Berlin
Nähe zur Türkei: Bund kürzt Fördermittel für Ditib um 80 Prozent

Die Bundesregierung will die Fördermittel für den Islamverband Ditib im kommenden Jahr deutlich verringern. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen. 

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Dortmund (ots) – Ungeachtet dessen, dass der Islamverband Ditib seit Jahrzehnten seine immensen Kosten durch Mitgliedsbeiträge zu decken versucht, 

will der Bund die Fördermittel für den Verband im kommenden Jahr deutlich verringern. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen.

Die Zusagen beliefen sich nur noch auf eine Gesamtsumme von 297.500 Euro, so die Zeitung weiter. Wie aus der Auflistung des Ministeriums hervorgeht, sei dies etwa ein Fünftel der 2017 und weniger als ein Zehntel der 2016 gezahlten Mittel.

Der scheidende religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, verlangte erneut, die Kooperation mit Verbänden wie der Ditib, dem Zentralrat der Muslime oder Milli Görüs generell auf den Prüfstand zu stellen, da diese „aus dem Ausland gesteuert“ würden.

Er monierte auch das Fehlen einer Strategie für den Umgang mit den Verbänden und verlangte einen Neuanfang – auch im Hinblick auf die „Deutsche Islamkonferenz“. Für die umfassende Information von Politik und Öffentlichkeit über die verschiedenen islamischen Akteure in Deutschland solle ein eigenes wissenschaftliches Institut gegründet werden.

Für 2017 weist das Ministerium Zahlungen von 1,47 Millionen Euro an die Ditib-Zentrale sowie Ditib-Teilverbände aus. Der Schwerpunkt der Projektförderung lag wie schon im Vorjahr auf der Flüchtlingshilfe. 2016 hatte der Bund laut dem Kölner Stadtanzeiger 3,27 Millionen an die Ditib gezahlt.

Der Zentralrat der Muslime steht für 2018 mit gut 100.000 Euro auf der Empfängerliste. Im Vorjahr hatte der Verband mehr als eine Million Euro erhalten, 2016 waren es knapp 880.000 Euro. Beck nannte die Höhe der Zuwendungen „erstaunlich“. Unter den Leistungen seien „Fehlinvestitionen“ und „religionspolitische Fehlgriffe“. Die Regierung habe „das Abhängigkeitssystem der Ditib stark gemacht“.

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