Champions-League
Fenerbahce: UEFA-Strafe nach Putin-Rufen

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Basel – Fenerbahce wurde von der Uefa bestraft, nachdem seine Fans während der Champions-League-Qualifikationsniederlage gegen Dynamo Kiew im Juli den Namen des russischen Präsidenten Wladimir Putin skandiert hatten. Der türkische Rekordmeister muss 50.000 Euro Strafe zahlen und wurde zu einer Teilaussperrung ihrer Fans auf Bewährung verurteilt, wie Europas Fußballunion am Freitag mitteilte. Die Uefa begründete die Strafe mit „dem Werfen von Gegenständen und der Übermittlung einer provokativen Botschaft beleidigenden Charakters, d.h. unerlaubten Gesängen“. Dynamo Kiew hatte das Spiel am 27. Juli in Istanbul mit 2:1 gewonnen, nachdem das Hinspiel in Polen wegen des Einmarsches der Russen 0:0 unentschieden ausgegangen war. Tausende von Fenerbahce-Anhängern stimmten in die Gesänge ein, nachdem ihre Mannschaft ein Tor gegen den ukrainischen Meister Dynamo Kiew kassiert hatte. Die Gesänge wurden offenbar ausgelöst, nachdem Dynamos Mittelfeldspieler Vitaliy Buyalskyi den Führungstreffer seiner Mannschaft mit einer Adler-Geste mit den Händen gefeiert hatte, die einige Fans als Anspielung auf Fenerbahces Erzrivalen Besiktas verstanden. Nach dem Vorfall erklärte Fenerbahce, dass die Aktionen der Fans in keiner Weise den Verein oder seine „unternehmerische Haltung“ repräsentierten. „Wir erinnern die Öffentlichkeit noch einmal an unsere Haltung, dass Sport und Politik immer voneinander getrennt werden sollten“, hieß es in einer Erklärung. Dynamos Cheftrainer Mircea Lucescu erklärte nach dem Spiel gegenüber Reportern, dass der Sport „das Verhalten der Fans nicht akzeptieren kann“. „Ich habe solche Gesänge nicht erwartet. Es ist schade“, fügte er hinzu. Lucescu, ein ehemaliger Trainer der türkischen Nationalmannschaft, verweigerte später aus Protest gegen das Verhalten der Fans die Teilnahme an einer Pressekonferenz nach dem Spiel. Der ukrainische Botschafter Vasyl Bodnar sagte, der Vorfall habe ihn „traurig“ gestimmt.  

Sotschi-Treffen
Putin könnte Türkei BRICS-Mitgliedschaft anbieten

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine ist es das zweite Treffen binnen einem Monat. Zuletzt traf man sich Mitte Juli in Teheran, um wenige Tage später in Istanbul das Getreideabkommen zwischen Moskau, Kiew, Ankara und den Vereinten Nationen UN zu unterzeichnen. Inzwischen trägt die Vermittlerrolle Erdoğans erste Früchte. Ein Getreide-Frachter konnte am Mittwoch in Richtung Libanon den Bosporus passieren. Drei weitere Schiffe werden am Freitag die ukrainische Hafenstadt Odessa verlassen und Fahrt in Richtung Istanbul aufnehmen. Sotschi-Treffen und BRICS In der Türkei geht nun das Gerücht um, dass Putin dem türkischen Präsidenten formell die BRICS-Mitgliedschaft anbieten wird. BRICS, das steht für die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. BRICS, das sind 40 Prozent der Weltbevölkerung, 25 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die BRICS liebäugelt seit längerem damit, die Türkei in das Wirtschaftsbündnis aufzunehmen. Die Türkei hat sich bislang zögerlich gezeigt. Mit einer Mitgliedschaft bekäme die Türkei Zugriff auf einen gemeinsamen Devisenfonds. Und BRICS wäre um ein Mitglied reicher, dass die Hoheit über eines der geopolitisch bedeutendsten Gebiete auf dem Globus hat. Europa hat BRICS bislang ignoriert Als ein Verbund aufstrebender Ökonomien hat die BRICS sich auch als Alternative zur G7 verstanden. Die BRICS hat sich dafür bereit erklärt, die Kernstaaten um weitere Länder zu bereichern. So haben Argentinien und Iran bereits einen Antrag auf Mitgliedschaft in der BRICS-Gruppe gestellt. Weitere Kandidaten wären Ägypten, Indonesien, Saudi-Arabien und die Türkei. Die Türkei hat ihr Interesse bekundet, sich aber bislang nicht festgelegt. Das wirft die Frage auf, wie Europa auf eine formelle Einladung reagieren wird, nachdem man die Türkei in Zusammenhang mit dem Ausbau der europäischen Zollunion hingehalten hat. Die formellen Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union begannen 2005. Derzeit liegt der Prozess auf Eis, weil die Türkei laut EU die Beitrittsbedingungen nicht erfülle. Erst am 14. Dezember 2021 hatte der Rat der Europäischen Union beschlossen, die Gespräche vorerst nicht wieder aufzunehmen. Europa, Deutschland, fokussieren sich zu sehr auf die Ukraine und vernachlässigen in eklatanter weise die Südostflanke. Hier entsteht gerade eine neue Weltordnung. Der bisherige US-amerikanische Hegemon befindet sich in einem verzweifelten Abwehrkampf. Die Ukraine ist hier nur ein Frontabschnitt. Es ist ein hybrider und multidimensionaler Krieg, der hier geführt wird. Und die Deutschen hatten historisch betrachtet immer ein besonderes Talent, sich für die falsche Seite und den falschen Umgang zu entscheiden. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat das bei ihrem Treffen in Ankara unter Beweis gestellt.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar. 

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Putins Äußerungen fielen bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan in der russischen Schwarzmeer-Stadt Sotschi.

Putin: Europa sollte Türkei danken

Sotschi-Treffen
Putin: Europa sollte Türkei danken

Sotschi – Die europäischen Staaten sollten der Türkei dankbar sein, dass sie über die TurkStream-Erdgaspipeline russisches Gas kaufen können, sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Freitag. Putins Äußerungen fielen bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan in der russischen Schwarzmeer-Stadt Sotschi. Das Treffen fand statt, kurz nachdem das erste Schiff mit ukrainischem Getreide das Schwarze Meer im Rahmen einer von der Türkei und den Vereinten Nationen vermittelten Vereinbarung zwischen Kiew und Moskau verlassen hatte. In den Gesprächen wird es nach Einschätzung von Experten neben dem gerade abgeschlossenen Abkommen über die Freigabe ukrainischen Getreides vor allem um die russische Unterstützung für eine neue türkische Offensive in Nordsyrien gehen. Bei einem Treffen vor etwa drei Wochen im Iran hatte Russlamd die Türkei von einem solchen Schritt abgeraten. Zaur Gasimov, Geschichtsprofessor an der Universität Bonn und Experte für die türkisch-russischen Beziehungen, sagte gegenüber Voice of America (VOA), dass Ankara einen ausgewogenen Ansatz im Ukraine-Konflikt verfolge und das Getreideabkommen die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei weiter vertiefen werde. „Die aktuellen türkisch-russischen Beziehungen sind eindeutig mit dem aktuellen Krieg in der Ukraine verknüpft. Die ukrainischen Weizenexporte sind ein neues Kapitel für die Region, und die Türkei spielt als Vermittler eine ganz wichtige Rolle. Auch die enge militärische Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der Türkei und der Aspekt, dass sich die Türkei den antirussischen Sanktionen nicht anschließt, führen zu einer Dynamik, die sowohl für Moskau als auch für Ankara von Bedeutung ist“, so Gasimov gegenüber VOA weiter. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland sind von Nordafrika über den Nahen Osten bis hin zum Kaukasus in einer Mischung aus Rivalität und Zusammenarbeit miteinander verflochten. Die beiden Länder haben auch eine sich vertiefende Partnerschaft im Energiebereich.

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Russlands Krieg in der Ukraine hat die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben, wobei die Entwicklungsländer die Hauptlast der Auswirkungen zu tragen haben.

Türkei: Erstes Getreideschiff aus der Ukraine angekommen
   

Corona-Maßnahmen
Mehrheit will Isolationspflicht für Corona-Infizierte

Eine Mehrheit der Deutschen möchte, dass auch in Zukunft für Corona-Infizierte eine Pflicht zur Isolation gilt. Nach den aktuellen Regeln müssen diese sich nach einem positiven Test für fünf Tage zu Hause isolieren. 69 Prozent der Deutschen wollen an dieser Regelung festhalten. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) spricht sich dagegen für eine Aufhebung der Isolationspflicht aus. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap unter 1.313 Wahlberechtigten für den ARD-DeutschlandTrend von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben. Mehrheitlich für ein Festhalten an der Isolationspflicht sprechen sich sowohl Anhängerinnen und Anhänger der Grünen (85 Prozent) als auch der SPD (82 Prozent), von CDU/CSU (69 Prozent) sowie der FDP (55 Prozent) aus. Unter den AfD- Anhängern spricht sich dagegen eine leichte Mehrheit (58 Prozent) dafür aus, die Isolationspflicht zu kippen. Eine knappe Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) hält die derzeit geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für angemessen. Für jeweils 22 Prozent gehen die Corona-Maßnahmen nicht weit genug bzw. zu weit.

Türkei
Türkischer Innenminister: Angriffe auf Aleviten geplante Provokation

Ankara – Der türkische Innenminister Süleyman Soylu bezeichnete die Angriffe auf alevitische Gotteshäuser und Vereine vom Samstag als „geplante Provokation“ und sagte, die Täter würden „auf härteste Weise bestraft“. „Alle Informationen über die abscheuliche Provokation, die am ersten Tag des Muharram-Monats auf drei Cemevis abzielte, werden an die Justiz weitergeleitet und diese ‚geplante Provokation‘, die auf unsere Einheit abzielte, wird auf härteste Weise bestraft werden“, so Soylu auf Twitter. Am ersten Tag des heiligen Monats Muharram wurden in der Hauptstadt Ankara mehrere alevitische Gebetsstätten und Vereine angegriffen. Bei dem Angriff auf die turkmenisch-alevitische Bektaschi-Stiftung im Regierungsviertel Kızılay wurde eine Frau mit Stichwunden ins Krankenhaus eingeliefert. Der Angriff auf das Şah-ı Merdan Cemevi im Bezirk Mamak wurde während des Cem, eines religiösen alevitischen Rituals, verübt. Bei dem Anschlag wurde eine Person verletzt. Die Polizei hat einen Verdächtigen mit den Initialen A.O.K. festgenommen, der auch die Anschläge auf zwei andere Cemevi in den Bezirken Mamak und Çankaya verübt hat. Gemeinsame Erklärung der alevitischen Gruppen Nach den Anschlägen versammelten sich Mitglieder alevitischer Organisationen in mehreren Städten des Landes, darunter Ankara, Istanbul, Izmir, Diyarbakir und Tunceli, um die Anschläge zu verurteilen. Alle Gruppen verlasen eine gemeinsame Erklärung, in der es heißt, das Ziel der Anschläge sei es, „ein Umfeld von Chaos und Konflikten im Land zu schaffen“. „Wir sind uns auch der Sprache der Gewalt bewusst, die vom Staat und der AKP-Regierung verwendet wird und die den Weg für die zwielichtigen Kräfte ebnet, die Chaos und Konflikte vor den Wahlen 2023 suchen“, heißt es in der Erklärung. Die Gruppen erklärten, dass sie angesichts der Angriffe den Kampf für Demokratie, Freiheit und Gleichheit nicht aufgeben werden.
„Wir haben uns gegen eine Politik gestellt, die das Volk polarisiert und ausgrenzt, und wir werden dies auch weiterhin tun. Wir kennen die Kräfte des tiefen Staates, die Auftragskiller und gelenkte Mörder einsetzen, um unser Land in ein Blutbad zu verwandeln, aus Koçgiri, Dersim, Maraş, Çorum, Gazi, Gezi, 1o. Oktober, Suruç und Dutzenden ähnlicher Massaker.“

Syrien
PKK-Ableger exekutiert 65 Personen

von Nabi Yücel Bei einer großangelegten Säuberungsaktion haben laut übereinstimmenden Medienberichten die sogenannten „Demokratische Kräfte Syriens“ (SDF) über 65 Personen exekutiert. Damit will der syrische Ableger der Terrororganisation PKK die operativen Erfolge der Türkei in Nordsyrien beschneiden. Laut PKK-nahen Medien wie der Hawar News Agency, wurden bei der Säuberungsaktion zunächst 36 Personen aufgegriffen und getötet, denen Spionage für den türkischen Staat vorgeworfen wurde. Der Zugriff erfolgte laut dem Bericht während einer großangelegten Aktion, die in den Städten Qamischli, al-Hasaka, asch-Schaddadi, Deir ez-Zor, ar-Raqqa und Manbidsch unter dem Namen „Operation Eid“ durchgeführt wurde. Den vermeintlichen „Spionen und Agenten“ wurde demnach vorgeworfen, für den „Märtyrertod“ der „Kommandeure Rênas Roj, Sosin Bîrhat und Egîd Girke Legê“ verantwortlich zu sein, die bei Operationen des türkischen Nachrichtendienstes MIT und des türkischen Militärs getötet wurden. Die Türkei kann in Nordsyrien seit einigen Wochen Erfolge im Kampf gegen die Terrororganisation PKK verbuchen. Mehrere Terroristen der Führungsebene wurden bei diesen Operationen neutralisiert. Kurdische Oppositionsanhänger des in Syrien beheimateten Kurdischen Nationalrats ENKS sprechen von einer Massenexekution von Notabeln der kurdischen, christlichen oder turkmenischen Minderheit und Oppositionsanhängern durch die SDF, die auf Befehl des Organisationsmitglieds der PKK, Duran Kalkan, durchgeführt worden sei. Die ENKS spricht von bis zu 2.000 Verhaftungen, die im Rahmen der „Operation Eid“ allein zwischen Dscharabulus und al-Hasaka erfolgten. Die Massenverhaftungen und die anschließende extralegale Exekution von bis zu 65 Menschen, hat in Nordsyrien zu Protesten vor den Zentren der SDF gesorgt. Hunderte Menschen, deren Angehörige inhaftiert wurden, wollten in Erfahrung bringen, wo ihre Familienmitglieder gebracht, mit welcher Begründung die Verhaftung oder anschließende Hinrichtung erfolgte und wer die Hoheitsgewalt in Syrien habe. Laut der ENKS wurden unter anderem auch 16 Journalistinnen und Journalisten in der von der SDF kontrollierten Region in Nordsyrien verhaftet. Ihr Verbleib ist nach wie vor unklar. Der SDF, die auf Veranlassung der Terrororganisation PKK 2015 in Nordsyrien gegründet wurde, werfen arabische, kurdische, aber auch aramäische wie assyrische Christen massive Menschenrechtsverletzungen vor. Der Weltverband der aramäischen Christen WCA spricht immer wieder von schweren Übergriffen der SDF und fordert seit Jahren von den USA wie auch Europa, sich für den Schutz der Menschen in der Region einzusetzen. Assyrische Christen melden seit Jahren Verhaftungen von Lehrern, Priestern oder Notabeln durch die SDF oder deren Milizen wie der YPG vor, wie NEX24 immer wieder berichtet.

Zum Thema

-Syrienkrise – Assyrer-Sprecherin Hermez: Die Kurden sind kein Geschenk Gottes an den Nahen Osten

Die Sprecherin einer Assyrer-Vereinigung hat die Aussagen eines Politikers der Linkspartei Schwedens verurteilt.

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Ukraine-Krieg
Gerhard Schröder: Pipeline Nord Stream 2 in Betrieb nehmen

Hamburg – Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat der Bundesregierung empfohlen, durch die Nutzung der Pipeline Nord Stream 2 den akuten Gas-Engpass in Deutschland zu lindern. Schröder, der mittlerweile als Verwaltungsratschef der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 fungiert, sagte in einem Interview mit STERN und RTL/ntv:
„Die einfachste Lösung wäre, die Pipeline Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen. Sie ist fertig. Wenn es wirklich eng wird, gibt es diese Pipeline, und mit beiden Nord-Stream-Pipelines gäbe es kein Versorgungsproblem für die deutsche Industrie und die deutschen Haushalte.“
Auf die Entgegnung, die Bundesregierung habe die Betriebnahme nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine klar ausgeschlossen, sagte Schröder:
„Wenn man Nord Stream 2 nicht benutzen will, muss man die Folgen tragen. Und die werden auch in Deutschland riesig sein. Jeder, der mit Gas heizt, bekommt das jetzt schon zu spüren….Für uns, die wir hier sitzen, ist das unangenehm, aber es ist zu schaffen. Aber für ganz viele Leute, die mit jedem Cent rechnen müssen, wird das richtig hart. Und dann wird man in Deutschland fragen: Warum verzichten wir eigentlich auf das Gas aus der Pipeline Nord Stream 2? Warum? Ich war nicht immer in meiner politischen Karriere ein reiner Marktwirtschaftler, aber ein marktwirtschaftliches Prinzip ist doch ganz einfach: Wenn das Angebot verknappt wird, dann steigen die Preise.“
Die Einschätzung von Außenministerin Annalena Baerbock, es könnten Volksaufstände in Deutschland drohen, wenn das Gas knapp und richtig teuer werde, teilte Schröder nicht: „Ach Quatsch, Volksaufstände.“ Er sagte aber: „Zu einer ganz neuen Dimension von Verteilungskämpfen dürfte es schon bei uns kommen. Da möchte ich nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken.“ Schröder ging auch auf den Umstand ein, dass bald der Chef der Bundesnetzagentur, ein Beamter, entscheiden könnte, wer zum Beispiel in der Industrie Gas bekommt und wer nicht: „Das wird eine Situation, wie wir sie in Deutschland noch nie hatten. Wenn BASF etwa kein Gas mehr bekommt, hat BASF ein großes Problem, aber wir Deutsche haben ein riesiges. Ganze Industriezweige wie Glas oder Papier stehen auf der Kippe.“ Von der Anregung der EU-Kommission, dass andere europäische Staaten ihren Gasverbrauch deutlich reduzieren sollen, um Deutschland zu helfen, hält Schröder nichts, er sagte: „Auf so eine Idee muss man erst mal kommen – dass andere europäische Länder jetzt Energie einsparen sollen, um uns Deutschen zu helfen. Da sagen die uns doch genau das, was wir den Südländern in der Eurokrise gesagt haben: Ihr habt über eure Verhältnisse gelebt. Übrigens: Zu meiner Zeit als Bundeskanzler waren wir Deutsche nur zu 35 Prozent abhängig von russischem Gas. Am Ende der Ära von Frau Merkel war unsere Abhängigkeit deutlich höher.“

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– Meinung – „Türkei kann Transitland für russisches Gas nach Europa werden“

Ankara, vertreten durch Präsidenten Erdogan und seine engsten Verbündeten, hat sich trotz des auf sie ausgeübten Drucks von außen wiederholt geweigert, eine Wahl zwischen Moskau und Kiew zu treffen, und sowohl Russland als auch die Ukraine als ihre Partner bezeichnet.

„Türkei kann Transitland für russisches Gas nach Europa werden“

"Razoni" erreicht Türkei
Türkei: Erstes Getreideschiff aus der Ukraine angekommen

Istanbul – Nach monatelanger Blockade durch Russland ist das erste Schiff mit Getreide aus der Ukraine an der türkischen Küste angekommen. Wie das türkische Verteidigungsministerium und mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmen berichten, sei das Schiff nahe der Einfahrt zum Bosporus in türkische Gewässer eingefahren. Die unter der Flagge Sierra Leones fahrende „Razoni“ soll am Mittwoch in der Nähe von Istanbul von einem Team inspiziert werden, dem auch russische und ukrainische Beamte angehören, bevor sie ihre Ladung von 26.000 Tonnen Mais nach Tripoli (Libanon) bringt. Das teilte das gemeinsame Koordinationszentrum mit. Die Inspektion ist Teil der Vereinbarung, um russische Bedenken zu zerstreuen. Damit soll sichergestellt werden, dass keine Waffen geladen sind, berichtet die tagesschau. Ein Koordinierungszentrum in Istanbul ist für die Inspektion von Getreidelieferungen aus drei ukrainischen Häfen an die Weltmärkte zuständig. Dies ist Teil einer kürzlich zwischen der Ukraine und Russland sowie den Vereinten Nationen und der Türkei getroffenen Vereinbarung. Die Türkei, die international für ihre Vermittlerrolle gelobt wird, hat sich mit Moskau und Kiew abgestimmt, um einen Korridor von der ukrainischen Hafenstadt Odessa aus zu öffnen, über den die weltweiten Getreidelieferungen wieder aufgenommen werden können, die aufgrund des nun schon fünf Monate andauernden Krieges zwischen Russland und der Ukraine ins Stocken geraten sind. Russland wird vorgeworfen, die Exporte zu blockieren und angesichts einer drohenden Lebensmittelkrise den Hunger zu schüren. Moskau bestreitet, für den Anstieg der Lebensmittelpreise verantwortlich zu sein, und macht stattdessen die westlichen Sanktionen gegen Russland dafür verantwortlich. Nach Angaben der Ukraine warten noch mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide aus der letztjährigen Ernte auf den Export. Lebensmittel aus der Ukraine werden auf dem Weltmarkt dringend benötigt – vor allem in Asien, Afrika und im Nahen Osten. Die Vereinten Nationen warnten kürzlich vor der größten Hungersnot seit Jahrzehnten. Die Krise kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Klimakatastrophen, Konflikte und die wirtschaftliche Belastung durch die Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern, vor allem in Afrika und im Nahen Osten, bereits zu einer Verschärfung des Hungers geführt haben. Der Krieg in der Ukraine könnte die Zahl der Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, nach Angaben der Vereinten Nationen in diesem Jahr um 47 Millionen ansteigen lassen.

Istanbul-Anschlag
Syrien: Türkischer Geheimdienst MIT tötet weiteren PKK-Anschlagsplaner

von Nabi Yücel Im SDF-kontrollierten Gebiet in Syrien ist es der Türkei gelungen, der kurdischen Terrororganisation PKK einen schweren Schlag zu versetzen. Der seit 14 Jahren gesuchte Terrorist Nüsret Tebiş wurde bei einer Operation des türkischen Nachrichtendienstes MIT in Syrien getötet. Vor 14 Jahren, am 27. Juli 2008 detonieren in der belebten Einkaufsstraße im Stadtteil Güngören in Istanbul zwei Bomben. Achtzehn Menschen, darunter fünf Kinder, wurden getötet, mehr als 154 zum Teil schwer verletzt. Der Bombenanschlag gilt bis heute als einer der tödlichsten zivilen Angriffe in der Türkei, die die kurdische Terrororganisation PKK zu verantworten hat. Die Perfidie dieses Terroranschlags war, dass die erste Explosion nur geringen Schaden anrichtete, um Rettungs- und Sicherheitskräfte sowie noch mehr Zivilisten an den Tatort anzulocken. Die zweite verheerende Bombe zündete etwa 10 Minuten später und forderte damit viel mehr Opfer als die erste zuvor. Die Drahtzieher des Terroranschlags wurden aufgrund von vorhandenen Videoüberwachungskamera-Bildern schnell ausgemacht, während die Terrororganisation PKK die Tat zunächst bestritt. Daraufhin übernahmen die Freiheitsfalken Kurdistans TAK die Verantwortung für den Anschlag. Experten sind sich jedoch einig, dass die PKK und die TAK organisch und ideologisch verbunden sind und die TAK nur gegründet wurde, um die Mutterorganisation bei urbanen schweren Anschlägen zu schützen. 2012 wurde der gesuchte Mitverantwortliche des Anschlags Mahmut Kiraç im Südosten des Landes in Çukurca bei einer militärischen Operation getötet. 2013 wurden 10 Mittäter zu mehrjährigen bis hin zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt, darunter auch Nusret Tebiş, Kadermitglied der PKK. Tebiş wurde in Abwesenheit damals zu 18-mal lebenslänglich verurteilt. Nach bisherigen Informationen setzte sich Nusret Tebiş nach dem Anschlag in den Nordirak ab und blieb dort lange Zeit unentdeckt. Am Samstag wurde der türkische Nachrichtendienst aktiv, nach dem sich Nusret Tebiş Tage zuvor in das von der SDF-kontrollierten Gebiet in Nordsyrien begeben hatte. Die SDF (Demokratische Kräfte Syriens) wird von der Türkei ebenfalls als syrischer Ableger der Terrororganisation PKK bezeichnet, auch weil die kurdische Terrororganisation YPG der bewaffnete Arm der PKK in Syrien ist. In al-Hasaka, nur 60 km südlich der türkischen Grenze neutralisierten Spezialkräfte der MIT Nusret Tebiş in einem Haus. Seit mehreren Wochen und Monaten kann der türkische Nachrichtendienst Erfolge im Kampf gegen den internationalen Terrorismus vorweisen. Vor allem in Syrien und im Irak verfolgen Zielfahnder des MIT erfolgreich Spuren von Kaderanführern der PKK, ihren Schwesterorganisationen YPG, PYD oder SDF und dem Islamischen Staat IS, um sie lebendig zurückzubringen oder zu neutralisieren.

Amazon-Kauf
Kinderärzte warnen vor Ökonomisierung des Gesundheitssystems

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Osnabrück – Nach der Übernahme des US-Gesundheitskonzerns One Medical durch Amazon warnen Kinder- und Jugendärzte vor einem Einstieg von Beteiligungsfirmen in die deutsche Gesundheitsversorgung. „Wir haben die Sorge, dass das zu uns rüberschwappt, dass sich Investoren etwa über Medizinische Versorgungszentren (MVZ) breitmachen wollen und die ärztliche Versorgung an sich reißen“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). BVKJ-Präsident Fischbach: „Lauterbach muss Ökonomisierung des Gesundheitssystems Riegel vorschieben“ „Wir brauchen faire Wettbewerbsbedingungen, keine Machtkonzentration bei einigen wenigen Großkonzernen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach muss der Ökonomisierung der Gesundheitsversorgung einen Riegel vorschieben“, so Fischbach. „Individuelle Kinder- und Hausärzte sind unverzichtbar.“ Der Onlinehändler Amazon hatte vor einer Woche One Medical gekauft. Die Firma unterhält in den USA unter anderem ein Netz mit 182 Hausarzt-Filialen. Für einen Jahresbeitrag von 200 Dollar können Kunden per App Arztleistungen buchen. Über einen Amazon-Einstieg in den europäischen Gesundheitsmarkt wird spekuliert, konkrete Hinweise gibt es nicht. Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP wird der Aufbau von „Gesundheitszentren“ angekündigt, um die ärztliche Versorgung trotz Praxen-Sterben insbesondere auf dem Land sicherzustellen. Es gibt in Deutschland bereits Medizinische Versorgungszentren, die von Klinikkonzernen betrieben werden. „Wir halten das für ein mögliches Einfallstor für private Beteiligungsfirmen“, sagte BVKJ-Präsident Fischbach der „NOZ“. „Dazu darf es aber nicht kommen, denn mit stabilen Patient-Arzt-Verhältnissen, die gerade für die Kleinen ganz wichtig sind, könnte es dann schnell vorbei sein.“ Die Gesundheitsversorgung sei „Daseinsvorsorge und kein reines Wirtschaftsgut. Vielmehr muss die Politik die strukturellen Rahmenbedingungen für inhabergeführte Praxen endlich stärken.“