Libanon
Saad el-Hariri kritisiert fragwürdige Rolle der schiitischen Hisbollah im syrischen Bürgerkrieg

Der sunnitische Politiker Saad el-Hariri hat in einer Rede erklärt, dass sich der Libanon niemals zur „iranischen Provinz“ degradieren lassen oder Saudi-Arabien gegenüber feindlich eingestellt sein werde.

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Beirut (eurasia/nex) – Der sunnitische Politiker Saad el-Hariri hat am Sonntag öffentlich erklärt, dass sich der Libanon niemals zur „iranischen Provinz“ degradieren lassen oder Saudi-Arabien gegenüber feindlich eingestellt sein werde. Er kritisierte bei einer Rede über die regionalen Spannungen die fragwürdige Rolle der schiitischen Hisbollah im syrischen Bürgerkrieg.

Der ehemalige Premierminister hielt eine Rede anlässlich des 11. Jahrestages der Ermordung seines Vaters und ebenfalls einflussreichen libanesischen Politikers Rafik el-Hariri. Dabei betonte er:

„Wir werden nicht zulassen, dass der Libanon auf die feindliche Seite gegen Saudi-Arabien und seine arabischen Brüder [Opposition in Syrien] gezogen wird. Der Libanon wird unter keinen Umständen eine iranische Provinz werden. Wir sind Araber und sollten Araber bleiben.“

„Der Libanon wird über den Libanon regieren. Er wird nicht von Damaskus, Teheran oder sonst wo bevormundet werden“, betonte der politische Führer der sunnitischen Minderheit im Land. „Manche jedoch entschieden sich, auf der falschen Seite, am falschen Ort unter dem falschen Motto zu kämpfen“, sagte Hariri auf die libanesische Hisbollah verweisend, die auf Verlangen des Irans aufseiten der al-Assad-Regierung gegen die mehrheitlich sunnitisch geprägte Opposition in Syrien kämpft.

Außerdem fragte er, wann die politischen Widersacher Libanons – darunter als besonders einflussreiche Partei die Hisbollah – den Streit um die Wahl des Präsidenten beiseitelegen wollen. Die Regierung in Beirut sei paralysiert und nicht handlungsfähig.

„Wir fordern aufrichtig einen Präsidenten für die Republik. Wir wollen aus dem Vakuum, das entstanden ist, herauskommen. Wir zahlten den Preis dafür im Inland und im Ausland“, sagte el-Hariri.

An die Adresse seiner politischen Rivalen gerichtet, fügte der sunnitische Politiker hinzu:

„Bitte geht ins Parlament und wählt einen Präsidenten, wenn euer echter Kandidat nicht für das Vakuum ist.“

Das libanesische Parlament scheiterte vergangene Woche dabei, den Präsidenten der arabischen Republik in der 35. Parlamentssitzung in Folge zu wählen.

Saad el-Hariri ist der Vorsitzende der Allianz des 14. März oder auch Rafiq-Hariri-Märtyrer-Liste, die als Gegenbewegung zu prosyrischen Parteien wie der Hisbollah gegründet wurde.

Die Hisbollah ist eine schiitische Partei und islamistische Miliz im Libanon. Sie stellt zurzeit etwa ein Dutzend Parlamentsabgeordnete und war auch schon in mehreren Kabinetten der libanesischen Regierung vertreten. An ihrer Spitze stehen geistliche Gelehrte, als oberste geistliche Autorität wird der Revolutionsführer der Islamischen Republik, Ayatollah Chamenei, angesehen. Hassan Nasrallah ist ihr Generalsekretär und auch Oberbefehlshaber der Hisbollah-Milizen.

 

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Erschienen bei unserem Kooperationspartner eurasianews.de

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