Kuba-Krise
Kuba an USA: Wenn wir sterben, dann sterben wir

Kubas Spitzendiplomatin in Washington warnt offen vor den Folgen eines US-Militärangriffs — während Havanna Invasionsübungen abhält, CIA-Direktor Ratcliffe die Insel besucht und Präsident Díaz-Canel erklärt, Kuba werde sich bis zum Tod verteidigen.

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Havanna/Washington – Die Spannungen zwischen den USA und Kuba haben ein neues Niveau erreicht. Lianys Torres Rivera, Kubas ranghöchste Diplomatin in Washington, hat in einem am 14. Mai veröffentlichten Interview mit dem US-Nachrichtenportal The Hill offen vor den Folgen eines amerikanischen Militäreinsatzes gewarnt.

„Es könnte ein großer Fehler sein. Es könnte ein Blutbad werden“, sagte sie. „Wir wollen keine Kubaner sterben sehen — und auch keine amerikanischen Soldaten.“

Das Interview fand zu einem der angespanntesten Momente in den US-kubanischen Beziehungen statt — einen Tag nachdem CIA-Direktor John Ratcliffe Havanna besucht hatte, um Verhandlungen zu führen, und dabei unmissverständlich klargestellt hatte: Das Zeitfenster für Gespräche werde nicht für immer offenbleiben.

Kuba bereitet sich auf Invasion vor

Torres Rivera erklärte, die kubanische Regierung habe ihre Vorbereitungen auf einen möglichen US-Angriff deutlich intensiviert. „Wir bereiten uns darauf vor, mehr als je zuvor. Wir können nicht naiv sein“, sagte sie. Die Vorbereitungen seien rein defensiver Natur — Kuba habe keine Absicht, als erste Partei gegen US-Territorium oder die amerikanische Bevölkerung vorzugehen.

Kubas Regierung hat das Jahr 2026 offiziell zum „Jahr der Verteidigungsvorbereitung“ erklärt. In diesem Rahmen finden im ganzen Land verstärkte Militärübungen der Zivilbevölkerung statt — mit Gewehren, Drohnen und Panzerabwehrminen.

Bereits im Januar 2026 waren 32 kubanische Militärangehörige bei der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Kräfte ums Leben gekommen — ein Ereignis das die Beziehungen zwischen Havanna und Washington nachhaltig erschüttert hatte.

Díaz-Canel: „Wenn wir sterben müssen, sterben wir“

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hatte sich kurz zuvor in einem seltenen Interview mit dem US-Sender NBC News geäußert. „Wir werden uns verteidigen, und wenn wir sterben müssen, sterben wir“, sagte er. Torres Rivera bekräftigte diese Haltung und betonte, Kubas Souveränität, Unabhängigkeit und Recht auf Selbstbestimmung seien nicht verhandelbar.

Gleichzeitig unterstrich die Diplomatin, dass Kuba keine Bedrohung für die USA darstelle. „Wir sind eine kleine Insel, die nur in Ruhe gelassen werden will, um ihre Zukunft so zu gestalten, wie Kubaner es wollen“, sagte sie.

Stromausfälle und innere Schwäche

Torres Rivera räumte ein, dass die kubanische Bevölkerung unter schweren wirtschaftlichen Bedingungen leide — darunter Stromausfälle von bis zu 20 Stunden täglich. Sie warnte Washington jedoch davor, daraus falsche Schlüsse zu ziehen.

„Wenn man 20 Stunden Stromausfall erlebt, hat man Beschwerden und äußert sie“, sagte sie. Dies bedeute aber nicht, dass das kubanische Volk seine Heimat im Falle einer Invasion nicht verteidigen werde.

Beobachter weisen darauf hin, dass die kubanische Führung das Bild einer äußeren Bedrohung traditionell nutzt, um innenpolitischen Zusammenhalt zu erzeugen — gerade in Phasen wirtschaftlicher Schwäche.

Gleichzeitig zeigen die jüngsten Entwicklungen, dass die Spannungen real sind: Trump hatte per Dekret kubanische Rohölimporte stark eingeschränkt und neue Sanktionen gegen kubanische Einrichtungen verhängt.

 


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