Brüssel
Trotz niedergebrannten PKK-Ständen: Erneut Fotoausstellung im EU-Parlament

Erst im März brannten in Brüssel PKK-Gegner ein Zelt der Terrororganisation nieder und wurden in den sozialen Medien dafür gefeiert. "Jetzt werden die sich nicht mehr trauen!", war nur einer der vielen Kommentare im Netz. Allerdings wurde in Brüssel bereits eine Woche später erneut ein Infozelt aufgebaut, und es wurden in Räumen des EU-Parlaments Fahnen PKK-naher Organisationen aufgehängt. Aktuell ist das EU-Parlament sogar Gastgeber einer Fotoausstellung über die PKK und deren Schwesterorganisation YPG

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Europäisches Parlament: Fotoausstellung über Terrorgruppen PKK und YPG

Brüssel (nex) – Die Fotos wurden vom österreichischen Politikwissenschaftler und Kulturanthropologen Thomas Schmidinger aufgenommen. Die Ausstellung wird von Josef Weidenholzer, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, veranstaltet.

Nach Angaben auf Weidenholzers offizieller Website sollen die Bilder, die vorgeben, „wichtige Personen und historische Ereignisse in der Entwicklung Rojawas“, darzustellen, vom 11. bis zum 15. Juli besichtigt werden können. Als Rojawa werden Regionen in Nordsyrien bezeichnet.

Der Sprecher des türkischen Staatspräsidiums Ibrahim Kalin kritisierte die Ausstellung in Brüssel mit scharfen Worten und erklärte, es sei völlig inakzeptabel, dass unter dem Dach des Europäischen Parlaments Propaganda für eine Terrorgruppe betrieben werde, die tagtäglich Anschläge auf türkische Staatsbürger verübe.

„Es fällt uns schwer, zu verstehen, was das Europäische Parlament damit bezweckt, wenn es die PKK, die die EU als eine Terrororganisation einstuft, und deren Schwesterorganisation in Syrien [YPG] fördert“, sagte Kalin und fuhr fort:

„Terrorpropaganda kann nicht als Meinungsfreiheit durchkommen und diejenigen, die diese Ausstellung ausrichten, können sich nicht hinter der Behauptung verstecken, dass die PYD/YPG den IS (Daesh) bekämpften.“

Kalin betonte, dass die Türkei keinen Unterschied zwischen der PKK, der Al-Nusra-Front, der PYD/YPG und dem IS (Deash) mache, die alle Unschuldige töteten und ihren Einfluss durch Blutvergießen geltend machten, und schlug vor, dass das Europäische Parlament auch Ausstellungen über die Hisbollah, die Al-Nusra-Front und das blutvergießende Assad-Regime organisieren sollte.

„Die Tatsache, dass das Europäische Parlament Werbung für eine Terrororganisation betreibt, zeigt ganz klar und deutlich dessen Doppelstandards, auf die wir schon mehrmals hingewiesen haben“, stellte Kalin fest.

„Die Absichten einiger europäischer Politiker, die bei jeder Gelegenheit die Anti-Terror-Gesetze der Türkei kritisieren, sind nun klar erkennbar“, so Kalin weiter.

Die Türkei hat wiederholt derartige Ausstellungen, die Terrorgruppen in europäischen Ländern fördern, kritisiert und mehrmals darauf hingewiesen, dass die PKK auch von den USA und der EU als eine Terrororganisation eingestuft wird.

Im vergangenen März, vor dem Terroranschlag am 22. März und am Vorabend eines EU-Türkei-Gipfels, hatte die belgische Regierung Unterstützern der Terrororganisation PKK das Aufstellen von Infozelten in der Nähe des Europäischen Rates genehmigt. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte Belgien dafür kritisiert, Terrorgruppen zu dulden und erklärt, dass sie genauso wie der IS (Daesh) behandelt werden sollten. Dass dem nicht so sei, zeige, dass die EU mit zweierlei Maß messe.

Obwohl Belgien behauptet, sich aktiv an der Bekämpfung des Terrors zu beteiligen, sind Terrororganisationen, besonders die PKK und die DKP-C, in dem Land sehr aktiv. Mehrere PKK-Mitglieder leben Berichten zufolge in Belgien, und es gibt ebenfalls mehrere mit der PKK sympathisierende TV-Sender.

Im vergangenen Juni hatten türkische Regierungsvertreter ihren Protest ausgedrückt, als YPG-Flaggen an Türen und Wänden des Europäischen Parlaments aufgehängt worden waren.

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