Referendum
Kolumbien: Friedensvertrag mit Farc-Rebellen in Referendum abgelehnt

Die Kolumbianer haben am gestrigen Sonntag das Abkommen zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen zur Beendigung des 52-jährigen Konflikts überraschend abgelehnt.

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Dortmun (nex) – Die Kolumbianer haben am gestrigen Sonntag das Abkommen zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen zur Beendigung des 52-jährigen Konflikts überraschend abgelehnt.

„Ich bin der Erste, der das Ergebnis anerkennt“, erklärte Präsident Juan Manuel Santos während einer im Präsidentenpalast abgehaltenen Fernsehansprache. „Ich gebe nicht auf. Ich werde mich bis zum letzten Tag meiner Amtszeit um den Frieden bemühen.“ Santos fügte hinzu, dass der Waffenstillstand mit den FARC zunächst in Kraft bleiben werde. Die politische Landschaft des Landes ist nun gespalten.

Während 50,23 Prozent der Referendumteilnehmer mit Nein stimmten und somit dem ehemaligen Präsidenten und jetzigen Senator Alvaro Uribe folgten, votierten 49,76 Prozent mit Ja. Aus dem Wahlergebnis lässt sich das noch immer weit verbreitete Misstrauen gegenüber den FARC-Rebellen lesen.

„Der Frieden weckt Hoffnungen, aber die Vertragstexte von Havanna sind enttäuschend“, erklärte Uribe am Sonntagmorgen gegenüber den Medien.

Das am 26. September vor internationalen Persönlichkeiten feierlich unterzeichnete Abkommen zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens – Volksarmee (FARC) und der Regierung hatte in einer eine Woche vor dem Referendum durchgeführten Meinungsumfrage noch 65 Prozent Ja-Stimmen erhalten.

Seit 1964 tobte der Bürgerkrieg in Kolumbien. Human Rights Watch zufolge soll er 300 000 Menschen das Leben  gekostet haben, jährlich sollen 200 000 Menschen, insgesamt 5,7 Millionen, in all den Jahren der Kämpfe wegen ihre Heimat verlassen haben. Die 2500 Mann starke, ebenfalls linksextreme „Nationale Befreiungsarmee“ (ELN) bekämpft weiterhin mit Waffengewalt die Regierung.

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