Juden der Türkei
Oberrabbiner Ishak Haleva: „Erdogan liebt die Juden“

Istanbul – Der Oberrabbiner der Türkei, Ishak Haleva, hat dem allgemeinen Tenor der deutschen Medienlandschaft, wonach die türkische Regierung juden- oder christenfeindlich sei, widersprochen. In einem Interview, das der israelisch-amerikanische Autor Tuvia Tenenbom von der jüdischen Tageszeitung Jüdische Allgemeine mit Haleva in Istanbul führte, sagte der Rabbi, dass der türkische Staatschef, Recep Tayyip Erdogan, Juden liebe. Erdogan sei ein Mann, der das Judentum wirklich respektiere. „Sehen Sie, er liebt die Juden. Ja, er hasst die israelische Politik, aber er liebt die Juden“, so Haleva. Haleva weiter:
Er hat ein gutes Herz. Er hat ein mitfühlendes Herz. Er ist ein Mann, der Respekt vor der Religion hat. Einmal, nach einem der Bombenanschläge auf eine Synagoge, kam er vorbei. Und er war traurig. Ich konnte das erkennen, denn ich bin Lehrer und kann in den Augen eines Kindes sehen, wenn es wirklich traurig ist. Erdogan war traurig, und ich konnte sein Leid sehen.
Die Frage, ob die türkische Regierung Juden beschützen würde, wenn es nötig wäre, bejahte der Oberrabiner.
Das kann ich Ihnen im vollen Vertrauen sagen: Ja. Einige seiner Minister sagten mir bei verschiedenen Gelegenheiten, wenn sie über die jüdische Gemeinschaft sprachen: „Wir mögen sie sehr“.
Erdogans israelkritische Äußerungen seien nicht antisemitisch, sondern ausschließlich gegen die Politik der israelischen Regierung, so Haleva. „Erdogan ist ein reiner Muslim. Ich glaube, er fühlte sich einmal von Israel betrogen, was ihn dazu veranlasste, nicht die Juden zu hassen, nicht Israel, sondern ein paar Israelis, die in der Regierung waren. Er war verletzt. Und wenn türkische Menschen verletzt werden, werden sie tief verletzt. Aber im Gegensatz zu anderen jüdischen Gemeinden in der Welt hat die jüdische Gemeinde hier einen direkten Zugang zur Spitze der Regierung, wenn sie ein Problem hat“, betonte der jüdische Geistliche. Als 1492 mit dem Erlass von Granada viele sephardische Juden vor die Wahl gestellt wurden, entweder zum Christentum überzutreten oder Spanien zu verlassen, flohen die meisten in den Mittelmeerraum. Das Osmanische Reich empfing die geflüchteten Juden mit offenen Armen, die sich in Saloniki, Istanbul (ehemals Konstantinopel) und anderen Gebieten niederließen. Mit der Eroberung von Rhodos am 21. Dezember 1522 durch die Osmanen, siedelten sich auch die aus Spanien geflohenen sephardischen Juden auf Rhodos an. Eine jüdische Bevölkerung existierte auf Rhodos bereits seit dem zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung.

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– Ausland – Türkei: Seit Regierungsübernahme der AKP 14 Kirchen und eine Synagoge restauriert

In der Regierungszeit der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründeten islamisch-konservativen AKP wurden bisher 14 christliche Kirchen und eine jüdische Synagoge restauriert.

Türkei: Seit Regierungsübernahme der AKP 14 Kirchen und eine Synagoge restauriert

Historie
Das Schicksal der Muslime und osmanischer Kulturgüter in Griechenland

von Kemal Bölge

Im XVII. Jahrhundert besuchte der polyglotte Schriftsteller und Handelsreisende Evliya Çelebi die damalige Stadt Narda, die heute Arda heißt und in der Region Epirus, in Griechenland, liegt. Bei seinen Erkundungen stieß er in der Stadt auf eine Festung, in der sechs Moscheen, kleinere Gebetsstätten, Medressen und Religionsschulen existierten.

Arda war einst eine multikulturelle Stadt

Neben Muslimen lebten dort auch orthodoxe Griechen, Albaner und Juden, Die Osmanen eroberten unter der Führung von Sinan Pascha 1449 das Gebiet Ioannina (Yanya). Daraufhin musste der „Despot vom Epirus“, Carlo, die osmanische Herrschaft als Vasall anerkennen. Arda wurde nach der Einnahme in Narda umbenannt.

Nach Evliya Çelebi erhielt die Stadt ihren türkischen Namen wegen des Reichtums an Granatapfelbäumen und ihrem guten Ruf, der ihr vorauseilte. Den Bau eines muslimischen Gotteshauses gab einst Arda Fâik Pascha in Auftrag, dessen Namen die Moschee noch heute trägt. Zur Architektur des Gebäudes bemerkt das Islam-Lexikon: „Die Arda-Fâik-Pascha-Moschee ist ein einzelnes Kuppelgebäude mit quadratischem Grundriss. Jede Seite misst von außen 11,70 Meter. Es wurde in sorgfältiger Handarbeit in der für frühe osmanische Bauten üblichen Mischtechnik aus regelmäßig geschnittenem Stein und Ziegeln errichtet. Es zieht auch die Aufmerksamkeit auf sich mit der Ziegeltechnik, die vertikal zwischen den Steinen platziert ist, wie man es bei Gebäuden aus dem XIV.- XV. Jahrhundert kennt. An der Eingangsfassade befand sich ein dreiteiliger, mit Kuppeln überdachter Versammlungsraum, dessen Bögen auf vier Säulen ruhten.”

Nach der Eroberung der Stadt begann eine beispiellose Zerstörung osmanischer Kulturgüter

Das Osmanische Reich musste nach dem Türkisch-Russischen Krieg (1877-1878) und der Unterzeichnung des Berliner Vertrags diese Gebiete an Griechenland abtreten. Allerdings unter der Bedingung, dass den muslimischen Bewohnern die Sicherung des Eigentums und Religionsfreiheit garantiert wird. Nach dem Fall der Stadt an die Griechen begann eine beispiellose Zerstörung und Vernichtung osmanischer Kulturgüter. Auf diesen Umstand wies bereits die Architekturhistorikerin Dr. Neval Konuk-Halacoğlu hin, die seit 2006 über osmanische Kulturgüter in Griechenland forscht. Nach Ansicht der Wissenschaftlerin wurden osmanische Denkmäler durch Abriss und Brandschatzungen zerstört sowie Moscheen in Kirchen, Museen oder Wohnhäuser umgewandelt oder als Bordelle genutzt. Die Arda-Faik-Pascha-Moschee wurde seit Jahrzehnten sich selbst überlassen und das Bauwerk verfällt. Es existieren auch keine Pläne der griechischen Behörden das muslimische Gotteshaus zu restaurieren.

In Griechenland, so die Historikerin, gab es 2019 etwa 20.000 osmanische Kulturgüter. Da es mit Ausnahme von Westthrakien, Rhodos (Rodos) und Kos (Istanköy) keine türkische Community mehr dort gibt, seien die „Moscheen für andere Zwecke genutzt” worden. Die Arda-Fâik-Pascha-Moschee in Arta sei nach 1912 als Bordell genutzt worden. Diese Kulturgüter hätten ihre Identität verloren. Nach Angaben von Konuk-Halaçoğlu wurden die Minarette der Moscheen zerstört und an dessen Stelle Eingriffe vorgenommen, um sie der byzantinischen Architektur anzugleichen.

Der griechische Aufstand war das Fanal zu Massakern und Vertreibungen von Muslimen

Mit der Französischen Revolution und dem Aufkommen des europäischen Nationalismus entstanden auf dem Balkan und auch in Griechenland extremistische revolutionäre Organisationen, die die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich forderten.

William St. Clair: Griechen ermordeten 20.000 türkische Männer, Frauen und Kinder

Dem jahrhundertealten friedlichen Zusammenleben unterschiedlicher Volksgruppen wurde damit ein Ende gesetzt. Im Jahre 1821 lebten auf der Peloponnes schätzungsweise 50.000 Muslime, deren Siedlungsgebiete über der gesamten Halbinsel verstreut lagen. Innerhalb weniger Wochen verübten griechische Aufständische breit angelegte Massaker an der muslimischen Zivilbevölkerung der Peloponnes. In seinem Buch „That Greece Might Still Be Free“ beschreibt William St. Clair das Ausmaß der verübten Gewaltverbrechen:

„Bis zu zwanzigtausend türkische Männer, Frauen und Kinder wurden von ihren griechischen Nachbarn in einem wochenlangen Gemetzel ermordet. Sie wurden vorsätzlich ohne Skrupel oder Bedenken getötet, und es gab weder damals noch später Reue.“ Die muslimischen Bewohner in Arda und im Epirus wurden ebenfalls Opfer von Massakern, Folter und Vertreibungen. Überlebende von massenhaften Gewaltverbrechen versuchten mit ihren wenigen Habseligkeiten nach Anatolien zu fliehen.

Mezalim ist der Fachausdruck für massenhafte Gewaltverbrechen an Muslimen

In den schriftlichen Zeugnissen türkisch-muslimischer Zivilisten, die die Massaker von griechischen Freischärlern und regulären Truppen im 19. und 20. Jahrhundert überlebt hatten, findet sich oft der Ausdruck „Yunan bzw. Rum Mezalimi“ („Griechische Gräueltaten“). In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Terminus technicus Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.

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– NATO-Treffen – Akar fordert griechischen Amtskollegen zum Dialog auf

„Ich habe meinem Amtskollegen gesagt, dass es wichtig ist, solche Treffen häufiger abzuhalten und den bilateralen Dialog zu intensivieren.“

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Ukraine-Krieg
Ukraine: Zivilisten sterben nach Raketenangriff auf Wohnhaus

Kiew – Nach russischen Angriffen auf zahlreiche ukrainische Regionen wurde unter anderem ein neunstöckiges Wohnhaus in der Stadt Dnipro getroffen. Bei dem Anschlag wurden fünf Menschen getötet und mindestens 60 Personen, darunter 12 Kinder, verwundet; weitere Menschen seien noch unter den Trümmern eingeschlossen, sagte der Gouverneur der Region. Zudem sollen wichtige Energieanlagen getroffen worden sein. Seit Samstag gilt im ganzen Land Luftalarm. Vielerorts kam es zu Stromausfällen, die Menschen saßen im Dunkeln. Es waren die ersten Angriffe dieser Art seit dem Jahreswechsel. In Dnipro waren Bilder zu sehen, auf denen Feuerwehrleute einen Brand um einige Autowracks löschten. Ein großer Teil des Wohnblocks war verschwunden. Die Außenfassade des restlichen Gebäudes wurde schwer beschädigt. Verwundete wurden auf Bahren abtransportiert. „Sie (die Russen) sind einfach unmenschlich. Mindestens ein Treppenhaus ist weg. Unter den Trümmern befinden sich Menschen, die über die Feiertage zu Hause waren“, so Kyrylo Tymoshenko, stellvertretender Leiter des Präsidialamtes, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Raketeneinschlag in Dnipro war der folgenreichste von mehreren Angriffen am Samstag. „Es ist eine Tragödie. Ich bin zur Baustelle gegangen…. Wir werden die ganze Nacht durch die Trümmer gehen“, sagte Borys Filatov, Bürgermeister der Stadt am Fluss Dnipro. Eine weitere Person wurde getötet und eine in der Stahlstadt Kryviy Rih verletzt, wo sechs Häuser in der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Zelenskiy beschädigt wurden, sagte Bürgermeister Oleksandr Vilkul. Bridget Brink, die Botschafterin der Vereinigten Staaten in der Ukraine, hat auf den russischen Angriff reagiert. Die Folgen des russischen Raketentreffers sind laut der Botschafterin schrecklich. „Schrecklich. Meine Gedanken sind bei den Verletzten und denjenigen, die so viel tun, um zu helfen. Zusätzliche Sicherheitskräfte treffen weiterhin ein, um der Ukraine zu helfen, sich zu verteidigen“, so Brink auf Twitter. Der Angriff vom Samstag ereignete sich zu einem Zeitpunkt, zu dem westliche Mächte die Entsendung von Kampfpanzern nach Kiew in Erwägung ziehen, und im Vorfeld eines Treffens der ukrainischen Verbündeten in Ramstein (Deutschland) am kommenden Freitag, bei dem die Regierungen ihre jüngsten Zusagen zur militärischen Unterstützung bekannt geben werden. Russland, das im Februar letzten Jahres in die Ukraine einmarschiert ist, hat seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes seit Oktober verstärkt, was zu weitreichenden Stromausfällen führte. Die Ukraine schoss nach Angaben der Luftwaffe 25 von 38 russischen Raketen verschiedener Typen ab. Die Raketen trafen kritische Infrastruktureinrichtungen in der östlichen Region Charkiw und der westlichen Region Lwiw, so die Behörden. In der Region Charkiw fiel der Strom komplett aus, und auch in Lwiw war eine Unterbrechung der Strom- und Wasserversorgung möglich, so die Behörden.    

Räumung in Lützerath
Reul lobt Einfluss der Grünen auf Aktivisten in Lützerath

Köln – Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat ausdrücklich den „positiven Einfluss“ der Grünen auf die Klimaschützer in Lützerath gelobt. Das „macht den Einsatz sicherlich leichter“, sagte Reul in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Dass viele Demonstranten aus dem bürgerlichen Lager friedlich abgezogen seien, „hängt sicher auch mit der Regierungsbeteiligung der Grünen zusammen, die im Vorfeld gewalttätige Proteste verurteilt hatten“. Er fügte hinzu: „Wenn Gewalttäter nicht in der Schutzkulisse friedlicher Demonstranten abtauchen können, sind sie einfacher zu isolieren.“ Reul äußerte „hohen Respekt“ davor, dass sie Grünen-Politiker nicht wegduckten, sondern sich in Lützerath und der Diskussion mit den Demonstranten gestellt hätten. Besondere Verdienste des Aachener Polizeipräsidenten Dirk Weinspach, der Mitglied der Grünen ist, sieht der Minister allerdings nicht. Beim Einsatz im Hambacher Forst stand doch schon derselbe Polizeipräsident an der Spitze der Behörde. Unsere Polizeieinsätze verlaufen jederzeit nach dem Prinzip, Eskalationen zu vermeiden, nicht nur in Lützerath.“ Eine Bilanz des Einsatzes wollte der Minister noch nicht ziehen, es könne immer Überraschungen geben. „Angriffe auf die Infrastruktur im Tagebau wie Bagger oder Transportbänder sind aber weiterhin nicht auszuschließen“, warnte Reul.

Nahrungsproduktion
Bauernpräsident: Lebensmittelpreise bleiben hoch

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Osnabrück – Bauernpräsident Joachim Rukwied geht nicht von zeitnah sinkenden Lebensmittelpreisen aus. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte er: „Ich sehe da kurzfristig kein Signal der Entspannung. Lebensmittel herzustellen ist nach wie vor sehr teuer.“ Rukwied verwies darauf, dass Düngemittel 3,5-mal und Sprit doppelt so teuer sei wie vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine. Entsprechend hoch seien auch die Produktionskosten. „Daher gehe ich nicht davon aus, dass in diesem Jahr die Lebensmittelpreise im Supermarkt sinken. Die Landwirte brauchen die höheren Preise, um die nächste Ernte vorfinanzieren zu können.“ Wegen hoher Energiepreise bleiben Gewächshäuser leer Die hohen Energiepreise haben Konsequenzen für den Obst- und Gemüseanbau in Deutschland. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte im Interview mit der NOZ: „Es bleiben manche Gewächshäuser leer, weil sich die Produktion aufgrund der exorbitant gestiegenen Energiekosten schlicht nicht mehr lohnt.“ Das würden die Verbraucher mittelfristig auch im Supermarkt merken, „weil heimisches Obst und Gemüse fehlen“. Bei den Feldfrüchten sei zusätzlich die Erdbeer- und Spargelproduktion in Gefahr. Der Mindestlohn von zwölf Euro mache den Anbau in Deutschland vielfach unwirtschaftlich. Im vergangenen Jahr hätten Supermärkte statt deutschem Spargel Ware aus Italien für drei Euro pro Kilogramm verkauft. „Für so einen Preis können sie bei uns nicht stechen“, sagte Rukwied. Er warnte: „Es ist eine reelle Gefahr, dass in Deutschland die Spargel- und Erdbeerproduktion verschwindet.“

Provokationen in Stockholm
Schwedens Premier Kristersson verurteilt PKK

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Stockholm – Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson bezeichnete die Provokation der PKK-Anhänger als „unverantwortlich“ und als möglichen Versuch, die Bewerbung des Landes um den Beitritt zum NATO-Militärbündnis zu „sabotieren“. In seiner schriftlichen Erklärung gegenüber dem schwedischen Sender TV4 am Freitag verurteilte Ulf Kristersson die jüngste Provokation, die sich gegen die Türkei und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan richtete. Symphatisanten und mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation PKK versammelten sich am Donnerstag vor dem historischen Rathaus in der Stockholmer Hauptstadt, hängten eine Figur, die Erdogan darstellt, an einen Pfahl vor dem Gebäude. Videomaterial von dem Vorfall wurde schnell auf einen mit der Terrorgruppe verbundenen Social-Media-Account hochgeladen, auf dem Drohungen und Beleidigungen gegen die Türkei und Erdogan mit türkischen Untertiteln zu sehen sind. Der schwedische Botschafter in Ankara, Staffan Herrstrom, wurde später wegen des Vorfalls in das türkische Außenministerium einbestellt. Die türkische Staatsanwaltschaft in Ankara hat, nachdem der türkische Präsident eine Strafanzeige wegen der Provokation gestellt hatte, nun eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. „Bei der Generalstaatsanwaltschaft in Ankara wurde eine Strafanzeige eingereicht, in der die Einleitung von Ermittlungen gegen die Täter wegen der kriminellen Handlungen gegen unseren Präsidenten gefordert wird“, erklärte Erdogans Anwalt Hüseyin Aydin am Freitag auf Twitter.

Schweden und Finnland haben sich um einen NATO-Beitritt beworben, nachdem Russland im Februar eine große Militäroffensive gegen die Ukraine gestartet hatte. Die beiden skandinavischen Länder waren bereits enge Partner der NATO, aber durch ihren Beitritt würden sie die Unterstützung von 30 Mitgliedsländern erhalten, falls sie von ihrem Feind Russland oder einem anderen Land angegriffen würden. Das Militärbündnis trifft seine Entscheidungen im Konsens, was bedeutet, dass beide Länder den Segen aller 30 Länder benötigen.

Nur die Türkei weigerte sich, für einen Beitritt zu stimmen. Der NATO-Verbündete Türkei hob im Juni sein Veto gegen den Antrag Finnlands und Schwedens auf Beitritt zum Militäbündnis auf. Vorausgegangen waren wochenlange angespannte Verhandlungen, in denen Ankara die beiden nordischen Länder beschuldigte, Kämpfer der Terrororganisation PKK zu beherbergen. Schweden und Finnland unterzeichneten im Juni ein Abkommen mit der Türkei, in dem sie die meisten Forderungen des Landes im Gegenzug für ihre NATO-Mitgliedschaft akzeptierten. Dazu gehört auch die Auslieferung einer langen Liste von Personen, die von der Türkei wegen terroristischer Anschuldigungen gesucht werden.

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– PKK – Niederländische Journalistin erhält PKK-Morddrohungen

Die renommierte niederländische Journalistin Rena Netjes erhielt nach eigenen Angaben per Email Todesdrohungen der PKK-Terrorgruppe.

Niederländische Journalistin erhält PKK-Morddrohungen
 

Historie
Geok-Tepe: Russlands Massaker an Turkmenen

von Kemal Bölge

Alljährlich am 12. Januar gedenken Turkmenen der Opfer des furchtbaren Massakers von Geok-Tepe, bei dem nach Einschätzung von Historikern am 12. Januar 1881 etwa 40.000 Menschen von russischen Streitkräften getötet wurden. Für die Turkmenen gilt dieser Tag nicht nur als Tag der Erinnerung, sondern als historische Katastrophe.

Heute vor 142 Jahren, am 12. Januar 1881, richtete die russische Armee des Zarenreiches in Geok-Tepe/Turkmenistan eines der größten Massaker an der turkmenischen Zivilbevölkerung an, bei dem nach Schätzungen von Historikern etwa 40.000 Menschen Opfer von massenhaften Gewaltverbrechen (Mezalim) wurden. Eine Gedenkzeremonie für die getöteten Opfer findet alljährlich am 12. Januar in der Märtyrer-Moschee statt, die sich in der Geok-Tepe-Festung befindet und zirka 50 Kilometer von der Hauptstadt Aschgabat entfernt liegt.

Anno 1881 befand sich die russische Armee des damaligen Zarenreiches in Turkestan auf dem Vormarsch, um die Region zu erobern. Im selben Jahr besetzte die russische Armee unter dem Kommando von General Michail Dmitrijewitsch Skobelew die Stadt Yengi Şeher (Neue Stadt). Tausende von Turkmenen versuchten, die Eroberung der Stadt Geok-Tepe zu verhindern. Die russische Armee hatte die Stadt militärisch eingekesselt.

Nach 23 Tagen aufopferungsvollen Kampf der Turkmenen besetzten 6.000 Soldaten der zaristischen Armee die Stadt. Bei der Erstürmung und anschließenden Einnahme Geok-Tepes wurden bei Massakern Tausende turkmenische Soldaten, Frauen, Kinder und Alte von der russischen Armee getötet. In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Terminus technicus Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.

Ein zeitgenössischer Reporter schrieb über die Belagerung von Geok-Tepe, dass „niemand verschont wurde, nicht einmal kleine Kinder oder ältere Menschen. Alle wurden erbarmungslos von russischen Säbeln niedergestreckt“.

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– Geschichte – 18. Mai 1944: Die Vertreibung der Krimtataren

Am 18. Mai 1944 ließ Josef Stalin Zehntausende Krimtataren nach Zentralasien deportieren. Sie wurden vom Sowjetregime der Kollaboration mit der nationalsozialistischen Besatzungsmacht beschuldigt.

18. Mai 1944: Die Vertreibung der turksprachigen Krimtataren

Terrorismus
Istanbul-Anschlag: Mutmaßlicher Fluchthelfer in Bulgarien verhaftet

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Sofia – Die bulgarische Polizei hat einen mutmaßlichen Fluchthelfer des Bombenanschlags von Istanbul, Hazni Gölge, der per Haftbefehl gesucht wurde, in einem Hotel im bulgarischen Swilengrad aufgespürt, festgenommen und den türkischen Strafverfolgungsbehörden am Grenzübergang Kapikule überstellt. Wie der Nachrichtensender CNN-Türk am Mittwoch berichtete, lag gegen das mutmaßliche PKK-Mitglied Gölge ein internationaler Haftbefehl vor.
Die Interpol-Abteilung der Generaldirektion der türkischen Polizei hatte zuvor bei der bulgarischen Interpol die Festnahme und Überstellung des PKK-Terrorverdächtigen verlangt. Der Extremist wird verdächtigt, an dem Terroranschlag am 13. November 2022 in der Istiklal Caddesi in Istanbul beteiligt gewesen zu sein, bei dem nach offiziellen Angaben 6 Menschen getötet und 81 Menschen verletzt wurden.

Laut Ermittlungen der Polizei war es der festgenommene Verdächtige, der kurz nach dem Anschlag den mutmaßlichen Drahtzieher des Sprengstoffanschlags, Bilal Hasan, zur Flucht ins Ausland geholfen haben soll. Nach der Festnahme des Gesuchten wurde dieser zur Vernehmung ins Polizeipräsidium für Terrorabwehr nach Istanbul gebracht.

Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht. Kemal Bölge/Istanbul

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– Istanbul-Anschlag – Ahlam Albashir und das Terrornetzwerk in Istanbul

Die völkisch-kurdische Partei HDP spricht ungeniert von lebensverlängernden Maßnahmen der Regierung in Zusammenhang mit dem Istanbuler Bombenanschlag.

Ahlam Albashir und das Terrornetzwerk in Istanbul

Andrzej M
Wien: Polnischer Serienmörder tötet Mutter und Apotheker

Wien – Die Polizei in Wien nahm nach zwei Mordfällen einen Tatverdächtigen fest. Wie die Polizei am Montag bei einer Pressekonferenz bekannt gab, wurde der 50-jährige obdachlose Pole Andrzej M. festgenommen, der sowohl eine 31-jährige zweifache Mutter als auch einen ehemaligen Apotheker (74) getötet haben soll. Nachdem ihn seine Freundin nach einer Gewaltattacke kurz vor Jahreswechsel bei der Polizei wegen Körperverletzung angezeigt und rausgeschmissen hatte, zog er eine Blutspur durch die österreichische Hauptstadt. In der Nacht zu Neujahr sei er beim Ex-Apothekerkammer-Chef Heinrich Burggasser eingebrochen und habe ihn zu Tode geprügelt. Auch die Mutter zweier Kinder muss auf ähnliche Weise, eine Nacht lang brutal gequält, sterben. Während er die Mutter in ihrem eigenen Haus zu Tode gequält hat, versteckten sich die kleinen Töchter der Frau im Nebenzimmer. Der Vater war zu dem Zeitpunkt verreist, so die Journalistin Anna Dobler auf Twitter. Einige Tage nach dem zweiten Mord wurde der Verdächtige in der Nähe des Tatorts bei einem Einbruchsversuch festgenommen. Eine wichtige Rolle spielten dabei DNA-Spuren sowie Hinweise von Journalisten. Wie heute.at weiter berichtet, soll der dringend Tatverdächtige bereits in der Vergangenheit mehrmals, zunächst in Deutschland, später auch in Österreich, in Konflikt mit dem Gesetz geraten sein. Wegen Körperverletzung sei der Obdachlose bereits seit 2020 polizeilich bekannt gewesen. Aus Deutschland sind von 2001 bis 2018 insgesamt 23 Delikte in den Polizeiakten aufgelistet – dabei geht es um Diebstahl, Körperverletzung und Raub, berichtet OE24. 2020 zog es den Polen nach Österreich. Nur wenige Tage vor den Morden habe er noch seinen Hund gequält und ein leerstehendes Haus angezündet. OE24:
Zuerst malträtierte Andrzej seinen Hund, band ihm eine Halskette mit Stahldornen um, dass sich die Spitzen in Fell und Haut des armen Tieres bohrten. Danach schlug er seine Lebensgefährtin grün und blau, worauf die Obdachlose sich aufs Kommissariat wagt und den Peiniger anzeigt. Das war am 27. Dezember. Zwei Tage später wurde er zum Brandstifter und zündete – an sich völlig sinnlos – ein leer stehendes Haus an.
   

Türkei
TOGG-Konkurrent Tesla kommt in die Türkei

Istanbul – Das erste türkische Auto, das E-Auto TOGG, bekommt Konkurrenz: US-Autohersteller Tesla will in den türkischen Markt einsteigen. „Tesla ist in der Automobilbranche eine der Automobilmarken der Zukunft. Sie versucht derzeit, ihren Einfluss auf der ganzen Welt, ihrem Markt, auszuweiten“, so der türkische Technologieminister Mustafa Varank gegenüber Reportern. Varank befindet sich derzeit in den USA, wo er die Automobilmesse CES2023 besuchte. Auch der Google-Zentrale und Tesla stattete der türkische Minister einen Besuch ab. Tesla versuche mit seiner Fabrik in Deutschland auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen, und will auch in den türkischen Markt einsteigen, so Varank weiter. Varank erklärte, dass das Unternehmen Gespräche über einen Markteintritt in der Türkei führe:
„Die Aktivitäten von Tesla, in Bezug auf einen Markteintritt mit seinen Ladestationen in der Türkei, gehen weiter. Eigentlich wollten sie schon früher in die Türkei kommen, aber der Prozess hat aufgrund ihrer eigenen internen Bewertungen etwas länger gedauert“.
Varank betonte, dass ihnen die Investitionen von Tesla in die Technologie in der Türkei am Herzen liege, und sagte: „Die Türkei hat ein sehr ernsthaftes Anreizsystem, insbesondere in Bezug auf Investitionen, Forschung und Entwicklung. Wir haben gesagt: ‚Kommt, profitiert davon, investiert‘. Es ist wichtig für sie, in den Markt einzutreten, aber auch für uns. Wir haben unsere Vorschläge dafür eingereicht. Derzeit hat Tesla bereits Zulieferer aus der Türkei“. Varank betonte auch, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Tesla nicht auf die Automobilindustrie beschränkt und fügte hinzu, dass Tesla-CEO Elon Musk zunächst in die Türkei kam, um Raketen von SpaceX zu vermarkten. Er erinnerte daran, dass Türkiye seine Satelliten über SpaceX ins All gebracht hat und dass das Land einer der ersten Kunden von SpaceX war. Varank hat zudem türkische Unternehmen dazu aufgerufen, die Beziehungen zu den USA im Bereich Wissenschaft und Technologie zu stärken. Varank sagte, die türkische Regierung führe Gespräche mit amerikanischen Unternehmen und Behörden, um türkischen Firmen die Möglichkeit zu geben, mit US-Forschungsinstituten zu kooperieren. „Wir werden Programme durchführen, die die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA sowohl im wissenschaftlichen als auch im unternehmerischen Bereich in der kommenden Zeit beschleunigen werden“, zitiert TRT World den türkischen Minister.

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– Türkei – Elon Musks SpaceX-Rakete bringt weiteren türkischen Satelliten ins All

Am 14. Januar 2021 soll der dritte Militärsatellit der Türkei, ASELSAT, vom amerikanischen Raumfahrtkonzern SpaceX des Unternehmers Elon Musk in Florida mit einer Falcon-9-Rakete ins All geschossen werden.

Elon Musks SpaceX-Rakete bringt weiteren türkischen Satelliten ins All