Israel
Netanjahu packt aus: Weltpolitiker wollen Deals ‚hinter dem Rücken‘ ihrer Bürger machen

In einem brisanten Fernsehinterview hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu tiefe Einblicke in die Hinterzimmer-Diplomatie gewährt.

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Tel Aviv – In einem brisanten Fernsehinterview hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu tiefe Einblicke in die Hinterzimmer-Diplomatie gewährt. Laut seinen Aussagen suchen zahlreiche ausländische Staatschefs insgeheim die Nähe zu Israel und bitten um Kooperationen – während sie sich in der Öffentlichkeit wegen des Drucks aus den sozialen Medien distanzieren.

Es ist ein bemerkenswerter Blick hinter die Kulissen der internationalen Geopolitik. Gegenüber dem US-Sender Fox News erklärte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, dass die offiziellen diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und vielen Staaten keineswegs der Realität entsprechen, die der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Grund dafür sei die Stimmung in der Bevölkerung vieler Länder. Laut Netanjahu sei es derzeit schlicht „modisch“ und populär, Israel scharf zu kritisieren, da die traditionellen Medien sowie die sozialen Netzwerke mit anti-israelischen Inhalten überschwemmt würden. Die Staats- und Regierungschefs stünden deshalb unter enormem Druck der öffentlichen Meinung – agierten hinter den Kulissen jedoch völlig anders.

Heimliche Telefonate und die Bitte um Hightech-Deals

Netanjahu berichtete offen von privaten Telefonaten mit ausländischen Amtskollegen, die eine eklatante Doppelmoral offenbaren.

„Viele Staatschefs rufen mich an und sagen: ‚Du weißt, ich habe da dieses Problem mit der öffentlichen Meinung bei mir zu Hause. Aber ich möchte, dass du weißt: Wir respektieren dich. Können wir ein paar Deals machen?‘“, so Netanjahu im Interview.

Die Begehrlichkeiten der ausländischen Regierungen sind dabei rein pragmatischer und technologischer Natur. Laut dem israelischen Premier bitten die Staatschefs konkret um Amtshilfe und Technologietransfers. Sie wollen von den Einsatzerfahrungen des israelischen Militärs lernen und Zugang zu Israels führender Expertise in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Cybersicherheit erhalten – einem Sektor, in dem Israel weltweit die Nummer zwei ist.

„Die Beziehungen sind also ganz anders, als sie nach außen hin erscheinen“, betonte Netanjahu. Israel habe in Wahrheit „sehr, sehr viele Freunde“ auf der Weltbühne, die den jüdischen Staat hinter verschlossenen Türen unterstützen. Als Beispiel für einen riesigen Verbündeten abseits des Westens nannte er zudem Indien, wo Israel in den sozialen Medien eine Welle der Unterstützung erfahre.

Konter gegen US-Vizepräsident J.D. Vance

Diese Enthüllungen nutzte Netanjahu am Ende ganz gezielt, um Vorwürfen aus Washington entgegenzutreten. US-Vizepräsident J.D. Vance hatte zuvor bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus behauptet, die USA seien mittlerweile Israels „einziger mächtiger Verbündeter auf der ganzen Welt“ und Donald Trump das einzige verbliebene wohlgesonnene Staatsoberhaupt. Vance hatte in Richtung Tel Aviv gewarnt, die israelische Regierung sollte den einzigen Partner, den sie noch habe, nicht verbal attackieren.

Netanjahu wies diese Darstellung von Vance entschieden zurück. Zwar betonte er seinen Respekt für den US-Vizepräsidenten und bezeichnete Donald Trump erneut als „den größten Freund, den Israel je im Weißen Haus hatte“, stellte aber klar: „Das bedeutet nicht, dass ich mit allem übereinstimme, was Vance sagt.“

Die Behauptung, Israel stehe international isoliert da und sei komplett von Washington abhängig, sei angesichts der heimlichen Annäherungsversuche zahlreicher Regierungen schlichtweg falsch.

 


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