Terrorismus
Bericht: EU finanziert PKK-Stiftungen mit 30 Millionen Euro im Jahr

Die EU finanziert PKK-nahe Stiftungen mit 30 Millionen Euro im Jahr ungeachtet der Tatsache, dass die PKK auch in der EU als Terrororganisation gelistet ist.

Teilen

Ankara (nex) – Die EU finanziert PKK-nahe Stiftungen mit 30 Millionen Euro im Jahr ungeachtet der Tatsache, dass die PKK auch in der EU als Terrororganisation gelistet ist. Dies berichten geheimdienstliche Quellen der Türkei.

Die im Jahr 2002 von der EU als Terrororganisation eingestufte Gruppe habe dank politischem Beistand einiger Mitgliedsstaaten bereits 1999 begonnen, sich in der EU zu organisieren. Die in der Türkei und anderen Ländern für den Tod Tausender Unschuldiger verantwortliche Terrororganisation habe in der EU weitreichende Freiheiten, heißt es weiter. Auch Ankara hat wiederholt zum Ausdruck gebracht, dass EU-Mitgliedsstaaten die PKK finanziell und politisch unterstützten.

EU-Behörden erkennen die PKK-nahen Stiftungen innerhalb der Union als offizielle Nichtregierungsorganisationen an. Die tödliche Terrorgruppe eröffnet ihre Vereinigungen in der EU mit trügerischen Namen wie etwa „Demokratisches Zentrum“ oder „Kurdenzentrum“.

All diese Stiftungen und Vereine hätten Verbindungen zu dem von Yüksel Koc und Semse Güllü geführten Dachverband „The European Kurdish Democratic Societies Congress (KCD-E)“ in der belgischen Stadt Charleroi.

Für die Propaganda sei „The Kurdistan National Congress (KNK)“ zuständig. Diese Gruppe organisiere in der belgischen Hauptstadt Brüssel jährliche Treffen, so der Geheimdienstbericht weiter. Beim 16. Jahrestreffen, das am 2. September 2016 stattfand, habe die KNK zum Kampf gegen die Türkei aufgerufen. Der Kongress sei von den gesuchten Terroristen Nilüfer Koç, Rebuvar Teşid and Adem Uzun geführt worden.

Besonders Deutschland und Belgien seien für ihre tolerante und unterstützende Haltung gegenüber mehreren Terrororganisationen einschließlich der PKK, der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) und der sogenannten FETÖ des in den USA im Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen bekannt. Aus der Türkei fliehende Terroristen fänden dort einen sicheren Hafen, wo man ihnen Unterschlupf böte und sie vor Strafverfolgung sicher seien. Neben Belgien und Deutschland sei die Terrororganisation PKK auch in anderen EU-Ländern wie Österreich, Dänemark, Frankreich, Schweden, den Niederlanden und Griechenland aktiv.

In einem Interview mit der ARD, das im Juli ausgestrahlt wurde, hatte auch der türkische Präsident Erdogan die EU im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen kritisiert, was den Kampf gegen Terrororganisationen betrifft.

„Die PKK hat in Deutschland völlig freien Lauf, [PKK-]Terroristen zeigen Fotos ihres Anführers in Straßburg, Brüssel, im Europäischen Parlament und vor dem Gebäude des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte“, hatte Erdogan gesagt und die Frage gestellt, wie denn die EU auf diese Weise helfe, den Terror zu bekämpfen.

Erdogan hatte seine harte Kritik an Berlins völlig unzureichendem Kampf gegen die PKK fortgefahren und erklärt, dass die meisten PKK-Terroristen nach Deutschland geflohen seien: „Deutschland unterstützt diese [Terroristen] auf signifikante Weise. Ich ließ der Bundeskanzlerin diesbezüglich 4.000 Dokumente zukommen. Als ich mich bei ihr nach dem Stand der Dinge erkundigte, teilte sie mir mit, dass der juristische Prozess weitergehe.“ Erdogan hatte darauf hingewiesen, dass späte Gerechtigkeit nie Gerechtigkeit sei.

Der türkische Präsident hatte weiter ausgeführt, dass die PKK-Terroristen in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden lebten, diese Länder aber sie trotz der vom türkischen Geheimdienst gelieferten erforderlichen Informationen nicht auslieferten.

Erdogan hatte davor gewarnt, dass die EU-Länder sich in großer Gefahr befinden würden, wenn sie es weiterhin versäumten, mit der Türkei zu kooperieren und betont, dass die Welt bei der Bewältigung des Terrors zusammenarbeiten müsse.


Auch interessant:

Roberto Fragnito: PKK investiert Milliarden, um feindselige Stimmung gegen Ankara zu schüren

 

Auch interessant

Norwegen: Gefängnisstrafe für Handel mit israelischen Siedlungen

Oslo - Oslo verschärft den Kurs: Norwegen erwägt ein Gesetz, das den Handel mit israelischen Siedlungen verbieten und bei Verstößen Haftstrafen von bis zu...

Nach Wahlsieg in Berlin: Zentralrat der Juden warnt vor Linke-Regierung

Berlin – Die Linke ist bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September stärkste Kraft geworden. Nach dem Wahlsieg fordert der Präsident des Zentralrats der...

Israel: Demonstranten fordern Todesstrafe für NAZA-Filmemacher

Tel Aviv - Aktivisten haben in der zentralisraelischen Stadt Savyon vor dem Haus der Eltern der Filmemacherin Rachel Szor (auch als Rachel Tzur geführt)...

Fauda und die Macht der Narrative: Mattner über die Frage der Deutungshoheit

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Nachdem ich jetzt eine ganze Reihe von Einschätzungen zu Fauda gelesen habe, die mir überwiegend ziemlich emotional und auch ziemlich...

Irland: Sportler rufen zum Israel-Boykott auf

Dublin - Mehr als 160 irische Athletinnen und Athleten haben sich in einem offenen Brief an die irische Fußball-Nationalmannschaft der Männer gewandt. Sie fordern...

Headlines

Israel: Demonstranten fordern Todesstrafe für NAZA-Filmemacher

Tel Aviv - Aktivisten haben in der zentralisraelischen Stadt Savyon vor dem Haus der Eltern der Filmemacherin Rachel Szor...

Türkei entdeckt die Wirtschaftsmoral des Mittelalters neu

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Gewinn machen, aber nicht um jeden Preis: Die Türkei greift derzeit auf eine jahrhundertealte Tradition...

Bericht: Israel soll Türkei Aufteilung Syriens angeboten haben

Ankara - Israel soll der Türkei Berichten zufolge einen weitreichenden Deal zur Aufteilung von militärischen Einflusszonen in Syrien angeboten...

Von der Leyen will Kanada zum assoziierten EU-Mitglied machen

Brüssel - Die Europäische Union will ihre Beziehungen zu Kanada deutlich ausbauen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug am...

Meinung

Irland: Sportler rufen zum Israel-Boykott auf

Dublin - Mehr als 160 irische Athletinnen und Athleten haben sich in einem offenen Brief an die irische Fußball-Nationalmannschaft der Männer gewandt. Sie fordern...

After Election Victory in Berlin: Central Council of Jews Warns Against a Left-Wing Government

Berlin - Following the historic outcome of the Berlin state election on September 20, in which Die Linke emerged as the largest political force,...

CHP: Vatandaşlar ile Parti Arasındaki Artan Kopuş

Nabi Yücel Vatandaşlarla partiler arasındaki giderek derinleşen kopuş, Türkiye'nin en köklü partisi CHP üzerinden somut biçimde gözlemlenebilir. Cumhuriyet Halk Partisi, 38. Olağan Kurultay'ın ardından ve...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...