Berlin/Washington – Das US-Verteidigungsministerium hat den Abzug von rund 5.000 amerikanischen Soldaten aus Deutschland angeordnet.
Der Befehl kam von Verteidigungsminister Pete Hegseth und soll innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate umgesetzt werden. Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte in einer Stellungnahme: „Diese Entscheidung folgt einer gründlichen Überprüfung der militärischen Aufstellung des Ministeriums in Europa und berücksichtigt die Anforderungen des Operationsgebiets sowie die Lage vor Ort.“
Strafe für fehlende Iran-Unterstützung
Hochrangige Beamte des Pentagons bezeichneten den Schritt als klares Signal für Präsident Trumps Unzufriedenheit mit dem Niveau der Unterstützung, das europäische Verbündete im US-Iran-Krieg geleistet haben.
Trump hat die deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und andere NATO-Staatschefs öffentlich dafür kritisiert, dass sie sich nicht direkt an der US-Militärkampagne gegen den Iran beteiligen.
Der Abzug wurde einen Tag angekündigt, nachdem Trump Merz scharf angegriffen hatte. Merz hatte zuvor erklärt, die USA würden vom Iran „gedemütigt“ und verfügten über keine klare Strategie im Iran-Konflikt. Trump reagierte auf Social Media und schrieb, Merz mache „einen schrecklichen Job“ und habe „Probleme aller Art“ — unter anderem bei der Einwanderung und der Energiepolitik.
Trump hat zudem angedeutet, auch US-Truppen aus Italien und Spanien abziehen zu wollen — ebenfalls Länder die sich geweigert haben, ihre Militärbasen und ihren Luftraum für US-Operationen gegen den Iran zur Verfügung zu stellen.
Massive US-Präsenz in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg
Die USA unterhalten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Kalten Krieg eine gewaltige Militärpräsenz in Deutschland. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums waren im vergangenen Dezember mehr als 36.000 aktive Soldaten auf Stützpunkten in ganz Deutschland stationiert — dazu kamen knapp 1.500 Reservisten und 11.500 Zivilangestellte. Nur Japan beherbergt mehr US-Truppen als ein ausländisches Land.
Deutschland ist zudem Sitz des Hauptquartiers des US European Command und des Africa Command. Die Ramstein Air Base gilt als zentraler Knotenpunkt für US-Operationen in Europa und darüber hinaus.
Landstuhl bleibt unberührt
Pentagon-Beamte betonten, dass der Abzug das Landstuhl Regional Medical Center nicht betreffen werde. Das Krankenhaus in Rheinland-Pfalz ist das größte US-Militärkrankenhaus im Ausland und hat seit Beginn des Iran-Krieges zahlreiche durch iranische Angriffe verwundete US-Soldaten versorgt.
Fokus auf Heimatverteidigung und Indo-Pazifik
Einige der aus Deutschland abgezogenen Kräfte sollen in die USA zurückkehren und von dort in andere Regionen verlegt werden. Pentagon-Beamte beschrieben den Schritt als Teil einer breiteren Neuausrichtung auf die Prioritäten des Pentagons — die Heimatverteidigung der USA und die Indo-Pazifik-Region.
Trump, ein langjähriger Kritiker der NATO-Allianz, hat in den vergangenen Wochen wiederholt auf Verbündete eingeschlagen, die sich geweigert haben, an Operationen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus teilzunehmen. Der Abzug aus Deutschland gilt als bisher schwerste konkrete Konsequenz dieser Spannungen.
BREAKING: The Pentagon plans to withdraw about 5,000 American forces from Germany, senior defense officials say. https://t.co/3omfW4hTnc
— CBS News (@CBSNews) May 1, 2026

