Innenministerkonferenz
IMK-Vorsitzender Bouillon fordert härtere Strafen bei Gewalt gegen Polizei

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), setzt sich für härtere Strafen bei Gewalt gegen Polizisten ein.

Teilen

Antrag bei Innenministerkonferenz – Deutscher Anwaltverein hält nichts davon

Osnabrück (ots) – Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), setzt sich für härtere Strafen bei Gewalt gegen Polizisten ein. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der saarländische Innenminister, die Mindestfreiheitsstrafe für solche Attacken solle auf sechs Monate steigen:

„Wir müssen Härte zeigen bei Gewalt gegen die Polizei. Jeder Täter muss wissen, dass er eine Gefängnisstrafe bekommt, wenn er die Polizei angreift.“

Mit einer Erhöhung der Mindeststrafe wäre ausgeschlossen, dass Täter mit einer Geldstrafe davon kommen oder dass das Verfahren eingestellt wird. Bouillon sagte: „Es ist doch deprimierend: Da wird ein Polizist angegriffen, dann geht der Fall vor Gericht und der Täter bekommt eine Strafe von 100 Euro. Da schüttelt doch jeder den Kopf.“

Das Saarland wird bei der Innenministerkonferenz in der kommenden Woche (29. bis 30. November) einen entsprechenden Antrag einbringen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sei im Verzug mit seinem Gesetzentwurf zur Strafverschärfung, der eigentlich noch in diesem Jahr kommen sollte, sagte Bouillon.

Nach Angaben des Landes-Ministers steigt die Zahl der Straftaten gegen Polizisten, im Jahr 2015 wurden nach der polizeilichen Kriminalstatistik rund 64.000 Polizeibeamte als Opfer von Gewalttaten registriert. Für das Jahr 2016 liegen noch kein Zahlen vor. „Noch bedeutender ist, dass die Radikalität und Gewaltbereitschaft gestiegen ist“, sagte Bouillon und fügte hinzu: „Früher wurden Beamte angespuckt oder ihnen wurde gegen das Schienbein getreten. Heute gibt es massive Schlägereien und Körperverletzung, da muss der Staat sich wehren.“

Neben Polizisten will der Minister auch Feuerwehrleute, Soldaten und andere Einsatzkräfte etwa vom Roten Kreuz oder Technischen Hilfswerk per Gesetz besser schützen. Dieser Schutz müsse dabei während des Dienstes und nicht nur bei einem konkreten Einsatz gelten.

Der Präsident des Deutschen Anwaltvereins (DAV), Ulrich Schellenberg, hält eine Erhöhung der Strafen dagegen nicht für zielführend. „Innenminister argumentieren immer schnell, dass Gesetze verschärft werden müssen“, sagte Schellenberg im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Aber weniger Gewalt gegen Polizisten erzielt man nicht durch höhere Strafen, sondern durch eine höhere Personaldichte.“

Auch interessant

Papst Leo verleiht iranischem Botschafter „höchsten Orden“

Vatikan - Es ist eine Geste mit großer Symbolkraft: Inmitten des offenen Konflikts mit US-Präsident Donald Trump hat Papst Leo XIV. dem iranischen Botschafter...

Israels Armee droht zu kollabieren: Generalstab fordert sofort Soldaten

Jerusalem – Es sind ungewöhnlich offene Worte für einen amtierenden Generalstabschef. Generalleutnant Eyal Zamir erschien am 10. Mai vor dem Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten...

90. Geburtstag: Bürgermeisterin Westermann ehrt Osnabrücker Urgestein Ramazan Çığır

Von Yasin Baş Eine besondere Ehrung für ein besonderes Leben: Osnabrücks Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann (CDU) besuchte als Vertreterin von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (Grüne) Ramazan Çığır...

Israel laut globaler Umfrage „weltweit unbeliebtestes Land“

Jerusalem - Israel ist laut einer im Mai 2026 veröffentlichten internationalen Wahrnehmungsstudie das weltweit am negativsten bewertete Land. Das geht aus dem „Global Country Perceptions...

Eurovision: Heimliche Millionen aus Israel

Wien/Tel Aviv – Eine Untersuchung der New York Times ergab, dass Israels Bemühungen, die Abstimmung beim Eurovision Song Contest zu beeinflussen, umfassender waren und...

Headlines

Susanne Mattner zur Israel-Klage gegen die New York Times

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Israel verklagt die New York Times. Der Grund: Der Pulitzer-Preisträger Nicholas Kristof hatte in einem...

Kuba an USA: Wenn wir sterben, dann sterben wir

Havanna/Washington – Die Spannungen zwischen den USA und Kuba haben ein neues Niveau erreicht. Lianys Torres Rivera, Kubas ranghöchste...

Sánchez zum ESC-Boykott: „Auf der richtigen Seite der Geschichte“

Madrid – „Este año no estaremos en Eurovisión" — dieses Jahr werden wir nicht bei Eurovision dabei sein. Mit...

Israel verklagt New York Times wegen Vergewaltigungs-Bericht

New York/Jerusalem – Drei Tage nach Erscheinen eines erschütternden Berichts über systematische sexuelle Gewalt gegen palästinensische Gefangene in israelischen...

Meinung

Mattner: „Nach den Arabern kommen wieder die Juden dran“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Am Wochenende habe ich mir erstmal einen „Doppelten Baldri-Bomber mit Kamilleninfusion“ eingeschenkt. Ihr wisst schon – dieses Getränk, das man...

Israel laut globaler Umfrage „weltweit unbeliebtestes Land“

Jerusalem - Israel ist laut einer im Mai 2026 veröffentlichten internationalen Wahrnehmungsstudie das weltweit am negativsten bewertete Land. Das geht aus dem „Global Country Perceptions...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...