Khashoggi-Krise
Prinz Salman-Anhänger fordern Boykott türkischer Produkte in Saudi-Arabien

Auf Twitter fodern Anhänger des saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman einen Boykott türkischer Produkte. Hintergrund sind die Vorwürfe gegen den Kronprinz im Fall des ermordeten saudischen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi in Istanbul durch ein saudisches Killerkommando.

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Auf Twitter fodern Anhänger des saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman einen Boykott türkischer Produkte. Hintergrund sind die Vorwürfe gegen den Kronprinz im Fall des ermordeten saudischen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi in Istanbul durch ein saudisches Killerkommando

So zu sagen einer der Initiatoren und „Einpeitscher“ des Boykott-Aufrufs ist, wie der Wirtschafts- und Börsennachrichtendienst „Bloomberg“ in dieser Woche berichtete, ein Twitter-User, der sich in diesem sozialen Medium den Namen „Naifco“ gegeben hat. Inzwischen soll der Boykott-Aufruf von mehr als 500.000 Twitter-Nutzern gelesen und auch weiterverbreitet worden.

Wie viele Leser und auch Unterstützer davon sich aber tatsächlich in Saudi-Arabien befinden und dann auch tatsächlich einen solchen Boykott in die Tat umgesetzt haben oder Selbiges beabsichtigen, ist gegenwärtig nicht absehbar.

Der bereits erwähnte Mitinitiator „Naifco“ twitterte inzwischen, der Aufruf sei für ihn der Weg, um „meinen Zorn über die Behandlung und Herabwürdig“ des saudischen Kronprinzen „auf zivilisierte Weise auszudrücken.“

„Naifco“: „Das Ziel ist nicht, die Wirtschaft zu zerstören“. Die Wirtschaft welchen Landes der Mitinitiator des Boykott-Aufrufs damit nun explizit meint, wurde nicht genannt.

In anderen Ausgaben des Aufrufs zum Boykott gegen türkische Produkte in Saudi-Arabien werden speziell zwei türkische Unternehmen genannt, deren Produkte u.A. boykotiert werden sollten. Dabei handelt es sich um den Milcherzeuger „Pinar Sut Mamulleri Sanayii AS“ und „Ulker Biskuvi Sanayi AS“, einen Keksproduzenten.

Beide Unternehmen sind mit ihren Produkten am saudischen Markt durchaus erfolgreich. Allerdings produziert „Ulker“ einen erheblichen Teil seiner dort verkauften Waren wiederum in Saudi-Arabien. Sollte das Unternehmen dort also auf breiter Front boykottiert werden, würden in beiden Werken saudische Arbeitsplätze auf breiter Front in Gefahr geraten.

Zwar waren auch schon vor der Ermordung von Jamal Khashoggi in Istanbul durch ein mutmaßlich vom saudischen Kronprinzen entsandtes Killerkommando die politischen Beziehungen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien angespannt, doch waren die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder davon kaum betroffen.

Der bilaterale Handel beläuft sich, entsprechend der ggw. verfügbaren Zahlen auf 4,8 Milliarden US-Dollar. Allerdings bewegt sich der Grad der Importe saudischer Waren in der Türkei nicht unter den Top-15. Saudi-Arabien ist allerdings für eine türkische Unternehmen ein erfolgreiches Export-Geschäft. Jedenfalls laut „Bloomberg“.

Thomas Bernhard

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