Casinos erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Vor allem Online Casinos konnten in den letzten Jahren eine große Fanbase aufbauen. Die Gründe hierfür könnten nicht unterschiedlicher sein.
Zum einen können die Spieler von überall ihre Games spielen und zum anderen braucht es dazu nicht mehr als ein Smartphone mit Internetzugang. Ebenfalls interessant ist die Frage: Was genau wird im Jahr 2023 von den Online Casinos zu erwarten sein? Und worauf müssen Spieler nach wie vor achten?
Mit all diesen Fragen und vielem mehr haben sich die folgenden Absätze ausführlich beschäftigt. Zudem gibt es Tipps & Tricks, wie das richtige Casino gefunden werden kann.
Warum werden Online Casinos auch in 2023 beliebt sein?
Wie oben bereits angesprochen gibt es diverse Gründe, warum Online Casinos bei uns in Deutschland so ankommen. Und das wird auch im Jahr 2023 nicht anders sein. Im Vergleich zu einer traditionellen Spielbank ist es deutlich einfacher sein Lieblingsspiel zu spielen. Denn dort war die Auswahl immer sehr begrenzt. Ganz zu schweigen von den längeren Anfahrtszeiten. Online Casinos haben sich in den letzten Jahren zu einer echten Konkurrenz entwickelt. Dazu gehören unter anderem:
– niedrige Hausvorteile
– Komfort
– Vielfalt
– Bonusaktionen
– Sicherheit
– niedrige Kosten
– nutzbar in verschiedenen Orten
Was kann von den Casinos in 2023 erwartet werden?
Im neuen Jahr werden bestehende Anbieter sowie neue Anbieter versuchen so viele Kunden wie möglich zu bekommen. Damit das möglich ist, müssen diese attraktive Angebote bereitstellen. Dazu gehören zum Beispiel Online Casino Freispiele ohne Einzahlung. Generell aber sollten diese Bedingungen immer ganz genau unter die Lupe genommen werden. Kurz und knapp zusammengefasst können Spieler Folgendes von Online Casinos im Jahr 2023 erwarten:
-> Casinos mit Cashback
-> neue Freispiele
-> Einzahlungsbonus
-> Reload Bonus
-> Bonus Codes
-> Live Casino Bonus
-> usw.
Besonders im Munde ist dabei das Thema Cashback. Im Falle eines Verlusts bekommen die Betroffenen einen prozentualen Anteil der Verluste als Casinoguthaben wieder zurück. Kostenlose Freispiele werden nach wie vor der Weg sein, um neue Kunden zu gewinnen. Und das sollten Neukunden auf jeden Fall für sich ausnutzen. Freispiele ohne Einzahlung sind für jeden attraktiv, da kein eigenes Geld investiert werden muss. Die Spiele können zunächst einmal näher erforscht werden. Wenn es dann einem gefällt, sind auch Einzahlungen möglich.
Wie sehen die Trends für das Jahr 2023 aus?
Ebenfalls sehr interessant in diesem Zusammenhang sind die Trends, auf die sich Spieler im kommenden Jahr freuen können. Moderne Technik und Trends sind zwei Bereiche, die ständig weiterentwickelt werden. Spielbanken hingegen entwickeln sich nur sehr langsam weiter. Aber was genau für Trends sind in dieser Kategorie zu erwarten? Gibt es vielleicht neue Gesetze?
Wie bereits angesprochen nutzt ein Großteil der Nutzer sein Handy oder Tablet, um Zugang zu bekommen. Ein Großteil der Anbieter arbeitet nach wie vor an den Technologien AR und VR. Diese sollen ein noch realistischeres und immersives Gameplay ermöglichen. Generell wird erwartet, dass genau diese beiden Technologien vermehrt Einsatz finden werden. Denn je schmackhafter Spiele gemacht werden können, umso besser für den Anbieter.
Nicht ignoriert werden darf der Trend mit der Blockchain-Technologie. Diese Technik hat weniger Einfluss auf das Spielerlebnis selbst, jedoch einen großen Anteil an der Sicherheit von Transaktionen. Sicherheit und Transparenz sollen demnach auch in Deutschland stark verbessert werden.
Checkliste – Darauf müssen Spieler bei der Auswahl achten
Online Casino Freispiele ohne Einzahlung hören sich verlockend an. Doch bevor man sich für einen Anbieter entscheidet, sollten verschiedene Kriterien berücksichtigt werden. Denn nur auf diese Weise bleiben einen versteckte Kosten sowie Frust erspart. Hier gehen die Meinungen allerdings etwas auseinander. Allerdings auch im Jahr 2023 müssen bestehende und neue Spieler auf folgende Kriterien achten:
Sicherheit / Zuverlässigkeit
Bonusbedingungen
Support
moderne / schnelle Zahlungsmethoden
Transparenz
faire Auszahlungsquoten
Spiele optimiert für mobile Version
Dabei handelt es sich im Großen und Ganzen um die wichtigsten Kriterien. Idealerweise werden gleich mehrere Anbieter miteinander verglichen, um so das beste Angebot für sich finden zu können. Weitere Kriterien, die jeder einmal prüfen sollte, sind Sachen wie Lizenz und generelle Vertrauenswürdigkeit. Im Internet selbst finden sich dazu zahlreiche Seiten, welche die Seriosität von einem Online Casino bewerten. Doch nicht jeder Meinung sollte man Glauben schenken. Hier lohnt sich ein Blick auf vertrauenswürdige Seiten.
Selbst die Auswahl der Spiele sowie ein Live-Angebot können Gründe sein, warum sich Neukunden für einen bestimmten Anbieter entscheiden. Je besser, fairer, transparenter und übersichtlicher das Spielsortiment, umso besser. Wer Fragen hat, sollte diese dem Kundensupport stellen. Wenn dieser mehrere Tage zum Antworten braucht, gilt es davon Abstand zu nehmen.
Fazit
Online Casinos haben mittlerweile ein großes Angebot an Spielen. Darunter sind Poker, Roulette und andere Klassiker vertreten, die früher nur in Spielbanken vorzufinden waren. Alles läuft heute digital ab. So ist es nicht verwunderlich, dass die Anbieter stetig an neuen Trends und Technologien arbeiten. Das oberste Ziel: Kunden zu unterhalten. Und das wird vor allem mit den beiden neuen Technologie AR und VR der beste Lösungsansatz sein. Im kommenden Jahr werden die Bereiche weiterentwickelt, sodass sich Spieler auf eine vollkommen neue Spielerfahrung freuen können. Ansonsten macht es stets Sinn den Anbieter auf verschiedene Kriterien zu überprüfen.
Baku – Am 20. Januar 1990 demonstrierten Tausende von Aserbaidschanern für Demokratie, Freiheit und die Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Wie zuvor in anderen Sowjetrepubliken lehnten sich die Menschen gegen die sowjetische Regierung unter Michael Gorbatschow auf, der mit Schlagworten wie Glasnost und Perestroika eine liberale Politik versprach. In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 1990 marschierte die Rote Armee mit Panzern und Soldaten in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku ein. Den Unabhängigkeitsbestrebungen sollte damit ein Riegel vorgeschoben werden.
Das Massaker hinterließ einen dunklen Fleck im Bewusstsein der Aserbaidschaner
Die Soldaten schossen mit scharfer Munition auf demonstrierende Zivilisten, bei dem mindestens 147 Menschen getötet und über 700 verletzt wurden. Der aserbaidschanische Politikwissenschaftler Asif Masimov bezeichnet das Pogrom von Baku als “ […] ersten Gewaltakt im 70-jährigen Bestehen der Sowjetunion auf eigenem Territorium, der an der Weltöffentlichkeit beinahe komplett vorbeiging.”
Masimov:
Dabei gehörten die kaltblütig Ermordeten zu unterschiedlichen Nationalitäten und wiesen verschiedene Konfessionen auf. Nach offiziellen Angaben wurden 131 Zivilisten getötet, darunter 117 Aserbaidschaner, sechs Russen, drei Juden und drei Tataren und 744 weitere Personen verwundet. 400 Personen wurden verhaftet und vier Personen vermisst. Michail Gorbatschow äußerte sich zu diesem verheerenden Ereignis mit den folgenden Worten: „Verantwortungslose Hasardeure forderten die Abtrennung der Republik von der Sowjetunion und ein islamisches Aserbaidschan.
Zu Ehren der von der Roten Armee getöteten Märtyrer finden in Aserbaidschan alljährlich Gedenkveranstaltungen statt. Das Massaker am 20. Januar 1990 hat einen dunklen Fleck im Bewusstsein der Aserbaidschaner hinterlassen und gilt auf dem Weg zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit Aserbaidschans als Zäsur. Über die Rolle des früheren sowjetischen Staatschefs Gorbatschow bei diesem Massaker schreibt der irische Historiker Dr. Pat Walsh:
Der Mann, der für das Massaker in Baku mit mindestens 130 Toten verantwortlich war, erhielt im selben Jahr wie der Schwarze Januar den Friedensnobelpreis, und die tragischen Ereignisse von 1990 wurden im Westen schnell vergessen.
In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Fachbegriff Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.Kemal Bölge
Zum Thema
– Schwarzer Januar –
20. Januar 1990: Der Tag, an dem die Sonne in Aserbaidschan nicht aufging
Dreiunddreißig Jahre sind seit den Ereignissen des 20. Januar 1990 vergangen, die in die Geschichte des aserbaidschanischen Volkes als die Tragödie des blutigen Januars eingegangen sind.
Stockholm – Die schwedische Zeitung Flamman hat am Dienstag einen kontroversen Wettbewerb gestartet. Der Chefredakteur der Zeitung, Leonidas Aretakis, kündigte an, dass sie 10.000 schwedische Kronen (1.000 Euro) für „satirische Zeichnungen“ von Präsident Recep Tayyip Erdoğan vergeben würden.
Erdogan versucht, Schweden unter Druck zu setzen, Kurden zu deportieren und die Meinungsfreiheit einzuschränken. Flamman initiiert daher einen satirischen Zeichenwettbewerb mit einer Preissumme von 10.000 SEK (1.000 €). Die besten Werke werden in der Zeitschrift veröffentlicht
Der Wettbewerb wird in der Tat als Reaktion auf die Kritik der Türkei an einer Demonstration von PKK-Anhängern letzte Woche in Stockholm beworben, bei der die Menge ein Bildnis von Erdoğan aufhängte. Symphatisanten und mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation PKK versammelten sich am Donnerstag vor dem historischen Rathaus in der Stockholmer Hauptstadt, hängten eine Figur, die Erdogan darstellt, an einen Pfahl vor dem Gebäude. Videomaterial von dem Vorfall wurde schnell auf einen mit der Terrorgruppe verbundenen Social-Media-Account hochgeladen, auf dem Drohungen und Beleidigungen gegen die Türkei und Erdogan mit türkischen Untertiteln zu sehen sind.
Flamman kündigte den Wettbewerb mit einer Zeichnung des schwedischen Künstlers Carl Johan De Geer (bekannt für seine Zeichnung „Schändet die Flagge“) an. Die Zeitung ersetzte die schwedische Flagge im Originalwerk von De Geer durch eine türkische Flagge mit einem Slangwort, das neben einen „brennenden“ Halbmond und Stern gekritzelt war. Die Zeitung kündigte an, die „besten Werke“ in den nächsten Ausgaben zu veröffentlichen und setzte den 20. Januar als Einsendeschluss fest.
Nu kan man köpa omslaget i 50 x 70 mm på trevligt papper för 200 kronor styck + 100 kronor frakt & emballage. Betala med swish (1234417630) eller bankgiro (608-9668), och mejla adressen till red@flamman.se. pic.twitter.com/OwQKmbPddV
– Erdogans steigende Popularität –
Deutsch-Türken: „Deutsche Medien Grund für Erdoğans Popularität“
Nicht wenige Beobachter politischer Entwicklungen in Deutschland und der Türkei diagnostizieren bereits seit Längerem, eine allgegenwärtige Dämonisierung Erdoğans und einseitiger Kampagnenjournalismus bewirkten eine Solidarisierung der Türken mit ihrem Präsidenten weit über die Anhängerschaft der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) hinaus.
Berlin – Zur Ankündigung Polens, der Ukraine in jedem Fall Leopard-Panzer liefern zu wollen, meinte der SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil, nach seiner Kenntnis gebe es bisher keine entsprechende Anfrage der polnischen Regierung.
„Man könnte ja einfach mal eine Anfrage stellen, dann sieht man ja, wie das Ganze bewertet wird“, sagte Klingbeil. „Wir werden unserer Verantwortung schon gerecht. Wenn es Anträge aus Polen gibt, dann bin ich mir sicher, dann wird die Bundesregierung damit vernünftig umgehen und das bewerten. Und der wichtigste Maßstab bei dieser Bewertung ist die Frage: Können wir der Ukraine helfen?“. Die Diskussion in Polen sei stark durch den dortigen Wahlkampf geprägt, dabei gehe es sehr oft gegen Deutschland.
Klingbeil hat die Entschlossenheit seiner Partei und der Bundesregierung für die Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland unterstrichen. Auf die Frage, ob es in den nächsten Tagen ein Ergebnis etwa hinsichtlich von Kampfpanzerlieferungen an die Ukraine geben werde, antwortete Klingbeil:
„Es gibt ja immer ein klares Ergebnis: Wir tun alles, um die Ukraine zu unterstützen und wir denken jeden Tag darüber nach, was noch mehr sein kann“, so Klingbeil im Interview mit dem Fernsehsender phoenix. Er plädiere dafür, zu schauen, welche Strecke Deutschland bei der Unterstützung der Ukraine bereits gegangen sei. Als SPD-Vorsitzender sage er: „Es gibt keine roten Linien. Sondern wir werden es jeden Tag neu bemessen, und in diesem Sinne wird Olaf Scholz handeln. Da bin ich mir ganz sicher.“ Zu Medienberichten, wonach Deutschland Kampfpanzer liefern wolle, wenn auch die USA solche Panzer lieferten, sagte er, die habe er gelesen, „aber ich bin nicht Teil der Bundesregierung“.
Klingbeil bewertete das Vorgehen des Bundeskanzlers bei der Frage von Waffenlieferungen als „ein kluges Abwägen und koordiniertes Vorgehen mit den Partnern“. Für problematisch halte er, dass viele außenpolitische Diskussionen in Deutschland nur noch mit Schlagworten und sehr symbolisch geführt würden. Er erlebe, dass „der Begriff der Diplomatie mittlerweile verächtlich“ gemacht werde. Das halte er für falsch. Er wünsche sich, dass mehr Raum für „differenzierte Debatten“ entstehe.
„Ich glaube, dass Außen- und Sicherheitspolitik mehr ist als nur schwarz und weiß und differenzierter betrachtet werden muss.“ Bei alledem müsse klar sein, dass Russland aus den ukrainischen Gebieten, die es heute völkerrechtswidrig besetzt halte, wieder verschwinde. Das Ziel aller Waffenlieferungen und Unterstützungen für die Ukraine müsse sein, das Land für mögliche Gespräche, die es am Ende mit Russland geben müsse, möglichst stark zu machen. „Das ist meine Definition von Sieg“, sagte Klingbeil.
Die gestrige Vereidigung des neuen Bundesverteidigungsministers Boris Pistorius nannte Klingbeil „einen besonderen Moment“. Auf die Frage, ob er erwogen habe, zusätzlich das Amt des Verteidigungsministers zu übernehmen, sagte Klingbeil, für ihn sei klar gewesen, dass er Parteivorsitzender bleiben wolle. „Für mich war klar, ich will Parteivorsitzender sein und ich will dieses Amt ausfüllen.“ Die Bundeswehr habe es verdient, dass sich jemand zu 100 Prozent um sie kümmere, gerade in diesen Zeiten des Krieges und des 100 Milliarden Euro Sondervermögens, in denen das Beschaffungswesen völlig neu organisiert werden müsse, so Klingbeil im phoenix-Interview.
Hamburg – Die Sorge wegen Einwanderung steigt in Deutschland den dritten Monat in Folge an. Laut der aktuellen „What Worries the World“-Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos gibt inzwischen mehr als ein Viertel der Bundesbürger (27%) an, dass Einwanderung für sie zu den drei größten persönlichen Sorgen zählt. Ein höherer Wert wurde zuletzt im Oktober 2020 gemessen. Gleichzeitig fallen die Angst vor einem militärischen Konflikt und dem Coronavirus im Sorgenranking auf den jeweils niedrigsten Stand seit Beginn des Ukraine-Krieges bzw. dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie. Die mit Abstand größte Sorge der Deutschen bleibt trotz eines leichten Rückgangs in den letzten Monaten weiterhin die Inflation.
Jeder Zweite sorgt sich wegen steigenden Preisen
Fast die Hälfte aller Deutschen (46%) empfindet nach wie vor die Inflation als besonders besorgniserregend im eigenen Land, auch wenn die Sorgen wegen Preissteigerungen zuletzt um einen Prozentpunkt gesunken sind. Die Angst vor Armut und sozialer Ungleichheit (35% ) und dem Klimawandel (29%) komplettieren die Top3 der größten Sorgen der Menschen. Im internationalen Vergleich steht Deutschland in Sachen Klimasorgen damit gleichauf mit Australien an der Spitze und deutlich über dem globalen Durchschnitt von 16 Prozent. Auf Platz vier im deutschen Sorgenranking folgt das Thema Einwanderung mit einem Anstieg zum Vormonat um drei Prozentpunkte auf 27 Prozent. Seit September 2022 hat diese Besorgnis sogar um 11 Punkte zugenommen.
Kriegs- und Coronasorgen auf neuem Tiefststand
Die Corona-Ängste der Deutschen fallen auf den tiefsten Stand seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020. Nur jeder Zehnte (10%) zählt das Coronavirus momentan noch zu den größten persönlichen Sorgen, elf Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Vor genau einem Jahr gaben sogar noch 51 Prozent der Bundesbürger an, sich stark wegen COVID-19 zu sorgen. Doch nicht nur Corona besorgt die Deutschen immer weniger. Fast ein Jahr nach der russischen Invasion in der Ukraine zeichnet sich allmählich auch eine gewisse Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung ab. Nur noch jeder Fünfte (21%) zählt die Angst vor militärischen Konflikten aktuell noch zu den wichtigsten Sorgenthemen in Deutschland – ganze acht Prozentpunkte weniger als im Vormonat und der niedrigste Stand seit Kriegsbeginn.
Nur wenige Deutsche fürchten Arbeitsplatzverlust
Die andauernden Inflationssorgen scheinen zumindest in Deutschland keine Auswirkungen auf die wahrgenommene Jobsicherheit zu haben. Mit einem Anteil von nur 6 Prozent, die die Arbeitslosigkeit zu den aktuell größten persönlichen Sorgen zählen, steht die Bundesrepublik am unteren Ende im weltweiten Vergleich. Die Menschen in Südafrika (64%) und Indonesien (44%), aber auch in Spanien (41%) fürchten deutlich häufiger einen Jobverlust.
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– NEX24-Interview –
Politanalystin Rena Netjes: Die PKK repräsentiert nicht die Kurden
In einem Interview mit NEX24 äußert sich die renommierte niederländische Politikanalystin Rena Netjes zu ihrer Arbeit in Nordsyrien und den Todesdrohungen der PKK
Washington – Die Türkei ist ein wichtiger Partner der USA, nicht nur regional sondern auch weltweit, so Brigadegeneral Pat Ryder auf einer Pressekonferenz am Dienstag im Vorfeld der Ankunft des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu in den USA zu einer dreitägigen Reise zur Beilegung verschiedener Meinungsverschiedenheiten.
„Die Vereinigten Staaten und die Türkei haben ein gemeinsames Bündnis und sind ein wichtiger Partner, nicht nur in der Region, sondern in der ganzen Welt.“
Auf der Pressekonferenz antwortete Pentagon-Sprecher Ryder auf die Frage nach einer möglichen Botschaft des Pentagons an den Kongress über den Abschluss eines Geschäfts über den Verkauf von F-16-Kampfjets an die Türkei.
Ryder sagte, dass dies eine Entscheidung des Kongresses sei und dass er „ihnen nicht sagen kann, was sie tun sollen“.
„Aber, wie ich schon sagte, die Vereinigten Staaten und die Türkei haben ein gemeinsames Bündnis und sind ein wichtiger Partner, nicht nur in der Region, sondern in der ganzen Welt“, sagte Ryder.
Auf die Frage eines Journalisten der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, wie wichtig dieser potenzielle Verkauf für die militärischen Beziehungen sei, die in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Probleme angespannt waren, betonte er, dass die USA die Türkei als „einen wichtigen Verbündeten“ betrachten.
„Wenn es um die bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei geht, haben wir immer gesagt, dass die Türkei ein wichtiger Partner und ein wichtiger Verbündeter ist. Und so werden wir weiterhin eng mit der türkischen Führung zusammenarbeiten, um diese Beziehung zu stärken und sicherzustellen, dass unsere gegenseitigen Verteidigungsbedürfnisse berücksichtigt werden“, fügte er hinzu.
Çavuşoğlu zeigte sich diese Woche zuversichtlich, dass das Abkommen über den Kauf von 40 F-16-Kampfjets sowie von Technologie für die Modernisierung der bestehenden Flotte die Hürden des Kongresses überwinden wird. „Wir haben eine Vereinbarung mit der Regierung (Biden) getroffen, und es ist wichtig, dass die Regierung betont hat, dass die Vereinbarung nicht nur für die Türkei, sondern auch für die NATO wichtig ist. Wenn die Regierung standhaft bleibt, wird es keine Probleme geben“, sagte Çavuşoğlu vor Reportern.
Çavuşoğlu traf sich am Mittwoch mit US-Außenminister Antony Blinken in Washington, DC. Auf einer Pressekonferenz in der türkischen Botschaft in Washington nach dem Treffen erläuterte Çavuşoğlu die wichtigsten zwischen ihm und Blinken besprochenen Themen. Der Syrienkonflikt, die fortgesetzte Unterstützung der USA für die YPG, der Antrag der Türkei auf den Kauf von 40 neuen F-16 und die NATO-Erweiterung mit Schweden und Finnland gehörten zu den wichtigsten Themen, erklärte der türkische Außenminister.
Zum Thema Syrien erklärte Çavuşoğlu, die USA hätten der Türkei eine Zusammenarbeit und ein Engagement vorgeschlagen. Die Türkei und Syrien hatten unter Vermittlung Russlands Gespräche aufgenommen.
„Um in Syrien und anderen Fragen zusammenzuarbeiten, haben wir ihnen heute gesagt, dass unser Vertrauen erschüttert ist, weil die USA ihre früheren Versprechen nicht eingehalten haben“, sagte Çavuşoğlu und bezog sich dabei auf die Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern über den Rückzug der YPG 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Er habe Blinken geraten, einen Sonderbeauftragten für Syrien zu ernennen, damit Washington dem politischen Prozess in diesem Land mehr Aufmerksamkeit schenke und die politische Sackgasse überwinden könne.
Der türkische Außenminister wiederholte auch die Forderung Ankaras nach einem Abbruch der Beziehungen zur YPG in Nordsyrien. „Wir haben unsere Besorgnis darüber geäußert, aber gleichzeitig auch unsere Entschlossenheit im Kampf gegen die YPG/PYD zum Ausdruck gebracht“, so Çavuşoğlu.
Die YPG ist der syrische Arm der 1978 in der Türkei gegründeten Terrororganisation PKK. Menschenrechtsgruppen werfen der Organisation Folter und Zwangsrekrutierung Minderjähriger vor.
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– NEX24-Interview –
Politanalystin Rena Netjes: Die PKK repräsentiert nicht die Kurden
In einem Interview mit NEX24 äußert sich die renommierte niederländische Politikanalystin Rena Netjes zu ihrer Arbeit in Nordsyrien und den Todesdrohungen der PKK.
Stockholm – Ein Professor einer Universität in Stockholm hat einer türkischen Studentin die Teilnahme an einem Praktikumsprogramm verwehrt. Er habe die Blockadehaltung der Türkei zum NATO-Beitritt Schweden als Grund für die Absage angegeben.
Fatma Zehra S., die im dritten Studienjahr an der Fakultät für Psychologie der Ibn-Haldun-Universität in Istanbul studiert, war zuvor von einem Erasmus+-Fonds für ein Praktikum im Sommer 2023 an einer Universität ihrer Wahl angenommen worden. Erasmus+ ist das EU-Programm zur finanziellen Unterstützung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa.
Eines der Praktika, für die sie sich bewarb, war an der Universität Stockholm in Schweden. In einer E-Mail vom 23. November 2022 schilderte Fatma ihr Interesse an einem Forschungsprojekt, das von Professor Carlbring geleitet wurde. Wie TRT World berichtet, habe Carlbring ein paar Stunden später mit „ich würde Sie gerne aufnehmen. Da die Türkei Schweden jedoch nicht erlaubt, der NATO beizutreten, muss ich ablehnen. Sorry!“, geantwortet.
„Nachdem ich diese Antwort erhalten hatte, war ich einfach schockiert“, sagte Fatma gegenüber TRT World. „Es hat lange gedauert, bis ich es verarbeitet hatte“.
Die türkische Studentin war überzeugt, dass es sich bei ihrer Erfahrung nur um die „Spitze des Eisbergs“ handele und reichte nach der Ablehnung eine Beschwerde ein. „Wenn er mir das angetan hat, würde er das auch bei anderen Studenten mit anderem rassischen Hintergrund tun, die sich an der Universität bewerben“, sagt sie.
Am 5. Dezember reichte sie bei der Universität eine Diskriminierungsbeschwerde ein, in der sie die Reaktion des Professors als „auf politischen Erwägungen beruhend“ und „diskriminierend, wenn nicht gar rassistisch“ bezeichnete, berichtet TRT World weiter.
„Eine einfache Bürgerin und Studentin, die ihr Studium unter den bestmöglichen Bedingungen fortsetzen möchte, mit der politischen Haltung der Regierung des Landes, aus dem sie stammt, in einen Topf zu werfen, ist eine infame Art zu denken und die Fähigkeiten und den Charakter einer Person zu beurteilen“, schrieb sie in ihrer Beschwerde.
Am 6. Dezember habe sie eine Antwort des stellvertretenden Leiters des Fachbereichs Psychologie, Torun Lindholm Ojmyr, erhalten, der sich für den Vorfall entschuldigte. Ojmyr habe ihr mitgeteilt, dass Professor Carlbring zugegeben habe, dass sein Verhalten unangemessen und falsch war, und dass „mehrere aktive Maßnahmen an der Fakultät geplant sind“, darunter „Schulungen über Gleichbehandlung und das schwedische Diskriminierungsgesetz“.
Fatma findet jedoch, dass diese Erklärungen nicht weit genug gehen. „Ich wollte, dass sie aktive Maßnahmen gegen sein Verhalten ergreifen“, sagte sie. Ein Diskriminierungstraining ist schön und gut, aber wie kann es gemessen werden?“, fragte sie sich und stellte in Frage, ob es ausreicht, damit sich solche Vorfälle in Zukunft nicht wiederholen.
Auch hat sie noch keine formelle Entschuldigung von dem Professor erhalten. „Ich hatte gehofft, dass er sich bei mir entschuldigen würde, aber das hat er nicht getan, und darüber bin ich sehr enttäuscht. Ich denke, dieses Verhalten ist kindisch, rassistisch und wirklich unangemessen. Ich bin geistig stark, aber andere Studenten, die unsicher sind, wenn sie sich für verschiedene Studiengänge bewerben, werden sich von einer solchen Antwort nicht erholen können“, so die Studentin gegenüber TRT World.
Trotz der negativen Erfahrung plane sie, das Praktikum in diesem Sommer zu absolvieren. Ihre Bewerbung wurde von einem anderen Professor im Fachbereich Psychologie an derselben Universität angenommen.
Schweden und Finnland haben sich um einen NATO-Beitritt beworben, nachdem Russland im vergangenen Februar eine große Militäroffensive gegen die Ukraine gestartet hatte. Die beiden skandinavischen Länder waren bereits enge Partner der NATO, aber durch ihren Beitritt würden sie die Unterstützung von 30 Mitgliedsländern erhalten, falls sie von ihrem Feind Russland oder einem anderen Land angegriffen würden. Das Militärbündnis trifft seine Entscheidungen im Konsens, was bedeutet, dass beide Länder den Segen aller 30 Länder benötigen.
Nur die Türkei weigerte sich, für einen Beitritt zu stimmen. Der NATO-Verbündete Türkei hob im Juni sein Veto gegen den Antrag Finnlands und Schwedens auf Beitritt zum Militäbündnis jedoch auf. Vorausgegangen waren wochenlange angespannte Verhandlungen, in denen Ankara die beiden nordischen Länder beschuldigte, Kämpfer der Terrororganisation PKK zu beherbergen.
Schweden und Finnland unterzeichneten im Juni ein Abkommen mit der Türkei, in dem sie die meisten Forderungen des Landes im Gegenzug für ihre NATO-Mitgliedschaft akzeptierten. Dazu gehört auch die Auslieferung einer langen Liste von Personen, die von der Türkei wegen terroristischer Anschuldigungen gesucht werden
Obwohl zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, wie Human Rights Watch, der Terrororganisation PKK Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen auch unter der kurdischen Bevölkerung vorwerfen, wird in den europäischen Medien kaum darüber berichtet. Ein Beispiel ist die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen.
Aber auch assyrische Christen und Aramäer sind frustriert in Bezug auf die Medienberichterstattung über die PKK und ihrem syrischen Ableger, die YPG. Die Berichte spiegelten meist nicht die Realität wider. Jeder, der Fragen stellt oder Einwände erhebt, werde „in Europa ignoriert“. Der assyrische Journalist Dikran Ego etwa, Chefredakteur von Assyria TV, sagte in einem Interview: „Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über die PKK oder die YPG zu.“
Morddrohungen wegen PKK-Kritik
Die renommierte niederländische Politanalystin, Rena Netjes, ist eine der wenigen Medienvertreter, die kritisch berichten und Verbrechen der Terrororganisation aufdecken. Hierfür erhielt sie bereits zahlreiche Morddrohungen. „Ich zahle einen Preis dafür, dass ich die Propaganda der PYD entlarve“, so Netjes auf Twitter.
Die YPG wird als bewaffneter Arm der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD) betrachtet. Die PYD ist eine kurdische Partei in Syrien und gilt als Schwesterpartei der PKK. Sie kooperiert mit dem Regime in Damaskus.
Laut Netjes habe die PYD bei zahlreichen Niederschlagungen von Protesten gegen das Regime eine Rolle gespielt. Netjes betont, dass jede Kritik am Regime mit Unterdrückung, Verhaftung oder Ermordung verbunden sei. Ferner war die PYD daran beteiligt, die syrische Metropole Aleppo, die von syrischen Oppositionskräften kontrolliert wurde, zu erobern und damit dem Regime einen entscheidenden Vorteil zu bescheren.
Netjes ist studierte Arabistin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Staatsführung und Sicherheit in Nordsyrien. Netjes befürwortet eine militärische Intervention und Befreiung Tal Rifaats von der YPG durch die Türkei. „Das Engagement der türkischen Streitkräfte in Nordsyrien könnte Tausenden von Syrern die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen, nachdem sie von der YPG vertrieben wurden“, schreibt Netjes in einem Artikel, der auf der Seite des Washington Instituts erschien.
Im Westen gibt es starken Widerstand gegen eine neu geplante Militäroperation der türkisch-syrischen Nationalarmee (SNA) im Norden Syriens. Doch viele vertriebene Araber aus Tal Rifaat, Manbij und den umliegenden Dörfern begrüßen die Idee der Befreiung ihrer Städte und Dörfer. Tatsächlich fordern sie die von der Türkei unterstützte SNA schon seit Jahren auf, ihr Gebiet zu befreien.
Netjes: „Im Jahr 2016 wurde die gesamte arabische Bevölkerung in Tal Rifaat, einer historisch mehrheitlich arabischen Stadt auf der Westseite des Euphrat, in einer koordinierten Militäroperation von Russland, dem syrischen Regime und Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Afrin vertrieben.“
„Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist“
In ihrem umfassenden Bericht „Henchman, Rebel, Democrat, Terrorist“ (Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist) gemeinsam mit Erwin van Veen, behandelt Netjes das Erstarken, die Ziele und organische Verbindung der YPG zur PKK in Nordsyrien. Dabei decken die beiden Experten die strategisch wechselnde Allianz der YPG mit dem Assad-Regime, dem iranischen Mullah-Regime, der russischen Führung sowie den USA auf.
In ihrem Bericht zeigen sie differenziert auf, welche unterschiedliche geostrategische Politik die Regierungen in Nordsyrien verfolgen. Auch begangene Kriegsverbrechen der Organisation bleiben nicht unerwähnt. Zum Schluss zeigt der Bericht anhand von Szenarien auf, wie brüchig die gewaltsam erreichte Autonomie ist.
„Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“
In einem Interview mit NEX24 erklärt die Expertin, dass sie in einigen Medien über die PKK/YPG zwar relativ frei berichten könne, hinter den Kulissen jedoch auch schon eingeschüchtert wurde.
„Mein Kollege Jan Jaap de Ruiter und ich wurden hinter den Kulissen von Nederlands Nieuwsuur und Trouw ziemlich eingeschüchtert. Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“, so Netjes.
Da ich mich seit 2016 mit dem Thema beschäftige, fühle ich mich wohl genug, um über das Schlechte und das Gute zu schreiben, wie ich es vor Ort und nach zahlreichen Interviews mit hauptsächlich syrischen Kurden und auch Assyrern, Arabern, Turkmenen, Jesiden, Tscherkessen tue.
„Überwältigenden Propagandamaschinerie“
Die niederländische Forscherin stimmt dem assyrischen Journalisten Dikran Ego zu. Das Bild der Terrororganisation sei im Westen von ihrer „überwältigenden Propagandamaschinerie und von der mangelnden Kenntnis des Terrains einiger aber nicht aller, westlicher Journalisten und Politiker geprägt“.
Ich selbst begann, mir ein anderes Bild von der YPG zu machen, als ich es aus den westlichen Medien kannte, nachdem ich ganz andere Geschichten von Einheimischen gehört hatte, die aus Nordsyrien geflohen waren. Im März 2016 traf ich mehrere Syrer, die aus Tal Rifaat und Umgebung geflohen waren und die Grenze am Grenzübergang Bab al-Salama, einige Kilometer nördlich von Azaz, überquerten. In der anfänglichen Annahme, dass sie vor den russischen und regimetreuen Bombenangriffen aus Ost-Aleppo fliehen, war es überraschend zu erfahren, dass sie flohen, weil „YPG-Kämpfer ihre Häuser eingenommen hatten“. Später an der Grenze und in Kilis sowie Gaziantep, erzählten andere Flüchtlinge viele ähnliche dramatische Geschichten.
Netjes finde zwar neue Plattformen, aber sie bestätige, dass die allgemeine Medienberichterstattung im Westen im Einklang mit der PKK-Propaganda sei. Netjes erwähnt etwa die Assoziierung der PKK und der YPG mit „den Kurden“.
Nach jahrelangen Recherchen und Gesprächen mit syrischen Kurden wisse sie, dass die ständige Behauptung der YPG, die Repräsentanten der Kurden zu sein, überhaupt nicht stimme. Die syrischen Kurden sähen sich in erster Linie als Syrer, als syrische Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln. Sie seien auch nicht empfänglich für PKK-Propaganda und die zwangsweise angesetzte Wehrpflicht der YPG lehnten sie im Grunde ab.
„Die meisten syrischen Kurden wollen auch keinen eigenen Staat, denn die syrischen Kurden leben hauptsächlich in drei Enklaven im Norden: im nördlichen Teil der Provinz Hasaka, in Kobani und in Afrin. Andere Teile Nordsyriens sind arabisch (turkmenische Gebiete) und kurdische Gebiete nicht groß genug für einen eigenen Staat. Daher wollten sie große Teile der nicht-kurdischen Gebiete zwischen Afrin und Kobani sowie zwischen Kobani und Ras al-Ayn beherrschen. Die YPG beherrscht momentan nicht-kurdische Gebiete wie Tal Rifaat, Manbij, Raqqa und Deir Ezzor“, so Netjes.
Netjes in einem Interview mit dem kurdischen Führer Ahmad Misto. Er habe vier Attentatsversuche der PKK überlebt. (Foto: Screenshot/Twitter)
Die „andere Seite der YPG“
Die YPG habe zwar gegen den IS gekämpft, die Organisation habe jedoch noch eine weitere, im Westen unbekannte Seite.
Netjes: „Am problematischsten ist vielleicht die anhaltende Entführung von Minderjährigen, Mädchen und Jungen, Kurden, Assyrern und Jesiden. Sogar jenseits der Grenze habe ich zwei Teenager interviewt, die gerade von einer Entführung aus der Südtürkei nach Syrien zurückgekehrt waren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele im Westen davon nichts wissen oder es nicht glauben. Anders die niederländischen und amerikanischen Diplomaten. Für die Niederländer war dies schon immer ein Grund, sie (die YPG, Anm. Red.) nicht zu unterstützen, was einige niederländische politische Parteien verärgerte.
Ein weiterer problematischer Punkt ist die Zwangsverpflichtung in die Armee und der PKK-Lehrplan, der weder von Universitäten noch von internationalen Organisationen anerkannt wird, sodass es keine Chance gibt, damit an die Universität zu gehen. Dies sind Gründe, die vor allem junge Menschen dazu veranlassen, das Gebiet zu verlassen.
In der kurdischen Region des Irak gibt es etwa 250.000 syrische Flüchtlinge, die meisten von ihnen sind Kurden. Und es gibt auch, und das ist viel weniger bekannt, nach Angaben des syrisch-kurdischen Politikers und Forschers Bedir Mulla, etwa 400.000 syrische Kurden in der Türkei, hauptsächlich in der Südtürkei, die vor dem IS, aber auch vor der syrischen PKK geflohen sind.
Diese Menschen kehren nicht zurück. Außerdem lassen sie Oppositionspolitiker nicht frei arbeiten, einige wurden sogar von PKK-Kämpfern getötet, wie Mashal Tammo, Nasredine Burheik und mehrere andere.
Andere wurden inhaftiert oder sind unter Todesdrohungen geflohen, wie die KNC-Führer Abdel Hakim al-Bashar und Ibrahim Biro. Sie lassen keine freien Medien zu, auch keine westlichen oder arabischen Medien oder Forscher, die sich kritisch geäußert haben. Die meisten machen dies jedoch nicht öffentlich, wahrscheinlich in der Hoffnung, wieder Zugang zu erhalten.
In Afrin haben sie viele Kurden an das Assad-Regime ausgeliefert. Nur wenige haben es raus geschafft. Sie schließen assyrische christliche Schulen, weil sie wollen, dass sie den Lehrplan der PKK anwenden. Kurzum, sie regieren Hasaka und die Provinz Kobani – und davor Afrin -, insbesondere die kurdischen Gebiete, mit eiserner Faust.
Das können sie nicht in allen arabischen Gebieten tun, weil die Stämme das einfach nicht zulassen würden. Hinzu kommt, dass derzeit etwa 70 Prozent der von der YPG beherrschten Gebiete arabische Gebiete sind, die sich selbst regieren wollen und nicht wollen, dass der Reichtum, wie etwa Öl, aus ihren Gebieten genommen und ein Teil davon an das Regime verkauft wird.“
„Die Mehrheit der syrischen Kurden mag die PYD nicht“
In ihren Berichten betont Netjes immer wieder, dass die Mehrheit der kurdischen Bevölkerung eine Regierung durch die PYD ablehnt:
„Kurz gesagt, die von der PYD kontrollierten Gebiete sind besser als die Gebiete des Regimes, aber aus den oben genannten Gründen und wegen der extrem schlechten wirtschaftlichen Lage verlassen die Menschen auch diese Gebiete. Nun mag die Mehrheit der syrischen Kurden die PYD nicht, sie sehen sie als ein gewalttätiges Regime, aber sie haben jetzt auch ihre schlechten Erfahrungen mit einigen SNA-Brigaden* gemacht, die nicht ihre Kinder, sondern ihr Geld stehlen. Das ist sehr bedauerlich.
Ein Unterschied ist jedoch, dass ungefähr die Hälfte der Kurden, die 2018 zunächst vor der türkischen Militäroperation geflohen waren, mittlerweile wieder nach Afrin zurückgekehrt sind. Sie hatten eine ‚Dschihadisten-Invasion‘ befürchtet. Aber Araber, die aus den von der YPG gehaltenen Gebieten geflohen sind, können nicht zurückkehren, zum Beispiel die Bevölkerung von Tal Rifaat.
Die Situation in Afrin ist gemischt, einige Teile sind gut, einige Teile sind mittelmäßig und andere sind schlecht. Und leider lässt die PYD afrinische Kurden, die in das Gebiet von Tal Rifaat zurückkehren wollen, nur nach Zahlung hoher Summen zurückkehren“, betont die niederländische Analystin.
Nein, ich würde eher sagen, sie schaden der kurdischen Sache, vor allem in Syrien. Sie sprechen für sich selbst und präsentieren sich im Westen als die Stimme der Kurden, was viele westliche Politiker und Medien nicht ausreichend verstehen und darauf hereinfallen.
Wegen Ihrer PKK-kritischen Berichterstattung wurde die renommierte Expertin von mutmaßlichen Mitgliedern oder Sympathisanten der Terrororganisation mit dem Tode bedroht. Netjes betont, wie wichtig es sei, trotzdem weiter zu machen und sich nicht einschüchtern zu lassen.
Sie haben sich selbst entlarvt und zeigen, dass die Arbeit, die ich mache, notwendig ist. Ich werde weitermachen. Was ich erlebe, ist wenig im Vergleich zu dem, was viele syrische Kurden, Assyrer und Araber erleben. In Syrien, aber auch in Europa.
Do you want to know how Syrian Kurds are trying to improve the situation for the Kurds in Afrin?
See my short interview with Azad Osman, who spent 5 years in Sednayya and was also on the PKK’s hit list: pic.twitter.com/bgUSADBldS
*Die Syrische Nationale Armee (SNA), war der Vorgänger der Freien Syrischen Armee (FSA), auch bekannt als die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee (TFSA). Sie ist eine Koalition bewaffneter syrischer Oppositionsgruppen im syrischen Bürgerkrieg. Sie setzt sich aus verschiedenen Rebellengruppen zusammen, die zu Beginn des Krieges im Juli 2011 entstanden sind. Seit 2017 wird die FSA offiziell von der Türkei unterstützt, die dadurch finanzielle Mittel, Ausbildung und militärische Unterstützung erhält.
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– Berlin –
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Nach der Fußball-WM 2022 in Katar sind viele Augen bereits jetzt auf das nächste Großevent gerichtet. Die EM 2024 in Deutschland naht in großen Schritten, bereits im März 2023 starten die ersten Qualifikationsspiele. Erste Anbieter bereiten zudem bereits Wettquoten vor, auch wenn Live Wetten natürlich erst 2024 zur Verfügung stehen werden.
Die Fußball-EM 2024 in Deutschland wird zudem richtungsweisend für das deutsche Nationalteam. Nach dem WM-Erfolg in Brasilien sind 2024 genau zehn Jahre ohne nennenswerten Erfolg vergangen. Viele Fans sind trotz der derzeit noch schlechten Stimmung bereits auf die EM im eigenen Land gespannt.
Fußball-Deutschland ist bereit für ein Sommermärchen
Die Fußball-Europameisterschaft 2024 wird in Deutschland ausgetragen. Ein Land, das für seine starke Fußballtradition und -kultur bekannt ist. Ganz im Gegenteil zur Weltmeisterschaft in Katar 2022 soll die UEFA Europameisterschaft in der Bundesrepublik ein wahres Fußballfest werden, das von Millionen Fans im eigenen Land begleitet wird.
Nach der Heim-WM 2006 soll 2024 das nächste Sommermärchen stattfinden. Obwohl Deutschland bei der WM damals nicht als Sieger des Turniers hervorging, wurde das gesamte Land in Euphorie und Fußballekstase versetzt. Nach dem blamablen Ausscheiden in der Gruppenphase bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 wird es für die Nationalmannschaft aber schwierig, das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen.
Denn obwohl unter Hansi Flick mit vielen neuen Spielern im Kader eigentlich ein Umbruch erfolgen sollte, konnten die Leistungen nach einer Top-Qualifikation zur WM in Katar nicht abgerufen werden. Der WM-Erfolg 2014 in Brasilien zählt für die meisten Fans nicht mehr. Umso mehr sehnen sich die deutschen Fußballfans nach einem erneuten Erfolgserlebnis. Realisiert werden soll dieses im Heimatland und vor eigener Kulisse. Man darf gespannt sein, wie die deutsche Mannschaft ihre Leistungen bis dahin konkret steigern will.
Das sind die Stadien für die EM
Da einige der hochwertigsten Stadien Europas zur Verfügung stehen, können sich die Zuschauer, die live vor Ort sein werden, bereits jetzt auf fesselnden Weltklasse-Fußball im Sommer 2024 freuen. Die beiden größten Stadien stellen dabei die Allianz-Arena in München und das Olympiastadion in Berlin dar.
Während des herkömmlichen Ligabetriebs beheimaten diese Stadien den FC Bayern München und die Hertha BSC Berlin. Mit einem Fassungsvermögen von je rund 75.000 Zuschauern finden natürlich die wichtigsten Spiele der EM 2024 in Berlin und München statt. Das Eröffnungsspiel wird am 14.06.2024 um 21 Uhr in der Allianz-Arena ausgetragen.
Fix ist bisher, dass Deutschland an dieser Partie teilnehmen wird. Der Gastgeber ist nämlich automatisch qualifiziert. Die Allianz-Arena wird zudem der Schauplatz eines der Halbfinalspiele. In der Bundeshauptstadt wird dann das Finale der EM 2024 ausgetragen. Das Olympiastadion war bereits bei der Heim-WM 2006 der Austragungsort für das Finale. Damals bekannterweise aber ohne deutsche Beteiligung.
Neben den zwei Flaggschiffen unter den Stadien werden die Spiele an acht weiteren Schauplätzen ausgetragen. Dazu zählen unter anderem die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart mit 60.000 Plätzen, der Signal-Iduna-Park in Dortmund mit über 65.000 Plätzen, die Veltins Arena auf Schalke mit über 62.000 Plätzen und das Volksparkstadion in Hamburg mit 57.000 Plätzen. Der „kleinste“ Austragungsort ist derzeit die Red-Bull-Arena in Leipzig. Die Kapazitäten sollen aber noch vor der EM von 42.500 auf 57.000 ausgeweitet werden.
Ein Monat voller Fußball
Die Fußball-Europameisterschaft 2024 beginnt am 14. Juni. Der Freitag läutet mit dem Eröffnungsspiel um 21 Uhr den Start der Europameisterschaft ein. Dabei kommt es vorab natürlich wie gehabt bei einem großen Fußball-Event zu einer umfangreichen Eröffnungsfeier. Das Ende der EM ist für Sonntag, den 14. Juli 2024 geplant. Wie beim Eröffnungsspiel wird auch hier um 21 Uhr gespielt.
24 Teams werden in 51 Partien gegeneinander antreten. Die Gruppenphase dauert dabei bis zum 26. Juni an. Hierbei werden täglich mindestens zwei, meist aber drei Gruppenspiele ausgetragen. Ausschließlich das Eröffnungsspiel bekommt einen Ehrentag ohne weiteres EM-Spiel.
Das erste Achtelfinale wird dann am 29.06. im Signal-Iduna-Park ausgetragen. Die erste K.-o.-Phase endet am 02.07.2024. Am 05. und 06. Juli werden die Viertelfinale ausgetragen, am 09. und 10. Juli finden die Halbfinalspiele statt. Für diese wurden auch bereits die Uhrzeiten fixiert. Genauso wie das Eröffnungsspiel und das Finale finden auch die Semifinal-Spiele um 21 Uhr statt. Für die restlichen Begegnungen wurden noch keine Uhrzeiten festgelegt.
Wie läuft die Qualifikation ab?
Die EM-Qualifikation startet bereits ein Jahr vor dem offiziellen Turnier. Sie wird vom 23. März bis zum 21. November 2023 zwischen 53 Mannschaften aus Europa ausgetragen. Dabei wurden 10 Gruppen ausgelost, in denen jeweils fünf Teams aufeinandertreffen. Drei Gruppen wurden dabei mit 6 Teams ausgestattet.
Dabei ist das Los aber keinesfalls vollständig dem Zufall überlassen. Denn die UEFA hat sowohl klimatische und politische Gründe festgelegt, warum bestimmte Partien nicht stattfinden können oder warum bestimmte Länder definitiv nicht in einer Gruppe aufeinandertreffen können.
Aus politischen Gründen sind beispielsweise Duelle wie Ukraine gegen Belarus, Kosovo gegen Bosnien oder auch Spanien gegen Gibraltar verboten – obwohl die Vermischung von Fußball und Politik immer wieder kritisiert wird. Da es im Norden Europas zudem zu Problemen der Bespielbarkeit im Winter geben kann, dürfen maximal zwei nordeuropäische Teams in einer Gruppe aufeinandertreffen.
Die Gruppensieger und Zweitplatzierten sind am Ende automatisch für die EM 2024 qualifiziert. Zudem können sich noch drei weitere Teams qualifizieren, die in der Nations League als Gruppensieger vom Platz gingen. Das Play-off-Turnier wird von 12 Nationen gespielt und ist dann die letzte Chance, um sich für die EM in Deutschland zu qualifizieren.
Wer sind die Favoriten?
Bei der EM in Deutschland sind natürlich die großen Fußballnationen Europas als Top-Favoriten gelistet. Ex-Weltmeister Frankreich, der amtierende Fußball-Europameister Italien, Gastgeber Deutschland und Dauerfavorit Spanien zählen dabei zum engsten Favoritenkreis. Auch in England reift derzeit eine Mannschaft heran, die für eine Fußballsensation sorgen könnte.
Chancen dürfen sich aber auch kleinere Nationen wie Portugal, Kroatien oder Belgien ausmachen. Alle Teams zeigen konstant gute Leistungen und vor allem die kroatische Nationalmannschaft konnte sich mit den guten Leistungen bei den Weltmeisterschaften Achtungserfolge erspielen.
Möglicherweise sorgen aber auch Außenseiter, bei denen der Sport in der Heimat selten für große Erfolge steht, für eine Sensation. Norwegen mit Top-Stürmer Erling Haaland oder Österreich mit dem Weltklasse-Verteidiger David Alaba waren in Katar zwar nicht bei der WM vertreten, könnten aufgrund der individuellen Klasse einzelner Spieler durchaus von Bedeutung sein. Ein völliger Überraschungssieg ist jedoch eher ausgeschlossen. Dafür ist die Qualität vieler Top-Teams derzeit einfach zu groß.
Düsseldorf – Der weltweite Markt für Batterien wächst rasant: Bis 2030 wird die Nachfrage von heute 700 GWh um jährlich 30% auf dann 4.700 GWh wachsen. Die Umsätze steigern sich auf über 400 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030. Mit 4.300 GWh entfällt der größte Teil der Nachfrage auf Batterien für Anwendungen in der Mobilität, der Rest auf stationäre Energiespeicher und Batterien für Unterhaltungselektronik.
Dies geht aus einer neuen Studie von McKinsey & Company mit dem Titel „Battery 2030: Resilient, sustainable, and circular“ hervor, die die Unternehmensberatung gemeinsam mit der Global Battery Alliance und seinen Mitgliedern veröffentlicht hat – einem Zusammenschluss von über 130 Unternehmen, Regierungen, Wissenschaftsorganisationen und NGOs. Die Nachfrage nach Batterien wird sich damit deutlich beschleunigen und 2030 bedeutend größer sein als bislang von vielen Experten angenommen.
Zellfertigung und Aktivmaterialien größte Umsatzquellen
„Durch die Nachfrage nach Batterien entsteht aktuell ein gigantischer Markt und ein neues Ökosystem rund um Geschäftsmodelle, Technologien, Rohmaterialien und Recycling“, sagt Martin Linder, Co-Autor der Studie und Senior Partner im Münchner Büro von McKinsey. „Jetzt geht es darum, gemeinsame Standards zu schaffen und die Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen, um eine resiliente, nachhaltige und möglichst kreislaufbasierte Batterieindustrie für das Jahr 2030 aufzubauen.“
Das Verfolgen der Klimaziele, regulatorische Anreize, ein hohes Kundeninteresse für E-Autos und klare Ausstiegspläne vieler Autohersteller aus dem Verbrennungsmotor sind die wesentlichen Treiber für den Batteriemarkt. Im Batterie-Ökosystem sind die Aktivmaterialien (Anode/Kathode) mit 110 Milliarden US-Dollar sowie die Zellfertigung (121 Milliarden US-Dollar) die größten Umsatzquellen, gefolgt vom Packaging (74 Mrd. US-Dollar), Refining (52 Mrd. US-Dollar) und der Rohstoffförderung (34 Mrd. US-Dollar). „Bis 2030 wird das Thema Recycling mit rund 13 Milliarden US-Dollar Umsatz von der Größe her noch eine untergeordnete Rolle spielen.
Die Technologien und Geschäftsmodelle werden jedoch heute mit Hochdruck und industrieübergreifend entwickelt Bis 2040, wenn mehr Batterien das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, dürfte dieser Markt auf dann 40 Milliarden US-Dollar wachsen“, so Linder. Gleichzeitig nimmt die Regionalisierung der Batterieproduktion zu – Investitionsprogramme wie der Inflation Reduction Act in den USA führen dazu, dass die drei großen Nachfrageregionen Asien, USA und Europa jeweils ihre eigene Fertigung und Supply Chain aufbauen.
China bleibt mit 45% der Gesamtnachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien im Jahr 2025 und 40% im Jahr 2030 der größte Abnehmer. Die Wachstumsraten sind jedoch in der EU und in Nordamerika am größten, da die Autoindustrie darauf drängt, die Batteriefertigung näher an die Fahrzeugfertigung anzusiedeln. Insgesamt werden bis 2030 über 120 neue Batteriefabriken weltweit an den Start gehen. Über 60% dieser angekündigten neuen Kapazität wird in China liegen, 19% in Europa und 13% in den USA.
„Trotz der Ankündigungen vieler Projekte – die Batterieindustrie wird auf Jahre hinaus weiter von Knappheiten bestimmt sein und bleibt damit ein Angebotsmarkt“, sagt Patrick Schaufuss, Co-Autor der Analyse und Partner im Münchner McKinsey-Büro. „Nicht alle angekündigten Projekte werden voraussichtlich wie geplant realisiert werden. Zudem gibt es noch keinen Spotmarkt für Batterien, denn viele Projekte basieren auf langfristigen Lieferverträgen.“ Knappheiten bestehen vor allem bei den benötigten Maschinen zum Aufbau einer Batterieproduktion, bei Baumaterialien und bei den benötigen Arbeitskräften.
Die größte Herausforderung wird jedoch perspektivisch die Versorgung mit Rohstoffen sein. Vor allem beim Lithium zeichnet sich ein drohender Engpass ab. Basierend auf bisherigen Ankündigungen für die Batterieproduktion könnte der Lithiumbedarf 2030 nur zu weniger als der Hälfte gedeckt sein. „Theoretisch ist Lithium auf der Erde in ausreichender Menge vorhanden – für den Abbau müssen die Investitionen in neue Förderprojekte jedoch massiv erhöht werden“, warnt Schaufuss. Bei Mangan und Nickel könnte die Nachfrage ebenfalls etwas höher liegen als das Angebot, bei Kobalt und Graphit scheinen die für 2030 avisierten Produktionskapazitäten die Nachfrage decken zu können.
Martin Linder: „Der Aufbau resilienter, nachhaltiger und kreislaufbasierter Batterie-Ökosysteme ist ein Kraftakt – nur im Schulterschluss aller Stakeholdern werden sich die größten Herausforderungen lösen lassen: Von Umweltaspekten wie der Rohstoffförderung und der Entsorgung über soziale Fragen wie Arbeitsschutz bis hin zu Governance-Aspekten.“
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