Nahrungsmittelknappheit
Ukraine-Krieg verschärft Hungersnot in Afrika

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Am Horn von Afrika droht die vierte enttäuschende Regensaison in Folge, was befürchten lässt, dass die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten katastrophale Folgen haben könnte. Mehr als 16 Millionen Menschen in Somalia, Kenia und Äthiopien sind bereits dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Krise wird durch den Krieg in der Ukraine verschärft, der die Lebensmittelpreise in die Höhe treibt und die internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht, so Save the Children. In Kenia und Äthiopien fielen seit Beginn der Regenzeit im März nur leichte Schauer, und Prognosen deuten auf eine unterdurchschnittliche Saison hin, was noch mehr Menschen in eine verzweifelte Lage bringen könnte. Bereits jetzt haben 3,5 Millionen Menschen in Kenia zu wenig zu essen, und bis zu 6,5 Millionen Menschen in Südäthiopien benötigen Hilfe. In Somalia ist fast ein Drittel der Bevölkerung (4,8 Millionen Menschen) von akuter Nahrungsmittelknappheit betroffen. Die UNO hat vor einer drohenden Hungersnot in spätestens drei Monaten gewarnt: Die humanitäre Hilfe ist völlig unzureichend, die Lebensmittelpreise steigen und das Wetterphänomen La Niña facht die Dürre zusätzlich an. Auch hier deuten die aktuellen Prognosen auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit unterdurchschnittlicher Niederschläge in Zentral- und Südsomalia hin, wo schon Millionen von Hirten ihre Heimat auf der Suche nach Nahrung und Wasser für sich und ihre Tiere verlassen mussten. Dies weckt die Befürchtung, dass sich die Hungersnot von 2011 wiederholen könnte, bei der 260.000 Menschen starben, die Hälfte davon Kinder unter fünf Jahren. Dazu kommen die steigenden Nahrungsmittelpreise, die in der Region bereits durch Klimaschocks, Heuschreckeninvasionen, Konflikte, die COVID-19-Pandemie und nun durch den Krieg in der Ukraine massiv in die Höhe getrieben wurden. „Die Zeit zum Handeln und zur Abwendung einer Katastrophe – sie ist jetzt gekommen“, sagt Mohamud Mohamed Hassan, der Landesdirektor von Save the Children für Somalia. „Somalia steht vor einer weiteren Dürreperiode, und die Situation wird von Tag zu Tag schlimmer. Der Krieg in der Ukraine hat die ohnehin schon gefährliche Situation weiter verschärft. Somalia ist in hohem Maße auf Lebensmittelimporte angewiesen, um seine Bevölkerung zu ernähren. Mehr als 90 Prozent der Weizenmehleinfuhren kommen aus Russland und der Ukraine, und jeder Rückgang des Handels wird die Auswirkungen der Dürre verstärken. Lebensmittel- und Treibstoffpreise in Somalia und am Horn von Afrika insgesamt sind in die Höhe geschnellt.“ Brot ist ein Grundnahrungsmittel in Ostafrika; Weizen und Weizenprodukte machen ein Drittel des durchschnittlichen Getreideverbrauchs in der Region aus. Der Bedarf wird hauptsächlich durch Importe (84 Prozent) gedeckt, wobei 90 Prozent der Weizeneinfuhren aus Russland (72 Prozent) und der Ukraine (18 Prozent) stammen. Die Preise sind in den letzten sieben Wochen enorm gestiegen. Auf Russland und die Ukraine entfallen auch fast drei Viertel der weltweiten Ausfuhren von Sonnenblumenöl, das in der Region viel genutzt wird. Im somalischen Bundesstaat Puntland ist der Preis für Weizenmehl von 26 auf 32 Dollar pro 50-kg-Sack gestiegen, in den Städten Garowe und Qardho sogar auf 36 Dollar. In der Hauptstadt Mogadischu verdreifachte sich der Preis für einen Drei-Liter-Behälter Speiseöl von Januar bis März auf neun Dollar. In den ländlichen Gebieten sind die Preise noch weiter gestiegen – auf bis zu zwölf Dollar pro Behälter – was auf den Anstieg der Transportkosten infolge der höheren Kraftstoffpreise zurückzuführen ist. In Somalia haben in den letzten acht Monaten mehr als 720.000 Menschen ihre Häuser auf der Suche nach Nahrung und Wasser verlassen. Ihre Resilienz ist durch jahrzehntelange Konflikte, politische Instabilität, Klimaschocks und COVID-19 bereits geschwächt. Nach Schätzungen der UNO könnten bis Mitte des Jahres 1,4 Millionen Kinder akut unterernährt sein – 64 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Durch höhere Preise für Kraftstoff und Düngemittel sind auch Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion in Gefahr. Russland ist der weltweit größte Exporteur von Stickstoffdünger, und der Krieg treibt die Preise während Afrikas Hauptsaison für die Aussaat (März bis Mai) in die Höhe. In Kenia ist der Preis für einen Sack Düngemittel bereits im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf etwa 60 US-Dollar gestiegen und hat sich seit dem 24. Februar auf 70 US-Dollar erhöht. Kleinbauern können weniger Düngemittel verwenden und haben dadurch schlechtere Ernten, während Großbauern von den hohen Treibstoffkosten für Traktoren und andere Maschinen betroffen sind. Die Fälle von Unterernährung steigen in Kenia sprunghaft an: 755.000 Kinder müssen wegen akuter Unterernährung behandelt werden. 103.000 schwangere und stillende Mütter sind akut unterernährt und benötigen dringend eine ärztliche Behandlung. „In den trockenen und halbtrockenen Regionen Kenias herrscht ein Lebensmittelnotstand, und die Kinder müssen sich mit einer Mahlzeit pro Tag begnügen“, berichtet Yvonne Arunga, die Landesdirektorin von Save the Children für Kenia. „Ohne schnelles Eingreifen werden Familien und Kinder jede Stunde näher an den Rand des Hungertodes gedrängt. Wir appellieren dringend an die internationale Gemeinschaft, mehr Mittel für die Dürrebekämpfung bereitzustellen, bevor die Situation außer Kontrolle gerät.“ Für Äthiopien, Kenia und Somalia liegt ein humanitärer Aufruf der Vereinten Nationen in Höhe von 4,4 Milliarden US-Dollar vor, doch die Mittel sind knapp, da der Ukraine-Konflikt Krisen wie diese in den Schatten stellt. Auch in Äthiopien warnt Save the Children davor, dass eine langanhaltende und verheerende Dürre an der Widerstandskraft von Kindern und Familien nagt, die bereits durch 16 Monate Konflikt und zwei Jahre COVID-19-Pandemie zermürbt sind. Mindestens 8,1 Millionen Menschen benötigen sofortige Nahrungsmittelhilfe, und mehr als 286.000 Menschen waren gezwungen, ihre Häuser auf der Suche nach Nahrung und Wasser zu verlassen. Laut Save the Children haben Hirtenfamilien inzwischen über 1,46 Millionen Tiere verloren. Dies hat dazu geführt, dass Kinder keine Milch mehr bekommen – ihre Hauptnahrungsquelle – und dass bis zu 890.000 Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung leiden. Zudem steigen auch hier die Preise lebenswichtiger Güter, zum Beispiel für Sorghum (eine Hirse-Gattung) und Mais um neun bzw. vier Prozent in nur einem Monat, während die Preise für das eiweißreiche Grundnahrungsmittel Teff (Zwerghirse) um ein Prozent von 0,93 Dollar pro Kilo im März auf 0,94 Dollar im April stiegen. Mitarbeitende von Save the Children berichten auch von massiven Preissteigerungen bei Sonnenblumenöl. „Die Hungerkrise in Äthiopien wird sich in den kommenden Monaten aufgrund der prognostizierten vierten unterdurchschnittlichen Regenzeit und der bevorstehenden mageren Jahreszeit von Juni bis September voraussichtlich verschärfen“, betont der Landesdirektor von Save the Children für Äthiopien, Xavier Joubert. „Berichten zufolge sind Familien in der Dawa-Zone in der Somali Region aufgrund der Nahrungsmittelknappheit gezwungen, Essen zu rationieren und Mahlzeiten auszulassen.“

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– Klimakrise – Somalia: Schlimmste Dürre seit Jahrzehnten zwingt über 450.000 Menschen zur Flucht

In Somalia herrscht die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. In den ersten zehn Wochen dieses Jahres mussten bereits mehr als 450.000 Menschen ihr Zuhause auf der Suche nach Wasser und Nahrung verlassen.

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Fernsehen
WDR-Comedy ‚Team Abdel‘ mit Abdelkarim ist zurück

Köln – Abdelkarim startet mit seinem internationalen Team in die zweite Staffel der WDR-Comedyshow ‚Team Abdel‚. In TEAM ABDEL wagt Comedian Abdelkarim den Perspektivwechsel auf das Land, in dem er geboren wurde. Und das nicht alleine. Unterstützt wird er von seinem Team von Comediennes und Comedians, die alle wegen ihrer internationalen Biographien die Steilvorlage für überraschende Blickwinkel auf das Leben in Deutschland mitbringen. Der Bielefelder Comedian nimmt wöchentlich aktuelle Themen aus unterschiedlichen Perspektiven satirisch unter die Lupe. In sechs neuen Folgen bietet Abdelkarim mit seinem Team überraschende und meist schräge Lösungsansätze für die gesellschaftlichen Probleme oder Herausforderungen unserer Zeit. In der ersten neuen Ausgabe ist Außenreporter Daniele Rizzo auf der Suche nach Sensationsgeschichten aus dem deutschen Alltag. Gemeinsam mit Psychologe und Autor Leon Windscheid greift Abdelkarim das Phänomen auf, dass gut gemeinter Rat heute überall lauert – jede/r hat einen parat und gibt diesen auch ungefragt zum Besten. Die Ratschläge können besonders nerven, wenn es um psychische Probleme geht. Denn Sprüche wie: ‚Kenne ich, hatte meine Cousine auch schon gehabt!‘, helfen nicht weiter. Außerdem erklärt die junge Medizinstudentin und Comedienne Gülcan Cetin bei ‚Team Abdel‘, wie sich Rassismus mit Hilfe der Pharmaindustrie erfolgreich bekämpfen lässt. ‚Team Abdel‘ ist eine Produktion der Riverside Entertainment GmbH im Auftrag des WDR. Verantwortliche Redakteurin ist Elke Thommessen. Sechs neue Folgen von ‚Team Abdel‘ sind ab 25. April 2022, montags um 22.15 Uhr im WDR Fernsehen und online first ab 18 Uhr in der ARD Mediathek zu sehen. https://youtu.be/oQAw4LvKbqs

Handel
Aus diesen Gründen ist Amazon so erfolgreich

Der Onlineversandhändler Amazon hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, seine Produkte, Unternehmenskonzepte, Prozesse und viele Innovationen umzusetzen, welche der Standard sind, an dem sich andere Konzerne nun messen müssen. So achtet die Firma akribisch auf die Kundenzufriedenheit, torpediert Wettbewerber methodisch und entwickelt sich immer weiter. Inzwischen kann man über den Onlinemarkt nicht nur allerlei Gegenstände einfach und schnell von Tupperware bis Sportgeräte zu sich nach Hause bestellen. Durch die verschiedensten Portale wie Amazon Prime Video und Amazon Music ist die Marke Amazon in vielen Bereichen unseres täglichen Gebrauchs allgegenwärtig geworden. Welche Faktoren unter anderem maßgeblich für den Erfolg des Milliardenunternehmens verantwortlich sind, werden im folgenden Beitrag näher erläutert. Innovation/Neuschöpfungen Der Gründer des weltberühmten Konzerns und gleichzeitig der CEO von Amazon ist Jeff Bezos, welcher viel Wert auf Innovationen legt. Er soll, laut eigener Aussage, einen Großteil seiner Zeit damit verbringen, darüber nachzudenken, wie die Welt und die Gesellschaft in fünf oder zehn Jahren aussehen wird. In dem Zusammenhang denkt er natürlich auch daran, was sich künftig im Unternehmen verändern muss, um sich den Anforderungen seiner Kunden anzupassen. Ideen gibt er aufgrund dessen häufig an Vertraute weiter, die sich um dessen Umsetzung kümmern sollen. Durch das Delegieren von Aufgaben hat der Kopf des Unternehmens mehr Kapazität, um sich um relevantere Angelegenheiten zu kümmern. Hierbei achtet er vorrangig darauf, dass seine gesetzten Ziele fristgerecht und pünktlich erreicht werden. Eine Innovation, welche ausgezeichnet bei Kunden ankam, war die Möglichkeit des GPS Trackings, was durch sogenannte Flottenmanagement-Software möglich ist. Dadurch wissen die zahlreichen Kunden weltweit immer, wo sich ihr herbeigesehntes Paket befindet und wann es schätzungsweise bei ihnen eintreffen wird. Experimente Seit jeher war und ist Jeff Bezos ein Mann mit großen Visionen, die er mit aller Kraft versucht, in die Praxis umzusetzen. Und trotzdem konnte nicht jedes seiner Vorhaben Erfolge verzeichnen, was ihn nur noch mehr antrieb weiterzudenken und härter zu arbeiten. Obwohl alle seine Vertrauten ihm davon abrieten, stieg Amazon 2007 mit dem Kindle E-Reader in den Markt der elektronischen Geräte ein. Dieser entwickelte sich zum vollen Erfolg, was den Mut vom bekannten Gründer und seiner zahlreichen Mitarbeiter stärkte, größere Projekte zu verfolgen. Klar wurde das bei der Entwicklung vom Echo, denn in diesem Segment übernahm Amazon die Pionierrolle. Inzwischen beinhalten die smarten Lautsprecher mit der beliebten Assistentin Alexa über 30.000 “Befehle”, genauer gesagt Fähigkeiten, welche hauptsächlich von Drittanbietern entwickelt werden. Eine große Konkurrenz sieht das Unternehmen bei anderen Anbietern trotzdem nicht, da der Konzern in der Forschung und Entwicklung deutlich weiter ist als die anderen, denn sie arbeiten bereits lange an diesem Experiment , noch bevor es gesellschaftstauglich wurde. Förderung von Ideen Das Unternehmen betrachtet Ideen, im Gegensatz zu anderen Unternehmen, als Chance und lässt diese nicht vorschnell durch einzelne Beteiligte ausbremsen. Hier müssen Innovationen nicht vorab von diversen Managern akzeptiert werden, damit die Entwicklungsforschung weitergeht. Eine Idee muss bloß drei Kriterien erfüllen: Sie muss originell sein, also keine Kopie, skalierbar sein und Potenzial besitzen, um eine hohe Kapitalrendite zu erzielen. Falls alle Kriterien erfüllt werden, setzt sich Bezos mit einem speziellen Team zusammen und bespricht die Vor- und Nachteile.

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– Businessnews – Expertin: Türkei könnte mit Digitalisierung Exporte um 30 Prozent steigern

Türkische Unternehmen können ihre Exporte um 30% steigern, indem sie geeignete Maßnahmen zur Digitalisierung ergreifen, so eine Expertin für digitale Kommunikation.

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Glücksspiel
Online Casino: Warum bevorzugen viele Spieler Kryptowährungen?

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Kryptowährungen steigen immer weiter in der Popularität und finden immer mehr Anwendungsmöglichkeiten in unterschiedlichsten Bereichen. Sowohl die Blockchain, als auch die Währungen an sich, bieten viele Optionen. So erfreuen sich auch Kryptowährungen immer mehr als Zahlungsmittel vieler Spieler. Aber woran genau liegt das? Viele Leute sind immer skeptisch, wenn neue Zahlungsoptionen auf den Markt kommen. Zu Recht, denn immerhin gab es in der Vergangenheit zahlreiche Kryptowährungen die sich als schwarzes Schaf entpuppt haben. Doch abgesehen davon, setzen viele Glücksspieler auf bewährte, etablierte Währungen, die vor allem für Sicherheit und Anonymität stehen. So gibt es zahlreiche Gründe, die für eine Nutzung von Kryptowährungen sprechen. Sichere Zahlungen Für viele Online Casinos steht die Sicherheit an oberster Stelle. Immerhin werden hier tagtäglich große Geldsummen bewegt. Demnach ist es auch keine Seltenheit, dass viele Anbieter oftmals Opfer von Cyberattacken werden. Aus diesem Grund bevorzugen viele Spieler die Unterstützung von Krypto-Wallets, denn diese sind sehr sicher. Das liegt einerseits an der hohen Anonymität, sowie an den PIN-Schutz. Das ist für viele Spieler ein entscheidender Punkt, wenn man online Casino spielt. Schnelle Transaktionen Ein weiterer positiver Aspekt ist die zügige Bearbeitung von Zahlungen. Auch wenn E-Wallets und Banküberweisungen mittlerweile an einem sehr guten Punkt sind, erfolgen Transaktionen über Kryptowährungen bereits innerhalb von Minuten. An diese Geschwindigkeit kommen herkömmliche Zahlungswege nicht mal ansatzweise heran. Außerdem muss man hier das Geld nicht in die eigene Währung umrechnen, wenn man in einem Casino aus dem Ausland spielt. Niedrige Kosten Bei vielen etablierten Zahlungsmodellen, wie die Kreditkarte, fallen häufig Gebühren bei diversen Banken an. Diese sind meistens abhängig von der Höhe der Ein- oder Auszahlung. Bei den Transaktionen mit Kryptos liegen diese meistens unter einem Prozent. Man muss hierbei aber berücksichtigen, dass langfristig die Gebühren von anderen Zahlungsmethoden weiter sinken bzw. vom Anbieter übernommen werden. Dezentralisierung Das dürfte der größte Vorteil von Kryptowährungen sein. Denn hier gibt es keine Zwischenschaltung einer Bank oder eines Unternehmens. Stattdessen funktionieren Kryptos als ein dezentrales System, wo jeder Nutzer zum Wachstum beiträgt. Somit kann dieses System nicht ausfallen und das Risiko eines Kapitalverlusts ist nicht gegeben. Hat man also die Absicht im online Casino zu spielen, kann man sich bei der Zahlung mit einer Kryptowährung auf ein zuverlässiges System verlassen. Weltweite Reichweite Währungen wie Bitcoin genießen auf der ganzen Welt eine hohe Toleranz. Durch die Möglichkeit, Geld ohne Einschränken zu überweisen, eignen sich Kryptos auch dann, wenn man oft unterwegs ist oder in ausländischen Casinos spielen möchte. Es fallen nämlich keine Kosten für den Wechsel von Währungen an. Das wird sich auch in der Zukunft nicht ändern, sondern die Möglichkeiten werden sich noch weiterentwickeln. Was spricht gegen die Nutzung von Kryptowährungen? Auch wenn es sehr viele Vorteile gibt, die für eine Nutzung von Kryptos im Casino sprechen. Dennoch sollte man sich im Klaren sein, dass auch paar Nachteile existieren. So sind vor allem die hohen Kursschwankungen ein Punkt, den man bei der Zahlung mit Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptos berücksichtigen sollte. Denn statt in nur einem gewissen Bereich zu schwanken, können Kryptowährungen innerhalb von Tagen einen massiven Einbruch erleiden. Selbstverständlich kann das auch ein positiver Nebeneffekt sein. Beispielsweise dann, wenn man eine Einzahlung bei einem niedrigen Kurs tätigt und dieser anschließend in die Höhe steigt. Doch genau so kann es auch in die andere Richtung gehen. Die sogenannten Stablecoins, deren Kurs sich an reale Währungen orientiert, finden im online Casino noch keine Anwendung. Auch stehen Kryptowährungen häufig in der Kritik, da das Mining von Kryptos viel Strom verbraucht. So hängen tausende Server permanent am Netz, um Bitcoins zu schürfen. Nur alleine dieser Stromverbrauch liegt weltweit jährlich bei rund 125 Terrawattstunden, was etwa einem Viertel des deutschen Verbrauchs entspricht. Das Problem hierbei ist, dass die ganzen Kryptowährungen nur mit dem hohen Stromverbrauch funktionieren, da das intensive Mining elementar für die Sicherheit des Blockchains ist.
Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.

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Wirtschaft
Wachstums-Garanten: Weshalb die Internet-Wirtschaft dem schwachen Wachstum trotzt

Berlin – Die deutsche Wirtschaft wird 2022 weniger stark wachsen, also noch vor einigen Monaten angenommen. Doch auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gibt es immer wieder Branchen, die sich dem Trend widersetzen. Aktuell ist dies ganz eindeutig die Internet-Wirtschaft. Was macht den Sektor so robust? Schwächeres Wachstum erwartet Die Konjunktur wird 2022 schwächeln. So hat das Institut für Weltwirtschaft die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft im aktuellen Jahr erst vor wenigen Wochen deutlich nach unten korrigiert. Das Kieler Institut erwartet nun nur noch ein Wachstum von 2,1 Prozent. Grund dafür sind aktuelle weltpolitische Ereignisse, ebenso wie die noch immer grassierende Inflation, die im März bereits den Stand von 7,2 Prozent erreicht hat. Auch besonders hohe Rohstoffpreise und weltweite Lieferprobleme für Waren wie etwa Computerchips, hemmen den wirtschaftlichen Aufschwung zusätzlich. Digitaler Sektor weiterhin stark Doch es gibt eine Branche, die sich dem Trend widersetzt. Die Internet-Wirtschaft ist weiterhin stark und auch im Jahr 2022 auf spürbares Wachstum ausgerichtet. Digitale Angebote und Geschäftsmodelle, E-Commerce und Software werden auch in den kommenden Monaten deutlich an Popularität bei den Verbrauchern zulegen. Mehrere Branchen können beispielhaft für die Stärke des Sektors genannt werden. Der E-Commerce etwa, also der Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Netz, boomt bereits seit Jahren. Im Jahr 2022 könnte die Branche alleine in Deutschland auf insgesamt 110 Milliarden Euro Umsatz anwachsen; besonders beliebt ist der Handel mit Lebensmitteln, Elektronik, Möbeln oder Bekleidung. Durch passende Angebote hat sich die Zielgruppe erweitert, man spricht nun auch ältere Kunden an – und ist dadurch in den Mainstream gerückt. Zweitens boomt der Markt für digitale Angebote im Unterhaltungssektor. Internet-Spielhallen sind hierfür das beste Beispiel: Diese setzen in Deutschland inzwischen mehr als eine Milliarde Euro jährlich um. Die Betreiber sorgen dabei mit immer wieder neuen Konzepten für nachhaltiges Wachstum. Sogenannte progressive Jackpots etwa lassen den Preispool an virtuellen Automaten mit jeder Benutzung immer weiter steigen – so lange, bis ein Gewinner schließlich die gesamte Summe erhält. Hierfür wird von jedem Einsatz, den ein Spieler am virtuellen Automaten tätigt, ein gewisser Prozentsatz abgeführt und zum Jackpot addiert. Das erhöht das Engagement der Spieler und verbreitert die Kundenschicht. Der Vorteil für die Betreiber: Digitale Unterhaltung bietet sich für schnelle Änderungen der Angebote an. So bleibt die Branche stets innovativ. Und noch eine weitere Sparte wächst: Der Umsatz mit digital vertriebener Software wird auch 2022 erneut deutlich zunehmen. Grund dafür sind anhaltende Trends wie zum Beispiel die immer häufigere Nutzung von Home Office Möglichkeiten und die weiterhin zunehmende Digitalisierung in allen Sparten.
(Symbolfoto: pixabay)
  Digitale Disruption sorgt für Wachstum Die Gründe für das stetige Wachstum des Sektors sind immer wieder dieselben: Die Internet-Wirtschaft wälzt mit Nachdruck etablierte Sektoren um, verbessert dadurch bestehende Geschäftsmodelle und ermöglicht ganz neuen Kundenschichten, an Wohlstand und Konsum teilzuhaben. Auch in den kommenden Jahren sollte diese Tatsache sich nicht ändern. Denn weiterhin gibt es schnellen Fortschritt im technologischen Sektor zu vermelden. Das freut die Profiteure des digitalen Wandels und wird für weitere innovative Geschäftsideen sorgen. Fazit Deutschlands Bruttoinlandsprodukt wird 2022 weniger stark wachsen, als zunächst vermutet. Doch nicht alle Bereiche sind von dieser Entwicklung betroffen. Insbesondere die Internet-Wirtschaft befindet sich auch in diesem Jahr auf einem soliden Wachstumskurs. Grund dafür sind innovative Geschäftsmodelle, die Erschließung neuer Kundenschichten und das Ankommen digitaler Produkte und Dienstleistungen im Verbraucher-Mainstream.

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Ukraine-Krieg
Finnland steht unmittelbar vor einem NATO-Beitritt

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Helsinki – Der russische Präsident Wladimir Putin nannte die NATO-Beitrittspläne der Ukraine als Grund für die Invasion, jedoch erwägen seitdem auch bisher neutrale Länder wie Schweden und Finnland einen Beitritt in das Bündnis. Am heutigen Mittwoch debattierte das finnische Parlament über einen Beitritt des Landes. Finnland teilt eine lange Grenze mit Russland. Die wichtigsten Fraktionen des Parlaments brachten dabei ihre Unterstützung zum Ausdruck. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Sanna Marin erwähnten die NATO in ihren Reden nicht, sprachen sich aber dennoch für die Idee eines Militärbündnisses aus. „Es ist offensichtlich, dass die Aktionen Russlands Finnland einige Schritte näher an die Notwendigkeit einer militärischen Anpassung gebracht haben“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten, Antti Lindtman. Finnland ist ein enger Partner der NATO, hat aber einen militärisch bündnisfreien Status beibehalten. Nun müssten jedoch seine Verteidigung und Sicherheit gestärkt werden, und eine Entscheidung über einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft könnte innerhalb weniger Wochen getroffen werden, betonte Marin. Die Regierung hat auch angedeutet, dass die öffentliche Unterstützung für einen Beitritt zum Bündnis durch eine Parlamentsabstimmung anstelle eines Referendums ermittelt werden könnte, obwohl noch kein Termin für eine solche Abstimmung festgelegt wurde. Die Zentrumspartei, der größte Verbündete der Sozialdemokraten in der finnischen Fünf-Parteien-Koalitionsregierung, erklärte, sie sei bereit, einen NATO-Beschluss zu unterstützen. „Die Zentrumspartei ist zu allen Entscheidungen bereit, die für die Sicherheit Finnlands erforderlich sind, einschließlich der Beantragung einer NATO-Mitgliedschaft“, sagte der Fraktionsvorsitzende Juha Pylvas. Acht von zehn Fraktionsvorsitzenden sprachen sich entweder für einen NATO-Beitritt oder eine militärische Annäherung aus. Russland warnt Schweden und Finnland vor NATO-Beitritt In der vergangenen Woche warnte Moskau Finnland und Schweden vor einem NATO-Beitritt gewarnt und erklärte, dass dieser Schritt Europa keine Stabilität bringen würde. Schweden und Finnland sind Mitglieder der EU, aber nicht der NATO. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte gegenüber Reportern, dass „das Bündnis ein auf Konfrontation ausgerichtetes Instrument“ bleibe. Eine atomwaffenfreie baltische Region sei nicht mehr möglich, wenn Finnland und Schweden der NATO beitreten. Russland müsste im Falle eines Beitritts die Situation mit eigenen Maßnahmen „wieder ins Gleichgewicht bringen“. „Wenn Schweden und Finnland der NATO beitreten, wird sich die Länge der Landgrenzen der Allianz mit der Russischen Föderation mehr als verdoppeln. Natürlich müssen diese Grenzen verstärkt werden“, schrieb Dmitri Medwedew, ehemaliger Präsident und stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, am vergangenen Donnerstag in seinem offiziellen Telegramm-Kanal. Russland werde „die Gruppierung der Landstreitkräfte und die Luftverteidigung ernsthaft verstärken und bedeutende Seestreitkräfte in den Gewässern des Finnischen Meerbusens einsetzen müssen. In diesem Fall wird es nicht mehr möglich sein, über einen atomwaffenfreien Status des Baltikums zu sprechen – das Gleichgewicht muss wiederhergestellt werden“, so Medwedew. Im Februar warnte Maria Zakharova, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, vor „militärischen und politischen Konsequenzen“, sollten die Länder dem Block beitreten.

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– Ukraine-Krieg – UN: „Aber die Türken sind am nächsten dran“

Der UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths lobte am Montag die „Weisheit“ der Türkei und ihre Rolle bei den Gesprächen und dem Versuch, einen Waffenstillstand zwischen der russischen und der ukrainischen Seite zu erreichen.

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Ukraine-Krieg
Kirchenführer der Ukraine: Moskaus Patriarch Kyrill ist mitschuldig am Krieg

Hamburg – Zwei hochrangige Vertreter der ukrainischen Orthodoxie kritisieren das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche für sein Schweigen zu Putins Angriff. Vor dem orthodoxen Osterfest am kommenden Wochenende geben sie dem Moskauer Patriarchen Kyrill eine Mitschuld am Krieg. In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT erklärt der Metropolit Augustin Markewytsch: „Seit Kriegsbeginn sind wir wütend auf Kyrill. Kein Wort hat er zugunsten der Ukrainer verloren.“ Vor dem Krieg habe Kyrill die Ukrainer als seine Herde bezeichnet. Doch jetzt trete er „als Patriarch der Russen auf“. Dass Kyrill einen Gottesdienst in der Militärkirche bei Moskau feierte, war nach Meinung des Metropoliten Augustin, selbst Militärbischof, „der Sargnagel für die Beziehungen zwischen unserer Kirche und den russischen Orthodoxen“. Augustin ist Metropolit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche: Mit mehr als 12.000 Gemeinden die größte Kirche des Landes, gehört sie formell zu Moskau und untersteht kirchenrechtlich dem Patriarchen Kyrill. Sie distanziere sich jedoch klar vom Krieg – und auch von Kyrill, so Metropolit Augustin. „Trotzdem werden wir jetzt verleumdet: Wir würden russische Agenten, ja sogar Waffen in unseren Kathedralen verstecken.“ Der Metropolit weiter: „Schon vor dem Krieg wurden wir als Moskau-Treue beschimpft. Unter der Regierung Poroschenko entstanden Gesetze gegen uns, und manche Politiker wollen uns nun verbieten.“ Dies könnte einige Priester zur Zusammenarbeit mit der russischen Armee provozieren. „Wir müssen jetzt aber einig sein gegen den äußeren Feind!“ Noch härtere Worte gegen Moskau findet Erzbischof Jewstratij Sorja, dessen Bischofssitz die verheerte Stadt Tschernihiw nördlich von Kiew ist: „Einige demokratische Staaten verstehen immer noch nicht, dass Putin die Welt zurück in die Zeit nach 1945 versetzen will, eine Zeit der Teilung. Dafür zerstört er die Ukraine und verbrennt Russlands Zukunft.“ Der Erzbischof weiter: „Wo russische Macht ist, gibt es keine Religionsfreiheit, vor allem nicht für meine Orthodoxe Kirche der Ukraine, die dem Kiewer Metropoliten Epiphanij untersteht und vom Kreml als feindliche Institution angesehen wird.“ Priester seines Bistums seien während der Besatzung von Russen verhört und eingeschüchtert worden. Andernorts würden Priester gefoltert oder getötet, Kirchen zerstört – so alle Kirchen in Mariupol. Auch seine Kathedrale in Tschernihiw sei beschädigt worden. Und eine Kirche des „Moskauer Patriarchats“ am Rande der Stadt sei völlig ausgebrannt: „Menschen versteckten sich dort, aber die Russen schossen auf die Kirche, und sie fing Feuer.“ Metropolit Augustin und Erzbischof Jewstratij gehören den beiden konkurrierenden orthodoxen Kirchen der Ukraine an, sind sich jedoch einig in ihrer Ablehnung Putins und Kyrills. Über den Moskauer Patriarchen sagt der Erzbischof: „Faktisch unterstützt Kyrill den Krieg gegen die Ukraine, was sogar jene Ukrainer schockiert, die ihn zuvor als ihr geistliches Oberhaupt ansahen.“ Der Wunsch von Papst Franziskus, Kyrill zu treffen, beruhe auf dem Missverständnis, Kyrill könne Putin beeinflussen und den Krieg beenden. „Das Gegenteil ist der Fall! Putin beeinflusst Kyrill.“

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Rentenpolitik
Rentenpaket II: DGB kritisiert Aufbau eines Kapitalstocks als „Unfug“

Osnabrück – Das von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) angekündigte Rentenpaket II der Ampelkoalition stößt bei den Gewerkschaften in Teilen auf scharfe Kritik. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Der geplante Aufbau eines Kapitalstocks für die gesetzliche Rentenversicherung ist politischer Unfug. Aktien taugen nicht als sichere Anlage für die Rente. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Börsenkurse zeigen das aktuell deutlich.“ Piel warnte, „wenn Kurse massiv nachgeben oder gar ins Bodenlose stürzen“, sei eine Alterssicherung in Aktien nicht sicher. Auch für die von vielen hoch gelobten Schweden bestehe der Erfolg bei der Alterssicherung nicht in den Staatsfonds, sondern in ihrer gesetzlichen Rente in Kombination mit einer guten betrieblichen Alterssicherung. Die Gewerkschafterin forderte: „Die Bundesregierung darf sich nicht von der FDP und ihrem Glauben an die Finanzmärkte in die Irre führen lassen.“ Piel begrüßte zugleich, dass die Regierung das Rentenniveau bei 48 Prozent stabilisieren wolle. Damit stärke die Koalition die gesetzliche Rente und die Alterssicherung besonders der jüngeren Generation. „In Zukunft“, so fügte die Gewerkschafterin hinzu, „muss die Ampel das Rentenniveau auf 50 Prozent anheben.“ Arbeitsminister Heil hatte zuvor angekündigt, die Koalition werde mit dem Rentenpaket II noch in diesem Jahr zwei zentrale Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umsetzen:
„Erstens: Wir sorgen dafür, dass das Rentenniveau stabil bei 48 Prozent bleibt, und zwar langfristig. Und zweitens: Wir stellen die Finanzierung der Rente auf eine breite Basis mit dem Aufbau eines Kapitalstocks.“
Ein Kapitalstock von zehn Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln soll 2022 der erste Schritt sein.

Israel-Konflikt
Jerusalem: Erdogan verurteilt israelische Sicherheitskräfte

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Ankara – In einem Telefongespräch mit dem israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog brachte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag seine Besorgnis über das israelische Vorgehen gegen palästinensische Gläubige in der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zum Ausdruck. Die beiden Staatsoberhäupter erörterten regionale Themen und bilaterale Beziehungen, „insbesondere die von einigen radikalen israelischen Gruppen und Sicherheitskräften in den letzten Tagen verursachten Ereignisse“, so Erdogan in einer Reihe von Tweets. Erdogan teilte Herzog mit, dass seit Beginn des Ramadan mehr als 400 Palästinenser verletzt wurden und 18 Menschen, darunter Kinder, bei den Ereignissen im Westjordanland und an der Al-Aqsa-Moschee ums Leben kamen. Erdogan fügte hinzu, er sei besorgt, dass die Ereignisse auf den Gaza-Streifen übergreifen könnten. Der türkische Staatschef machte „Radikale“ für die Anschläge verantwortlich und sagte, dass Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Sicherheit der Moschee zu gewährleisten. „Die gewalttätigen Ereignisse, die sich jedes Jahr ereignen, rufen in der islamischen Welt berechtigte Reaktionen hervor“, fügte er hinzu. Herzog wurde mit den Worten zitiert, dass Israel die Freiheit der Religionsausübung schütze und die Bemühungen der israelischen Sicherheitskräfte diese Freiheit gewährleisteten. Herzog sagte Erdogan, dass Aufwiegelung und Propaganda ignoriert werden sollten, während Gewalt – insbesondere gegen Juden, die zum Gebet gehen – verurteilt werden sollte. Israel führte am frühen Dienstagmorgen seinen ersten Luftangriff auf den Gazastreifen seit Monaten durch, um nach eigenen Angaben auf eine Rakete zu reagieren, die aus der palästinensischen Enklave abgefeuert wurde. Am Wochenende kam es zu Gewalttätigkeiten rund um Jerusalem. Am vergangenen Freitag wurden bei Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee mindestens 152 Palästinenser verwundet, der jüngste Ausbruch einer Gewaltwelle, die ein Abgleiten in einen größeren Konflikt befürchten lässt. Das Telefongespräch fand in einer Zeit der Annäherung zwischen Tel Aviv und Ankara statt. Außenminister Mevlut Cavusoglu sagte, er werde in der dritten Maiwoche Israel und Palästina nacheinander besuchen. In einem Live-Interview mit NTV am 14. April widerlegte Cavusoglu frühere Behauptungen, er werde Israel zusammen mit Verteidigungsminister Hulusi Akar besuchen. „Der Präsident sagte beim Empfang von Herzog, dass wir mit Energieminister Fatih Dönmez nach Israel reisen würden. Ich verstehe also nicht, warum es weitere Spekulationen gibt“, so der türkische Außenminister. Mögliche Zusammenstöße in Haram al-Sharif, der drittheiligsten Stätte des Islams, kamen während Herzogs Besuch in Ankara im vergangenen Monat zur Sprache. Erdogan hatte seinem israelischen Amtskollegen auch mitgeteilt, dass Ankara von den israelischen Behörden erwarte, während des muslimischen heiligen Monats Ramadan sensibel vorzugehen, und betonte, wie wichtig es sei, den Palästinensern die Einreise nach Israel zu ermöglichen. Im April finden die drei wichtigsten Feste der abrahamitischen Religionen statt: Das jüdische Pessachfest, das christliche Osterfest und der muslimische Fastenmonat Ramadan. „So gut es auch klingt, das bedeutet immer Ärger“, sagte ein türkischer Diplomat und erklärte, dass die Reaktion Ankaras und insbesondere Erdogans zu einem Lackmustest für die aufkeimenden türkisch-israelischen Beziehungen werden könnte. Die ersten Äußerungen Erdogans zu den Zusammenstößen waren gemäßigter als in den vergangenen Jahren. Am Sonntag rief Erdogan seinen palästinensischen Amtskollegen Mahmoud Abbas an, um ihm mitzuteilen, dass er die israelische „Intervention gegen die Gläubigen“ scharf verurteilt. Erdogan dankte Abbas für seine „Zurückhaltung und umsichtige Führung“ und versicherte ihm, dass die Türkei immer an der Seite Palästinas stehe. „Die Ereignisse erinnern uns an die Notwendigkeit, dass alle palästinensischen Gruppen auf Einigkeit und Versöhnung hinarbeiten müssen“, twitterte Erdogan. In einer Rede vor Botschaftern in Ankara schlug Erdogan einen schärferen Ton gegenüber Israel an und betonte die Bedeutung, die die Türkei der Al-Aqsa-Moschee und Jerusalem beimisst. Der türkische Staatschef brachte die Ereignisse in Jerusalem auch mit verschiedenen Angriffen auf muslimische Gebetsstätten in Europa in Verbindung. „Antimuslimische und fremdenfeindliche Gruppen sollten ihre Meinungs- und Versammlungsfreiheit nicht nutzen dürfen, um den Glauben, die Heiligtümer und die Gebetsstätten von Muslimen zu beleidigen und anzugreifen“, sagte er. Erdogans Äußerungen folgen auf Zusammenstöße in Schweden, nachdem ein rechtsextremer und antimuslimischer Politiker seine Anhänger aufgefordert hatte, eine Kopie des Korans zu verbrennen. Viele Länder des Nahen Ostens verurteilten seine Pläne. Der Irak bestellte den schwedischen Spitzendiplomaten in Bagdad ein, um gegen die Angelegenheit zu protestieren, und die Regierungen von Jordanien und Katar verurteilten die Pläne. Auch das türkische Außenministerium schaltete sich ein. „Wir verurteilen auf das Schärfste die Angriffe und Provokationen gegen Muslime, den Islam, den Koran und die Gebetsstätten in verschiedenen Teilen der Welt während des heiligen Monats Ramadan“, hieß es in der Erklärung. Cavusoglu sagte, der Al-Aqsa-Ausbruch und die Koranverbrennung in Schweden seien zwei Gesichter antimuslimischer Angriffe im Rahmen einer Reihe von Ereignissen, die sich gegen Muslime im heiligen Monat Ramadan richten. Gemeinsam mit seinem ungarischen Amtskollegen Peter Szijjarto erklärte Cavusoglu am 19. April, dass seit Beginn des Ramadan fast jeden Tag Anschläge auf heilige muslimische Stätten oder Glaubensrichtungen verübt worden seien. „Letzte Woche verbrannte ein Neonazi-Politiker den Koran, während er von der schwedischen Polizei geschützt wurde. Das ist inakzeptabel, aber kein Einzelfall. Am 15. April war ein türkischer Staatsbürger in New York das Ziel eines antimuslimischen Angriffs“, sagte er. „Am 16. April wurden in der deutschen Stadt Dortmund Drohbriefe an eine türkische Moschee geschickt, denen das Foto eines Schweins beigefügt war. Am nächsten Tag wurden in Kanada Schüsse auf eine muslimische Gruppe abgegeben, die eine Moschee verließ. In Virginia, USA, wurden antitürkische Parolen an die Wand einer Moschee gekritzelt … und Sie alle wissen, was in der Al-Aqsa-Moschee passiert ist“, so Cavusoglu weiter.
„Ich glaube nicht, dass die Eskalation der Ereignisse im Ramadan ein Zufall ist. Dies ist das Werk der ultrarechten Nazigruppen, die an den Wahlurnen verlieren. Wir stellen uns sowohl gegen antimuslimische als auch gegen antisemitische Angriffe, da wir beide als Verbrechen gegen die Menschlichkeit betrachten.“

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Konya
In der Türkei entsteht Europas größtes Sonnenkraftwerk

Konya – In der zentraltürkischen Provinz Konya entsteht zur Zeit Europas größtes Solarkraftwerk.

Das Kraftwerk in Konya Karapinar soll wie geplant im Dezember fertiggestellt werden und über zwei Millionen Menschen mit Strom versorgen. Ein Teil des Werks sei bereits im Einsatz und produziere 700 Megawatt Strom. Die gesamte Anlage werde insgesamt 1350 Megawatt Strom erzeugen.

„Es wird den jährlichen Strombedarf von zwei Millionen Menschen decken. Mit anderen Worten, Konyas Strom wird von einem einzigen Kraftwerk gedeckt. Dieses Kraftwerk ist eines der drei größten Kraftwerke der Welt, mit einer Leistung von heute 700 MW ist es bereits das größte in Europa“, so Cemal Kalyoncu, Vorstandsvorsitzender der Kalyon Holding, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Kalyon Holding wurde mit dem Bau der Anlage beauftragt. Kalyon Photovoltaic (PV) Solar Technologies Factory ist der erste integrierte Hersteller von Solarmodulen in der Türkei und einer der führenden weltweit. 

Durch seine immense Größe sei das Solarkraftwerk sogar aus dem Weltall sichtbar, sagte Mustafa Varank, Minister für Industrie und Technologie, bei der Spatenstichzeremonie im vergangenen Jahr. Nach der Fertigstellung werde das Werk eine Fläche von 2.600 Fußballfeldern umfassen und 3.000 Menschen beschäftigen. 

Die Anlage werde jährlich fast 2 Millionen Tonnen Kohlenstoffemissionen vermeiden und den Anteil der Solarenergie an der gesamten Energieerzeugung der Türkei um 20 Prozent erhöhen. „Es wird über 3,5 Millionen Solarmodule enthalten und das größte an einem einzigen Standort errichtete Solarkraftwerk in Europa und eines der fünf größten der Welt sein“, betont Kalyoncu. Mit einer Solarkapazität von 7.154 Megawatt (MW) steht die Türkei derzeit weltweit an 13. und in Europa an siebter Stelle.

Einsparung von 600. Millionen Dollar

Unter Berücksichtigung der heutigen Erdgaspreise werde das Solarkraftwerk der Türkei nach Fertigstellung eine Einsparung von 600 Millionen Dollar an Erdgasimporten ermöglichen.

„Mit anderen Worten: Devisen im Wert von 600 Millionen Dollar werden im Land bleiben“, so Kalyoncu weiter.

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