Iransanktionen
Kommentar: „Hat jemand schon einmal Sanktionen gegen die Saudis oder Israel erwogen?“

"Bei Saudi-Arabien wartet man vorsichtig ab, bis die Saudis (wohlgemerkt!) alles geklärt haben; bestenfalls liefert man keine Waffen - für neue Anschläge auf Kritiker wohlgemerkt. Für den Krieg im Jemen freilich schon. Hat jemand schon mal Sanktionen gegen die Saudis erwogen? Oder gar gegen Israel?" Ein Kommentar.

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Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther 

Nachdem die EU zunächst Unabhängigkeit vorgespiegelt hatte; betont hatte, dass sie am Atomdeal festhalten und bei Trumps Ausstieg nicht mitmache, hat sie neuerdings doch Sanktionen gegen 2 Iraner und den iranischen Geheimdienst beschlossen. Grund sind angeblich geplante Anschläge auf Exiliraner in Dänemark und Frankreich. Das spricht für sich.

Die Niederlande hatten schon 2015 und 2017 behauptet, ihr Geheimdienst habe starke Anhaltspunkte, dass der iranische Geheimdienst in Anschläge verwickelt sei. Genaueres wurde nie mitgeteilt. Das spricht auch für sich.

Bei Saudi-Arabien wartet man vorsichtig ab, bis die Saudis (wohlgemerkt!) alles geklärt haben; bestenfalls liefert man keine Waffen – für neue Anschläge auf Kritiker wohlgemerkt. Für den Krieg im Jemen freilich schon. Hat jemand schon mal Sanktionen gegen die Saudis erwogen? Oder gar gegen Israel? Das große Vorbild des langen Arms der Saudis – Khashoggi war ja nicht der einzige. Israel bringt doch jeden um, den es der Mühe wert findet, wo auch immer der sich aufhält.

Nur, gerade anlässlich des Khashoggimordes hat einer der größten Hetzer Deutschlands (ich nenne Namen und Quelle bewusst nicht) in einem Artikel behauptet, man müsse den Saudis alles nachsehen und eher darauf achten, dass doch der Iran weltweit seine Gegner beseitige. Beweislage siehe oben. Wer so agiert, wurde ebenfalls gesagt. Die Wahrheit ist, dass Europa Terroristen schützt, die für Anschläge im Iran mit zahlreichen Toten verantwortlich sind. Niemand redet davon. Das tut Europa ja auch im Fall eines anderen Landes.

Dieses Europa ist – auf gut Deutsch gesagt – zum Kotzen. Es ist eben doch bloß eine Kolonie der USA und Israels und wird es immer bleiben, auch wenn man zufällig mal einen amerikanischen Präsidenten nicht mag. Und wenn man den nicht mag, dann hauptsächlich aus den falschen Gründen, nämlich weil er aus Syrien und Afghanistan raus will, keine Konfrontation mit Russland will und keine sog. Freihandelsabkommen, Abkommen die dem internationalen Finanzkapital die Freiheit geben, Politik zu diktieren, von denen Statistiken, aber kein einziger Arbeiter in den USA oder Europa profitiert.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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Prof. Dr. Hans-Christian Günther

Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden

Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung

Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.

Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.

Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG.

Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen.

Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

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