"Merhaba Türkiye"
Israelische Armee berichtet nun in türkischer Sprache

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Tel Aviv – Die israelischen Streitkräfte (IDF) haben angesichts der regionalen Entwicklungen digitale Plattformen in türkischer Sprache eingerichtet. Die Konten wurden in den führenden sozialen Netzwerken X und Telegram in der Türkei eröffnet. Im ersten Videobeitrag begrüßt Arye Sharuz Shalicar die Zuschauer auf Türkisch mit den Worten: „Hallo Türkiye, willkommen auf dem offiziellen X-Account der israelischen Armee. Diese Plattform wird genutzt, um verlässliche Echtzeit-Updates über die Entwicklungen in der Region zu liefern. Folgen Sie uns.“

Shalicar ist ein deutsch israelischer Schriftsteller und Regierungsmitarbeiter iranisch-jüdischer Herkunft. Der ehemalige Graffiti-Künstler und Hip-Hop-Musiker diente von 2009 bis 2017 als offizieller Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte und bekleidete den Rang eines Majors. Als Reservist ist er seit dem 7. Oktober 2023 erneut als Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte aktiv.

Das Titelbild des Kontos zeigt israelische Soldaten, die vor den Flaggen der Türkei und Israels salutieren, was die Reichweite der Plattform für das türkischsprachige Publikum weiter unterstreicht.

Wachsender Einfluss der Türkei in der Region

Berichten zufolge setzt sich Israel in den USA dafür ein, dass Syrien schwach und dezentralisiert bleibt und Russland seine Militärstützpunkte dort beibehalten kann, um dem wachsenden Einfluss der Türkei in der Region entgegenzuwirken, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Die oft angespannten Beziehungen der Türkei zu Israel wurden durch den Gaza-Krieg stark belastet, und israelische Beamte haben Washington mitgeteilt, dass die neuen syrischen Machthaber, die von Ankara unterstützt werden, eine Bedrohung für Israels Grenzen darstellen, so Reuters weiter. Die Lobbyarbeit deutet auf eine konzertierte israelische Kampagne zur Beeinflussung der US-Politik in einer für Syrien kritischen Phase hin, in der die Gruppe, die Bashar al-Assad gestürzt hat, versucht, den zerrütteten Staat zu stabilisieren und Washington dazu zu bringen, die strafenden Sanktionen aufzuheben. Israel übermittelte seine Ansichten an hochrangige US-Beamte bei Treffen in Washington im Februar und anschließenden Treffen in Israel mit Vertretern des US-Kongresses, so drei US-Quellen und eine weitere Person, die mit den Kontakten vertraut ist. „Israels große Befürchtung ist, dass die Türkei eintritt und diese neue syrische Ordnung schützt, die dann zu einer Basis für die Hamas und andere militante Gruppen wird“, so Aron Lund, Mitarbeiter der US-amerikanischen Denkfabrik Century International.

Weltweites Images des israelischen Militärs

Die IDF-Sprechereinheit, die für die Gestaltung des weltweiten Images des israelischen Militärs verantwortlich ist, nutzt seit langem die sozialen Medien, um mit verschiedenen Zielgruppen zu kommunizieren. Seit der Einrichtung eines New Media Desk im Jahr 2009 hat die Einheit ihre Präsenz auf 30 Plattformen ausgebaut und ein eigenes Team für die Verwaltung dieser Kanäle eingesetzt. Die Aufnahme der türkischen Sprache in das Sprachenarsenal unterstreicht die Anpassungsfähigkeit der Abteilung an geopolitische Veränderungen und ihr Engagement für die öffentliche Diplomatie, eine Rolle, die sie seit ihrer Gründung im Jahr 1948 spielt. Analysten gehen davon aus, dass der Zeitpunkt des Starts mit der sich entwickelnden Rolle der Türkei in der Region übereinstimmt, insbesondere nach ihren militärischen und diplomatischen Manövern in Syrien. Da Ankara sich als wichtiger Akteur behauptet, scheint Israel darauf bedacht zu sein, dass seine Sichtweise die türkischsprachige Bevölkerung direkt erreicht und die traditionellen Medienfilter umgangen werden. Der Schritt spiegelt auch die breitere Doktrin der IDF aus dem Jahr 2015 wider, die die Medien als strategisches Instrument neben militärischen Operationen betont. Mit dem Start der neuen Plattformen wird der IDF-Sprecher Konten in sieben Sprachen betreiben: Hebräisch, Englisch, Arabisch, Französisch, Spanisch, Persisch und Türkisch.

Reisen
Turkish Airlines kündigt Flüge nach Kambodscha an

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Istanbul – Turkish Airlines, die für ihr ausgedehntes globales Streckennetz bekannte türkische Fluggesellschaft, hat eine interessante Erweiterung ihres Flugangebots angekündigt: Sie wird eine neue Strecke zwischen Istanbul und Phnom Penh, der pulsierenden Hauptstadt Kambodschas, einrichten. Die neue Verbindung wird am 10. Dezember 2025 aufgenommen und festigt die Position der Fluggesellschaft als wichtiger Akteur bei der Überbrückung von Kontinenten und Kulturen. Die Ankündigung ist Teil der laufenden Bemühungen von Turkish Airlines, ihre Reichweite in Südostasien zu erweitern, einer Region, die eine wachsende Nachfrage nach internationalen Reisen und Konnektivität verzeichnet. Die neue Strecke führt vom Flughafen Istanbul (IST), dem hochmodernen Drehkreuz der Fluggesellschaft, zum internationalen Flughafen Phnom Penh (PNH) und bietet Reisenden eine direkte Verbindung zwischen zwei dynamischen Städten, die reich an Geschichte und Modernität sind. „Wir freuen uns sehr, Phnom Penh als neues Ziel in unser ständig wachsendes Streckennetz aufzunehmen“, sagte ein Sprecher von Turkish Airlines. „Diese Strecke spiegelt unser Engagement wider, Menschen, Kulturen und Volkswirtschaften rund um den Globus zu verbinden. Kambodschas reiches Erbe in Verbindung mit seiner aufstrebenden Rolle in der Region macht es zu einer idealen Ergänzung unseres Portfolios“.

Flüge sollen dreimal wöchentlich stattfinden

Die Flüge sollen dreimal wöchentlich stattfinden, mit Abflügen dienstags, donnerstags und sonntags, wobei die Fluggesellschaft angedeutet hat, dass die Frequenzen je nach Nachfrage erhöht werden können. Die Passagiere können an Bord der modernen Flotte von Turkish Airlines den preisgekrönten Service genießen, einschließlich des charakteristischen, von der türkischen Küche inspirierten Bordrestaurants und eines robusten Unterhaltungssystems. Für Reisende eröffnet die neue Strecke eine Fülle von Möglichkeiten. Istanbul, eine Stadt an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien, dient über das umfangreiche Streckennetz von Turkish Airlines als Tor zu über 300 Zielen weltweit. Phnom Penh, am Ufer des Mekong gelegen, bietet Besuchern eine Mischung aus historischen Sehenswürdigkeiten wie dem Königspalast und dem ernüchternden Völkermordmuseum Tuol Sleng sowie eine aufblühende kulinarische und künstlerische Szene.

Tourismus- und Wirtschaftsführer in Kambodscha begrüßen Ankündigung

Tourismus- und Wirtschaftsführer in Kambodscha haben die Ankündigung begrüßt und darauf hingewiesen, dass die Direktverbindung nach Istanbul den Handel, den Tourismus und den kulturellen Austausch zwischen der Türkei und Kambodscha fördern könnte. „Dies ist ein bedeutender Schritt nach vorn für die Anbindung Kambodschas an die Welt“, sagte ein Vertreter des kambodschanischen Tourismusministeriums. „Wir erwarten einen Anstieg der Besucherzahlen aus der Türkei und darüber hinaus, die die einzigartigen Angebote unseres Landes erkunden wollen.“ Turkish Airlines baut seine Präsenz weiter aus – derzeit fliegt die Airline mehr Länder an als jede andere Fluggesellschaft – und unterstreicht mit der Aufnahme von Phnom Penh seine Ambitionen, ein führendes Unternehmen in der globalen Luftfahrt zu bleiben.

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Als bemerkenswerter Beweis für ihr ausgedehntes globales Netzwerk wurde die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines offiziell in das Guinness-Buch der Rekorde eingetragen

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Halle
Autozulieferer Boryszew ist insolvent

Halle – Einer der größten Autozulieferer Sachsen-Anhalts, die Boryszew Kunststofftechnik Deutschland GmbH aus Gardelegen, ist insolvent. „Ich führe aktuelle Gespräche mit der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Silvio Höfer von Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung. Gründe für die Insolvenz konnte er noch nicht nennen. Laut Betriebsrat verzeichnete das Unternehmen Absatzrückgänge und hatte Liquiditätsprobleme. Das Unternehmen stellt sogenannte Spritzgussteile aus Kunststoff her, die unter anderem in Autoinnenräumen verbaut werden. Am Standort in der Altmark sind knapp 500 Mitarbeiter beschäftigt. Zu den wichtigen Kunden zählt unter anderem der VW-Konzern. Laut Insolvenzverwalter Höfer laufe die Produktion trotz der Insolvenz weiter. Die Gehälter der Beschäftigten sind durch das Insolvenzgeld für die kommenden drei Monate gesichert. Das Unternehmen Boryszew Kunststofftechnik Deutschland gehört zu dem polnischen Konzern Boryszew.

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EU-Beitritt Türkei
Erdogan: Die EU ist ohne die Türkei nicht sicher

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Ankara – In einer kürzlich gehaltenen Rede unterstrich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die entscheidende Rolle der Türkei für die europäische Sicherheit und erklärte, dass ein Europa ohne die aktive Beteiligung der Türkei seinen Status als Weltmacht nicht aufrechterhalten könne. Bei einem Iftar-Programm mit Botschaftern in Ankara betonte Erdoğan, dass die Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union (EU) weiterhin eine „strategische Priorität“ für seine Regierung sei. „Die europäische Sicherheit ist ohne die Türkei unvorstellbar“, erklärte Erdoğan und forderte die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, sich dieser Realität zu stellen und konkrete Schritte zu unternehmen, um den seit langem blockierten EU-Beitrittsprozess der Türkei voranzutreiben. Er argumentierte, dass der Ausschluss der Türkei von seinem rechtmäßigen Platz in Europa zunehmend die Fähigkeit des Kontinents untergräbt, angesichts der sich verändernden geopolitischen Dynamik als wichtiger globaler Akteur zu agieren. Erdoğans Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Türkei weiterhin mit komplexen Beziehungen zur EU zu kämpfen hat. Das Land ist zwar seit 1999 ein offizieller Kandidat für die EU-Mitgliedschaft, doch aufgrund politischer, wirtschaftlicher und menschenrechtlicher Bedenken einiger europäischer Länder sind die Fortschritte nur langsam. Dennoch betonte Erdoğan, dass sich die Türkei als untrennbarer Teil Europas sehe und sich für eine Stärkung der Beziehungen einsetze. „Wir betrachten unseren EU-Beitrittsprozess als eine strategische Priorität“, sagte er und forderte die europäischen Verbündeten auf, eine ‚visionäre Perspektive‘ einzunehmen und die Verhandlungen voranzutreiben. Der türkische Staatschef hob die Beiträge der Türkei zur regionalen Stabilität hervor, darunter die Rolle der Türkei in der NATO und ihre Bemühungen zur Bewältigung der Herausforderungen in den Bereichen Migration und Sicherheit, die sich unmittelbar auf Europa auswirken. Die Erklärung spiegelt die anhaltenden Bemühungen Ankaras wider, seine geopolitische Bedeutung zu bekräftigen, zumal Europa mit wachsenden Sicherheitsbedenken konfrontiert ist, darunter Energiekrisen, Migrationsströme und Spannungen in benachbarten Regionen. Erdoğans Regierung hat die Türkei häufig als Brücke zwischen den Kontinenten positioniert und dabei ihre strategische Lage und ihre militärischen Fähigkeiten genutzt.

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Bundestagswahlen
Wie Muslime bei den Bundestagswahlen gewählt haben

Von Yasin Baş

Das Wahlverhalten muslimischer Wählerinnen und Wähler in Deutschland rückt zunehmend in den Fokus politischer Analysen. Studien und Experteneinschätzungen zeigen, dass sie häufiger linke Parteien bevorzugen. Doch welche Faktoren beeinflussen ihre Entscheidung?

In Deutschland leben schätzungsweise 5,5 Millionen Muslime, von denen rund drei Millionen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Damit bilden sie nach den Christen die zweitgrößte religiöse Gruppe im Land. Nach aktuellen Berechnungen sind etwa 2,6 Millionen Muslime wahlberechtigt, doch ihre tatsächliche Wahlbeteiligung variiert.

Während frühere Untersuchungen eine Beteiligung von etwa 65 Prozent unter Deutschen mit Migrationshintergrund nahelegen, gehen Experten für die Bundestagswahl 2025 von einem Anstieg aus. Insgesamt wird geschätzt, dass Muslime rund 4,2 Prozent aller Wahlberechtigten in Deutschland ausmachen. Mit einer insgesamt hohen Wahlbeteiligung, die zuletzt mit 82,5 Prozent einen neuen Höchststand erreichte, stellt sich die Frage, welchen Einfluss muslimische Wählerinnen und Wähler auf das Wahlergebnis haben könnten.

Welche Parteien muslimische Wähler bevorzugen

Bei den Bundestagswahlen führte das Meinungsforschungsinstitut Forschungsgruppe Wahlen eine umfangreiche Befragung im Auftrag des ZDF durch. Insgesamt gaben knapp 50.000 Menschen an, welcher Partei sie ihre Zweitstimme gegeben hatten. Wie viele Muslime an der Umfrage teilnahmen, wurde jedoch nicht ausgewiesen, was die Aussagekraft der Ergebnisse in Bezug auf diese Gruppe einschränken könnte.

Dennoch lassen sich aus der Erhebung klare Tendenzen im Wahlverhalten muslimischer Wählerinnen und Wähler ableiten. Sie neigen weiterhin überwiegend zu linken und linksliberalen Parteien. Die Partei Die Linke erreichte mit 29 Prozent die meisten Stimmen in dieser Gruppe, dicht gefolgt von der SPD mit 28 Prozent.

Das BSW, das auf Bundesebene knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, kam unter muslimischen Wählern auf 16 Prozent. Die Union erhielt zwölf Prozent, während die AfD auf sechs Prozent kam. Die Grünen kamen auf vier Prozent, und die FDP schnitt mit drei Prozent am schwächsten ab.

Soziale Fragen spielten eine wichtige Rolle

Der bemerkenswerte Zuspruch aus muslimischen Wählerkreisen für die Partei Die Linke lag laut Elif Eralp, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus und Beauftragte für migrantische Diversität, insbesondere an der sozialen Ausrichtung des Wahlkampfs ihrer Partei.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt die gelernte Juristin:

„Die Linke hat sich im Wahlkampf auf die sozialen Fragen fokussiert – auf die steigenden Lebensmittelpreise und die explodierenden Mieten sowie auf die Bekämpfung des Rechtsrucks – das kam auch bei vielen muslimischen Wählern gut an, da sie von diesen Fragen besonders betroffen sind.“

Die Partei habe sich als konsequenter Gegner von Rassismus und Diskriminierung positioniert und setze sich gezielt für die Interessen von Geflüchteten und Migranten ein.

„Wir sind die Partei, die an der Seite der Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte steht. Wir sind der Gegenpol zur rassistischen und antimuslimischen AfD“, betont sie.

Ein weiterer Grund für die Zustimmung sei laut Eralp, dass Die Linke als einzige der im Bundestag vertretenen Parteien die Schaffung eines Beauftragten für muslimisches Leben fordert. Zudem setze sich die Partei für gezielte Maßnahmen gegen antimuslimischen Rassismus auf Bundesebene ein.

Zudem erklärt Prof. Burak Gümüş von der Trakya-Universität in Edirne im Gespräch mit NEX24 die überdurchschnittliche Unterstützung der Mitte-Links-Parteien durch Muslime in Deutschland wie folgt:

„Sowohl links-säkulare als auch konservativ-religiöse Muslime mit traditionellen Familien- und Geschlechterrollen bevorzugen möglicherweise die Linke und die SPD, weil beide Parteien sozialstaatliche Konzepte vertreten, migrationsfreundliche Programme haben und sich klar gegen Fremdenfeindlichkeit sowie einen weiteren Rechtsruck positionieren.“

Diese Faktoren könnten, so der Politikwissenschaftler, „dazu geführt haben, dass insbesondere Einwanderer und Angehörige sozial schwächerer Schichten verstärkt diese Parteien wählen – trotz Unzufriedenheit mit der Ampelregierung, Irritationen über die uneingeschränkte Solidarität mit Israel und der anhaltenden Wirtschaftskrise.“

Taktische Stimmabgabe: Warum muslimische Wähler von den Grünen zur SPD wechselten

Der Wissenschaftler hält angesichts der Wahlprognosen und des sich vor den Wahlen abzeichnenden Erfolgs der AfD sowie der CDU/CSU ein taktisches Wahlverhalten ebenso für möglich. Prof. Gümüş sagt, dies könnte dazu geführt haben, dass Wähler, die eine offene Migrationspolitik befürworten, statt der schwächelnden Grünen verstärkt Parteien wählten, die sich klar gegen einen Rechtsruck positioniert hätten – insbesondere die Linkspartei und die SPD.

„Vor allem für muslimische Wähler, die zuvor die Grünen unterstützt hatten, könnte die SPD attraktiver gewesen sein. Sollte es zu einer Neuauflage der Großen Koalition mit der CDU kommen, hätte die SPD die Möglichkeit, als Koalitionspartner eine Vetoposition gegen migrationsfeindliche Maßnahmen der von Friedrich Merz geführten Union einzunehmen.“

Diese Aussicht könnte einige frühere Grünen-Wähler dazu bewogen haben, ihre Stimme stattdessen den Sozialdemokraten zu geben, so der Wissenschaftler, der in Radolfzell am Bodensee geboren ist.

Nahostkonflikt spielte wichtige Rolle bei Wahlentscheidung

Die Haltung der Parteien zum Nahostkonflikt scheint ebenfalls Einfluss auf die Wahlentscheidung muslimischer Wähler gehabt zu haben. Prof. Gümüş weist darauf hin, dass das BSW zwar in der Migrationspolitik eine restriktivere Linie, ähnlich wie die AfD und teilweise die CDU vertritt.

„Dennoch unterscheidet sich das BSW in einem zentralen Punkt: Als einzige Partei trat es offen und entschieden gegen das von den USA und Deutschland unterstützte israelische Vorgehen in Gaza auf und verwendete dabei explizit den Begriff ‚Genozid‘.“

Und weiter: „Dieser klare Kurs könnte bei vielen muslimischen Wählern – unabhängig von ihrer politischen Orientierung – auf Zustimmung gestoßen sein“, so Gümüş. Der zweifache Familienvater verdeutlicht außerdem, dass auch Wagenknechts kritische Haltung gegenüber „Cancel Culture“ und „Wokeness“ konservative Muslime überzeugt haben könnten, „die sich von der bisherigen rot-grün-liberalen Politik in Familien- und Geschlechterfragen sowie von der als einseitig empfundenen Nahostpolitik abgewandt haben“.

Auch die Partei Die Linke hatte im Hinblick auf den Krieg in Nahost eine eindeutige Linie verfolgt. Elif Eralp erklärt, dass sich ihre Partei frühzeitig auf die Seite des Völkerrechts gestellt habe und die israelische Regierung für ihr Vorgehen im Gazastreifen kritisiere.

„Die Linke hat sich in der Frage des Kriegs in Palästina und Israel früh deutlich auf der Seite des Völkerrechts positioniert und die extrem rechte Regierung Netanjahus für ihre Kriegsverbrechen in Gaza kritisiert und von der Bundesregierung einen Stopp der Waffenlieferungen an die israelische Regierung gefordert“, so die Politikerin.

Muslimische Wähler der AfD: Angst vor neuer Migration als Motiv?

Die Unterstützung der AfD durch muslimische Wähler sieht Prof. Gümüş, der auch zu deutsch-türkischen Beziehungen sowie Migration und Integration forscht, vor allem in einem migrationskritischen Sicherheitsgefühl begründet.

Ein Teil dieser Wähler stamme aus etablierten Migrantenkreisen, die – ähnlich wie Teile der Mehrheitsgesellschaft – den Zuzug neuer Geflüchteter, insbesondere aus Syrien und Afghanistan, als Bedrohung wahrnehmen.

Sie teilten die Ablehnung gegenüber ausländerbezogener Gewalt und Extremismus und könnten die Rhetorik der AfD als primär gegen irreguläre Neuankömmlinge gerichtet verstehen. Zudem habe die Partei gezielt Arbeitsmigranten mit deutschem Pass angesprochen, was ihre Unterstützung in diesen Kreisen gestärkt haben könnte.

Andererseits beobachtet Prof. Osman Can Ünver von der Universität İstinye in Istanbul, mit dem NEX24 exklusiv sprach, in Teilen der muslimischen Wählerschaft in Deutschland ein wachsendes Misstrauen gegenüber den staatstragenden Parteien.

Der Wissenschaftler für internationale Beziehungen sagt:

„Bei den Bundestagswahlen war zu erkennen, dass muslimische Wähler neben populistischen Parteien wie der AfD oder dem BSW die Linke bevorzugten. Meiner Meinung nach liegt der Grund dafür im wachsenden Misstrauen gegenüber den Parteien der Mitte. Nichtsdestotrotz sollte nicht vergessen werden, dass eine Kategorisierung der Wähler nach religiösen Überzeugungen irreführend ist.“

Linke und BSW beziehen deutlich Stellung zu Themen, die Muslimen wichtig sind

Als Fazit lässt sich festhalten, dass das Wahlverhalten muslimischer Wählerinnen und Wähler in Deutschland eine klare Präferenz für linke und linksliberale Parteien zeigt – angetrieben von sozialen Fragen, migrationspolitischen Überlegungen und nicht zuletzt der Haltung zum Nahostkonflikt.

Gleichzeitig lassen sich Verschiebungen beobachten: Während einige von den Grünen zur SPD wechselten, fand auch das BSW und Die Linke mit ihrer Kritik an der deutschen Außenpolitik Zustimmung. Mit einer klaren Haltung zu sozialen Fragen sowie zum Umgang mit Migranten und dem Nahostkonflikt haben sich besonders diese beiden Parteien, die vor einigen Monaten noch unter einem Dach vereint waren, von anderen Parteien abgehoben. Sie sprachen gezielt Wählergruppen an, die sich von der aktuellen politischen Landschaft nicht ausreichend repräsentiert fühlen.

Politische Vielfalt unter Muslimen: Zwischen Sozialstaat, Konservatismus und neuen Kräften

Dennoch bleibt das muslimische Wählerpotenzial in Deutschland eine heterogene Gruppe mit unterschiedlichen politischen Interessen. Während sozialstaatliche Aspekte und Antidiskriminierungspolitik für viele eine entscheidende Rolle spielen, gibt es auch konservative und migrationskritische Strömungen.

Die Unterstützung der AfD durch einen kleinen Teil muslimischer Wähler verdeutlicht zudem, dass sich wirtschaftliche und sicherheitspolitische Sorgen nicht nur in der Mehrheitsgesellschaft, sondern auch in migrantisch-muslimischen Communities widerspiegeln.

Mit einer weiter steigenden Wahlbeteiligung und wachsendem politischem Einfluss bleibt die Frage offen, wie Parteien in Zukunft auf die Erwartungen dieser Wählergruppe reagieren werden. Besonders mit Blick auf die Debatten um Integration, Migration, Sicherheits- und Außenpolitik dürfte sich zeigen, ob und wie die politischen Lager in Deutschland auf diese Entwicklungen eingehen – oder ob sich neue politische Kräfte etablieren.

Fest steht: Das muslimische Wählerpotenzial stellt sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance für die deutsche Parteienlandschaft und Politik dar.

Oscar-Verleihung
Israel kritisiert Sieg von „No Other Land“

Tel Aviv – Der israelisch-palästinensische Dokumentarfilm No Other Land wurde am Sonntagabend bei der 97. Verleihung der Academy Awards im Dolby Theatre in Los Angeles mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Der Gewinn war ein historischer Moment, denn es war der erste Oscar, der an einen palästinensischen Filmemacher verliehen wurde. Gleichzeitig löste er in Israel einen Feuersturm der Kritik und Irritation aus, insbesondere von Regierungsvertretern, die den Film als Verrat nationaler Interessen ansehen. Unter der Regie eines Kollektivs aus zwei Palästinensern, Basel Adra und Hamdan Ballal, und zwei Israelis, Yuval Abraham und Rachel Szor, berichtet No Other Land von der Zwangsvertreibung palästinensischer Gemeinden in Masafer Yatta, einer zerklüfteten Region im südlichen besetzten Westjordanland.

Film zeigt den Abriss von Häusern durch israelische Streitkräfte

Der Film, der zwischen 2019 und 2023 gedreht wurde, zeigt den Abriss von Häusern durch israelische Streitkräfte, um Platz für einen Truppenübungsplatz zu schaffen, sowie den Widerstand von lokalen Aktivisten wie Adra. Er beleuchtet auch die komplexe Freundschaft zwischen Adra und Abraham und zeigt ihre ungleichen Lebensumstände unter israelischen Zivil- und Militärgesetzen auf. In ihren Dankesreden schreckten Adra und Abraham nicht vor politischen Aussagen zurück. Adra, ein frischgebackener Vater, äußerte die Hoffnung, dass seine Tochter nicht dasselbe Leben mit „Siedlergewalt, Hauszerstörungen und Zwangsumsiedlungen“ führen muss, das er in Masafer Yatta erleidet. Er rief die Welt auf, „ernsthafte Maßnahmen zu ergreifen, um die Ungerechtigkeit und die ethnische Säuberung des palästinensischen Volkes zu beenden“. Abraham schloss sich dieser Meinung an und kritisierte das „Regime“, das ihm Freiheit gewährt, während es Adra den Militärgesetzen unterwirft, und warf der US-Außenpolitik vor, eine „politische Lösung ohne ethnische Vorherrschaft“ zu behindern. Der Erfolg des Films wurde von seinen Machern und Befürwortern bejubelt, die ihn als starkes Zeugnis der Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinensern sehen. „Wir haben diesen Film gemeinsam gemacht, weil unsere Stimmen gemeinsam stärker sind“, sagte Abraham auf der Bühne und forderte ein Ende der Zerstörung im Gazastreifen und die Freilassung der am 7. Oktober 2023 entführten israelischen Geiseln. In Israel war die Reaktion jedoch sehr geteilt. Kulturministerin Miki Zohar, die der Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu angehört, verurteilte den Sieg als „traurigen Moment für die Welt des Kinos“. In einer Erklärung in den sozialen Medien warf Zohar den Filmemachern vor, „Erzählungen zu verstärken, die das Bild Israels verzerren“, und bezeichnete ihre Arbeit als „Sabotage“ gegen den Staat, die „im Gefolge des Massakers vom 7. Oktober und des andauernden Krieges“ besonders ergreifend sei. Er forderte eine Gesetzgebung, die öffentliche Gelder von israelkritischen Projekten abzieht und argumentiert, dass solche Mittel eher Werke unterstützen sollten, die beim israelischen Publikum Anklang finden, als „das Land auf ausländischen Festivals zu diffamieren“. Die Irritation in Israel rührt nicht nur vom Inhalt des Films her, sondern auch von seiner internationalen Anerkennung in einer Zeit erhöhter nationaler Sensibilität. Seit dem von der Hamas geführten Angriff am 7. Oktober 2023 steht die israelische Regierung wegen ihrer Militäraktionen sowohl im Gazastreifen als auch im Westjordanland weltweit unter Beobachtung. Trotz seines Erfolgs bei den Kritikern – er wurde unter anderem  vom New York Film Critics Circle ausgezeichnet – hatte der Film Schwierigkeiten, einen US-Verleih zu finden, was einige auf sein politisch brisantes Thema zurückführen. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, arrangierten die Macher eine einwöchige Aufführung im New Yorker Lincoln Center im November 2024. In israelischen oder palästinensischen Kinos ist der Film nach wie vor nicht erhältlich, obwohl die Produzenten ihn online frei zugänglich gemacht haben. In Masafer Yatta äußerten die Bewohner die Hoffnung, dass der Oscar-Gewinn ihren Kampf gegen die Vertreibung verstärken könnte. Mohammed Jabarin, ein Einheimischer, der Ausschnitte des Films gesehen hat, sagte gegenüber NPR: „Er hebt unsere Stimmung und hilft uns, mit Zuversicht weiterzumachen.“ In Israel hat der Dokumentarfilm die Debatte über die Meinungsfreiheit neu entfacht. Roni Aboulafia, der Vorsitzende des israelischen Dokumentarfilmforums, wies auf die allgemeinen Herausforderungen hin, denen sich Filmemacher gegenübersehen: „Wir versuchen, die israelische Geschichte so zu erzählen, wie sie ist, ohne Angst“.

Türkei
Devlet Bahçeli dankt Selahattin Demirtaş mit einem Anruf

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Ankara – Nachdem PKK-Führer Abdullah Öcalan die Terrororganisation in den letzten Tagen aufgefordert hatte, die Waffen niederzulegen, berichtete ein der nationalistischen MHP nahestehendes Nachrichtenportal, dass Parteichef Devlet Bahçeli den in Edirne inhaftierten Selahattin Demirtaş angerufen habe.
Demirtaş ist ein türkischer Politiker, Anwalt und Autor kurdischer Herkunft. Geboren am 10. April 1973 in Palu, Provinz Elazığ, gehört er der Zaza-sprechenden kurdischen Gemeinschaft an. Er war von 2014 bis 2018 Co-Vorsitzender der Halkların Demokratik Partisi (HDP), einer linken, pro-kurdischen Partei. Seit dem 4. November 2016 befindet sich Demirtaş in Haft, zunächst wegen Vorwürfen der „Propaganda für eine terroristische Organisation“ (PKK) und später wegen seiner mutmaßlichen Rolle bei den Kobani-Protesten 2014, bei denen nach einem HDP-Aufruf 35 Menschen starben
In einem Kommentar auf Gazete Duvar schrieb Demirtaş, nachdem Öcalan zur Selbstauflösung der PKK aufgerufen hatte:
„Vergessen wir nicht, dass Frieden auch Brot, Arbeit und Mühe bedeutet. Erdoğan, Bahçeli und Öcalan… Möge Gott ihnen allen ein langes und gesundes Leben gewähren. Ich werde mein Bestes tun, um den Erfolg dieser drei Führer, die die Initiative für den Frieden im Nahen Osten und für den historischen kurdisch-türkischen Frieden ergriffen haben, in der letzten Phase ihres Lebens zu sichern.“
Bahçeli hatte sich im vergangenen Jahr an Öcalan gewandt und ihn aufgefordert, eine Auflösung der PKK auszurufen. Dabei stellte er eine mögliche Beendigung der Inhaftierung des PKK-Anführers in Aussicht. „Lasst ihn rufen, dass der Terrorismus vollständig vorbei ist und die Organisation aufgelöst wurde“, sagte Bahçeli und fügte hinzu: “Lasst die rechtliche Regelung bezüglich der Ausübung des Rechts auf Hoffnung getroffen werden und den Weg für ihn, davon zu profitieren, weit offen sein.“  

Zum Thema

– PKK-Auflösung – PKK erklärt Waffenstillstand im 40-jährigen Konflikt mit der Türkei

Die PKK Terrorgruppe hat einen Waffenstillstand mit der Türkei angekündigt und folgt somit einem Aufruf ihres inhaftierten Führers Abdullah Öcalan.

PKK erklärt Waffenstillstand im 40-jährigen Konflikt mit der Türkei

USA
Elon Musk fordert NATO und UN-Austritt der USA

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Los Angeles – Der politisch einflussreiche Tech-Milliardär Elon Musk hat einen Feuersturm der Debatte entfacht, indem er öffentlich Forderungen nach einem Austritt der Vereinigten Staaten aus der Nordatlantikpakt-Organisation (NATO) und den Vereinten Nationen (UN) unterstützte. In einem knappen Beitrag auf seiner Social-Media-Plattform X am Samstagabend antwortete Musk auf einen Kommentar des rechtsgerichteten Kommentators Gunther Eagleman, der schrieb: „Es ist Zeit, die NATO und die UN zu verlassen“, mit einem einfachen, aber brisanten „Ich stimme zu“. Die Äußerung des Leiters des U.S. Department of Government Efficiency (DOGE) unter der Regierung von Präsident Donald Trump hat eine anhaltende Diskussion über Amerikas Rolle in internationalen Bündnissen verstärkt. Musks Unterstützung für den Ausstieg aus diesen Eckpfeilern der Institutionen steht im Einklang mit seinem allgemeinen ideologischen Bestreben, die seiner Meinung nach ineffizienten oder zu weitreichenden globalen Rahmenbedingungen zu reduzieren. Als Leiter der DOGE, eines neu gegründeten Beratungsgremiums, das mit der Kürzung von Bundesausgaben und der Umstrukturierung von Regierungsgeschäften beauftragt ist, hat Musk immer wieder dafür plädiert, der amerikanischen Souveränität und wirtschaftlichen Eigenständigkeit Priorität einzuräumen.

NATO und die UN Relikte aus Kalten Krieg

Quellen, die ihm nahe stehen, deuten darauf hin, dass er die NATO und die UNO als Relikte aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg betrachtet, die den Interessen der USA nicht mehr effektiv dienen und jährlich Milliarden von Dollar verschlingen, während sie immer weniger Gewinn abwerfen. Seine Haltung entspricht den Äußerungen einiger republikanischer Gesetzgeber, darunter Senator Mike Lee, der vor kurzem einen Gesetzentwurf für den Austritt der USA aus der UNO eingebracht hat, weil sie mit der „America First“-Agenda der Trump-Regierung kollidiert. Musks Kritik an der NATO ist nicht neu. Im Februar 2025 forderte er eine „Überholung“ des Bündnisses und stellte dessen Relevanz nach der Auflösung des Warschauer Paktes, dem Gegenstück zum Kalten Krieg, in Frage. „Ich habe mich immer gefragt, warum die NATO weiter existiert, obwohl sich ihr Erzfeind und ihre Daseinsberechtigung aufgelöst hat“, schrieb Musk im vergangenen Jahr, und dieser Gedanke scheint sich zu einer vollmundigen Forderung nach einem Rückzug auszuweiten. Der Zeitpunkt der Erklärung von Musk verleiht ihr zusätzliches Gewicht. Sie folgt auf ein angespanntes Treffen zwischen Präsident Trump, Vizepräsident JD Vance und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenski am Freitag im Oval Office, bei dem Trump mit Zelenski aneinandergeraten ist, was auf eine mögliche Veränderung der US-Außenpolitik hindeutet. Musks Befürwortung eines NATO-Austritts könnte als stillschweigende Unterstützung für Trumps Bestreben interpretiert werden, die internationalen Verpflichtungen der USA neu zu verhandeln oder zu reduzieren, zumal die europäischen Verbündeten sich bemühen, auf die Aussicht auf ein geringeres Engagement der USA zu reagieren. Kritiker warnen jedoch, dass Musks Position die globale Sicherheit destabilisieren könnte. Die 1949 gegründete NATO ist ein Grundpfeiler der westlichen Verteidigung, wobei ihre Klausel zur kollektiven Verteidigung nach Artikel 5 nur einmal in Anspruch genommen wurde – nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf die Vereinigten Staaten. Die europäischen Staats- und Regierungschefs, die Trumps Rhetorik bereits misstrauisch gegenüberstehen, äußerten sich besorgt über die Aussicht auf einen Rückzug der USA. „Dies würde einen Keil tief in das Herz des Bündnisses treiben“, sagte der ehemalige NATO-Kommandeur James Stavridis und deutete an, dass dies ‚die letzten Tage der NATO‘ markieren und Europa dazu zwingen könnte, seinen eigenen unabhängigen Verteidigungsrahmen aufzubauen. Musks Gegner stellen auch seine Befugnis in Frage, sich in solchen Angelegenheiten einzumischen. Als nicht gewählter Beamter ohne formale außenpolitische Funktion wurde sein Einfluss – der durch seine enge Beziehung zu Trump und seine Leitung der DOGE noch verstärkt wurde – kritisch hinterfragt. „Ein südafrikanischer Tech-Milliardär, der in Verteidigungsfragen berät, ist eine Clownshow“, witzelte ein X-Nutzer und spiegelte damit ein allgemeines Unbehagen über Musks wachsenden Einfluss auf die US-Regierung wider.

Plagiatsvorwürfe
Hat sich der „Islam-Experte“ Güvercin in seinem Buch eines Plagiats schuldig gemacht?

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge

Eren Güvercin sieht sich gern als ein Mann der klaren Worte, wenn er hierzulande Muslime immer und immer wieder unter Generalverdacht stellt und so manchem Verband Staatsnähe vorgeworfen hat.

Der traditionsreiche C.H. Beck Verlag hat das Buch des genannten Autors „DITIB und der ferngesteuerte Islam in Deutschland“ vorübergehend vom Markt genommen.

Es handelt sich dabei um ein Unterkapitel aus dessen Buch, das nicht, wie von Güvercin in der Anmerkung behauptet aus einem eigenen Vortrag stammt, „sondern auf einem von Herrn Dr. Aydın Süer verfassten und gehaltenen Vortrag.“

Wie die Nachrichtenseite islamiq.de berichtet, hat sich die Journalistin Canan Topçu an den Verlag gewandt und auf Ungereimtheiten im Buch des Autors hingewiesen.

Aufgrund des Hinweises der Journalistin überprüfte der Verlag das entsprechende Unterkapitel. Der Hinweis der Journalistin erwies sich als richtig und der Verlag zog schließlich die Reißleine. Es kann nicht sein, dass Herr Güvercin fremdes geistiges Eigentum als seine eigene Meinung ausgibt und damit Betrug begeht.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Thema

– Alhambra e.V. – Plagiatsvorwürfe gegen Islam-Experten Eren Güvercin

Der umstrittene Publizist Eren Güvercin, der für seine scharfe Kritik an Muslimen und der türkischen Gemeinschaft in Deutschland bekannt ist, sieht sich schweren Plagiatsvorwürfen ausgesetzt.

Plagiatsvorwürfe gegen Islam-Experten Eren Güvercin

Alhambra e.V.
Plagiatsvorwürfe gegen Islam-Experten Eren Güvercin

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Der umstrittene Publizist Eren Güvercin, der für seine scharfe Kritik an Muslimen und der türkischen Gemeinschaft in Deutschland bekannt ist, sieht sich schweren Plagiatsvorwürfen ausgesetzt. Sein Buch, das sich kritisch mit der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) auseinandersetzt und beim renommierten C.H. Beck Verlag erschienen ist, soll ohne Genehmigung Passagen aus einer akademischen Arbeit von Dr. Aydın Süer übernommen haben. Der Fall kam ins Rollen, nach dem die Journalistin und Autorin Canan Topçu auf die besagte Stelle im Buch auf Facebook aufmerksam machte.

Verlag bestätigt Plagiat – Vertrieb gestoppt

Der Verlag C.H. Beck bestätigte in einer offiziellen Erklärung, dass Teile des Buches ohne Quellenangabe aus einer Präsentation von Dr. Aydın Süer, einem Soziologen der Freien Universität Berlin, entnommen wurden. Als Konsequenz wurde das Buch umgehend vom Markt genommen und die Verbreitung gestoppt.

Brisante Verbindung: Beide Autoren im selben Verein aktiv

Besonders pikant ist die Tatsache, dass sowohl Eren Güvercin als auch Dr. Aydın Süer Mitbegründer des Vereins „Alhambra“ sind, der sich mit Islam- und Integrationsfragen in Deutschland beschäftigt. Die Enthüllung, dass Güvercin aus den Arbeiten eines Vereinskollegen kopiert haben soll, sorgt für Aufsehen in akademischen und zivilgesellschaftlichen Kreisen. Insider erklären indes, es könnte sich um ein gemeinsames, wenn nicht gar um ein Werk eines Einzelnen stammen, in diesem Fall Dr. Aydın Süer selbst, der sich bislang nicht dazu geäußert hat.

Wachsende Kritik: Vorwürfe der Manipulation und Islamfeindlichkeit

Schon vor Bekanntwerden der Plagiatsaffäre wurde Güvercins Buch als einseitig und voreingenommen kritisiert. Während es von islamkritischen Kreisen begrüßt wurde, bemängelten zahlreiche Experten, dass es Muslime pauschal unter Generalverdacht stelle und den Einfluss der Türkei übertrieben darstelle. Die aktuellen Plagiatsvorwürfe verstärken nun die Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Autors. Kritiker werfen ihm vor, gezielt islamfeindliche Narrative zu bedienen und wissenschaftliche Standards zu missachten.

Verlag kündigt strengere Prüfungen an

C.H. Beck betonte in ihrer Stellungnahme die Bedeutung der Presse- und Meinungsfreiheit, stellte aber klar, dass Plagiate inakzeptabel seien. Um zukünftige Vorfälle zu verhindern, sollen die internen Prüfmechanismen für Veröffentlichungen verschärft werden.

Reaktion von Dr. Aydın Süer erwartet

Die Fachwelt blickt gespannt auf eine Stellungnahme von Dr. Aydın Süer. Wird er sich von Güvercin distanzieren oder rechtliche Schritte einleiten? Die Affäre wirft nicht nur Fragen zur wissenschaftlichen Ethik auf, sondern heizt auch die Debatte um die Darstellung des Islams in Deutschland weiter an.

Ein Skandal mit weitreichenden Folgen

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Verantwortung von Verlagen und Autoren in der wissenschaftlichen und politischen Debatte. Muslimische Organisationen und Wissenschaftler fordern seit längerem eine kritischere Auseinandersetzung mit tendenziösen Veröffentlichungen und eine stärkere Sensibilisierung für islamfeindliche Narrative in Medien und Wissenschaft.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.