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Russland-Sanktionen
Bericht: Armenien umgeht Russland-Sanktionen

Armenien nutzt den Seeweg zwischen Häfen in Georgien und Russland intensiv für die Wiederausfuhr von sanktionierten Waren nach Russland, so ein Bericht

(Foto: AA)
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Armenien nutzt den Seeweg zwischen den Häfen Batumi (Georgien) und Noworossijsk (Russland) intensiv für die Wiederausfuhr von Waren nach Russland, die unter Sanktionen stehen.

Nach Angaben der ukrainischen Nachrichten- und Analyse-Website informator.ua werden Frachttransporte aus Armenien von einer armenischen Reederei durchgeführt.

So werden demnach wöchentlich 600 20-Fuß-Container über die Seeroute Batumi-Novorossiysk transportiert. Alle diese Transporte werden von der Armenian Shipping Company durchgeführt, so der Bericht weiter. Auf den Schiffen, die diese Route befahren, werden demnach Kleidung, Autos und deren Ersatzteile sowie von westlichen Unternehmen hergestellte medizinische Geräte transportiert. Insbesondere würden reexportierte Autos von Armenien nach Russland aus den USA gebracht.

Die Fahrzeuge werden zunächst im Hafen von Poti (Georgien) angeliefert und dann nach Armenien gebracht, wo sie zollamtlich registriert und in der Stadt Gyumri gelagert werden. Diese Stadt wird als Hauptzentrum für das Abfangen von Fahrzeugen genutzt, bevor sie über Georgien nach Russland reexportiert werden.
Der Betreiber der Strecke Batumi-Novorossiysk ist das Logistikunternehmen C&M International LLC. Der Kunde aus Armenien ist die Armenian Shipping Company, und das Empfängerunternehmen aus Russland ist Black Sea Forwarding LLC, berichtet Informator weiter.

Interessanterweise ist der Leiter aller drei genannten Unternehmen ein Geschäftsmann namens David Iloyan. Alle Gütertransporte aus Armenien auf der Seeroute Batumi-Novorossijsk werden ausschließlich von der Armenian Shipping Company durchgeführt. Andere armenische Unternehmen, die Aufträge zur Beförderung auf dieser Strecke erhalten, wenden sich schließlich an das oben genannte Unternehmen, um Produkte auf den russischen Markt zu liefern.

Es ist erwähnenswert, dass die Wiederausfuhr von unter Sanktionen stehenden Waren nach Russland zu einem Anstieg des armenischen Außenhandelsumsatzes geführt hat. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2023 belief sich der Handelsumsatz zwischen Armenien und Russland auf insgesamt 3,7 Mrd. USD, wovon 2 Mrd. USD auf Exporte aus Armenien nach Russland entfallen.

Das Handelsvolumen zwischen Armenien und Russland ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70% gestiegen. Es wird erwartet, dass die armenische Wirtschaft bis zum Ende dieses Jahres dank der Re-Exporte nach Russland um 6-8 Prozent wachsen wird.

Gurban Mammadow

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