Kurden gegen PKK
Kurden über HDP: „Ihre Kinder bereisen Europa, während unsere verschleppt werden“

Diyarbakir – Die Wut der Kurden auf die PKK-nahe Partei HDP wird immer größer. Was mit dem mutigen Schritt einer kurdischen Mutter im vergangenen Monat begann, entwickelt sich zu einer Bewegung. Immer mehr Kurden trauen sich, ihren Unmut gegen die HDP-Partei und die Terrororganisation PKK auszusprechen. Weitere kurdische Familien schlossen sich am Mittwoch dem Sitzstreik vor dem Büro der HDP in Diyarbakir an. „Als sie meine Tochter [Songul] entführten, war sie 15 Jahre alt und seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört“, sagte Fatma Akkus, eine der Mütter die sich kürzlich dem Streik angeschlossen haben, gegenüber Reportern. Die Terrororganisation habe ihre Tochter vor fünf Jahren einer Gehirnwäsche unterzogen und sie mitgenommen. so Akkus. „Ich habe die Nachrichten über den Beitritt meiner Tochter zur Terrorgruppe in den sozialen Medien gesehen“, sagte Akkus und bekräftigte ihre Unterstützung für die protestierenden Mütter. Mehmet Karaman, ein weiterer Kurde der sich dem Streik angeschlosen hat, habe seinen 18-jährigen Sohn vor 22 Jahren an die PKK verloren. „Ich will einfach nur von meinem Sohn hören“, sagte Kahraman und fügte hinzu, dass er auf den Tod seines Sohnes vorbereitet sei. „Es zerreißt mir einfach das Herz. Es ist jetzt 22 Jahre her und es ist immer noch nicht einfach,“ so Karaman. „Ihre Kinder reisen durch Europa, während unsere entführt werden. Wenn sie wollten, könnten sie unsere Kinder zurückbringen“, sagen Halime Sehitoglu und Macide Uslu, zwei Tanten der entführten Kinder, die sich ebenfalls für ihre Neffen dem Sitzstreik anschlossen. Gemeint sind die Politiker der oppositionellen HDP. Im August hatte Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakır einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen.

In der darauffolgenden Woche setzte sich Fevziye Cetinkaya, eine weitere kurdische Mutter, die behauptet, ihr 17-jähriger Sohn sei über Mitglieder der HDP in die Reihen der Terrorgruppe aufgenommen worden.

„Alles, was ich von ihnen (HDP-Mitglieder) will, ist, dass mein Kind zu mir zurückgebracht wird“, sagte sie. „Entweder haben sie mein Kind hier versteckt oder es woanders hingebracht…. Ich werde nicht gehen, bis mein Kind zurück ist“, fügte sie hinzu. Der Vater warf HDP-Mitgliedern vor, ihre Kinder zum Beitritt zur PKK zu ermutigen. „Sie schicken Kinder von armen Menschen [zur PKK]…. Ich will meinen Sohn zurück, sonst nichts. Wir haben diese Kinder unter schwierigen Bedingungen aufgezogen und in die Schulen geschickt“, sagte er. Die türkische Regierung beschuldigt die HDP seit langem, Verbindungen zur PKK-Terrorgruppe zu haben. Mehr als 30-jährige Terrorkampagne In ihrer mehr als 30-jährigen Terrorkampagne gegen die Türkei war die PKK – von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation geführt – für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich. „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicherzustellen“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer in einer Mitteilung im Februar dieses Jahres. Eva Quadbeck in der Rheinischen Post:

„Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist als Terrororganisation aus gutem Grund seit Anfang der 90er Jahre verboten. Dass sie hierzulande in Vereinen und Verlagen dennoch weiter operiert, kann der Rechtsstaat nicht hinnehmen. Das Verbot der Verlage ist nur konsequent. Die Bundesregierung tut gut daran, bei der PKK nüchtern nach rechtsstaatlichen Prinzipien zu verfahren. Deutschland steht in der Kritik der türkischen Regierung, die behauptet, es werde hierzulande nicht konsequent gegen die PKK vorgegangen, was nicht stimmt. Die politische Linke in Deutschland wiederum sieht das Verbot der Verlage als Zensur an.

Das Verbot hat aber nichts mit der Einschränkung von Meinungsfreiheit zu tun. Die betroffenen Verlage hatten die Unterstützung der verbotenen PKK im Auge. Dafür hätten sie auch Bananen vertreiben können. Die PKK heizt Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Deutschland an. Mit Gewalt ausgetragene Rivalitäten befördern eine ablehnende Haltung gegenüber diesen Volksgruppen. Ein solcher Mechanismus gefährdet den inneren Frieden der Gesellschaft – insbesondere in Zeiten, in denen Fehlverhalten von Migranten gerne von Rechtspopulisten aufgegriffen wird“.

Fußball International
Türkei: 2 Jahre und 8 Monate Haft für Ex-Barcelona Star Arda Turan

Istanbul – Das Istanbuler Strafgericht hat den ehemaligen Barcelona-Star wegen Körperverletzung sowie dem Gebrauch und Besitz einer nicht registrierten Schusswaffe zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Turan griff den türkischen Popsänger Berkay Sahin im Oktober vergangenen Jahres in einem Nachtclub in Istanbul an und brach ihm die Nase. Danach habe er Sahin mit einer Waffe im Krankenhaus aufgesucht und ihn aufgefordert, um Vergebung zu bitten. Mehr Info in Kürze

Parteien
Wagenknecht: „Das Problem AfD löst man nicht durch Ausgrenzung“

Die Vorsitzende der Links-Fraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat sich dagegen ausgesprochen, mit AfD-Kadern zusammenzuarbeiten. ARD-Recherchen hatten ergeben, dass die CDU in einigen Kommunen mit der AfD kooperiert. Dazu sagte Wagenknecht am Mittwoch im Inforadio vom rbb: „Das Problem AfD löst man nicht durch Ausgrenzung. (…) In der AfD gibt es natürlich echte Neonazis, die aus diesem Bereich auch kommen. Solche Leute zu legitimieren oder auch zu integrieren, ist ein Problem.“ Stattdessen müsse man die Ursachen dafür beseitigen, dass Menschen von der Politik so enttäuscht seien, dass sie am Ende aus Protest AfD wählten. Das sei für sie die entscheidende Frage. „Ich finde, dass man mit Nazis, soweit es sich um solche handelt, nicht zusammenarbeiten darf. Mit den Kadern der AfD sollte man nicht zusammenarbeiten. Aber die Wähler der AfD sollte man schon versuchen zu gewinnen.“ Da müsse man sehr deutlich differenzieren. Deswegen finde sie es richtig, in Frage zu stellen, was die CDU mache. „Nur muss man meines Erachtens nicht glauben, dass das der einzige Weg ist die AfD zu schwächen. Im Gegenteil: Teilweise stärkt man sie auch dadurch.“ Wagenknecht sagte weiter, dass die AfD das Image pflege: Alle anderen sind gegen uns. Deswegen habe sie auch den „Hauch einer Anti-Establishment-Partei“, obwohl sie in Wahrheit mit ihren ökonomischen Forderungen, beispielsweise der nach mehr Privatisierungen, gar nicht so weit von der CDU entfernt sei. Wagenknecht betonte weiter, sie wolle auch nach ihrem Rückzug als Linken-Faktionschefin in einigen Monaten weiter in der Politik aktiv bleiben: „Viele Entwicklungen im Land machen mir Angst und deswegen will ich auf jeden Fall politisch aktiv bleiben, nur in einer anderen Rolle.“

Bildung
Immer mehr Menschen streben hohe Qualifikationen an

In Deutschland beginnen immer mehr Menschen hochqualifizierende Bildungsgänge. Im Jahr 2017 haben 6 von 10 Menschen eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium oder ein hochqualifizierendes berufsorientiertes Bildungsprogramm wie eine Meister-, Techniker- oder Erzieherausbildung aufgenommen. Seit 2006 hat sich diese Quote bundesweit von 43 % auf 60 % erhöht. Das ist ein zentrales Ergebnis des Berichts „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2019“, den die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder am 11. September 2019 in einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt haben. Allerdings zeigen sich regionale Unterschiede: So übertrafen 2017 die Stadtstaaten Berlin (92 %), Bremen (82 %) und Hamburg (80 %) sowie Sachsen (69 %) und das Saarland (65 %) den OECD-Durchschnitt von 65 %, elf Bundesländer lagen darunter. MINT-Bereich: Deutschland mit den OECD-weit höchsten Anfängerquoten Unter den 36 OECD-Staaten hatte Deutschland im Jahr 2017 mit einem Anteil von 39 % die meisten Anfängerinnen und Anfänger bei hochqualifizierenden Bildungsgängen im MINT-Bereich, also den naturwissenschaftlich, mathematisch und technisch orientierten Fächern. In den Bundesländern lag der MINT-Anteil zwischen 28 % in Brandenburg und bis zu 44 % in Mecklenburg-Vorpommern. Über dem Bundesdurchschnitt lagen zudem Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen. Auch beim Anteil der 25- bis 64-jährigen Bevölkerung mit einem hochqualifizierenden MINT-Abschluss hatte Deutschland im Jahr 2018 mit 35 % die höchste Quote unter den OECD-Staaten. Alle Bundesländer von Hamburg und Berlin (jeweils 26 %) bis Baden-Württemberg und Sachsen (jeweils 39 %) lagen über dem OECD-Durchschnitt von 25 %, wobei der Schwerpunkt innerhalb der MINT-Fächer in der Fächergruppe Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe lag. Ältere im OECD-Vergleich deutlich besser qualifiziert, Jüngere nur geringfügig Sowohl in der Altersgruppe der 25- bis 34- Jährigen als auch in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen hatten 87 % der Personen in Deutschland im Jahr 2018 eine mittlere oder hohe Qualifikation. Das heißt, sie hatten mindestens eine Studienberechtigung erlangt oder eine Berufsausbildung abgeschlossen. Während Deutschland damit bei den Älteren klar über dem OECD-Durchschnitt von 71 % lag, übertraf der Wert bei den Jüngeren nur knapp das OECD-Mittel von 85 %. In beiden Altersgruppen liegen Thüringen und Sachsen mit Werten von mehr als 90 % vorn. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen den westlichen und östlichen Flächen-ländern: Zwar liegen bei den 25 bis 34-Jährigen bis auf Sachsen-Anhalt alle östlichen Flächenländer über dem Bundesdurchschnitt. Die ältere Bevölkerung zwischen 55 und 64 Jahren ist dort aber höher qualifiziert als die jüngere zwischen 25 und 34 Jahren. Hierzu trägt bei, dass in den östlichen Ländern vergleichsweise viele der heute Älteren hochwertige Bildungsabschlüsse erworben haben, etwa im Fachschulwesen der DDR. Erwerbslosenquoten in Deutschland für alle Qualifikationsniveaus gesunken Die steigenden Anfängerquoten in hochqualifizierenden Bildungsgängen führen langfristig zu einem höheren Qualifikationsniveau der Bevölkerung sowie einem höheren Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften. Mit steigendem Qualifikationsniveau nimmt das Risiko der Erwerbslosigkeit ab. In Deutschland sind die Erwerbslosenquoten seit 2005 für alle Qualifikationsniveaus deutlich stärker gesunken als in der OECD. Bei den Hochqualifizierten (Personen mit Hochschulabschluss oder Meister-, Techniker- oder Erzieherausbildung) betrug die Erwerbslosen-quote 2018 bundesweit 2 %, 2005 waren es noch gut 5 %. Im Vergleich dazu lag die Erwerbslosenquote bei Hoch-qualifizierten 2018 im OECD-Durchschnitt mit 4 % auf einem ähnlichen Niveau wie 2005. Alle Bundesländer lagen 2018 unter diesem Wert. Die Erwerbslosenquoten Geringqualifizierter (Personen mit höchstens Haupt- oder Realschulabschluss und ohne abgeschlossene Berufsausbildung) lagen in den östlichen Flächenländern und Berlin im Jahr 2018 jedoch deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 10 % (Bundesdurchschnitt 9 %). Die Spannweite reichte in den Bundesländern von 5 % in Bayern und 20 % in Sachsen-Anhalt. Geringqualifizierte Personen finden somit in den westlichen Flächenländern weitaus eher Arbeit als in den östlichen Flächenländern und Berlin.

Leverkusen
Bayer-Betriebsrats-Chef: Es müssen auch Häuptlinge gehen

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Oliver Zühlke, Chef des Gesamtbetriebsrats von Bayer, begrüßt die Verkleinerung des Vorstands: „Angesichts des Abbaus von 12.000 Stellen haben wir früh gefordert, dass nicht nur Indianer, sondern auch Häuptlinge gehen müssen und auf allen Ebenen gespart wird. Deshalb begrüßen wir die Verkleinerung des Vorstands“, sagte Zühlke der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Von Vorstandschef Werner Baumann erwartet er nun Austausch auf Augenhöhe: „Dass der Vorstandsvorsitzende künftig selbst für das Thema Personal verantwortlich ist, zeigt die Bedeutung des Themas. Wir erwarten von Herrn Baumann, dass er wie sein Vorgänger stets ein offenes Ohr für die Belange der Belegschaft hat und glaubwürdig wie wertschätzend mit uns umgeht.“ Die Verhandlung über die Verteilung des geplanten Stellenabbaus ziehen sich dagegen weiter hin. „Wir verhandeln weiter mit dem Konzern über die Verteilung auf die verschiedenen Bereiche und Standorte. Bayer prüft, Prozesse zu verändern, Aufgaben zu streichen oder auszulagern. Das ist komplex und das braucht Zeit“, sagte Zühlke weiter. Bayer hatte 2018 angekündigt, weltweit 12.000 Stellen abzubauen, davon rund 4500 in Deutschland.

Wissenschaft
Studie: Linkshänder haben bessere verbale Fähigkeiten

Forscher haben zum ersten Mal die genetischen Unterschiede zwischen Rechts- und Linkshändern identifiziert. Bei Linkshändern neigen beide Seiten des Gehirns dazu, effektiver zu kommunizieren. Das bedeutet, dass Linkshänder eine bessere Sprache und verbale Fähigkeiten haben können. Die Forschung könnte auch neue Erkenntnisse über die Rolle der Gehirnentwicklung bei neurologischen Erkrankungen liefern. Forscher der University of Oxford in Großbritannien veröffentlichten ihre Ergebnisse Anfang dieses Monats in der Zeitschrift Brain. Um die Daten zu verstehen, ist es hilfreich, den Unterschied zwischen der linken und rechten Gehirnhälfte zu kennen. Kurzum, die linke Seite des Gehirns ist mit logischen Aufgaben und Sprache verbunden, während die rechte Seite kreativere oder abstraktere Berechnungen durchführt. Forscher in dieser jüngsten Studie untersuchten die DNA von 400.000 Menschen von der britischen Biobank, einer langfristigen genetischen Studie mit Gesundheitsdaten von Hunderttausenden von Freiwilligen.  

TV-Tipp
Inside NATO: ZDFinfo-Dreiteiler zur Geschichte des Militärbündnisses

Die dreiteilige Dokumentation „Inside NATO“ beleuchtet im Jubiläumsjahr, wie sich das Militärbündnis in den zurückliegenden 70 Jahren entwickelt hat. Die Erstausstrahlung am Mittwoch, 11. September 2019, von 20.15 bis 22.30 Uhr in ZDFinfo, wird ergänzt durch sechs weitere Dokumentationen, die von 18.00 Uhr bis nach Mitternacht Einblicke in die veränderte globale Sicherheitslage geben. Am 4. April 1949, knapp vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde die NATO gegründet – die „North Atlantic Treaty Organization“. Die Gründungsstaaten der NATO waren die USA und Kanada sowie die westeuropäischen Länder Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen und Portugal. Die Außenminister dieser zehn europäischen Mitgliedsstaaten unterzeichneten im April 1949 den Vertrag zur gegenseitigen Verteidigung. Die Bundesrepublik Deutschland trat im Jahr 1955 der NATO bei. „Eine amerikanische Erfindung?“ fragt Folge 1 von „Inside NATO“ und geht der Frage nach, wie oft das Bündnis von Krisen und Konflikten erschüttert wurde. Der Film berichtet etwa über eine heimliche Partisanenarmee und davon, wie es zwischen zwei Bündnispartnern fast zum Krieg kam. In der zweiten Folge, „Das große Wettrüsten“, rückt ab 21.00 Uhr zunächst die Kuba-Krise in den Blick. Im Oktober 1962 stand die Welt am Rand einer der nuklearen Katastrophe: Ein Atomkrieg zwischen den USA und der UdSSR schien in greifbarer Nähe. Danach wuchs die Neigung, Verträge zu schließen, um die Gefahr einer Konfrontation zu bannen. Doch Ende der 1970er-Jahre war die Entspannungspolitik wieder vom Tisch. 1979 marschierten die Sowjets in Afghanistan ein, und im Weißen Haus regierte ab 1981 ein „Kalter Krieger“: Ronald Reagan startete Geheimoperationen gegen das von ihm sogenannte Reich des Bösen. Folge 3, „Krieg und neue Feinde“, blickt um 21.45 Uhr auf die Zeit nach der Jahrtausendwende, als intensiv über Aufgaben und Rolle der NATO debattiert wurde. Die Anschläge vom 11. September 2001 leiteten neue Zeiten ein: Zum ersten Mal in der NATO-Geschichte setzte Generalsekretär Lord Robertson Artikel 5 in Kraft, wonach im sogenannten Bündnisfall die USA auf die Unterstützung aller NATO-Staaten zählen konnten. Wenige Monate nach 9/11 begann „Operation Enduring Freedom“ in Afghanistan. Der ZDFinfo-Doku-Abend am Mittwoch, 11. September 2019, in der Übersicht: 18.00 Uhr: Alte Bündnisse, neue Bedrohungen – Deutschlands Rolle in der NATO und der Welt 18.45 Uhr: Der neue Kalte Krieg – Mehr Atomwaffen für Europa? 19.30 Uhr: Armee am Limit – Was wird aus der Bundeswehr? 20.15 Uhr: Inside NATO – Eine amerikanische Erfindung? 21.00 Uhr: Inside NATO – Das große Wettrüsten 21.45 Uhr: Inside NATO – Krieg und neue Feinde 22.30 Uhr: Balkan in Flammen – Pulverfass Jugoslawien 23.15 Uhr: Balkan in Flammen – Ein Land zerfällt 24.00 Uhr: Balkan in Flammen – Jugoslawien in Trümmern

USA
Bolton: „Damit das klar ist, ich habe gekündigt“

Washington – Donald Trump hatte am Dienstag getwittert, den Nationalen Sicherheitsberater John Bolton zum Rücktritt aufgefordert zu haben. Dieser schilderte jetzt seine eigene Version des Sachverhalts.
Am Dienstag twitterte US-Präsident Trump, dass er gestern Abend John Bolton, seinen dritten nationalen Sicherheitsberater, darüber informierte, dass „seine Dienste im Weißen Haus nicht mehr benötigt werden“.
„Ich war mit vielen seiner Vorschläge sehr uneins, wie auch andere in der Verwaltung, und deshalb……..bat ich John um seinen Rücktritt“, erklärte Trump im Laufe von zwei Tweets. In der kommenden Woche werde er einen Nachfolger benennen.
Wie so oft bei Trumps Kündigungen scheint es jedoch, dass das nicht die ganze Geschichte gewesen sein könnte.
Bolton schrieb auf Twitter, er habe am Abend angeboten, zurückzutreten. Trump habe daraufhin gesagt: „Lass uns morgen darüber sprechen.“
Laut einem Bericht von Fox News bestätigte Bolton auch per SMS an den Moderator Brian Kilmeade, dass er sich entschieden hat zu gehen. „Damit das klar ist, ich habe gekündigt“, schrieb er angeblich in einer SMS.
Bolton gilt als Hardliner und als Befürworter eines Regimewechsels im Iran. US-Medien hatten berichtet, Differenzen zwischen Trump und Bolton habe es zuletzt vor allem beim Thema Afghanistan gegeben. Bolton sei gegen ein von Trump für vergangenen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern in Camp David gewesen, dem Landsitz des US-Präsidenten, schreibt die Welt.

Mega-Abkommen
Trump will not be amused: China plant 400-Milliarden-Dollar-Investition im Iran

Peking – China plant, insgesamt 400 Milliarden Dollar in den Iran zu investieren, berichtet das Fachmagazin Petroleum Economist.  Das Magazin zitiert eine hochrangige Quelle, die im iranischen Ölministerium tätig sei. Diese enorme Investition stelle einen wichtigen Punkt in einem neuen Abkommen zwischen den beiden Ländern dar. Dies sei während des Besuchs des iranischen Außenministers Mohammad Javad Zarif in China Ende August bestätigt worden. Zarif habe China besucht, um einen Fahrplan für ein bereits 2016 geschlossenes strategisch umfassendes Partnerschaftsabkommen vorzulegen. 280 Milliarden Dollar sollen demnach in den kommenden Jahren im Land investiert werden, etwa in die Erschließung neuer Ölfelder, in neue Pumpen, Raffinerien und andere Fabriken für die petrochemische Industrie. Dazu kommen 120 Milliarden Dollar, die in die industrielle Infrastruktur des Iran investiert werden sollen. Im Gegenzug wird der Iran chinesischen Unternehmen das vorrangige Recht einräumen, sich an Ausschreibungen für neue, eingefrorene oder unvollständige Projekte zur Erschließung von Öl- und Gasfeldern sowie für alle petrochemischen Projekte zu beteiligen, einschließlich der Bereitstellung von Technologie und Personal zur Durchführung dieser Projekte. Dies umfasst den Einsatz von bis zu 5.000 chinesischen Sicherheitsbeauftragten in iranischen Gebieten zur Sicherung chinesischer Projekte sowie die Beteiligung anderer Mitarbeiter und Ressourcen an der Sicherung von Öl-, Gas- oder petrochemischen Exporten aus dem Iran nach China, einschließlich derjenigen über den Golf, so der Bericht.

Zinspolitik
Sparkassenpräsident: EZB-Politik schadet Sparern und Unternehmen

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Köln – Einen Tag vor der nächsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank warnt der Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes (RSGV) vor den Folgen weiter fallender Zinsen. „Die EZB-Politik ist eine breite Umverteilung von Vermögen von unten nach oben. Die breite Masse der Kleinsparer erhält keine Zinsen mehr auf das Ersparte oder die Altersvorsorge“, sagte Breuer im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die angestrebte Inflation von zwei Prozent nagezusätzlich an der Kaufkraft des Ersparten. „Bald wird eine ganze Generation in der paradoxen Zinslandschaft, in der wir jetzt leben und weiter leben werden, aufgewachsen sein. Eine Generation, die den Wert von Vorsorge und Sparen nicht gelernt hat“, so Breuer. Niedrige Sparzinsen und steigende Immobilienpreise würden dafür sorgen, dass es „immer mehr Normalverdienern nicht möglich sein wird, sich Wohneigentum anzuschaffen“, sagte der RSGV-Präsident. Außerdem würden unrentable Unternehmen durch billiges Geld künstlich am Leben erhalten.

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– Wirtschaft – Nach Erdogan: Immer mehr Länder senken Zinsen

Im vergangenen Monat ließ der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Leitzinsen um 4,25 senken und erntete dafür von der Opposition und auch von hiesigen Politikern und Medien viel Kritik und Spott.

Nach Erdogan: Immer mehr Länder senken Zinsen