Cybercrime
Betrugsmaschen beim Shoppen auf Online-Plattformen

Frankfurt am Main – Immer mehr Menschen fallen beim Kauf oder Verkauf auf Online-Plattformen auf Betrüger rein. Dabei gibt es nicht das „typische“ Opfer – vielmehr sind hiervon alle Kundengruppen betroffen. Doch es gibt Vorsichtsmaßnahmen, die böse Überraschungen verhindern können. Alexandra Schiefer, Leiterin Betrugsprävention bei der ING Deutschland, möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Betrug jeden treffen kann: „Auch aufgeklärte, technikaffine Menschen können auf Betrugsmaschen hereinfallen, wenn sie ihre Online-Einkäufe bezahlen oder als Verkäufer Zahlungen erwarten.“ Dabei ist festzuhalten: „Alle Zahlungsmethoden sind grundsätzlich sicher, solange sie mit Umsicht der Kontoinhaberinnen und -inhaber ausgeführt werden. Bei Banken laufen im Hintergrund permanente Schutzmechanismen, um Betrügereien zu verhindern. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es allerdings nicht, die Sicherheitslücke ist meist der Mensch selbst.“ Welche Betrugsmaschen Betrüger besonders häufig verwenden:
  • Sie tarnen sich als Mitarbeitende seriöser Firmen und suggerieren technischen Support. Das Ziel: durch geschickte Gesprächsführung an sensible Informationen zu gelangen
  • Sie bauen Fake-Websites, die mittlerweile so realistisch aussehen wie das Original, und so einen Ort zum mutmaßlich seriösen Interagieren mit den Opfern bieten. Sie führen dort vermeintliche Kundensupport-Live-Chats mit echten Personen, bei denen die Opfer verleitet werden, persönliche Daten einzugeben und Transaktionen freizugeben
  • Fingierte Kleinanzeigen für scheinbar unbedeutende, preisgünstige Gebrauchsgegenständen locken Opfer auf die fingierten Seiten der vermeintlichen Verkäufer oder Käufer
  • Klassiker sind per Messenger-Dienst oder E-Mail zugesendete Links, die auf die nachgebauten Fake-Websites führen und die Opfer zur Freigabe von Daten verleiten
Zwei Kardinalfehler Bei den Betrugsfällen lassen sich laut Alexandra Schiefer zwei Kardinalfehler identifizieren: „Zum einen geben Opfer sensible Daten wie Login-Daten, Passwörter und Kreditkartendaten heraus. Sie verlassen dabei meist den geschützten Bereich von Verkaufsplattformen. Darüber hinaus geben die Opfer oft irrtümlich Zahlungstransaktionen zu ihren Lasten frei. Besonders kritisch wird es, wenn fremde Drittgeräte autorisiert werden. Falls es soweit kommt, sind Betrüger unter Umständen in der Lage, die Kontrolle über das komplette Konto zu übernehmen.“ Psychologische Tricks Warum auch aufgeklärte, technikaffine Menschen auf die Betrugsmaschen hereinfallen, erklärt Alexandra Schiefer mit psychologischen Tricks:
  • Betrüger nutzen gerne das „Prinzip der kleinen Schritte“, denn Menschen streben danach, beständig und widerspruchsfrei zu handeln. Nach dem Motto: Wer A sagt, will auch B sagen. Hat also jemand zum Beispiel einem Kauf auf einem Kleinanzeigen-Portal zugestimmt, will man keinen Rückzieher machen
  • Der Trick, sich als Mitarbeiter eines technischen Supports zu tarnen, beruht auf dem „Prinzip der Gegenseitigkeit“. Ich helfe dir, also musst du auch etwas für mich tun, wie beispielsweise Daten preisgeben oder Aktionen freigeben. Auch wird hier das Vertrauen in Menschen im Gegensatz zur Technik ausgenutzt
  • Ein weiterer psychologischer Trick ist das Verweisen auf Bekanntes und Gelerntes, zum Beispiel Logos von seriösen Unternehmen
  • Außerdem wird häufig künstlicher Druck aufgebaut, um Opfer zu unbedachten Taten zu bewegen
Banken arbeiten kontinuierlich daran, Betrugsfälle zu verhindern. Die Bandbreite reicht von komplexen Vorgängen im Hintergrund bis hin zu ins Auge springenden einfachen Texten, mit denen Menschen sich auf den ersten Blick vergewissern können, ob sie die eine oder andere Transaktion wirklich ausführen wollen. Zudem spielen Aufklärungskampagnen eine wichtige Rolle. Weiterführende Informationen und Tipps zum sicheren Online-Banking finden Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Blog „WissensWert“ der ING.

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– DVPMG – AOK für Integration des E-Rezeptes in Kassen-Apps

Die AOK-Gemeinschaft begrüßt die Einführung des elektronischen Rezeptes für Arzneimittel, die ab dem 1. Juli zunächst im Rahmen eines eng begrenzten Pilotprojektes in der „Fokusregion“ Berlin/Brandenburg erfolgt.

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Frankreichurlaub
Familienministerin Spiegel tritt zurück

Berlin – Nach nur vier Monaten verliert die Ampelkoalition ihr erstes Kabinettsmitglied. Nach massiver Kritik an ihrer Urlaubsreise kurz nach der Flutkatastrophe an der Ahr hat Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) nicht mal 24 Stunden nach ihrer Entschuldigung ihren Rücktritt erklärt. In ihrer kurzen Erklärung vom Montagnachmittag dankte Spiegel „allen, die mich solidarisch unterstützt haben“. Hintergrund ist ihr Umgang mit der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz im Sommer 2021. Spiegel war zuvor heftig in die Kritik geraten, mehrere Oppositionspolitiker hatten ihren Rücktritt gefordert. Mehrere CDU-Politiker – unter anderem Parteichef Friedrich Merz – forderten seit dem Wochenende die Ablösung von Spiegel. Der Grünen-Politikerin seien „Urlaub und das eigene Image wichtiger als das Schicksal der Menschen an der Ahr gewesen“, so Merz. In einem Statement aus dem Familienministerium hieß es am Montag:
„Ich habe mich heute aufgrund des politischen Drucks entschieden, das Amt der Bundesfamilienministerin zur Verfügung zu stellen. Ich tue dies, um Schaden vom Amt abzuwenden, das vor großen politischen Herausforderungen steht.“
Bei einem emotionalen Auftritt hatte Spiegel den Urlaub am Sonntagabend als Fehler bezeichnet und sich dafür entschuldigt, aber keinen Rücktritt angekündigt. Die Grünen-Politikerin war in die Kritik geraten, weil sie als damalige rheinland-pfälzische Umweltministerin zehn Tage nach der Flut zu einem vierwöchigen Familienurlaub nach Frankreich aufgebrochen war und diesen nur einmal für einen Ortstermin im Ahrtal unterbrochen hatte. Sie hatte vergangenen Woche außerdem BILD am SONNTAG gegenüber mitgeteilt, aus dem Urlaub an Regierungssitzungen teilgenommen zu haben, musste aber am Sonntagabend eingestehen, dass das nicht stimmte, so die BILD. „Wir haben größten Respekt vor ihrem Mut und vor ihrer Klarheit“, so Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang in Bezug auf Spiegels emotionales Statement vom Sonntagabend. „Hinter uns persönlich, hinter uns als Partei liegen schwierige Stunden“, sagte Lang in einem Pressestatement auf der Klausurtagung in Husum zum Rücktritt Spiegels.      

Ukraine-Krieg
Russland meldet Zerstörung von Waffenlieferung an Ukraine

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Moskau – Russland teilte am Montag mit, es habe am Vortag ein von einem europäischen Land an die Ukraine geliefertes S-300-Luftabwehrsystem in der Nähe der Stadt Dnipro zerstört. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, erklärte, das Militär habe von Schiffen abgefeuerte Raketen des Typs Kalibr eingesetzt, um vier Flugabwehrraketensysteme des Typs S-300 am südlichen Rand der Stadt Dnipropetrowsk zu zerstören. „Am Sonntag, den 10. April, zerstörten hochpräzise seegestützte Kalibr-Raketen am südlichen Stadtrand von Dnepropetrowsk ein in einem Hangar verstecktes S-300-Luftabwehrsystem, das von einem der europäischen Länder an das Kiewer Regime geliefert worden war“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, bei einer täglichen Pressekonferenz in Moskau. Vier S-300-Raketen und bis zu 25 Angehörige der ukrainischen Streitkräfte seien ebenfalls getroffen worden, fügte er hinzu. Konaschenkow erklärte, die Ukraine habe die Luftabwehrsysteme von einem europäischen Land erhalten. Um welches es sich dabei handelte, teilte er nicht mit. Die Slowakei hatte in der vergangenen Woche die Übergabe von S-300-Systemen aus sowjetischer Fertigung an die Ukraine bekanntgegeben. Der slowakische Ministerpräsident Eduard Heger bezeichnete Moskaus Bericht als Desinformation. Die Ukraine hatte wiederholt an westliche Staaten appelliert, Luftabwehrwaffen und schweres militärisches Bodengerät zu beschaffen, um den seit sechs Wochen andauernden russischen Militärangriff abwehren zu können. Die slowakische Übergabe ist der erste bekannte Fall, in dem ein Land seit dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar ein Luftabwehrsystem an die Ukraine geliefert hat. Im März brachten die NATO-Verbündeten Deutschland und die Niederlande drei Batterien des Patriot-Luftverteidigungssystems in die Slowakei. Bratislava erklärte damals, dass das System die S-300 nicht ersetzen, sondern ergänzen würde, und dass es in Erwägung ziehen würde, die S-300 aufzugeben, wenn es einen Ersatz bekäme. Laut Konaschenkow seien am Sonntag zudem eine Reparaturanlage mit zwei Luftabwehrsystemen Buk-M1 und Osa AKM mit „hochpräzisen luftgestützten Raketen“ in der Nähe der Siedlung Velyka Novosilka in Donezk zerstört worden. Darüber hinaus seien zwei Munitionsdepots, ein S-300-Radar, neun Panzer, fünf Panzerabwehrkanonen und fünf Mehrfachraketenwerfer zerstört worden, so der Sprecher. Das russische Luftabwehrsystem habe zudem zwei S-25-Kampfjets und vier unbemannte Luftfahrzeuge abgeschossen. Der Sprecher gab auch einen Gesamtüberblick über das, was Russland als „besondere Militäroperation“ in der Ukraine bezeichnet, und erklärte, dass bisher fast 230 ukrainische Flugzeuge und Hubschrauber, 243 Luftabwehrsysteme sowie „fast 2.100 Panzer und andere gepanzerte Kampffahrzeug“ zerstört worden seien. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

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Der Einfluss Russlands in Serbien ist nicht kleiner geworden, sondern hat über die Jahre sogar noch zugenommen“, so die Präsidentin des Kosovo, Vjosa Osmani.

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Gaming
Deutscher Games-Markt wächst auf fast 10 Mrd. Euro

Berlin – Der deutsche Games-Markt konnte nach dem historischen Wachstumssprung 2020 auch im Folgejahr deutlich zulegen: So wurden 2021 mit Games, Gebühren für Online-Dienste sowie Games-Hardware rund 9,8 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bereits 2020 konnte der deutsche Games-Markt um 32 Prozent wachsen, was unter anderem an neuen Spielerinnen und Spielern lag, die während der Corona-Pandemie hinzugekommen waren. Das gab heute der game – Verband der deutschen Games-Branche auf Basis von Daten der Marktforschungsunternehmen GfK und data.ai bekannt. Die Nachfrage nach Gaming-Hardware, vor allem nach Spielekonsolen (+23 Prozent) und Zubehör für Spiele-PCs (+22 Prozent), sowie In-Game- und In-App-Käufe (+30 Prozent) waren die größten Wachstumsmotoren. „Nach dem historischen Wachstumssprung 2020 konnte der deutsche Games-Markt auch 2021 weiter stark zulegen. Das zeigt auch: Diejenigen, die Games während der Lockdowns erstmals für sich entdeckt haben, finden auch langfristig Gefallen daran“, sagt game-Geschäftsführer Felix Falk.
„Besonders erfreulich ist das starke Wachstum bei Gaming-Hardware. Ob Spielekonsolen oder Gaming-PCs: Zum wiederholten Male haben die Spielerinnen und Spieler in Deutschland stark in ihr Equipment investiert, um auch künftig Games in der bestmöglichen Qualität genießen zu können. Dabei konnte die Nachfrage nicht immer bedient werden, es wäre also sogar noch ein größerer Umsatzanstieg möglich gewesen.“
Games, Gaming-Hardware und Gebühren für Online-Dienste: Alle drei Marktsegmente konnten nochmals zulegen So wuchs der Umsatz mit Computer- und Videospielen um insgesamt 19 Prozent auf rund 5,4 Milliarden Euro. Stärkster Wachstumstreiber hierbei waren abermals die sogenannten In-Game- und In-App-Käufe, die um insgesamt 30 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro zulegen konnten. Hintergrund ist der anhaltende Trend zu Free-to-Play-Spielen sowie die insgesamt längere Unterstützung einzelner Titel, die immer wieder mit neuen – kostenfreien wie kostenpflichtigen – Inhalten versorgt werden. Dagegen ist der Umsatz mit dem einmaligen Kauf von Games um 9 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro eingebrochen. Auch der Umsatz mit den monatlichen Abonnement-Gebühren für einzelne Spiele – häufig setzen Online-Rollenspiele auf dieses Modell – ging um 11 Prozent auf 145 Millionen Euro zurück. Der Umsatz mit Gaming-Hardware ist insgesamt um 18 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro gestiegen. Besonders stark nachgefragt sind Spielekonsolen: Obwohl manche Modelle im Handel häufig vergriffen waren, stieg der Umsatz dennoch um 23 Prozent auf 808 Millionen Euro. Rund 1 Milliarde Euro wurde mit Spiele-PCs – Desktops und Laptops – umgesetzt. Das ist ein Plus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Immer mehr Spielerinnen und Spieler investieren zudem in Zubehör, mit dem sich das Spielerlebnis weiter verbessern lässt. Besonders stark nachgefragt sind Grafikkarten, Tastaturen und Mäuse sowie Monitore und VR-Headsets für den Gaming-Einsatz. Der Umsatz mit Gaming-PC-Zubehör stieg um 22 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro. Um 11 Prozent auf 306 Millionen Euro legte der Umsatz mit Zubehör für Spielekonsolen zu. Nach dem großen Wachstumssprung von 50 Prozent 2020 ist der Umsatz mit Gaming-Online-Diensten 2021 um weitere 4 Prozent auf 720 Millionen Euro gestiegen. Entscheidend zu diesem Wachstum haben Gaming-Abo-Dienste wie der Xbox Game Pass, EA Play und Ubisoft+ beigetragen, deren Umsatz um 22 Prozent auf 220 Millionen Euro gestiegen ist. Einen Rückgang um 13 Prozent auf 63 Millionen Euro gab es hingegen bei Cloud-Gaming-Diensten. Einer der Gründe hierfür ist, dass Cloud-Gaming-Funktionen teils kostenfrei in andere Services integriert wurden, so dass kein eigenständiger Umsatz erzielt wird. Auch der Umsatz von Online-Gaming-Diensten ist um 2 Millionen Euro auf 437 Millionen Euro gesunken. Diese werden häufig zu den verschiedenen Spielekonsolen angeboten und umfassen – je nach Angebot – kostenfreie monatliche Spiele, Games-Rabatte, die Möglichkeit Online zu spielen oder auch Cloud-Speicher für Spielstände. Informationen zu den Marktdaten Die GfK hat die Definition von Gaming-PCs angepasst. Für eine bessere Vergleichbarkeit der Daten wurde diese neue Definition auch auf die Marktdaten von 2020 angewendet, wodurch die Gaming-Hardware-Werte für 2020 geringer ausfallen als noch die vor einem Jahr kommunizierten. Die genannten Marktdaten basieren auf Erhebungen des GfK Consumer Panels und data.ai. Die GfK verwendet Erhebungsmethoden zur Erfassung der Daten des deutschen Marktes für digitale Spiele, die weltweit und qualitativ einmalig sind. Hierzu gehören unter anderem eine für die gesamte deutsche Bevölkerung repräsentative laufende Befragung von 25.000 Konsumenten zu ihren Einkaufs- und Nutzungsgewohnheiten bei digitalen Spielen sowie ein Handelspanel. Die Datenerhebungsmethoden erlauben einen einmaligen Einblick in den deutschen Markt für Computer- und Videospiele.

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Die Gaming-Industrie der Türkei wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Das Land will ihren Anteil an der weltweit 150 Milliarden Dollar schweren Industrie von derzeit einer Milliarde Dollar auf 10 Milliarden erhöhen.

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Ukraine-Konflikt
Ukraine: „Keine zwei Klassen von Geflüchteten!“

München – Die SOS-Kinderdörfer setzen sich mit Nachdruck für die Gleichbehandlung aller Menschen ein, die vor dem Krieg aus der Ukraine flüchten. Lanna Idriss, Vorständin der Hilfsorganisation, sagt: „Es kann nicht sein, dass wir hier Unterschiede machen und Geflüchtete in die 1. und 2. Klasse einteilen.“ Idriss hat sich selbst ein Bild vor Ort gemacht. „Mit Entsetzen musste ich beobachten, wie sowohl an der deutschen als auch an der polnischen Grenze Jugendliche und junge Erwachsene aufgrund ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung diskriminiert wurden. Das ist untragbar!“, sagt sie. Die Berichte über Diskriminierungen häuften sich und würden von vielen Seiten bestätigt. So seien etwa Menschen dunkler Hautfarbe an der Ausreise aus der Ukraine gehindert worden oder es sei ihnen die für Ukraine-Geflüchtete kostenlose Bahnfahrt von Polen nach Deutschland verweigert worden. Seit Ausbruch des Krieges sind nach UN-Schätzungen etwa 210.000 Drittstaaten-Angehörige aus der Ukraine geflohen, darunter auch zahlreiche internationale Studierende. Die Studierenden kommen hauptsächlich aus Indien (23,6 %),Marokko (11,5 %), Turkmenistan (7 %), Aserbaidschan (6%) und Nigeria (5%). Auch ukrainische Angehörige der Roma würden vielerorts Ressentiments zu spüren bekommen, so sei ihnen zum Teil der Zugang zu Notunterkünften verwehrt worden. Ebenso würden russischsprachige Menschen in vielen Ländern aktuell pauschal verurteilt und angefeindet. Idriss sagt: „Das muss sofort aufhören! Jeder Mensch in Not muss die Hilfe bekommen, die ihm zusteht, egal, welche Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung oder Herkunft er hat. Rassismus und Diskriminierung haben hier keinen Platz.“ Angesichts des brutalen Krieges sei es wichtiger denn je, sich für ein friedliches Miteinander und für Völkerverständigung einzusetzen.

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Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels.

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Griechenland
Türkischem Wissenschaftler Einreise verweigert

Kipi/İpsala – Die griechische Grenzschutzpolizei hat am Samstag (9. April 2022) dem türkischen Akademiker und Autor Murat Derin von der Trakya-Universität in Edirne die Einreise nach Griechenland verweigert. Dem Doktoranden war beim Betreten des Grenzübergangs Kipi von griechischen Grenzschutzbeamten mitgeteilt worden, dass er „nicht in das Land einreisen“ dürfe. Auf seine Frage nach dem Grund der Ablehnung habe der Beamte „Wir wissen es nicht“ geantwortet. Später hätten die Beamten lapidar den Satz „Du wirst wissen warum“ geäußert. Daraufhin habe Derin um ein offizielles Dokument gebeten. Die Polizeibeamten hätten ein Formular für abgelehnte Reisende ausgefüllt. Als er sich das Formular durchlas, habe er bemerkt, dass das Kästchen „Nationales Informationssystem“ angekreuzt war. Der Akademiker habe sich gefragt, warum er an der Einreise nach Griechenland gehindert wurde, wenn strafrechtlich weder in Griechenland noch in den anderen EU-Staaten gegen ihn etwas vorliege. Buch über Menschenrechtler und Politiker Dr. Sadık Ahmet veröffentlicht Derin hatte 2021 ein Buch („Batı Trakya Türklerinin Gür Sesi Dostluk Eşitlik ve Barış Partisi“, „Die lautstarke Stimme der Westthrakien-Türken – Die Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden“) über den Menschenrechtsaktivisten und Politiker Dr. Sadık Ahmet sowie die von ihm gegründete Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden (DEB) geschrieben, das von der Non-Profit-Organisation „Kultur und Bildung der Minderheit von Westthrakien“ (BAKEŞ) publiziert wurde. Bei einem mysteriösen Verkehrsunfall kam Dr. Sadık Ahmet am 24. Juli 1995 im Dorf Susurköy (Sostis) ums Leben und gilt bis heute als Symbolfigur für die demokratischen Rechte der Türken aus Westthrakien. Murat Derin wurde 1982 in Ipsala geboren und machte sein Abitur am beruflichen Gymnasium in Keşan. Er arbeitet als Computeranwender an der Trakya-Universität und schloss seinen Master 2018 an der Çanakkale-Universität über die Balkanforschung ab. Derin promoviert derzeit im Fachbereich Internationale Beziehungen an der Trakya-Universität in Edirne. Von ihm sind zahlreiche Artikel über die Geschichte und Völker des Balkans erschienen. Der Wissenschaftler ist Vorstandsmitglied des Strategischen Forschungszentrums Rumelien Balkan (RUBASAM). Kemal Bölge

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Bereits im Januar dieses Jahres hatten Wirtschaftsvertreter bei einem Treffen in Athen die Verbesserungen der Handelsbeziehung angekündigt.

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Malatya
Starkes Erdbeben erschüttert Osten der Türkei

Ankara – Ein starkes Beben erschütterte am Samstag den Osten der Türkei. Das Beben der Stärke 5,2 erschütterte die Stadt Puturge in der Provinz Malatya um 17:02 Uhr Ortszeit. Laut der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD lag das Epizentrum in einer Tiefe von 6,7 km. Das Kandilli-Observatorium und Erdbebenforschungsinstitut (türkisch Kandilli Rasathanesi) gab eine Tiefe von 5 km an. Nach Angaben der AFAD wurden zunächst keine Verletzten oder ernsthaften Schäden gemeldet. „Wir haben bisher keine negativen Meldungen erhalten. Unsere Teams setzen ihre Untersuchungen vor Ort fort“, erklärte der Gouverneur von Malatya, Aydin Barus, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Er rief die Bevölkerung jedoch dazu auf, vorerst nicht in die Häuser zurückzukehren. Laut der AFAD habe es um 18.37 Ortszeit zwei Nachbeben der Stärke 4,1 gegeben.   

Aserbaidschan
Yusif Vəzir Çəmənzəminli: ein aserbaidschanisches Schicksal

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Reinhard Heß Aserbaidschan entwickelte sich am Ende des 19. Jahrhunderts in der türkisch-islamischen Welt zu einem wichtigen Schauplatz der Modernisierung. Doch die historischen Umstände führten immer wieder zu tragischen Brüchen. Das Leben Yusif Vəzir Çəmənzəminlis (Jussif Wäsir Tschämänsäminli) erlaubt es, diesen Prozess hautnah mitzuverfolgen. Ein Mann aus Schuscha Yusif Vəzir Çəmənzəminli kam 1887 in Karabachs Kulturmetropole Schuscha zur Welt. Dort begann seine Schulzeit, die er später in Baku beendete. Die Stadt am Kaspischen Meer war damals bereits zum führenden Kulturzentrum Aserbaidschans aufgestiegen, unter anderem aufgrund des Ölbooms. Eine Phase des Aufbruchs Çəmənzəminli kam in einer Zeit nach Baku, die vom Umbruch in die Moderne geprägt war. Das einschneidendste Ereignis dieser Zeit war die erste russische Revolution (1905). Sie bescherte dem Russischen Reich eine beispiellose Phase der Öffnung. Auch wenn die danach im autokratischen System vorgenommenen politischen Lockerungen bald wieder zurückgenommen wurden und eine Welle der Verfolgung und Unterdrückung einsetzte, wurde weiterhin intensiv an der geistig-intellektuellen Neuorientierung weitergearbeitet, zum Teil im Untergrund. Dies galt insbesondere auch für die nichtslawischen Völker Russlands, zu denen die Aserbaidschaner gehörten. Ihr Land war erst im frühen 19. Jahrhundert von Russland unterworfen worden. All diese Entwicklungen wirkten sich direkt auf den Lebensweg Çəmənzəminlis aus. Auf der einen Seite schlug er den Weg eines staatstreuen Bürgers ein: Nach Ende der Schulzeit absolvierte er ein Jurastudium an der Universität Kiew, das er 1915 abschloss. Danach war er in der Justizverwaltung des Zarenreichs tätig, unter anderem in Rivne und Saratov. Doch zugleich erfassten ihn die gesellschaftlichen und geistigen Umwälzungen der Zeit. Parallel zu seiner Juristenlaufbahn entfaltete er sowohl auf literarisch-publizistischem als auch auf politischem Gebiet eine überaus rege Aktivität. Dabei waren beide Bereiche, Politik und Schreiben, meistens stark aufeinander bezogen. So behandelte er in vielen seiner Beiträge Themen wie politische Freiheit oder den Entwicklungsstand des Pressewesens in Russland. Çəmənzəminlis politisches Engagement während der ersten drei Jahre des Ersten Weltkriegs zeigte sich unter anderem in seiner Rolle als führenden Vertreter der Diaspora-Aserbaidschaner an der Kiewer Universität. Dort organisierte er auch aserbaidschanische Sprachkurse. Müsavat-Politiker und Staatstheoretiker Durch die dramatischen Ereignisse des Jahres 1917 wurde Çəmənzəminli noch viel stärker in das politische Geschehen hineingezogen. Um seine Entwicklung in dieser Zeit zu verstehen, muss man wissen, dass die Aserbaidschaner in der Zeit vor der Oktoberrevolution zwei wichtige politischen Organisationen hatten. Das war zum einen die inhaltlich den Bolschewiki nahestehende Hümmәt-Partei, und zum anderen die Müsavat-Organisation, der sich auch Çəmənzəminli anschloss. Dem Programm nach war Müsavat – der Name bedeutet so viel wie „Gleichheit“ – eine gemäßigte islamische Partei. Um 1911 gegründet, bliebt sie bis zur Februarrevolution (Märzrevolution nach unserem heutigen Kalender) von 1917 illegal und wurde danach als Partei zugelassen. Die Legalisierung von Müsavat verschaffte Çəmənzəminli die Möglichkeit, Leiter von deren Kiewer Außenstelle zu werden. Gleichzeitig gründete er noch 1917 in der ukrainischen Hauptstadt ein sogenanntes „Nationalkomitee“. Ebenfalls in diesem Jahr erschien in Baku sein Buch „Die Autonomie Aserbaidschans“. Das Werk wird als ein Meilenstein auf dem Weg zur am 28. Mai 1918 ausgerufenen Demokratischen Republik Aserbaidschan (DAR) angesehen, der frühesten Republik der islamischen Welt überhaupt. In seinem Buch vertritt Çəmənzəminli eine gemäßigte Position zwischen Befürwortern einer Reform des zaristischen politischen Systems ohne Autonomieforderungen für muslimische Minderheiten und denjenigen, die eine volle Unabhängigkeit der muslimischen Völker verlangten. Wenn man in der heutigen Situation auf die teils unabhängigen (wie Aserbaidschaner, Usbeken, Türkmenen, Kasachen, Kirgisen), teils unter – allerdings nur auf den Papier stehender – Autonomie lebenden (etwa Baschkiren und Tataren) und teils auch jeglicher Form der Selbstkontrolle beraubten (etwa die Uiguren) islamischen Turkvölker blickt, ist dem auch heute noch eine gewisse Aktualität nicht abzusprechen. Vorübergehende Rückkehr nach Aserbaidschan Während rings umher der russische Bürgerkrieg tobte, verließ Çəmənzəminli Kiew und ging auf die Halbinsel Krim. Das Ziel war, die Nationalbewegung der Krimtataren zu unterstützen, die zwischen den „Roten“ und den „Weißen“ aufgerieben zu werden drohten. Mitten in seiner neuen Tätigkeit erreichte ihn im Januar 1919 die Ernennung zum Botschafter der Demokratischen Republik Aserbaidschan in Kiew. Das war der Beginn einer sehr unsteten Phase im seinem Leben. Weil sich die ukrainische Metropole bereits seit Anfang 1918 in den Händen der Bolschewiki befand, konnte er der Berufung allerdings nicht folgen. Stattdessen reiste er über Konstantinopel nach Baku. Von dort kehrte er nach nur einem Monat als Botschafter der DAR im Osmanischen Reich wieder nach Konstantinopel zurück. Die Einschnitt von 1920 Aber auch in seiner neuen Funktion in Konstantinopel konnte sich Çəmənzəminli kaum der Ruhe erfreuen. Er musste miterleben, wie die Bolschewiki im April 1920 die Demokratische Republik Aserbaidschan überfielen und zerstörten. Zwar konnte er danach noch für acht Monate im Namen der aserbaidschanischen Exilregierung auf seinem Posten bleiben. Doch die aserbaidschanische Demokratie und damit auch seine Anstellung waren vorläufig am Ende. Wie für viele andere Aserbaidschaner führte die Errichtung der sowjetischen Herrschaft auch für Çəmənzəminli zu einem tiefen biographischen Bruch. In den folgenden Jahren verwendete er deutlich weniger Energie auf den politischen und öffentlichkeitswirksamen Bereich und trieb stattdessen seine theoretischen, wissenschaftlichen und literarischen Interessen voran. Das Hauptthema blieb jedoch dasselbe: Aserbaidschans Geschichte und Kultur. Schwierige Jahre im Exil Çəmənzəminlis Aufenthalt in Konstantinopel wurde noch zusätzlich dadurch verkompliziert, dass er in ernsten Streit mit verschiedenen Vertretern der aserbaidschanischen Exilgemeinde geriet, namentlich mit einigen früheren Müsavat-Mitgliedern. Er entschied sich schließlich zur Ausreise und siedelte in die Nähe von Paris über. Dass er dort seinen Lebensunterhalt zeitweise als Arbeiter in einer Automobilfabrik bestreiten musste, zeigt, wie schwierig seine Lebensumstände damals gewesen sein müssen. Auch in dieser Situation setzte er jedoch seine der Geschichte und Kultur Aserbaidschans gewidmeten Tätigkeiten fort. Ein typisch sowjetisches Leben Offensichtlich hielt Çəmənzəminli es nicht auf Dauer im Exil aus. Ob Heimweh, die Schwierigkeiten des Exilantenlebens oder andere Gründe für seinen Sinneswandel ausschlaggebend waren, ist unklar. Möglicherweise hatte seine Entscheidung etwas damit zu tun, dass das Land gerade eine etwa drei Jahre währende Phase der sogenannten „Einwurzelung“ (russisch: korenizacija) hinter sich hatte. Mit diesem Begriff wird der Versuch der sowjetischen Machthaber umschrieben, ihre Herrschaft durch Kooperation mit lokalen Eliten stärker in den nichtrussischen Gesellschaften der Union zu verankern. Vor diesem Hintergrund sahen auch Menschen, die wie Çəmənzəminli in der Vergangenheit das genaue Gegenteil der marxistisch-leninistischen und sowjetischen Glaubenslehre vertreten hatten, für sich eine Chance, im sowjetischen Aserbaidschan einigermaßen über die Runden zu kommen. Fest steht, dass er am 3. April 1926 in die aserbaidschanische Sowjetrepublik zurückkehrte. In literarischer Hinsicht gehören die folgenden Jahre zu den produktivsten in Çəmənzəminlis Leben. Doch diese relativ unbeschwerte Phase endete wie für Millionen anderer sowjetischer Intellektueller im Jahr 1937. Im Juni wurde er als „Volksfeind“ aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Ein Jahr später, am 9. August 1938, erließ der sowjetische Geheimdienst einen Haftbefehl gegen ihn. Çəmənzəminli entzog sich der Vollstreckung des Haftbefehls zunächst durch Flucht nach Ürgentsch (Usbekistan). Dort lebte und arbeitete er bis 1940 unerkannt. Doch im Januar 1940 wurde der Haftbefehl vollstreckt und man verbannte ihn in die Provinz Gorkij (heute Nižnyj Novgorod). Dort starb er am 3. Januar 1943.
Çəmənzəminli nach seiner Verhaftung, 1940.
Das Leben Çəmənzəminlis illustriert in archetypischer Weise, wie aserbaidschanische Intellektuelle zunächst im Zarenreich und dann in der Sowjetzeit vorhandene Spielräume nutzten, um politische Ideen und ihre Kultur zu entfalten. Es zeigt aber auch die Grenzen dieser Möglichkeiten angesichts der autokratischen und später totalitaristischen imperialistischen Struktur Russlands auf.
Dr. Michael Reinhard Heß ist promovierter und habilitierter Turkologe und seit 2019 Privatdozent an der FU Gießen. Thema der Habilitation waren Leben und Sprache des aserbaidschanischen Dichters İmadәddin Nәsimi (1370–1417). Zum Thema Karabach hat er die Bücher „Panzer im Paradies“ (Dr. Köster 2016) und „Karabakh from the 13th century to 1920“ (Gulandot, 2020) verfasst.

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Das Leben der Khanstochter, Dichterin und Mäzenin Churschidbanu Natawan veranschaulicht das Potenzial aserbaidschanischer Frauen am Beginn der Moderne und bietet ein Panorama der Geschichte Karabachs.

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Ukraine-Konflikt
Wadephul: Merkel sollte sich zu Russland-Politik äußern

Osnabrück – Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Johann Wadephul (CDU), erwartet weitere Erklärungen von Alt-Kanzlerin Angela Merkel zu ihrer Russland-Politik. „Ich würde mir wünschen, dass Angela Merkel bald einmal Zeit und Anlass findet, sich vertieft zu ihrer Russland-Politik zu äußern“, sagte Wadephul der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Er selbst habe ihre Politik lange „im Wesentlichen für richtig gehalten“. „Meine Überzeugung war es, dass die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Russland und Deutschland auch für Russland handlungsbestimmend sein würde. Ich habe mich geirrt.“ Der CDU-Außenpolitiker hatte bereits vorgeschlagen, eine Enquete-Kommission einzurichten, um Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten.
„Es muss doch in unserem außenpolitischen Interesse sein, aus unseren Fehlern zu lernen. Wir können vielleicht Prinzipielles lernen für den Umgang mit China, mit dem wir ja ähnlich enge Wirtschaftsbeziehungen haben wie mit Russland.“
CDU stellt sich in Russland-Diskussion hinter Merkel In der Diskussion über eine Mitverantwortung der früheren Bundeskanzlerin für den russischen Angriff auf die Ukraine hat sich die CDU-Spitze jedoch geschlossen hinter Angela Merkel gestellt. „Es wäre vermessen, zu behaupten, dass Angela Merkel eine Mitschuld am Krieg in der Ukraine trifft. Es ist Putins Krieg gegen die Ukraine und der seiner Verbrecherclique im Kreml“, so CDU-Generalsekretär Mario Czaja in einem Gespräch mit der deutschen Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Merkel sei im politischen Ruhestand, sie habe sich klar gegen den russischen Krieg positioniert und für die Maßnahmen gegen diesen Krieg ausgesprochen. Damit habe sie auch deutlich gemacht, wofür sie stehe. „Das ist ausreichend“, sagte Czaja.

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Corona-Pandemie
Mehrheit der Deutschen für Corona-Impfpflicht

Köln – Eine Mehrheit der Deutschen hätte die Einführung einer Corona-Impfpflicht unterstützt. Fast jeder Zweite (46 Prozent) sprach sich im aktuellen ARD-Deutschland für eine allgemeine Impfpflicht für alle Erwachsenen ab 18 Jahren aus (-7 Prozentpunkte im Vgl. zu Februar). 13 Prozent (+1) unterstützen demnach eine Impfpflicht für Menschen ab 50 Jahren. Mehr als ein Drittel der Deutschen (37 Prozent, +4) ist grundsätzlich gegen eine Corona-Impfpflicht. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap unter 1.325 Wahlberechtigten für den ARD-DeutschlandTrend von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben. Bei der Abstimmung im Bundestag fand sich an diesem Donnerstag keine politische Mehrheit für eine Impfpflicht. Auch der Gesetzentwurf, der für alle Menschen ab 60 Jahren gelten sollte und den Abgeordnete von SPD, Grünen und FDP als Kompromiss eingebracht hatten, wurde mehrheitlich abgelehnt. Dass die bundesweiten Corona-Beschränkungen inzwischen weitgehend aufgehoben sind, findet eine knappe Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) falsch, 40 Prozent finden das richtig. Eine Mehrheit der Deutschen will den Mund-Nasen-Schutz auch weiterhin an öffentlichen Orten tragen, an denen das inzwischen nicht mehr vorgeschrieben ist. 53 Prozent werden das nach eigener Aussage etwa beim Einkaufen auf jeden Fall tun, 24 Prozent antworten mit „eher ja“. Jeweils 11 Prozent wollen eher nicht bzw. auf keinen Fall freiwillig die Maske tragen. Dass Corona-Infizierte sich auch künftig verpflichtend für einige Tage in Isolation begeben müssen, befürwortet eine Mehrheit der Deutschen. In dieser Woche hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern zunächst verkündet, ab Mai werde eine solche Isolation nur noch empfohlen, nicht aber verpflichtend vorgeschrieben. Diese Entscheidung indes wurde inzwischen zurückgenommen. Zwei Drittel der Deutschen (68 Prozent) hätten den Wegfall der Isolations-Pflicht falsch gefunden; 28 Prozent hätten ihn hingegen befürwortet.

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