auch Europameister. Im Alter von nur 16 Jahren vertrat er die Türkei erstmals bei den Europaspielen 2015 in Baku, Aserbaidschan. Gazoz besiegte im Finale den Slowenen Den Habjan Malavasic mit 6:0 und wurde am Sonntag Europameister. Noch nie war jemand gleichzeitig Olympiasieger, Weltmeister und Europameister im Bogenschießen. Der Türke ist somit der erste Bogenschütze in der Geschichte, der drei große Titel gleichzeitig hält. „Ich mag große Wettkämpfe“, sagte er, nachdem er heute Morgen in Essen im Halbfinale das französische Nachwuchstalent Baptiste Addis geschlagen hatte. „Wir bereiten uns gerade auf große Wettkämpfe vor. Da kann ich mein Top-Niveau zeigen. Und das habe ich sehr gut gemacht.“ Zu seinen ersten Gratulanten gehörte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der ihn persönlich anrief. „Ich gratuliere unserem Bogenschützen Mete Gazoz, der Europameister im Freiluftbogenschießen wurde, von ganzem Herzen. Ich wünsche Mete Gazoz, der uns stolz gemacht hat, indem er seinen Olympia- und Weltmeisterschaften die Europameisterschaft hinzugefügt hat, weiterhin viel Erfolg“, schrieb der türkische Staatschef zudem auf X. Der 25-Jährige wurde im vergangenen Jahr außerdem vom Weltbogensportverband in seiner jährlichen Umfrage zum besten Recurve-Bogenschützen der Männer für 2023 gewählt.

Gastkommentar
Thomas: Israel befindet sich in einer desaströsen Lage

Ein Gastkommentar von Michael Thomas An der allgemein desaströsen Lage, in der sich Israel befindet, kann kein Zweifel mehr bestehen. Und das Land steuert noch immer tiefer in den Abgrund. Nicht erst mit dem Vernichtungskrieg gegen Gaza, sondern schon Jahre zuvor hat es einen Weg eingeschlagen, der niemals zu einem Erfolg führen konnte. Jetzt aber riskiert Israel alles, was die Welt für die Sicherheit der Juden zur Verfügung gestellt hatte und wird zu einem Pariastaat. Wie konnte es soweit kommen? Betrachten wir die Lage in Gaza. Wie David Hearst in MiddleEastEye (MEE) schreibt (1), besteht für Israel keinerlei Hoffnung, irgendeines seiner Kriegsziele zu erreichen. Ausschließlich nur in den zwei zurückliegenden Monaten, in denen die israelische Armee Khan Younis bombardierte, konnte die Hamas wegen der recht hohen Ausfallquoten bei den Bomben etwa fünf Tonnen Sprengstoff aus den Blindgängern bergen. Zudem laufen ihr aufgrund der völligen Verzweiflung und anwachsenden Wut Leute in Scharen zu, die ihre angeblich nur noch vier Bataillone mit höchstmotivierten Kämpfern verstärken. Die Rede ist von Zehntausenden. Und richtig genug registriert Al-Jazeera, dass die israelischen Soldaten in Gaza in schwere Kämpfe verwickelt sind. (2) Hearst zitiert Reserve-Generalmajor Yitzhak Barik, der sagt, dass Benjamin Netanyahus über die völlig festgefahrene, militärische Situation sehr wohl informiert ist. Die israelische Armee kann nicht überall präsent sein. Wenn sie sich jedoch von einem als gesichert angenommenen Punkt fortbewegt, wird dieser unverzüglich von der Hamas erneut übernommen und kontrolliert. Nichts funktioniert. Auch der Vorstoß, Clanführer von Stämmen in Gaza dazu zu bewegen, die Region unter sich aufzuteilen um Spannungen im Innern zu erzeugen, schlug fehl. Aber Gaza ist nicht der einzige Punkt, der die israelische Armee zur Gänze stresst. Denn sie hat auch die zwischenzeitlich völlig außer Kontrolle geratenen „Siedler“ im Westjordanland zu beschützen, die eine Vielzahl von Konfliktherden schaffen. Die Notwendigkeit, ein Zurückschlagen der palästinensischen Bevölkerung dort zu verhindern, bindet nicht unwesentliche Kräfte der Armee. Hinzu kommt die Grenze zum Libanon, an der es nun beinahe täglich zu Schusswechseln und Raketenstarts kommt und ebenfalls von der israelischen Armee überwacht und gesichert werden muss. Insgesamt betrachtet hat auch die israelische Reaktion auf den Start von beinahe dreihundert Raketen aus dem Iran die begrenzten Möglichkeiten der israelischen Armee aufgezeigt: ohne massive Unterstützung von jordanischen, US- und französischen Abwehrsystemen wäre die Zerstörung in Israel selbst katastrophal ausgefallen und hätte zu dramatischen Verlusten geführt. Israel allein wäre kaum in der Lage dazu gewesen, den Schwarm anliegender Raketen und Drohnen abzufangen. Und ob selbst diese Unterstützung ohne die iranische Vorankündigung, die den Verbündeten Zeit genug für Vorbereitungen gelassen hatten, wirksam gewesen wäre, ist zweifelhaft. Doch auch die Lage in Israel selbst ist völlig unübersichtlich. Während sich um Einav Zangauker, die Mutter einer Geisel, die sich in Händen der Hamas befindet, eine größere Gruppe namens „Frauenmarsch“ gebildet hat, scheinen sich derzeit nach Angaben der „Times of Israel“ (3) nur 56 Prozent der Israelis für die Annahme eines Waffenstillstandsdeals auszusprechen. Allerdings zeigt sich die genannte Gruppe offenbar überaus entschlossen und gab an, von sich aus Kontakte mit dem Ausland mit Dem Inhalt aufgenommen haben zu wollen, Druck auf die israelische Regierung auszuüben, den von der Hamas bereits akzeptierten Deal endlich anzunehmen. Verlässliche Daten und Stimmungsbilder sind aufgrund der vielfältigen Art von Verboten gegen die freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit und das Demonstrationsrecht nur schwer zu erhalten. Allerdings zeigten entsprechende Umfragen noch vor dem Krieg, dass mit knapp siebzig Prozent eine Mehrheit der Israelis für den konservativ-zionistischen Kurs ihrer Regierung votieren, der auch für den Fall, dass Netanyahu stürzen sollte, beibehalten werden soll. Eine klar erkennbare Mehrheit spricht sich für die totale, wenn auch illegale, Übernahme des Westjordanlandes und Gazas aus. Was kaum Beachtung findet ist die bedenklich schwierige, wirtschaftliche Lage Israels. In den letzten Monaten brachen viele Geschäftskontakte ab, gerade das Flaggschiff Israels, der Sicherheitskonzern Elbit Systems, hat mit dem erzwungenen Verkauf eines Standortes in England einen herben Rückschlag erlitten. (4) Trotzdem scheinen seine Geschäfte zu florieren. Allerdings steht die israelische Wirtschaft dennoch unter einem hohen Druck, da die einberufenen Reservisten keine Steuereinnahmen mehr generieren, aber ausgerüstet und transportiert werden müssen. Die vorher geleistete Rückstellung in Höhe von etwa zweihundert Millionen Dollar war schnell aufgebraucht, mittlerweile belasten Kosten von etwa zwanzig Milliarden Dollar die Staatskasse. (5) Dieser immense Kostendruck wird sich schnell bemerkbar machen. Nachdem die Ratingagentur Fitch ihre Bewertung der Kreditwürdigkeit Israels im Februar auf „negativ“ herabstufte, hievte sie diese später wieder auf „A+“ mit allerdings negativer Anmerkung wieder hoch. Die Agentur Moody’s hingegen verharrt auf ihrer negativen Bewertung (6). Dies verteuert die Kreditaufnahme Israels auf dem Weltfinanzmarkt erheblich. Alles in allem zeigt sich, dass sich die Aussichten Israels im Innern ganz erheblich mit jedem weiteren Kriegstag verschlechtern. Neben der militärischen Abnutzung und Ermüdung werden wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten dramatisch zunehmen. Schon jetzt hat ein hoher Militär die dringliche Empfehlung abgegeben, Soldaten zu Kampfpausen abzuordnen, damit sie die Arbeit wieder aufnehmen können. Internationale Ketten wie KFC und Starbucks etwa erleiden durch Boykotte wegen ihrer Unterstützung Israels herbe Verluste. International steigt die Notwendigkeit Israels Unterstützer, entweder zu immer härteren Maßnahmen gegen die aufsteigende Kritik zu greifen, oder Israel zum Niederlegen der Waffen zu zwingen. Auf welchem Wege auch immer. Sehr klar scheint, dass der US-Präsident Joe Biden massiv Gefahr läuft, seine Wiederwahl wegen Gaza zu verlieren. Ob der Druck, ihn zur Vermeidung der Wahl Donald Trumps zu wählen, ausreicht, ist von Tag zu Tag fraglicher. Die zuweilen brutalen Maßnahmen, mit denen seine Regierung derzeit versucht, Proteste allgemein und die Camps an den Universitäten aufzulösen, verkehren sich ins Gegenteil. Sie erzeugen erheblich mehr Kritik an seiner Regierung und wecken neue Proteste gegen Israel, als sie verhindern. Ganze muslimische Communitys verweigern Biden ihre Stimme. Auch Deutschland hat sich dramatisch verrannt. Seinen vermeidbarsten, eklatantesten und entlarvendsten Fehler hat es begangen, als es den ehemaligen, griechischen Finanzminister Yannis Varoufakis mit einem Einreise- und Redeverbot wegen seiner geplanten Rede vor dem Palästinakongress überzog. Gerade an diesem Vorgehen, wie auch an dem gegen Dr. Ghassan Abu Sittah, den das gleiche traf, erkennt die Welt, wie weit Deutschland auf seinem Weg, Israels Vorgehen zu beschützen, gehen will. Varoufakis Fragen an die deutschen Behörden, aus welchem Grunde diese Verbote gegen ihn verhängt wurden, sind unter dem Hinweis auf „nationale Sicherheit“ ignoriert worden, weshalb er nun eine Klage gegen Deutschland anstrengt (7). Da die Proteste in allen europäischen Ländern gegen Israel dramatisch zunehmen und zwischenzeitlich Millionen auf die Straße bringen, nimmt der Druck auf ihre Regierungen deutlich zu. Flankiert wird die Szenerie von mehreren, sowohl vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) als auch vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) gegen Israel und seine unterstützenden Staaten angestrengten Verfahren. Zahlreiche europäische Staaten wie Irland, Belgien, Malta, Spanien und Slowenien werden in Kürze Palästina als Staat offiziell anerkennen, weitere haben angekündigt, dies ebenfalls zu tun. Dies wird die EU dazu zwingen, sich mit dem Thema öffentlich auseinanderzusetzen und zu einer Entscheidung zu gelangen. Erst am siebten Mai stellte Joseph Borrell, der Außenbeauftragte der EU völlig ernüchtert und lapidar fest, dass Israel noch erheblich mehr Zivilisten töten werde und sich nicht darum schere, dass zahlreiche Staaten die Offensive in Rafah ablehnen (8). Auch auf dieser Ebene wird der Druck auf die Unterstützer wie Deutschland, Frankreich und England neben den anwachsenden Protesten auf ihren Straßen noch zusätzlich gesteigert, da selbst die UN in ihrer jüngsten Generalversammlung in überwältigender Mehrheit dafür gestimmt hat, Palästina weitaus mehr Rechte als Mitgliedsstaat gewähren zu wollen, damit es den Status als bisheriger Beobachterstaat in Richtung einer regulären Mitgliedschaft mit vollen Stimmrechten verlassen kann. All das zeigt überzeugend, dass sowohl Israel, als auch seine unterstützenden „Freunde“ den Krieg um Definitionen, um Bilder, um Informationen und die Wahrnehmung seines Tuns vollständig verloren haben. Sie befinden sich auf dem Weg in eine Isolierung. Das Massaker in Gaza und im Westjordanland wird von der Welt jeden Tag klarer als das gesehen, was es tatsächlich ist – nämlich nicht die „Verteidigung eines Opfers“, sondern als ein imperialistischer Krieg mit genozidalen Zügen eines brutalen Angreifers, der zudem für den Aggressor tatsächlich ungewinnbar ist und eine furchtbare Zukunft für sich nach sich ziehen wird. Denn schon jetzt zeigt sich deutlich, dass die Juden der Welt nach den Palästinensern die Hauptleidtragenden sind, weil ihnen zunehmend Hass und Verachtung entgegenschlägt. Denn die Politik der Unterstützer Israels ignoriert und erstickt die vielen Hunderttausend Stimmen von Juden, die sich lautstark gegen das Handeln Israels empören und weltweit rufen „Not in our name!“. Israel will sie mit der Hilfe seiner „Freunde“ zu Geiseln seiner Politik machen und setzt sie damit großen Gefahren durch Menschen aus, die israelisches mit jüdischem Handeln verwechseln und vermischen.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Autor 

Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

  1. https://www.middleeasteye.net/opinion/rafah-attack-defeat-sight-how-can-netanyahu-declare-victory
  2. https://www.aljazeera.com/news/2024/5/7/israel-takes-control-of-rafah-crossing-gazas-lifeline-whats-going-on
  3. https://www.timesofisrael.com/protesters-briefly-block-tel-aviv-highway-to-demand-deal-freeing-hostages-in-gaza/
  4. https://www.aa.com.tr/en/europe/israeli-arms-company-elbit-forced-to-sell-tamworth-factory-in-uk/3177877#
  5. https://www.fr.de/politik/israel-krieg-gaza-bodenoffensive-kosten-armee-nahost-konflikt-palaestinenser-zr-92754356.html
  6. https://www.moodys.com/credit-ratings/Israel-Government-of-credit-rating-423305
  7. https://diem25.org/yanis-varoufakis-sues-the-german-state/
  8. https://www.reuters.com/world/middle-east/more-civilians-will-be-killed-israels-rafah-offensive-whatever-they-say-eus-2024-05-07/