Erdogan reicht's
Erdogan an die EU: Keine Visafreiheit – kein Flüchtlingsabkommen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will beim Flüchtlingsdeal mit der EU nicht länger in Vorleistung gehen und die Umsetzung bis auf weiteres stoppen. Der Präsident weist auf die Mauertaktik der EU bezüglich der Visafreiheit und auf nicht geleistete Kostenbeiträge hin.

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Ankara (nex) – Die Türkei wird keine weiteren Schritte mehr zur Umsetzung des Flüchtlingsabkommens mit der EU veranlassen, bevor es nicht zu Fortschritten bezüglich der Visaliberalisierung für türkische Staatsangehörige kommt.

Dies betonte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Dienstagnachmittag in seiner Rede vor dem UN-Nothilfegipfel in Istanbul. Erdogan wies zudem darauf hin, dass die von der EU versprochenen Kostenbeteiligungen zur Versorgung der Flüchtlinge noch immer nicht eingelangt seien.

Er sagte, die Türkei frage nicht nach irgendwelchen Gefälligkeiten bezüglich „zugesagter“ Flüchtlingshilfe.

Erdogan bedauerte auch das offenbare Desinteresse der führenden Weltmächte am Humanitären Gipfel. „Es ist befremdlich, dass außer der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel keiner von den G7-Führern am Gipfel teilgenommen hat“, so Erdogan.

„Wir können gerechte und dauerhafte Lösungen nur durch internationale Kooperation erreichen.“ Menschen, die leiden oder zum Opfer geworden sind, zu helfen, ist eine Notwendigkeit des menschlichen Daseins, betonte der Präsident.

Am Rande des Gipfels hatte es ein Gespräch zwischen Erdoğan und Kanzlerin Merkel gegeben. Dabei sollen unter anderem die Syrienkrise und die Frage des von der EU in Aussicht gestellten visafreien Reiseverkehrs erörtert worden sein.

Die Gespräche zwischen der Türkei und der EU über die Frage der Visafreiheit sollen weitergeführt werden sollen, wobei auf „Empfindlichkeiten und Prioritäten“ im Kampf gegen den Terrorismus Bedacht genommen werden solle, hieß es aus dem Präsidentenumfeld.


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