Piraterie vor afrikanischer Küste
Nigeria: Sechs Seeleute von türkischem Frachtschiff entführt

Vor Nigerias Küste wurden am Montag sechs Personen von einem türkischen Frachtschiff entführt. Es ist der dritte Angriff auf ein türkisches Schiff seit 2009.

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Lagos (nex) – Sechs türkische Seeleute wurden am Montag von Piraten vor der Küste Nigerias von einem Frachtschiff entführt. Der Nachrichtenagentur Deniz zufolge handelte es sich um das Schiff „M/T Puli“, das dem Unternehmen Kaptanoglu Shipping gehören und mit Chemikalien unterwegs gewesen sein soll. Unter den sechs entführten Seeleuten soll sich auch der Kapitän des Schiffes, Ilkay Olgun, befinden.

Das Unternehmen teilt mit, dass sowohl die gekidnappten Mitglieder der Mannschaft als auch  jene, die auf dem Schiff geblieben waren, bei guter Gesundheit seien und das Schiff sicher in einen Hafen einlaufen konnte. Die zuständigen Behörden erklärten zudem, dass es vonseiten der Piraten bis dato noch keine Kontaktaufnahme gegeben habe. Man habe sich selbst an das Außen- sowie an das Ministerium für Meeres- und Transportangelegenheiten gewandt, um den Vorfall zu untersuchen. Seit 2009 wurden somit bereits drei türkische Schiffe entführt.

Der erste Fall ereignete sich am 21. September 2009, als der Öltanker Ilena Mercan entführt worden war. Nach 15 Tagen wurden Schiff und Mannschaft jedoch wieder freigelassen. Aus dem Jahre 2013 datiert der zweite Zwischenfall, als der Rohöltanker MT Cotton von Piraten angegriffen wurde, die diesen anschließend eine Woche lang in ihrer Gewalt behielten. Berichten zufolge sollen immer mehr ehemalige Söldner aus Nigeria ihren Geschäftsbereich in Richtung Piraterie verlagert haben.

Seit 2011 sollen bereits 30 Schiffe und mehr als 100 Seeleute entführt worden sein. Während Piraten in Somalia im Regelfall Lösegeld für die entführten Mannschaften erpressen, verkaufen Piraten in Nigeria üblicherweise Rohöl aus den in ihre Gewalt gebrachten Tankern auf dem Schwarzmarkt.

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