Batteriefabrik in Bitterfeld-Wolfen
Absage für Sachsen-Anhalt: Faresis entscheidet sich für Werk in der Türkei

Ende 2021 gab Farasis eine Kooperation mit der türkischen Firma TOGG bekannt, die in diesem Jahr ein Elektro-Auto auf den Markt bringen will.

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Halle – Der Bau einer großen Batteriefabrik in Bitterfeld-Wolfen ist geplatzt: Das chinesische Unternehmen Farasis teilte der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Montag-Ausgabe) mit, dass „wir die Konkretisierung unserer Pläne für den Standort Bitterfeld-Wolfen vorläufig zurückgestellt haben“.

Oberbürgermeister Armin Schenk (CDU) sagte der MZ: „So wie geplant, wird die Batteriefabrik nicht kommen, wir arbeiten zusammen mit Farasis an Alternativen.“

Vor zwei Jahren hatte der Batteriehersteller bekannt gegeben, im sogenannten Solar Valley eine Fabrik für Batteriezellen aufbauen zu wollen. Im ersten Schritt war eine Investition von 600 Millionen Euro geplant, durch die 600 Arbeitsplätze entstehen sollten. Weitere Ausbaustufen waren vorgesehen. Von Bitterfeld-Wolfen aus wollte Farasis unter anderem den Autobauer Daimler beliefern.

In den vergangenen Monaten war bereits sichtbar, dass die Pläne stocken. Ende 2021 gab Farasis eine Kooperation mit der türkischen Firma TOGG bekannt, die in diesem Jahr ein Elektro-Auto auf den Markt bringen will. Zusammen wollen sie in der Türkei eine Batteriefertigung aufbauen, die auch andere Autohersteller beliefern soll. „Das Gemeinschaftsunternehmen wird Zellen und Module für Farasis Energy Europe liefern“, sagte eine Firmensprecherin der MZ.

Farasis wollte zuvor TOGG mit Batteriezellen aus der geplanten Batteriefabrik in Bitterfeld-Wolfen beliefern, wie TOGG 2020 bekannt gab. Im November 2011 gab die zwischen TOGG und Faresis neu gegründete Joint-Venture namens Siro jedoch den Bau einer neuen Batteriefabrik in der Türkei bekannt. Diese soll schon Ende dieses Jahres in Betrieb gehen. Die Fabrik entsteht etwa 70 Kilometer südlich von Istanbul in Gemlik, wo auch die E-Autos von TOGG gebaut werden sollen.

In dem Werk sollen Batterien entwickeln und produziert werden, die unter anderem in der gesamten Produktpalette von TOGG zum Einsatz kommen sollen.

Der Rohbau für die Fabrik in Gemlik im Nordwesten ist fertig, gerade stellen sie die ersten Fertigungsstraßen auf und im Winter soll die auf zunächst 125.000 Autos im Jahr ausgelegte Produktion beginnen, berichtet ntv.

Türkisches E-Auto

Am 27. Dezember 2019 stellte die Türkei ihren ersten einheimischen Automobilprototypen vor, der innerhalb von 18 Monaten von der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe (TOGG), einem Konglomerat von Industriegiganten wie der Anadolu-Gruppe, BMC, Kök-Gruppe, Turkcell und Zorlu Holding sowie einer Dachorganisation, der Union der Kammern und Warenbörsen der Türkei, entworfen und hergestellt wurde.

TOGG-Fabrik

Im Juli 2020 legte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan  den Grundstein für das erste einheimische Autowerk des Landes.

„Wir planen, den [Bau des] Werks in 18 Monaten abzuschließen und unser [erstes] Fahrzeug im letzten Quartal 2022 vom Band laufen zu lassen“, sagte Erdogan bei der Grundsteinlegung in der nordwestlichen Provinz Bursa.

Insgesamt sollen drei verschiedene Modelle entstehen, die fünf unterschiedliche Plattformen umfassen: Sedan (Limousine), Hatchback (Kombilimousine), Station Wagon (Kombi), Sports (Roadster) und Crossover (SUV). Am Freitag wurde neben der SUV-Variante auch eine Limousine vorgestellt. Der elektrische Antriebsstrang soll rund 400 PS leisten und je nach Version Heck- oder Allradantrieb ermöglichen, berichtet Focus. 

TOGG gewinnt internationalen Designpreis

Für ihr C-SUV-Modell erhielt die türkische Automarke im April vergangenen Jahres einen der weltweit renommiertesten Designpreise, den iF Design Award.

Der C-SUV, der das Ergebnis von 150.000 Arbeitsstunden des TOGG-Designteams in Zusammenarbeit mit Pininfarina als strategischem Partner und unter der Leitung des weltbekannten Designers Murat Günak ist, wurde laut einer Mitteilung von TOGG in der Kategorie „Professional Concept“ ausgezeichnet.

„TOGG ist die erste türkische Marke, die eine solche Auszeichnung erhält und hat mit seinem C-SUV-Modell bei den iF Design Awards 2021 einen bedeutenden Erfolg im Bereich Mobilität erzielt“, heißt es in der Mitteilung weiter.

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